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| Belege des Suchbegriffs aus ausgewählten Texten (vollständig: Caes.Gall., Cic.Arch., Cic.S.Rosc., Cic.Lael.) |
| Postero die castra ex eo loco movent. idem facit Caesar equitatumque omnem, ad numerum quattuor milium, quem ex omni provincia et Haeduis atque eorum sociis coactum habebat, praemittit, qui videant, quas in partes hostes iter faciant. Caes.Gall.1,15,1 | Am folgenden Tag brachen die Helvetier von dort auf. Das selbe tat Cäsar, indem er seine Reiterei, gegen viertausend Mann, die er aus der ganzen Provinz, aus dem Land der Häduer und ihrer Bundesgenossen aufgeboten hatte, vorausgehen ließ, um zu sehen, nach welcher Richtung der Feind seinen Zug nehme. |
| Pro his Diviciacus - nam post discessum Belgarum dimissis Haeduorum copiis ad eum reverterat - facit verba: Caes.Gall.2,14,1 | Diviciacus, der nach dem Abzug der Belger die Truppen der Häduer entlassen und sich zu Cäsar begeben hatte, verwendete sich für die Bellovaker: |
| itaque convocatis centurionibus celeriter milites certiores facit, paulisper intermitterent proelium ac tantummodo tela missa exciperent seque ex labore reficerent, post dato signo e castris erumperent atque omnem spem salutis in virtute ponerent. Caes.Gall.3,5,3 | Galba ließ daher die Hauptleute rufen und den Soldaten den Befehl erteilen, ein wenig vom Kampf abzulassen, bloß die von den Feinden kommenden Geschosse aufzufangen und sich von der Anstrengung zu erholen. Wenn man später das Zeichen gebe, sollten Sie aus dem Lager hervorbrechen und alle Hoffnung auf Rettung in ihre persönliche Tapferkeit setzen. |
| ad celeritatem onerandi subductionisque paulo facit humiliores, quam quibus in nostro mari uti consuevimus, atque id eo magis, quod propter crebras commutationes aestuum minus magnos ibi fluctus fieri cognoverat, ad onera ac multitudinem iumentorum transportandam paulo latiores, quam quibus in reliquis utimur maribus. Caes.Gall.5,1,2 | Um sie nämlich schneller laden und an Land ziehen zu können, ließ er sie etwas niedriger machen als die Schiffe im Mittelmeer zu sein pflegen, hauptsächlich aber aus dem Grund, weil er bemerkt hatte, dass in dem Meer bei Gallien wegen des häufigen Wechsels von Ebbe und Flut die Wellen nicht so groß sind. Um aber desto mehr Lasten und Tiere aufnehmen zu können, musste die Breite dieser Schiffe etwas bedeutender werden, als dies bei den Schiffen der Fall ist, deren man sich in den übrigen Meeren bedient. |
| Sabinus, quos in praesentia tribunos militum circum se habebat, et primorum ordinum centuriones se sequi iubet, et cum propius Ambiorigem accessisset, iussus arma abicere imperatum facit suisque, ut idem faciant, imperat. Caes.Gall.5,37,1 | Titurius befahl hierauf den damals gerade um ihn befindlichen Kriegstribunen und Hauptleuten ersten Ranges mit ihm zu gehen; und als er sich dem Ambiorix genähert hatte, legte er auf dessen Verlangen seine Waffen ab, was auch seine Begleiter tun mussten. |
| quibus litteris circiter media nocte Caesar adlatis suos facit certiores eosque ad dimicandum animo confirmat. Caes.Gall.5,49,4 | Cäsar erhielt das Schreiben um Mitternacht, worauf er seine Leute unterrichtete und sie zum Kampf aufmunterte. |
| Basilus ut imperatum est facit. celeriter contraque omnium opinionem confecto itinere multos in agris inopinantes deprehendit. eorum indicio ad ipsum Ambiorigem contendit, quo in loco cum paucis equitibus esse dicebatur. Caes.Gall.6,30,1 | Basilus, der den Befehl befolgte, legte seinen Weg schnell und zu aller Überraschung zurück; er überfiel unvermutet viele Bewohner des Landes; ihrer Angabe folgend zog er gegen Ambiorix dorthin, wo sich dieser, wie es hieß, mit wenigen Reiter aufhielt. |
| Labienus, postquam neque aggeres neque fossae vim hostium sustinere poterant, coactis undecim cohortibus, quas ex proximis praesidiis deductas fors obtulit, Caesarem per nuntios facit certiorem, quid faciendum existimet. accelerat Caesar, ut proelio intersit. Caes.Gall.7,87,3 | Als endlich weder Wälle noch Gräben den Sturm der Feinde weiter aufhalten konnten, vereinigte Labienus vierzig Kohorten, wie sie ihm gerade der Zufall aus den nächsten Posten darbot, und meldete Cäsar, was er zu tun vorhabe. Dieser eilte daher, um selbst bei dem Treffen dabei zu sein. |
| quorum strepitum vigiles castrorum cum sensissent exploratoresque missi, quae gererentur, renuntiassent, Caninius celeriter cum cohortibus armatis ex proximis castellis in frumentarios sub ipsam lucem impetum facit. Caes.Gall.8,35,4 | Als die Wächter im römischen Lager das Geräusch hörten und eigens ausgeschickte Späher das Nähere berichteten, fiel Caninius gegen Tagesanbruch schnell mit seinen bewaffneten Kohorten aus den nächsten Schanzen über die Führer des Getreides her. |
| Labienus interim in Treveris equestre proelium facit secundum compluribusque Treveris interfectis et Germanis, qui nullis adversus Romanos auxilia denegabant, Caes.Gall.8,45,1 | Unterdessen war Labienus bei den Treverern in einem Reitertreffen erfolgreich und hatte eine Anzahl Treverer und Germanen, die niemandem ihren Beistand gegen die Römer versagten, niedergemacht. |
| animus, aetas, virtus vostra me hortantur, praeterea necessitudo, quae etiam timidos fortis facit. Sall.Cat.58,19 | Euer Denken, euer Alter, eure Tapferkeit stimmt mich hoffnungsvoll, zu dem eure verzweifelte Lage, die auch Ängstliche tapfer macht. |
| Sed ubi omnibus rebus exploratis Petreius tuba signum dat, cohortis paulatim incedere iubet; idem facit hostium exercitus. Sall.Cat.60,1 | Nachdem Petreius alles hatte erkunden lassen, ließ er mit der Trompete das Zeichen geben und die Cohorten sich langsam in Bewegung setzen. Das Heer der Feinde macht das selbe. |
| Itaque ut ad hanc similitudinem huius histrionis oratoriam laudem dirigamus, videtisne quam nihil ab eo nisi perfecte, nihil nisi cum summa venustate fiat, nisi ita, ut deceat et uti omnis moveat atque delectet? Itaque hoc iam diu est consecutus, ut, in quo quisque artificio excelleret, is in suo genere Roscius diceretur. Hanc ego absolutionem perfectionemque in oratore desiderans, a qua ipse longe absum, facio impudenter; mihi enim volo ignosci, ceteris ipse non ignosco; nam qui non potest, qui vitiose facit, quem denique non decet, hunc, ut Apollonius iubebat, ad id, quod facere possit, detrudendum puto.' Cic.de_orat.1,130. | Um also nach dem Vorbild dieses Schauspielers das Verdienst des Redners zu bemessen – seht ihr, wie er sich in allem als der echte Meister kundgibt, wie er in allem die höchste Anmut zeigt, in allem den Anstand beobachtet und wie er es versteht, alle zu rühren und zu ergötzen? Und so hat er es schon lange dahin gebracht, dass jeder, der sich in einer Kunst auszeichnet, ein Roscius in seiner Art genannt wird. Wenn ich nun diese höchste Vollendung von dem Redner verlange, von der ich selbst weit entfernt bin, so handele ich unverschämt; für mich nämlich wünsche ich Nachsicht, ich selbst aber habe mit anderen keine Nachsicht; denn wer nichts vermag, wer Fehler macht, wer endlich keinen Anstand hat, den, glaub’ ich, muss man, wie Apollonius verlangte, zu dem Fach verweisen, das er zu treiben fähig ist." |
| Nam et secundas res splendidiores facit amicitia et adversas partiens communicansque leviores. Cic.Lael.22.j | Denn das Glück macht die Freundschaft glänzender und das Unglück durch Teilnahme und gemeinschaftliches Mitgefühl leichter. |
| De quibus tres video sententias ferri, quarum nullam probo, unam, ut eodem modo erga amicum adfecti simus, quo erga nosmet ipsos, alteram, ut nostra in amicos benevolentia illorum erga nos benevolentiae pariter aequaliterque respondeat, tertiam, ut, quanti quisque se ipse facit, tanti fiat ab amicis. Cic.Lael.56.b | Hierfür gelten, soviel ich weiß, drei Ansichten, von denen ich aber keine gutheißen kann. Die erste verlangt: Wir sollen gegen unsere Freunde ebenso gesinnt sein, wie gegen uns selbst; die zweite: Unsere wohlwollende Liebe gegen unsere Freunde soll deren wohlwollender Liebe gegen uns selbst in gleichem Maß entsprechen; die dritte: Jeder soll von seinem Freund so hoch geschätzt werden, wie er sich selbst schätzt. |
| in reliquas omnis fortunas iste T. Roscius nomine Chrysogoni, quem ad modum ipse dicit, impetum facit. haec omnia, iudices, imprudente L. Sulla facta esse certo scio. Cic.S.Rosc.21.c | Über das gesamte übrige Vermögen fiel in Chrysogonus' Namen jener Titus Roscius her, wie es selbst gesteht. Dass dies alles, ihr Richter, ohne Vorwissen des Lucius Sulla geschah, weiß ich bestimmt. |
| haec magnitudo malefici facit, ut, nisi paene manifestum parricidium proferatur, credibile non sit, nisi turpis adulescentia, nisi omnibus flagitiis vita inquinata, nisi sumptus effusi cum probro atque dedecore, nisi prorupta audacia, nisi tanta temeritas, ut non procul abhorreat ab insania. Cic.S.Rosc.68.a | Diese Größe des Frevels macht einen Vatermord unglaublich, wenn er nicht fast ganz augenfällig bewiesen wird, wenn nicht eine in Schande zugebrachte Jugend, ein mit allen Lastern beflecktes Leben, eine zügellose, entehrende und schmähliche Verschwendung, eine alle Schranken durchbrechende Frechheit, eine nahe an Wahnsinn grenzende Tollkühnheit dargetan werden kann. |
| effigiesque et signa quaedam detracta lucis in proelium ferunt; quodque praecipuum fortitudinis incitamentum est, non casus nec fortuita conglobatio turmam aut cuneum facit, sed familiae et propinquitates; et in proximo pignora, unde feminarum ululatus audiri, unde vagitus infantium. Tac.Germ.7,3 | Auch nehmen siie gewisse Bilder und Abzeichen, die sie aus den Hainen holen, mit sich in die Schlacht, und ein ganz besonderer Antrieb zur Tapferkeit ist der Umstand, dass nicht Zufall oder beliebiges Zusammenscharen das Geschwader oder den Keil bildet, sondern Familienbande und Verwandtschaften; und in nächster Nähe sind ihre Liebsten, so dass man von dort das Geheul der Weiber, das Wimmern der Kinder vernehmen kann. |
| Quatenus id facit: ut quidam memoratur Athenis Hor.sat.1,1,64. | Hieran hat; wie einst zu Athen, so sagt man, ein reicher |
| Pro quaestu sumptum facit hic? "vix credere possis, Hor.sat.1,2,19. | "Wendet er seinem Erwerb Entsprechendes?"– Kaum ist es glaublich, |
| Hoc facit insanum — , multae tibi tum officient res, Hor.sat.1,2,97. | Ist's, was rasen dich macht), dann steht dir vieles im Wege, |
| 2013.11.17 Neapolitanos e cancere mori Plus decem milia hominum Neapoli, in illa eximia inferioris Italiae urbe, in propatulo palam reclamitabant et photographemata propinquorum ex cancere emortuorum circumferebant. Querebantur de circumiectae regionis, quae triangulum mortis vocatur, pollutione, quae illegali toxicorum purgamentorum depositione confit. Istud malum Camorrae catervae crimini datur, quae hoc negotium ibi exsequitur et valetudinem incolarum neglegens magnum lucrum facit. His exinde viginti annis numerus cancerantium tumorum in feminis repertorum quadraginta centesimis auctus est, in viris quadraginta septem. |
| 2014.01.14 Regimen Aegypti per hos duos dies primum post ruinam praesidentis Morsi populi scitum facit de nova constitutione instituenda. Fratres Muslimorum, qui interea tromocraticae nempe organisationis esse habentur et vetiti sunt, ad devitationem boycotianam plebisciti exciverunt. 2014.01.14 | Die ägyptische Regierung führt in den beiden folgenden Tagen ein Referendum über eine neue Verfassung durch. Die Muslimbrüder, die inzwischen dafür fgelten, einer terroristischen Organisation anzugehören, haben zu einem Boykott der Volksabstimmung aufgerufen. |
| 2014.11.25 Ma.d. Colloquia de Iranico nucleari programmate hinc a quinque Unitarum Nationum potestatibus, quae in consilio securitatis ius vetandi habent, una cum Germania, illinc ab Javad Zarif, Iranico administro rerum externarum, Viennae habita sine effectu finem habuerunt. Disceptatores partim magnas controversias in suspenso relictas esse (John Kerry), partim eas paene de medio sublatas esse (Hassan Rouhani) dicebant. In quaestione, quae facit momentum, num Irani exaggerationem nuclearem omittant vel deminuant, neutra pars adhuc a suo arbitrio recedere parata est. Dies extremae condicionis praestituenda ad Kalendas Martias anni proximi prolata est. Eo usque pactio mense Novembri superioris anni Genavae praeiudicata valere perget. 2014.11.25 | Die Verhandlungen über das iranische Nuklearprogramm, die auf der einen Seite von den fünf Mächten mit Vetorecht im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zusammen mit Deutschland auf der anderen Seite vom iranischen Außenminister Javad Zarif in Wien geführt wurden, gingen ohne Ergebnis zu Ende. Die Verhandlungsführer sagten teils, dass gewichtige Streitfragen offen geblieben seien (John Kerry), teils, dass diese fast ausgeräumt seien (Hassan Rouhani). In der Hauptfrage, ob der Iran seine Nuklearanreicherung einstellt oder einschränkt, ist keine Seite bereit, von ihrer Vorstellung abzugehen. Die Deadline wurde auf den 1. März kommenden Jahres vertagt. So lange wird die Genfer Interimsvereinbarung vom November letzten Jahres weitergelten. |
| [4,30,4] Et vocat confestim puerum suum pinnatum illum et satis temerarium, qui malis suis moribus contempta disciplina publica, flammis et sagittis armatus, per alienas domos nocte discurrens et omnium matrimonia corrumpens impune committit tanta flagitia et nihil prorsus boni facit. (Apul.met.4,30,4) Apul.met.4,30,4 | [4,30,4] Sofort ruft sie ihren geflügelten und so mutwilligen Sohn, ihn, der sich mit seinem schlechten Charakter über die öffentliche Ordnung hinwegsetzt, nachts mit seinen Brandpfeilen durch fremde Häuser eilt, Ehen zerrüttet, der ungestraft schlimmste Schandtaten begeht und nichts Gutes bewirkt. |
| [5,2,1] Invitata Psyche talium locorum oblectatione propius accessit et paulo fidentior intra limen sese facit; mox prolectante studio pulcherrimae visionis rimatur singula et altrinsecus aedium horrea sublimi fabrica perfecta magnisque congesta gazis conspicit. nec est quicquam quod ibi non est. (Apul.met.5,2,1) Apul.met.5,2,1 | [5,2,1] Vom Reiz solcher Räumlichkeiten angetan tritt Psyche näher und überschreitet etwas mutiger die Schwelle. Ihr Verlangen, sich am schönen Anblick zu efreuen, lässt sie alle Einzelheiten durchforschen und auch auf der anderen Seite des Hauses die kunstvoll gefertigten und mit großen Schätzen angefüllten Lagerräume besichtigen. Nichts gibt es, was es dort nicht gab. |
| [Cic.off.1,12,1] Eademque natura vi rationis hominem conciliat homini et ad orationis et ad vitae societatem ingeneratque inprimis praecipuum quendam amorem in eos, qui procreati sunt impellitque, ut hominum coetus et celebrationes et esse et a se obiri velit ob easque causas studeat parare ea, quae suppeditent ad cultum et ad victum, nec sibi soli, sed coniugi, liberis, ceterisque, quos caros habeat tuerique debeat, quae cura exsuscitat etiam animos et maiores ad rem gerendam facit. Cic.off.1,12,1 | Dieselbe vernünftige Natur ist es, die die Menschen gegenseitig zusammenführt, um sich miteinander zu besprechen und in Gemeinschaft zu leben, die ihnen eine überwiegende Zärtlichkeit gegen die erzeugten Kinder eingepflanzt, sie zu dem Wunsch treibt, dass gemeinschaftliches Zusammenleben und Geselligkeit unter den Menschen stattfinden und sie selbst Anteil daran haben; sie aus diesen Ursachen zu dem Streben veranlasst, die Vorräte herbeizuschaffen,, die zum bequemen und sorgenfreien Leben erforderlich sind – und dies nicht nur für sich allein, sondern auch für ihre Gattinnen, für ihre Kinder, für diejenigen, die sie sonst noch lieben und zu schützen verpflichtet sind. Diese Sorge gibt zugleich dem menschlichen Geist einen höheren Schwung und erzeugt in ihm die zu Taten notwendige Seelengröße. |
| [Cic.off.1,23,4] Nam qui iniuste impetum in quempiam facit aut ira aut aliqua perturbatione incitatus, is quasi manus afferre videtur socio; Cic.off.1,23,4 | Denn wer einen zu Unrecht angreift, sei es im Zorn oder in der Hitze einer anderen Leidenschaft, bei dem ist’s, als ob er Hand an seinen Partner legte; |
| [Cic.off.1,67,2] In eo est enim illud, quod excellentes animos et humana contemnentes facit. Cic.off.1,67,2 | Denn darin liegt das, was die Seele auszeichnet und sie das bloß Menschliche geringachten lässt. |
| [Cic.Tusc.1,21] Dicaearchus autem in eo sermone, quem Corinthi habitum tribus libris exponit, doctorum hominum disputantium primo libro multos loquentes facit; duobus Pherecratem quendam Phthiotam senem, quem ait a Deucalione ortum, disserentem inducit nihil esse omnino animum, et hoc esse nomen totum inane, frustraque animalia et animantis appellari, neque in homine inesse animum vel animam nec in bestia, vimque omnem eam, qua vel agamus quid vel sentiamus, in omnibus corporibus vivis aequabiliter esse fusam nec separabilem a corpore esse, quippe quae nulla sit, nec sit quicquam nisi corpus unum et simplex, ita figuratum ut temperatione naturae vigeat et sentiat. Cic.Tusc.1,21 | Dikaiarchos führte in jenem Gespräch, das er, als zu Korinth zwischen einigen Gelehrten gehalten in drei Büchern darstellt, und in dessen erstem Buch er mehrere reden lässt, in den zwei folgenden einen gewissen Pherekrates, einen Alten aus Phtia der von Deukalion stammen sollte, redend ein: die Seele sei überhaupt nichts, und das sei ganz und gar nur ein eitler Name und umsonst spreche man von beseelten Wesen; weder im Menschen sei eine Seele, noch im Tier; und jene ganze Kraft der Tätigkeit und der Empfindung sei in allen lebendigen Körpern gleichmäßig verteilt und vom Körper unabtrennbar, eben deswegen, weil sie für sich nicht bestehe und nichts sei als der eine und einfache Körper, so gebildet, dass er durch die Organisation der Natur lebe und empfinde. |
| Ostendi autem, quod esset imperandi genus; atque haec cogitatio, quid patientia, quid fortitudine, quid magnitudine animi dignissimum sit, non solum animam comprimit, sed ipsum etiam dolorem nescio quo pacto mitiorem facit. Cic.Tusc.2,53,6 | Welches die Art dieser Herrschaft sei, habe ich gezeigt; die Überlegung nun, was der Beharrlichkeit, was der Tapferkeit, was der Seelengröße am würdigsten sei, hemmt nicht nur den Affekt, sondern lindert irgendwie auch den Schmerz. |
| Vetat igitur ratio intueri molestias, abstrahit ab acerbis cogitationibus, hebetem aciem ad miserias contemplandas facit; Cic.Tusc.3,33,3 | Die Vernunft verbietet also, die Beschwerden anzuschauen; sie zieht von bitteren Gedanken ab; sie macht die Sehkraft für das Betrachten des Elends stumpf; |
| Sed cum diligenter necopinatorum naturam consideres, nihil aliud reperias nisi omnia videri subita maiora, et quidem ob duas causas, primum quod, quanta sint, quae accidunt, considerando spatium non datur, deinde, cum videtur praecaveri potuisse, si provisum esset, quasi culpa contractum malum aegritudinem acriorem facit. Cic.Tusc.3,52,4 | Aber betrachtet man die Natur des Unerwarteten sorgfältig, wird man finden, dass alles Plötzliche nur größer erscheint, und zwar aus zwei Gründen: einmal, weil man keine Zeit hat, den Umfang des Ereignisses zu erwägen; und zweitens lässt ein gleichsam selbstverschuldetes Übel, wenn es scheint, man hätte es verhindern können, wenn man es vorhergesehen hätte, den Kummer schmerzlicher empfinden. |
| Sic perpessio ceterorum facit, ut ea, quae acciderint, multo minora, quam quanta sint existimata, videantur. Cic.Tusc.3,58,2 | So bewirkt das geduldige Erleiden anderer, dass die Vorfälle viel geringer, als gedacht, erscheinen. |
| Qui modum igitur vitio quaerit, similiter facit, ut si posse putet eum, qui se e Leucata praecipitaverit, sustinere se, cum velit. Cic.Tusc.4,41,1 | Wer also für den Fehler ein Maß sucht, handelt so, wie wenn er glaubte, der, der sich vom Leukasfelsen stürzt, könne anhalten, wann er wolle. |
| Itaque augurem Tiresiam, quem sapientem fingunt poetae, numquam inducunt deplorantem caecitatem suam; at vero Polyphemum Homerus cum inmanem ferumque finxisset, cum ariete etiam conloquentem facit eiusque laudare fortunas, quod, qua vellet, ingredi posset et, quae vellet, attingere. Cic.Tusc.5,115,2 | Und so lassen die Dichter den Seher Teiresias, den sie als einen Weisen darstellen, nie seine Blindheit bejammern. Dagegen lässt Homer den Polyphemus, nachdem er ihn unmenschlich und wild geschildert hat, mit seinem Widder reden, und dessen Glück loben, dass er hingehen könne, wohin er wolle und, was er wolle, berühren. |
| [Cic.Tusc.1,43] accedit ut eo facilius animus evadat ex hoc aere, quem saepe iam appello, eumque perrumpat, quod nihil est animo velocius, nulla est celeritas quae possit cum animi celeritate contendere. qui si permanet incorruptus suique similis, necesse est ita feratur, ut penetret et dividat omne caelum hoc, in quo nubes, imbres, ventique coguntur, quod et umidum et caliginosum est propter exhalationes terrae. Quam regionem cum superavit animus naturamque sui similem contigit et adgnovit, iunctis ex anima tenui et ex ardore solis temperato ignibus, insistit et finem altius se ecferendi facit. cum enim sui similem et levitatem et calorem adeptus (est), tamquam paribus examinatus ponderibus nullam in partem movetur, eaque ei demum naturalis est sedes, cum ad sui simile penetravit; in quo nulla re egens aletur et sustentabitur iisdem rebus, quibus astra sustentantur et aluntur. Cic.Tusc.1,43 |
| 10.06.2015 Ioannes Ellis (Jeb) Bush, qui se candidatum republicanum praesidentatum Foederatarum Civitatum anni MMXVI ambiturum annuntiavit, iter quinque dierum in Europam facit, ut, quod vulgo creditur, peritiae rerum externarum documentum det. Prima statio est Germania. Quae res autem ambigua excedat. Nam ex hac parte nomen Bush Germanis est magnae auctoritatis, quod pater Georgius H.W. Bush praeses Americanus suos nervos in Germania reconcilianda contenderat, illinc autem in Europa infamia aspersum est, quod eius frater Georgius W. Bush praeses bellum Iraquianum commoverat. Quam exspectationem hospes Americanus primo die Berolini ad consilium oeconomiae Democratarum Christianorum orationem habens non fallit, cum et patrem rei publicae gerendae scientissimum omnium adhuc viventium, quos umquam convenisset, praedicavit, neque fratris nomen commemoravit. Ceterum languere videbatur neque aliqua sententia animos Berolinensium inflammans velut ab Ioanne F. Kennedy (a. MCMLXIII) vel a Ronaldo Reagan (a. MCMLXXXVII) vel a Baraco Obama (a. MMVIII) ab eo audita est. lc201506 | Jeb Bush, der für die Republikaner seine Kandidatur zur Präsidentschaft 2016 angekündigt hat, unternimmt eine fünftägige Reise nach Europa, um, wie man allgemein glaubt, seine außenpolitische Kompetenz unter Beweis zu stellen. Seine erste Station ist Deutschland. Dieses Vorhaben dürfte aber problematisch verlaufen. Denn einerseits genießt der Name Bush hohes Ansehen, weil sich Vater George H.W. Bush als amerikanischer Präsident für die Wiedervereinigung Deutschlands eingesetzt hatte, andererseits ist er in Europa in Verruf, weil sein Bruder George W. Bush als Präsident den Irakkrieg begonnen hatte. Diese Erwartung bestätigte der amerikanische Gast am ersten Tag in einer Rede vor dem Wirtschaftsrat der Christdemokraten in Berlin, als er seinen Vater als den bedeutendsten noch lebenden Staatsmann bezeichnete, dem er je begegnet sei, und den Namen seines Bruders nicht einmal erwähnte. Ansonsten wirkte er blass. Von ihm war kein Satz zu hören, der die Berliner begeistert hätte, wie von John F. Kennedy (1963), von R. Reagan (1987) oder Barack Obama (2008). |
| 07.11.2015 Adhuc in Germania et suicidium ipsum et subsidium in suicidio perpetrando praebitum extra poenam versabantur. Heri foederalis conventus corpori legum poenalium caput inseruit, quod duo legati, quamquam non eiusdem factionis sunt, rogaverant: Christdemocrata Michael Brand et Sociodemocrata Kerstin Griese. Ea lex, quae a CCCLX (ex DCII) legatis comprobata est, ei, qui mortifera aegritudine pressus subsidium in vita ad exitum adduceda petit, negotialiter opem ferri vetat. Negotiale id subsidium aestimandum est, quod aut singulus quidam aut societas quaedam ordinata ea mente, ut lucrum faciat, plus quam semel offerat. Ei, qui contra facit, haec lex carcerem trium annorum minitatur. Medico, qui in singulari casu iustis de causis voluntati valetudinarii laborantis obsequitur, non timendum esse dicitur, ne in ius vocetur. Utinam ea lex satis clare medicos a mercennariis dignoscat, neve iudices aestu iudiciorum inundentur! lc201511 | Bisher waren in Deutschland sowohl Selbsttötung allein, als auch Beihilfe zur Selbsttötung straffrei. Gestern hat der Bundestag dem Strafgesetzbuch einen Paragraphen hinzugefügt, den zwei Abgeordnete, obwohl sie nicht derselben Partei angehören, beantragt hatten: der Christdemokrat Michael Brand und die Sozialdemokratin Kerstin Griese. Dieses Gesetz, das von 360 (von 602) Abgeordneten gebilligt wurde, verbietet, dass dem, der unter dem Druck einer tödlichen Krankheit Hilfe zum Sterben verlangt, geschäftsmäßig Hilfe geleistet wird. Als geschäftsmäßig ist eine Hilfe einzustufen, die ein einzelner oder ein organisierter Verein in der Absicht, Gewinn zu erzielen, wiederholt anbietet. Den, der dagegen verstößt, bedroht das Gesetz mit einer dreijährigen Gefähnisstrafe. Ein Arztr, der in einem Einzelfall dem Willen eines gequälten Patienten begründet nachgibt, hat angeblich nicht zu befürchten, dass er gerichtlich belangt wird. Hoffentlich unterscheidet dieses Gesetz hinreichend klar zwischen Ärzten und Geschäftemachern, und werden die Richter nicht von einer Prozessflut überschwemmt. |
| 21.VII.2016 Theresa May, nova prima administra Britanniarum, primam peregrinationem in Germaniam et Franciam facit. Iam in antecessum Britanniam et semestre Europaei Consilii praesidium anno insequente instans remissuram esse neque hoc anno consultationes de Brexitu inituram annuntiaverat. Die Mercurii cancellariam Merkel convenit. Duae moderatrices politicae concordanter collocutae esse videntur. May plurimum in quam artissimis oeconomicis relationibus posuit, Merkel in adstricta Brexitus peractione atque in condicionum claritate. Colloquia, quae hospita Britannica die Iovis cum Francisco Hollande, qui introrsum magis in angustias navigaverit, habebit, minus iucunde cesserint. lc201607 |
| [5] Consilium, quod in singulis patriis naufragium facit, etiam in Europa Unita ad scopulos impingetur. spr2018 | Eine Regelung, die in den einzelnen Ländern scheitert, wird auch auf europäischer Ebene scheitern. |
| [18] Qui idiotam in serium convertit, se ipse idiotam facit. spr2018 | Wer einen Idioten ernst nimmt, macht sich selbst zum Idioten. |
| [185] Colloquia inter Ucranos et Russos habita hodierno die Lunae (14.03.22), undevicesimo die invasionis, televisifice continuantur. Ab utraque parte aliquid spei portendidur: Mykhailo Podolyak, Ucranicus interpres, Russos nunc primum constructive dare operam dixit, et Russi, quorum interpretem Dmitri Peskow facit, non modo infausta omina dignoscunt. Optimismus autem in isto bello adhuc haud erat in suo pretio. spr.15.03.22 | Die Verhandlungen zwischen Ukrainern und Russen werden am heutigen Montag (14.03.22), dem neunzehnten Tag der Invasion, fortgesetzt. Beide Seiten zeigen etwas Hoffnung: der ukrainische Unterhändler Mykhailo Podolyak sagt, die Russen würden sich jetzt zum ersten Mal konstruktiv engagieren, und die Russen, als deren Unterhändler Dmitri Peskow auftritt, sehen nicht nur ungünstige Vorzeichen. Allerdings hat sich Optimismus in diesem Krieg bisher noch nicht gelohnt. (15.03.22) |