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Beleg gesucht für: eigene
Belege des Suchbegriffs aus ausgewählten Texten (vollständig: Caes.Gall., Cic.Arch., Cic.S.Rosc., Cic.Lael.)
Anzahl der Treffer: 71
magnum numerum equitatus suo sumptu semper alere et circum se habere; Caes.Gall.1,18,5er unterhalte auf eigene Kosten eine bedeutende Zahl Reiter und habe diese immer um sich.
ipsum ex Helvetiis uxorem habere, sororem ex matre et propinquas suas nuptum in alias civitates conlocasse. Caes.Gall.1,18,7seine eigene Gattin sei aus Helvetien, seine Halbschwester von mütterlicher Seite und seine übrigen weiblichen Verwandten habe er unter anderen Völkerschaften verehelicht.
his omnibus rebus unum repugnabat, quod Diviciaci fratris summum in populum Romanum studium, summam in se voluntatem, egregiam fidem, iustitiam, temperantiam cognoverat; nam ne eius supplicio Diviciaci animum offenderet, verebatur. Caes.Gall.1,19,2Allen diesen Dingen stand nur der eine Umstand entgegen, dass Cäsar des Diviciacus, des Bruders von Dumnorix, höchste Ergebenheit gegen das römische Volk, dessen vortreffliche Gesinnung gegen seine eigene Person, sowie seine ausgezeichnete Treue, Gerechtigkeit und Mäßigung aus Erfahrung kannte. Durch die Hinrichtung des Dumnorix fürchtete er aber bei Diviciacus Anstoß zu erregen.
haec cum pluribus verbis flens a Caesare peteret, Caesar eius dextram prendit; consolatus rogat, finem orandi faciat; tanti eius apud se gratiam esse ostendit, uti et rei publicae iniuriam et suum dolorem eius voluntati ac precibus condonet. Caes.Gall.1,20,5Als Diviciacus so unter Tränen und mit vielen Worten bat, nahm ihn Cäsar bei der Hand, beruhigte ihn und forderte ihn auf, nicht weiter zu flehen. Er gelte bei ihm so viel, dass auf seinen Wunsch und seine Fürbitte dem Dumnorix die Ungesetzlichkeiten gegen ihr Vaterland und die Beleidigung gegen seine eigene Person verziehen sein sollten.
Multa a Caesare in eam sententiam dicta sunt, quare negotio desistere non posset; neque suam neque populi Romani consuetudinem pati, uti optime meritos socios desereret, neque se iudicare Galliam potius esse Ariovisti quam populi Romani Caes.Gall.1,45,1Cäsar erklärte sich ausführlich darüber, warum er von seinem Vorhaben nicht ablassen könne, da ihm weder die eigene Gewohnheit noch die des römischen Volkes erlaube, so wohlverdiente Bundesgenossen preiszugeben; auch habe Ariovist nach seiner Überzeugung nicht mehr Recht auf Gallien als die Römer.
populi Romani iustissimum esse in Gallia imperium; si iudicium senatus observari oporteret, liberam debere esse Galliam, quam bello victam suis legibus uti voluisset. Caes.Gall.1,45,3Käme es also auf das möglichst hohe Alter an, so habe das römische Volk das größte Recht, über Gallien zu herrschen. Wolle man die Ansicht des Senats beachten, so müsse Gallien frei sein, weil er diesem Land, auch nachdem es im Krieg besiegt war, die eigene Verfassung habe lassen wollen.
itaque paulisper apud oppidum morati agrosque Remorum depopulati omnibus vicis aedificiisque, quo adire potuerant, incensis ad castra Caesaris omnibus copiis contenderunt et a milibus passuum minus duobus castra posuerunt; Caes.Gall.2,7,3Sie blieben also nur noch kurze Zeit von der Stadt, verwüsteten die Felder der Remer, verbrannten alle Ortschaften und Gebäude, die sie erreichen konnten, zogen mit ihrer gesamten Macht auf Cäsars Lager los und schlugen das eigene Lager nicht ganz zwei Meilen weit davon entfernt auf.
deinde equitatu suo pulso atque insequentibus nostris subito pedestres copias, quas in convalle in insidiis conlocaverant, ostenderunt. iis nostros disiectos adorti proelium renovarunt. Caes.Gall.3,20,4Als hierauf ihre eigene Reiterei zurückgeschlagen und von den Römern verfolgt wurde, ließen sie plötzlich ihr Fußvolk hervorbrechen, das sich in dem Hinterhalt eines Tales versteckt hatte. Dieses machte einen Angriff auf die getrennten Linien der Römer, und es begann ein neues Treffen.
Ubii, qui ante obsides dederant atque in deditionem venerant, sui purgandi causa ad eum legatos mittunt, qui doceant neque ex sua civitate auxilia in Treveros missa neque ab se fidem laesam; Caes.Gall.6,9,6Die Ubier, die ihm früher schon Geiseln geschickt und gehuldigt hatten, entschuldigten sich durch eine eigene Gesandtschaft, die versicherte, aus ihrer Mitte hätten die Treverer keine Hilfe erhalten, sie hätten überhaupt an keine Untreue gedacht.
eae res in Galliam Transalpinam celeriter perferuntur. addunt ipsi et adfingunt rumoribus Galli, quod res poscere videbatur: retineri urbano motu Caesarem neque in tantis dissensionibus ad exercitum venire posse. Caes.Gall.7,1,2Die Sache wurde aber bald in Gallien, wo man zu diesen Gerüchten, was die eigene Lage zu verlangen schien, fälschlich hinzufügte, eine Empörung in Rom halte Cäsar zurück, der bei so großem Zwiespalt nicht zum Heer nach Gallien kommen könne.
hos omnes cotidie ab equitibus deleri posse. praeterea salutis causa rei familiaris commoda neglegenda; vicos atque aedificia incendi oportere hoc spatio a Boia quoque versus, quo pabulandi causa adire posse videantur. Caes.Gall.7,14,5die gallische Reiterei werde sie dann täglich aufreiben können. Überdies müsse man der allgemeinen Wohlfahrt die eigene opfern und Ortschaften samt Gehöften, wohin die Römer des Futters wegen kommen könnten, in der ganzen Umgebung von Boia nach allen Richtungen hin anzünden.
quos cum sic animo paratos videat, ut nullum pro sua laude periculum recusent, summae se iniquitatis condemnari debere, nisi eorum vitam sua salute habeat cariorem. Caes.Gall.7,19,5Gerade weil er sie so mutig und entschlossen finde, für seinen Ruhm alles zu wagen, müsse er sich der schlimmsten Fehlentscheidung schuldig machen, wenn ihm nicht ihr Leben mehr als seine eigene Person am Herzen liege.
interim Teutomatus, Olloviconis filius, rex Nitiobrogum, cuius pater ab senatu nostro amicus erat appellatus, cum magno equitum suorum numero et quos ex Aquitania conduxerat ad eum pervenit. Caes.Gall.7,31,5Inzwischen stieß noch Teutomatus zu ihm, der König der Nitobrigen, der Sohn des Ollovico, der vom römischen Senat den Ehrentitel eines Freundes erhalten hatte; er brachte ihm zahlreiche eigene Reiterei mit und Soldaten, die er in Aquitanien ausgehoben hatte.
Caesar nuntiis ad civitatem Haeduorum missis, qui suo beneficio conservatos docerent, quos iure belli interficere potuisset, tribusque horis noctis exercitui ad quietem datis castra ad Gergoviam movit. Caes.Gall.7,41,1Cäsar erklärte nun dem Stamm der Häduer durch eine eigene Botschaft, dass er ihre Truppen, die er nach dem Kriegsrecht hätte niederhauen lassen können, begnadige. Nach drei Stunden Nachruhe, die er seinem Heer gönnte, brach er sodann gegen Gergovia auf.
Helvii sua sponte cum finitimis proelio congressi pelluntur et C. Valerio Domnotauro, Caburi filio, principe civitatis, compluribusque aliis interfectis intra oppida murosque compelluntur. Caes.Gall.7,65,2Die Helvier griffen auf eigene Faust hin ihre Nachbarn an, wurden aber geschlagen und in ihre Festungen und Ummauerungen getrieben, nachdem sie ihren Häuptling Gaius Valerius Domnotaurus, den Sohn des Caburus, zusammen mit mehreren anderen verloren hatten.
praesidio legionum addito nostris animus augetur; hostes in fugam coniecti se ipsi multitudine impediunt atque angustioribus portis relictis coartantur. Caes.Gall.7,70,3Als die Reiterei Cäsars nun den Schutz des Fußvolkes hatte, wuchs ihr der Mut; die Feinde mussten fliehen und behinderten sich durch ihre eigene Menge und drängten sich bei den schmalen Toren ihrer Verschanzung, die ihnen allein übrig geblieben waren.
quos utinam qui legent scire possint, quam invitus susceperim scribendos, quo facilius caream stultitiae atque arrogantiae crimine, qui me mediis interposuerim Caesaris scriptis. Hirt. ad Balbum 3Möchten doch auch meine Leser eine Vorstellung davon haben, wie ungern ich an diese Arbeit ging; ich würde dann desto leichter gesichert sein gegen die Beschuldigung der Torheit und der Anmaßung, als ob ich mich mitten zwischen Cäsars eigene Schriften eingedrängt hätte.
Huius munitionis duplex erat consilium. namque et operum magnitudinem et timorem suum sperabat fiduciam barbaris adlaturum, et cum pabulatum frumentatumque longius esset proficiscendum, parvis copiis castra munitione ipsa videbat posse defendi. Caes.Gall.8,10,1Der Zweck dieser Befestigung war ein doppelter. Denn erstens hoffte Cäsar, dass die Größe der Werke und der Schein, als fürchteten sich die Römer, den Feind zuversichtlicher machen würden. Zweitens aber sollte sich das Lager auch bei weniger Mannschaft durch seine eigene Festigkeit verteidigen können, für den Fall, dass man, um Futter und Getreide zu holen, sich etwas weiter entfernen musste.
frustra: nam Caesar magnis itineribus omnibus locis occurrit nec dat ulli civitati spatium de aliena potius quam de domestica salute cogitandi. qua celeritate et fideles amicos retinebat et dubitantes terrore ad condiciones pacis adducebat. Caes.Gall.8,3,4Umsonst. Denn in Eilmärschen trat Cäsar überall in den Weg; keiner Völkerschaft ließ er Zeit mehr, an die Rettung anderer als an ihre eigene zu denken. Durch diese Schnelligkeit erhielt er sich seine alten Freunde und brachte die etwa wankenden durch den Schrecken in friedliche Stimmung.
Magnum hoc testimonium senatus erat universi conveniensque superiori facto. nam M. Marcellus proximo anno cum impugnaret Caesaris dignitatem, contra legem Pompei et Crassi rettulerat ante tempus ad senatum de Caesaris provinciis, sententiisque dictis discessionem faciente Marcello qui sibi omnem dignitatem ex Caesaris invidia quaerebat, senatus frequens in alia omnia transiit. Caes.Gall.8,53,1Dies war ein großes Zeugnis des gesamten Senats und seinem früheren Benehmen angemessen. Marcellus hatte nämlich im letzten Jahr, um Cäsars Geltung zu befeinden, gegen ein Gesetz des Pompeius und Crassus vor der gehörigen Zeit über die Bestimmung der Provinzen Cäsars im Senat vorgetragen. Nachdem die einzelnen Mitglieder gesprochen hatten, ließ er, der durch Cäsars Verkleinerung seine eigene Bedeutung zu geben suchte, abstimmen; der Senat dagegen verwarf seinen Antrag mit großer Stimmenmehrheit.
duabus his artibus, audacia in bello, ubi pax evenerat, aequitate, seque remque publicam curabant. Sall.Cat.9,3Durch diese beiden Vorzüge, Kampfbereitschaft im Krieg und Gerechtigkeit, wenn der Frieden eingetreten war, förderten sie das eigene Wohl und das Wohl des Staates.
etenim quis mortalium, quoi virile ingenium est, tolerare potest illis divitias superare, quas profundant in extruendo mari et montibus coaequandis, nobis rem familiarem etiam ad necessaria deesse? illos binas aut amplius domos continuare, nobis larem familiarem nusquam ullum esse? Sall.Cat.20,11Kann denn ein Sterblicher, in dem ein Mannesherz schlägt, ruhig mit ansehen, wie jene Reichtum in solchem Überfluss besitzen, dass sie ihn mit der Aufschüttung von Meeren und der Einebnung von Bergen verschwenden, uns aber selbst zur Deckung der Notdurft das eigene Vermögen fehlt? wie jene zwei und noch mehr Häuser in einer Reihe haben, wir aber nirgends einen eigenen Herd?
saepe ipsa plebs, aut dominandi studio permota aut superbia magistratuum, armata a patribus secessit. Sall.Cat.33,3Oft bewaffnete und erhob sich das Volk auf eigene Faust entweder aus Lust, den Herrn zu spielen oder durch die Anmaßung der Obrigkeit gereizt.
contra eos summa ope nitebatur pleraque nobilitas senatus specie pro sua magnitudine. Sall.Cat.38,2Gegen sie kämpfte der größte Teil des Adels dem Schein nach im Interesse des Senats für die eigene Größe.
fuere tamen extra coniurationem complures, qui ad Catilinam initio profecti sunt. in iis erat Fulvius, senatoris filius, quem retractum ex itinere parens necari iussit. Sall.Cat.39,5Dennoch gab es außerhalb der Verschwörer etliche, die am Anfang in Catilinas Heerlager gingen. Unter ihnen war Aulus Fulvius, der Sohn eines Senators, den der eigene Vater hinrichten ließ, als er unterwegs aufgegriffen wurde.
ita cuncti suae hostiumque vitae iuxta pepercerant. Sall.Cat.61,6So wenig hatten sie das eigene Leben und das der Feinde geschont.
si quid est in me ingeni, iudices, quod sentio, quam sit exiguum, aut si qua exercitatio dicendi, in qua me non infitior mediocriter esse versatum, aut si huiusce rei ratio aliqua ab optimarum artium studiis ac disciplina profecta, a qua ego nullum confiteor aetatis meae tempus abhorruisse, earum rerum omnium vel in primis hic A. Licinius fructum a me repetere prope suo iure debet. Cic.Arch.1.aWofern ich, ihr Richter, einiges Talent besitze, dessen Geringfügigkeit ich fühle, oder einige Fertigkeit im Reden, worin ich, wie ich nicht in Abrede stelle, mich einigermaßen geübt habe, oder auch in derartigen Geschäften einige Einsicht, die ich durch eigene Studien und Unterricht in den freien Künsten erworben habe, einen Unterricht, dem ich, wie ich erkläre, zu keinem Zeitpunkt meines Lebens fremd geblieben bin, so darf dieser Aulus Licinius wohl vorzugsweise mit vollem Recht von mir beinahe fordern, die Frucht von all dem zu genießen.
Quam spem cogitationum et consiliorum meorum cum graves communium temporum tum varii nostri casus fefellerunt; nam qui locus quietis et tranquillitatis plenissimus fore videbatur, in eo maximae moles molestiarum et turbulentissimae tempestates exstiterunt; neque vero nobis cupientibus atque exoptantibus fructus oti datus est ad eas artis, quibus a pueris dediti fuimus, celebrandas inter nosque recolendas. Cic.de_orat.1,2.Doch diese Hoffnung meiner Gedanken und Pläne wurde teils durch die unglücklichen Zeitverhältnisse des Staates, teils durch mannigfache eigene Unfälle vereitelt. Denn in der Zeit, welche mir die vollste Ruhe und Zufriedenheit zu versprechen schien, türmte sich eine gewaltige Wucht von Widerwärtigkeiten auf, und die wildesten Stürme erhoben sich, und nicht wurde mir der so sehr gewünschte und erstrebte Genuss der Muße zuteil, um die Wissenschaften, denen wir von Kindheit an ergeben waren, zu betreiben und unter uns zu pflegen.
Ac ne plura, quae sunt paene innumerabilia, consecter, comprehendam brevi: sic enim statuo, perfecti oratoris moderatione et sapientia non solum ipsius dignitatem, sed et privatorum plurimorum et universae rei publicae salutem maxime contineri. Quam ob rem pergite, ut facitis, adulescentes, atque in id studium, in quo estis, incumbite, ut et vobis honori et amicis utilitati et rei publicae emolumento esse possitis.' Cic.de_orat.1,34.Und um nicht noch mehr Vorteile, deren es fast unzählige gibt, aufzusuchen, will ich es kurz zusammenfassen. Ich urteile nämlich so: Auf der weisen Mäßigung des vollkommenen Redners beruht vorzüglich nicht allein seine eigene Würde, sondern auch die Wohlfahrt der meisten einzelnen und des ganzen Staates. Darum, junge Freunde, fahrt so fort, wie ihr tut, und legt euch mit allem Eifer auf die Wissenschaft, der ihr euch widmet, damit ihr euch Ruhm, den Freunden Nutzen und dem Staat Vorteil gewähren könnt."
Missos facio mathematicos, grammaticos, musicos, quorum artibus vestra ista dicendi vis ne minima quidem societate coniungitur. Quam ob rem ista tanta tamque multa profitenda, Crasse, non censeo; satis id est magnum, quod potes praestare, ut in iudiciis ea causa, quamcumque tu dicis, melior et probabilior esse videatur, ut in contionibus et in sententiis dicendis ad persuadendum tua plurimum valeat oratio, denique ut prudentibus diserte, stultis etiam vere videare dicere. Hoc amplius si quid poteris, non id mihi videbitur orator, sed Crassus sua quadam propria, non communi oratorum facultate posse.' Cic.de_orat.1,44.Ich übergehe die Mathematiker, Grammatiker und Musiker, mit deren Wissenschaften diese eure Redekunst auch nicht in der geringsten Gemeinschaft und Berührung steht. Deshalb, meine ich, Crassus, darf man nicht so Großes und so vieles verheißen. Groß genug ist das, was du leisten kannst, dass vor Gericht jedes Mal die Sache, die du verteidigst, besser und beifallswerter zu sein scheint, dass in den Volksversammlungen und bei den Abstimmungen dein Vortrag auf die Überzeugung der Menschen den größten Einfluss hat, endlich dass du den Einsichtsvollen beredt, den Unverständigen auch wahr zu reden scheinst. Leistest du noch mehr, so leistet dieses, wie ich glaube, nicht der Redner, sondern Crassus durch seine eigene und nicht durch die den Rednern gemeinsame Geschicklichkeit."
Charmadas vero multo uberius eisdem de rebus loquebatur, non quo aperiret sententiam suam; hic enim mos erat patrius Academiae adversari semper omnibus in disputando; sed cum maxime tamen hoc significabat, eos, qui rhetores nominarentur et qui dicendi praecepta traderent, nihil plane tenere neque posse quemquam facultatem adsequi dicendi, nisi qui philosophorum inventa didicisset. Cic.de_orat.1,84.Charmadas aber sprach weit reichhaltiger über dieselben Gegenstände, jedoch nicht, um seine eigene Ansicht auszusprechen; das ist ja die hergebrachte Weise der Akademie, in ihren Untersuchungen allen nur immer das Widerspiel zu halten; aber doch deutete er ganz deutlich an, diejenigen, die man Redekünstler nenne und die die Regeln der Beredsamkeit lehrten, wüssten gar nichts, und niemand könne sich Geschicklichkeit im Reden aneignen, wenn er nicht die Erfindungen der Philosophen gelernt habe.
verum hoc ingrediar ad ea, quae vultis, audacius, quod idem mihi spero usu esse venturum in hac disputatione, quod in dicendo solet, ut nulla exspectetur ornata oratio: neque enim sum de arte dicturus, quam numquam didici, sed de mea consuetudine; ipsaque illa, quae in commentarium meum rettuli, sunt eius modi, non aliqua mihi doctrina tradita, sed in rerum usu causisque tractata; quae si vobis, hominibus eruditissimis, non probabuntur, vestram iniquitatem accusatote, qui ex me ea quaesieritis, quae ego nescirem; meam facilitatem laudatote, cum vobis non meo iudicio, sed vestro studio inductus non gravate respondero.' Cic.de_orat.1,208.Doch ich will um so dreister auf euer Verlangen eingehen, weil es, wie ich hoffe, bei der gegenwärtigen Unterredung ebenso der Fall sein wird, wie es bei meiner öffentlichen Rede zu sein pflegt, dass man keinen geschmückten Vortrag von mir erwartet. Ich gedenke ja nicht von der Kunst zu reden, die ich nie erlernt habe, sondern von meiner Gewohnheit, wie denn auch das, was ich in meinen Leitfaden aufgenommen habe, von derselben Art ist, nicht durch gelehrten Unterricht mir mitgeteilt, sondern auf Erfahrung und wirklichen Rechtsverhandlungen beruhend. Findet dieses nun bei euch so gelehrten Männern keine Billigung, so müsst ihr eure eigene Unbilligkeit anschuldigen, da ihr mich um Dinge befragt, die ich nicht weiß, und meine Nachgiebigkeit loben, wenn ich euch nicht aus eigenem Entschluss, sondern auf euer Verlangen ohne viele Umstände Rede stehe."
[1] Si vales, bene est. Existimaram pro mutuo inter nos animo et pro reconciliata gratia nec absentem me a te ludibrio laesum iri nec Metellum fratrem ob dictum capite ac fortunis per te oppugnatum iri; quem si parum pudor ipsius defendebat, debebat vel familiae nostrae dignitas vel meum studium erga vos remque publicam satis sublevare: nunc video illum circumventum, me desertum, a quibus minime conveniebat. Cic.ad fam.5,1,1.Hoffentlich geht es Dir gut. Ich hätte geglaubt, dass Du mich in Anbetracht unserer gegenseitigen Hochachtung und wiedergewonnenen Sympathie nicht in meiner Abwesenheit dem kränkenden Spott preisgeben und wegen eines Wortes Leben und Vermögen meines Bruders Metellus angreifen würdest. Wenn ihn schon seine eigene von Scheu geprägte Zurückhaltung nicht schützte, so hätte ihm doch wenigstens das Ansehen unserer Familie und mein Engagement für Euch und die Republik hinreichend Erleichterung verschaffen müssen. Nun muss ich erleben, dass er von denen eingekreist und ich von denen im Stich gelassen bin, von denen es am wenigsten hätte geschehen dürfen.
Scaevola: Quaerunt quidem, C. Laeli, multi, ut est a Fannio dictum, sed ego id respondeo, quod animum adverti, te dolorem, quem acceperis, cum summi viri tum amicissimi morte, ferre moderate nec potuisse non commoveri nec fuisse id humanitatis tuae; Cic.Lael.8.aScaevola: Freilich viele, mein Gaius Laelius, stellen diese Frage, wie von Fannius bemerkt wurde; aber ich gebe Ihnen zur Antwort, was mir meine eigene Beobachtung darbietet: den Schmerz, den du durch den Tod des großen Mannes und eines vielgeliebten Freundes erlitten hast, ertragest du mit gemäßigter Geistesruhe, wiewohl du durchaus nicht hättest ungerührt bleiben können, ohne dein menschliches Gefühl zu verleugnen.
At vero Ti. Gracchum sequebantur C. Carbo, C. Cato, et minime tum quidem C. frater, nunc idem acerrimus. Cic.Lael.39.eUnd doch hielt es mit Tiberius Gracchus ein Gaius Carbo und Gaius Cato, sowie der eigene Bruder Gaius; dieser, damals sein unbedeutendster Anhänger, jetzt der hitzigste.
Sua quemque fraus et suus terror maxime vexat, suum quemque scelus agitat amentiaque adficit, suae malae cogitationes conscientiaeque animi terrent; Cic.S.Rosc.67.bDie eigene Schuld, die innewohnende Angst, das eigene Verbrechen ist es eigentlich, was jeden quält, beunruhigt und zum Wahnsinn treibt; des eigenen Herzens schlimme Gedanken und das böse Gewissen ist es, was ihn erschreckt.
Africanus, qui suo cognomine declarat tertiam partem orbis terrarum se subegisse, tamen, si sua res ageretur, testimonium non diceret; nam illud in talem virum non audeo dicere: si diceret, non crederetur. Cic.S.Rosc.103.aEin Africanus, dessen Beiname anzeigt, dass er ein Drittel des Erdkreises bezwungen hat, würde doch, wenn seine eigene Sache verhandelt würde, kein Zeugnis ablegen. Ich möchte nicht einmal wagen, von einem solchen Mann so etwas auszusprechen; und wenn er es auch ablegte, so würde man ihm nicht glauben.
in quem hoc dicam, quaeris, Eruci? non in eum, quem vis et putas; nam Sullam et oratio mea ab initio et ipsius eximia virtus omni tempore purgavit. Cic.S.Rosc.127.aDu fragst, Erucius, gegen wen ich dies sage. Nicht gegen den, den du willst oder meinst. Denn den Sulla hat sowohl meine Rede von vornherein als auch seine eigene ausgezeichnete Vortrefflichkeit für immer über jeden Vorwurf erhaben erklärt.
[Cic.Tusc.5,11,1] Cuius multiplex ratio disputandi rerumque varietas et ingenii magnitudo Platonis memoria et litteris consecrata plura genera effecit dissentientium philosophorum, e quibus nos id potissimum consecuti sumus, quo Socratem usum arbitrabamur, ut nostram ipsi sententiam tegeremus, errore alios levaremus et in omni disputatione, quid esset simillimum veri, quaereremus. Cic.Tusc.5,11,1Seine vielfach gewandte Art des Unterrichts und die Mannigfaltigkeit der Gegenstände und die Größe seines Geistes, durch Platon zum ewigen Gedächtnis in Schriften niedergelegt, veranlasste mehrere Schulen abweichender Philosophen. Unter ihnen folgten wir vorzüglich dem, was wir für des Sokrates eigene Weise hielten, dass wir unsere Ansicht selbst verborgen hielten, andere vom Irrtum befreiten und in jeder Untersuchung auf das Wahrscheinlichste ausgingen.
[Cic.fin.1,6,1] Quid? si nos non interpretum fungimur munere, sed tuemur ea, quae dicta sunt ab iis, quos probamus, eisque nostrum iudicium et nostrum scribendi ordinem adiungimus, quid habent, cur Graeca anteponant iis, quae et splendide dicta sint neque sint conversa de Graecis? Cic.Fin.1,6,1Wenn wir nun nicht bloß übersetzen, sondern Aussagen von Schriftstellern, die wir schätzen, verteidigen und sie durch unser eigenes Urteil und unsere eigene Darstellungsweise anreichern, warum sollte man dann griechische Schriften denen vorziehen, die einerseits deutlich dargestellt, andererseits keine Übersetzung aus dem Griechischen sind?
[Cic.fin.1,10,4] Ego vero, quoniam forensibus operis, laboribus, periculis non deseruisse mihi videor praesidium, in quo a populo Romano locatus sum, debeo profecto, quantumcumque possum, in eo quoque elaborare, ut sint opera, studio, labore meo doctiores cives mei, nec cum istis tantopere pugnare, qui Graeca legere malint, modo legant illa ipsa, ne simulent, et iis servire, qui vel utrisque litteris uti velint vel, si suas habent, illas non magnopere desiderent. Cic.Fin.1,10,4Ich meinerseits nun halte es, weil ich wegen meiner gerichtlichen Tätigkeit, Arbeit und Gefahr den mir vom Staat anvertrauten Posten nicht verlassen zu haben glaube, in der Tat für meine Pflicht, soviel in meinen Kräften steht, auch dahin zu arbeiten, dass durch meine Mühe, meinen Fleiß und meine Arbeit meine Mitbürger an wissenschaftlicher Bildung gewinnen, und, ohne mit denen zu rechnen, die griechische Schriften lieber lesen – nur mögen sie sie auch wirklich lesen und sich nicht bloß das Ansehen davon geben –, denen einen Dienst zu erweisen, die entweder beide Literaturen benutzen wollen oder, wenn sie ihre eigene haben, die fremde nicht eben sehr vermissen.
ut enim sapientiam, temperantiam, fortitudinem copulatas esse docui cum voluptate, ut ab ea nullo modo nec divelli nec distrahi possint, sic de iustitia iudicandum est, quae non modo numquam nocet cuiquam, sed contra semper afficit cum vi sua atque natura, quod tranquillat animos, tum spe nihil earum rerum defuturum, quas natura non depravata desiderat. Cic.fin.1,50,2Denn wie ich zeigte, dass Weisheit, Mäßigkeit und Tapferkeit mit der Lust verknüpft sind, so dass sie sich von ihr auf keine Weise losreißen und trennen lassen, so muss man auch über die Gerechtigkeit urteilen, die nie einem schadet, sondern im Gegenteil immer dem Gemüt Beruhigung gewährt, sowohl durch ihre eigene Kraft und Natur, als auch durch die Hoffnung, es werde an nichts von dem fehlen, was die unverdorbene Natur verlangt.
In omni domo nudi ac sordidi in hos artus, in haec corpora, quae miramur, excrescunt. sua quemque mater uberibus alit, nec ancillis ac nutricibus delegantur. Tac.Germ.20,1In jedem Haus wachsen sie nackt und schmutzig zu diesen Gliedmaßen, diesem Leib heran, den wir bewundern. Jeden nährt die eigene Mutter an der Brust, und sie werden keinen Mägden und Ammen überantwortet.
unde annum quoque ipsum non in totidem digerunt species: hiems et ver et aestas intellectum ac vocabula habent, autumni perinde nomen ac bona ignorantur. Tac.Germ.26,3Daher teilen sie das Jahr selbst auch nicht in gleich viele Abschnitte wie wir: Winter, Frühling und Sommer haben bei ihnen einen Sinn und eine eigene Bezeichnung; vom Herbst sind Name und Gaben gleich unbekannt.
est et alia luco reverentia: nemo nisi vinculo ligatus ingreditur, ut minor et potestatem numinis prae se ferens. si forte prolapsus est, attolli et insurgere haud licitum: per humum evolvuntur. Tac.Germ.39,3Noch eine andere Ehrfurcht erweist man dem Hain: Niemand tritt ein, ohne mit einer Fessel gebunden zu sein, um die eigene Abhängigkeit und die Macht des göttlichen Wesens zu bekunden. Fällt einer zufällig zu Boden, darf er sich weder aufrichten lassen noch aufstehen; auf dem Boden wälzt er sich hinaus.
Consilium proprium; neque enim, cum lectulus aut me Hor.sat.1,4,133.Oder die eigene Vernunft; denn mag mich nun fesseln das Ruhbett,
Non ego me claro natum patre, non ego circum Hor.sat.1,6,58.Nicht, dass edelen Vaters ich sei, dass ich eigene Fluren
Interdum urbani, parcentis viribus atque Hor.sat.1,10,13.Ob auch des städtischen Manns, der mäßigen eigene Kraft und
2014.07.17 Unitae Civitates Americae et Unio Europaea sanctiones Russiae ob Ucrainam impositas aggravaverunt. Russicus praeses Vladimirus Putin hoc tempore in Brasilia versans istis sanctionibus relationes Russiae cum Unitis Civitatibus restinctum iri dixit. Civitates, quae sanctiones imponerent, sibi magnam suorum viscerum partem abrupturas esse. 2014.07.17Die USA und die EU haben die wegen der Ukraine gegen Russland verhängten Sanktionen verstärkt. Der russische Präsident Vladimir Putin, der sich zur Zeit in Brasilien aufhält, sage, die Beziehungen Russlands zu Amerika würden durch diese Sanktionen auf den Nullpunkt sinken. Die Staaten, die Sanktionen verhängten, würden sich ins eigene Fleisch schneiden.
2014.09.17 Duas leges parlamentum Ucrainae (Rada) heri iussit: primam, qua associatio cum Unione Europaea constituatur, alteram, qua regionibus Donetsk et Luhansk larga libertas concedatur. Reprehensores his ambabus legibus parlamentarios Vladimiro Putin morem gessisse seque ei dedidisse dicunt. Ea pars associationis, quae ad liberum commercium attinet, Russis urgentibus interim praetermissa est. Lege de autonomia data ius Russica lingua utendi, ius propriorum suffragiorum habendorum, ius propriae militiae conscribendae sanciuntur. 2014.09.17Zwei Gesetze hat das ukrainische Parlament (die Rada) gestern beschlossen: das eine, in dem die Assoziierung mit der Europäischen Union festgeschrieben wird, das andere, in dem den Gebieten Donetsk und Luhansk weitgehende Selbständigkeit zugestanden wird. Die Kritiker sagen, mit diesen beiden Gesetzen sei man Wladimir Putin zu Willen gewesen und habe vor ihm kapituliert. Der Teil des Assoziierungsabkommen, der den freien Handel betrifft, wurde auf Drängen Russlands vorläufig ausgespart. Das Autonomiegesetz verbrieft die Rechte, die russische Sprache zu verwenden, eigenen Wahlen abzuhalten und eine eigene Miliz aufzustellen.
2014.09.18 Huius diei quaestiunculae: Utrum Scoti sibi eligent, aut independentiam aut societatem cum Britannis? - Fierine potest, ut copiae pedestres Americanorum in Iraquia in acie navent operam? - Estne timendum, ne in Australia ab Islamisticis militantibus incolae temere et fortuito decollentur? - Recipietne Petro Poroshenko Vashingtoniam proficiscens id subsidium, quod ad Russicam aggressionem (quemadmodum dicit) repellendam flagitat? - Succedentne Americanorum consilia propriorum veciculorum spatialium intra hos tres annos construendorum? - Satin subsidii societas feret mundana, ut Ebola febris in civitatibus Africae Occidentalis reprimatur? Num prudenter agunt Americani, cum moderatos in Syria rebelles armis adversus IS-militantes subornent? 2014.09.18Kurze Fragen zum heutigen Tag: Was werden die Schotten wählen, Unabhängigkeit oder Gemeinschaft mit den Briten? - Ist es möglich, dass amerikanische Bodentruppen im Irak mitkämpfen? - Wird Petro Poroschenko mit seiner Reise nach Washington die Unterstützung erhalten, die er zur Abwehr der russischen Aggression (wie er sagt) dringend wünscht? - Werden die Pläne der Amerikaner innerhalb der nächsten drei Jahre eigene Raumschiffe zu bauen, von Erfolg gekrönt sein? - Wird die Weltgemeinschaft genug Hilfe leisten, um die Ebola in den westafrikanischen Staaten einzudämmen? - Handeln die Amerikaner klug, wenn sie die gemäßigten Rebellen in Syrien gegen die IS-Kämpfer bewaffnen?
2014.11.10 Lu.d. Cum Franciscus Gualterius Steinmeier hodie mane ad Ucrainam attinens nunc cavendum esse diceret, ne in statum recideremus, quem iam superatum duxissemus, clipeum post vulnera sumere videbatur. Nam circa Donetsk accerrimae post indutias Minscii factas pugnae movebantur. Armamenturis repletis utraque pars post electiones nuperrime in Orienti Ucraina habitas ad arma capienda erat parata. Iam antea nuntiatum erat ordinem quadraginta autocarrorum gravi armatura onustorum signaculis carentium in itinere per regiones orientales esse. Armaturas a Russis suppleri potestates occidentales suspicabantur, Russi ipsi negabant. Rebellium imperator vicarius proprios et recentes milites propius ad fines collocari dixit. 2014.11.10Als Franz-Walter Steinmeier heute früh mit Bezug auf die Ukraine sagte, jetzt müsse man achtgeben, dass man nicht in einen Zustand zurückfalle, den man schon überwunden zu haben glaubte, war das Kind offenbar schon in den Brunnen gefallen. Denn um Donezk waren die heftigsten Kämpfe seit dem kürzlichen Waffenstillstand von Minsk im Gange. Bei vollen Arsenalen waren beide Seiten nach dem Waffenstillstand von Minsk bereit, die Waffen zu ergreifen. Schon vorher war gemeldet worden, dass ein Konvoi von vierzig Lastwagen mit schweren Waffen ohne Kennzeichen auf dem Weg durch die östlichen Gebiete war. Die Westmächte vermuteten, dass von den Russen Waffen und Leute geliefert würden, die Russen selbst dementierten es, der Vizekommandeur der Rebellen behauptete, eigene frische Truppen würden näher zur Grenze hin verlegt.
[31,5] Mater autem tu et praeterea cordata mulier, filii tui lusus semper explorabis curiose, et in eo luxuriem culpabis et amores revinces, et tuas artes tuasque delicias in formonso filio reprehendes? (Apul.met.5,31,5) Apul.met.5,31,5[31,5] Du bist Mutter, bist eine kluge Frau und willst deines Sohnes kleinen Ausschweifungen immer so neugierig nachspähen, seine Galanterien tadeln, seine Liebeshändel stören? Kurz, was deine eigene Kunst, deine einzige Glückseligkeit ist, bei dem schönen Sohn ahnden?
[Cic.off.1,32,4] Nec promissa igitur servanda sunt ea, quae sint iis, quibus promiseris inutilia, nec si plus tibi ea noceant, quam illi prosint, cui promiseris, contra officium est, maius anteponi minori; Cic.off.1,32,4Ein Versprechen also, das dem, dem es gemacht wurde, Nachteile bringt, soll nicht gehalten werden, sowie auch das keine pflichtwidrige Handlung ist, wenn man im Fall, dass der eigene Schaden größer wäre als der Vorteil des Empfangenden, das Wichtigere dem weniger Wichtigen vorzieht.
inter quae tribuni plebei petivere ut proprio sumptu ederent ludos qui de nomine Augusti fastis additi Augustales vocarentur. Tac.ann.1,15,2.Um diese Zeit bemühten sich die Volkstribunen darum, auf eigene Kosten Spiele geben zu dürfen, die nach dem Namen des Augustus Augustalien heißen und in den Kalender aufgenommen werden sollten.
et cladis eius superstites, pugnam aut vincula elapsi, referebant hic cecidisse legatos, illic raptas aquilas; primum ubi vulnus Varo adactum, ubi infelici dextera et suo ictu mortem invenerit; quo tribunali contionatus Arminius, quot patibula captivis, quae scrobes, utque signis et aquilis per superbiam inluserit. Tac.ann.1,61,4.Hierzu berichteten solche, die dem Schwert und den Banden entgangen und von der Niederlage noch übrig waren, hier seien die Legaten gefallen, dort die Adler entrissen worden; zeigten, wo Varus die erste Wunde empfing, wo er von unseliger Hand durch das eigene Schwert den Tod fand, wo von der Bühne herab Arminius zur Versammlung redete, wie viele Galgen für die Gefangenen, wie die Gruben gewesen seien und wie er Feldzeichen und Adler übermütig verhöhnt habe.
Chariovalda diu sustentata hostium saevitia, hortatus suos, ut ingruentis catervas globo perfringerent, atque ipse densissimos inrumpens, congestis telis et suffosso equo labitur, ac multi nobilium circa: ceteros vis sua aut equites cum Stertinio Aemilioque subvenientes periculo exemere. Tac.ann.2,11,3.Chariovalda hielt den wütenden Andrang des Feindes lange aus; er ermahnte seine Leute, die andringenden Scharen in geschlossener Gruppe zu durchbrechen, wirft sich selbst in das dichteste Kampfgewühl und sinkt in einem Hagel von Geschossen vom durchbohrten Pferd, und viele Edlen um ihn. Die anderen rettete der eigene Arm aus der Gefahr oder die Reiterei, die unter Stertinius und Aemilius zu Hilfe eilte.
et Thraeciam Rhoemetalces ac liberi Cotyis, ripamque Danuvii legionum duae in Pannonia, duae in Moesia attinebant, totidem apud Delmatiam locatis, quae positu regionis a tergo illis, ac si repentinum auxilium Italia posceret, haud procul accirentur, quamquam insideret urbem proprius miles, tres urbanae, novem praetoriae cohortes, Etruria ferme Umbriaque delectae aut vetere Latio et coloniis antiquitus Romanis. Tac.ann.4,5,3.Thrakien hatten Rhoemetalces und die Söhne des Cotys inne, das Donauufer zwei Legionen in Pannonien, zwei in Moesien; ebenso viele ware in Dalmatien aufgestellt, damit sie infolge der Lage des Landes jenen andern den Rücken decken und zugleich, wenn Italien einr plötzlichen Hilfe bedürfe, auch dahin nahe hätten, obgleich die Hauptstadt ihre eigene Besatzung hatte, drei städtische und neun prätorische Kohorten, meist in Etrurien und Umbrien ausgehoben, oder aus dem alten Latium und den altrömischen Kolonien.
eas porticus Nero sua pecunia extructurum purgatasque areas dominis traditurum pollicitus est. addidit praemia pro cuiusque ordine et rei familiaris copiis finivitque tempus, intra quod effectis domibus aut insulis apiscerentur. Tac.ann.15,43,2.Diese Hallen versprach Nero auf eigene Kosten zu errichten und die Bauplätze vom Schutt gereinigt den Besitzern zu übergeben. Auch setzte er Preise aus nach dem Stand und den Vermögensverhältnissen eines jeden, und setzte eine Zeit fest, binnen der die Paläste und Mietshäuser fertig sein mussten, um jene zu erhalten.
Initium coniurationi non a cupidine ipsius fuit: nec tamen facile memoraverim, quis primus auctor, cuius instinctu concitum sit, quod tam multi sumpserunt. Tac.ann.15,49,1.Den ersten Anstoß zu der Verschwörung gab nicht seine eigene Leidenschaft; und doch vermag ich eigentlich nicht zu sagen, wer der erste Urheber gewesen ist, auf dessen Anstiften die Sache ins Werk gesetzt wurde, die so viele ergriffen haben.
igitur ubi coniuratis praefectum quoque praetorii in partis descendisse crebro ipsius sermone facta fides, promptius iam de tempore ac loco caedis agitabant. et cepisse impetum Subrius Flavus ferebatur in scaena canentem Neronem adgrediendi, aut cum ardente domo per noctem huc illuc cursaret incustoditus. hic occasio solitudinis, ibi ipsa frequentia tanti decoris testis pulcherrima animum exstimulaverant, nisi impunitatis cupido retinuisset, magnis semper conatibus adversa. Tac.ann.15,50,4.Als nun die Verschworenen auf die wiederholte eigene Äußerung des Präfekten der Prätorianer hin sicher glaubten, dass sogar er zu ihnen halte, dachten sie schon ernstlicher an Zeit und Ort des Mordanschlags. Man wollte wissen, Subrius Flavus habe den Gedanken gehabt, über den Nero, wenn er auf der Bühne sänge, herzufallen, oder wenn er in seinem in Brand gesteckten Palast in der Nacht unbewacht hin- und herrenne. In diesem Fall hatte ihn die Gelegenheit, ihn allein zu finden, in jenem gerade die große Menge von Zeugen seines Ruhmes zu der herrlichen Tat gereizt; allein der Wunsch, selbst ungestraft zu bleiben, der immer kühnen Unternehmungen im Wege steht, hielt ihn davon ab.
Proximam necem Plautii Laterani consulis designati Nero adiungit, adeo propere, ut non complecti liberos, non illud breve mortis arbitrium permitteret. raptus in locum servilibus poenis sepositum manu Statii tribuni trucidatur, plenus constantis silentii nec tribuno obiciens eandem conscientiam. Tac.ann.15,60,1.Die nächste Hinrichtung, die Nero anfügte, war die des designiert Konsuls Plautius Lateranus. Sie wurde so eilig vollzogen, dass man ihm nicht die Umarmungen seiner Kinder, nicht die wenigen Augenblicke, seinen Tod selbst zu wählen, gestattete. An den für die Hinrichtung von Sklaven abgesonderten Ort geschleppt, wurde er durch die Hand des Tribunen Statius niedergemacht. Er wahrte standhaftes Schweigen und warf dem Tribunen seine eigene Verwicklung in diese Sache nicht vor.
e tribunis Gavius Silvanus, quamvis absolutus, sua manu cecidit; Statius Proxumus veniam. quam ab imperatore acceperat, vanitate exitus corrupit. exuti dehinc tribunatu * * Pompeius, Cornelius Martialis, Flavius Nepos, Statius Domitius, quasi principem non quidem odissent, sed tamen existimarentur. Tac.ann.15,71,2.Von den Tribunen fiel Gavius Silvanus trotz seines Freispruchs durch eigene Hand; Statius Proximus machte die Begnadigung, die ihm der Kaiser hatte zuteil werden lassen, durch Selbstmord aus Eitelkeit zunichte. Weiterhin wurden die Tribunen * * Pompeius, Cornelius, Martialis, Flavius Nepos, Statius Domitius abgesetzt, angeblich, weil sie den Fürsten zwar nicht wirklich hassten, aber doch dafür angesehen werden.
at in senatu cunctis, ut cuique plurimum maeroris, in adulationem demissis, Iunium Gallionem, Senecae fratris morte pavidum et pro sua incolumitate supplicem, increpuit Salienus Clemens, hostem et parricidam vocans, donec consensu patrum deterritus est, ne publicis malis abuti ad occasionem privati odii videretur, neu composita aut oblitterata mansuetudine principis novam ad saevitiam retraheret. Tac.ann.15,73,3.Im Senat aber, wo sich alle, am meisten diejenigen, die in tiefster Trauer waren, kriechend erniedrigten, fuhr Salienus Clemens den Junius Gallio an, der über den Tod seines Bruders Seneca bestürzt war und um seine eigene Rettung flehte. Er nannte ihn einen Feind und Vaterlandsverräter, wurde aber durch den einstimmigen Ruf der Senatoren zurechtgewiesen: er möge nicht den Schein erregen, öffentliches Unglück zur Befriedigung persönlichen Hasses zu benutzen, und nicht, was durch des Fürsten Milde beigelegt oder zugedeckt sei, aufs neue zu strengem Einschreiten hervorzerren.
nam generari et nasci a principibus fortuitum, nec ultra aestimatur: adoptandi iudicium integrum et, si velis eligere, consensu monstratur. sit ante oculos Nero, quem longa Caesarum serie tumentem non Vindex cum inermi provincia aut ego cum una legione, sed sua immanitas, sua luxuria cervicibus publicis depulerunt; neque erat adhuc damnati principis exemplum. Tac.hist.1,16,2.Denn die Abstammung und Geburt von Fürsten ist Zufall, und darüber hinaus geht die Würdigung des Wertes nicht; die Adoption gestattet unbefangene Prüfung, und der Kandidat wird durch die Stimme der Allgemeinheit gezeigt. Immer schwebe dir Nero vor Augen. Ihn, der auf eine lange Reihe der Caesaren stolz war, hat nicht Vindex mit einer wehrlosen Provinz, noch ich mit einer Legion, sondern eigene Unmenschlichkeit, eigene Ausschweifung hat ihn vom Nacken des Volks heruntergeworfen; und doch war die Verurteilung eines Fürsten noch ohne Beispiel.
[Cic.Tusc.1,10] Dic quaeso: num te illa terrent, triceps apud inferos Cerberus, Cocyti fremitus, travectio Acherontis, 'mento summam aquam attingens enectus siti' Tantalus? tum illud, quod 'Sisyphus versat saxum sudans nitendo neque proficit hilum?' fortasse etiam inexorabiles iudices, Minos et Rhadamanthus? apud quos nec te L.Crassus defendet nec M.Antonius nec, quoniam apud Graecos iudices res agetur, poteris adhibere Demosthenen; tibi ipsi pro te erit maxima corona causa dicenda. haec fortasse metuis et idcirco mortem censes esse sempiternum malum. VI. Adeone me delirare censes, ut ista esse credam? An tu haec non credis? Minime vero. Male hercule narras. Cur? quaeso. Quia disertus esse possem, si contra ista dicerem. Cic.Tusc.1,10Sage mir doch, erschreckt dich etwa der dreiköpfige Cerberus in der Unterwelt, dass Brausen des Cocytus, die Überfahrt über den Acheron, oder “Der der Wogen Fläche mit dem Kinn berührt, Und von Durst gequält wird, Tantalus?” Vielleicht auch jenes, dass “Sisyphus sich anstemmt mit Kraft, doch vergebens den Stein wälzt?” Oder wohl auch die unerbittlichen Richter, Minos und Rhadarmantys? Bei denen dich weder ein Lucius Crassus verteidigen wird, noch ein Marcus Antonius noch auch, denn die Sache wird ja vor griechischen Richtern verhandelt, wirst du des Demosthenes dich bedienen können. Du selbst wirst vor großer Versammlung deine eigene Sache führen müssen. Das vielleicht fürchtest du, und darum hältst du den Tod für ein immer dauerndes Übel. Für so albern kannst du mich halten, dass ich an jenes glauben sollte? – Nicht doch! – Fürwahr, das ist mir nicht lieb. – Warum denn? – Ich könnte meine Beredsamkeit zeigen, wenn ich dagegen sprechen dürfte. -
[Cic.Tusc.1,30] Ut porro firmissimum hoc adferri videtur cur deos esse credamus, quod nulla gens tam fera, nemo omnium tam sit inmanis, cuius mentem non imbuerit deorum opinio (multi de diis prava sentiunt —id enim vitioso more effici solet — omnes tamen esse vim et naturam divinam arbitrantur, nec vero id conlocutio hominum aut consessus efficit, non institutis opinio est confirmata, non legibus; omni autem in re consensio omnium gentium lex naturae putanda est) —quis est igitur, qui suorum mortem primum non eo lugeat, quod eos orbatos vitae commodis arbitretur? tolle hanc opinionem, luctum sustuleris. nemo enim maeret suo incommodo: dolent fortasse et anguntur, sed illa lugubris lamentatio fletusque maerens ex eo est, quod eum, quem dileximus, vitae commodis privatum arbitramur idque sentire. atque haec ita sentimus, natura duce, nulla ratione nullaque doctrina. Cic.Tusc.1,30Für die Unsterblichkeit lässt sich ferner derselbe, wie es scheint, sehr starke Grund anzuführen, der für den Glauben an das Dasein der Götter geltend gemacht wird: dass es nämlich kein so rohes Volk, überhaupt keinen so wilden Menschen gibt, dessen Geist die Vorstellung von Göttern nicht erfüllte. Viele zwar haben einen unrichtigen Begriff von den Göttern, eine Folge ihrer Verkehrtheit, doch glauben sie alle an göttliche Kraft und göttliches Wesen. Und nimmer bewirkt dies Verabredung der Menschen oder Übereinkunft; nicht durch Einrichtungen ist die Ansicht, nicht durch Gesetze befestigt. Aber in allen Dingen ist die Übereinstimmung aller Völker für ein Naturgesetz zu halten. Nun denn, wer bejammert den Tod der Seinen vor allen Dingen nicht darum, weil er meint, sie seien der Annehmlichkeiten des Lebens beraubt? Nimm ihm diese Meinung, so hebst du den Jammer auf; denn gerührt ist man nicht über das eigene Unglück. Man fühlt vielleicht Schmerzen und Beängstigung; aber jenes jammervolle Wehklagen, jene Tränen der Rührung kommen daher, weil wir glauben, unsere Geliebten seien der Annehmlichkeiten des Lebens beraubt und sie fühlten dies. Und so denken wir, weil es uns so natürlich ist, ohne Schlüsse, ohne Unterricht.
Quin etiam mihi quidem laudabiliora videntur omnia, quae sine venditatione et sine populo teste fiunt, non quo fugiendus sit (omnia enim bene facta in luce se collocari volunt), sed tamen nullum theatrum virtuti conscientia maius est. Cic.Tusc.2,64,2Mir wenigstens erscheint alles lobenswerter, was ohne Großtun geschieht, und ohne das Zeugnis der Öffentlichkeit; nicht als ob das zu fliehen wäre – denn alle guten Taten wollen ins Licht gestellt sein – aber doch gibt es für die Tugend keinen größeren Schauplatz als das eigene Bewusstsein.
[Cic.Tusc.3,1,1] Quidnam esse, Brute, causae putem, cur, cum constemus ex animo et corpore, corporis curandi tuendique causa quaesita sit ars atque eius utilitas deorum inmortalium inventioni consecrata, animi autem medicina nec tam desiderata sit, ante quam inventa, nec tam culta, posteaquam cognita est, nec tam multis grata et probata, pluribus etiam suspecta et invisa? Cic.Tusc.3,1,1Um den Körper zu behandeln und zu schützen, hat man eine eigene Kunst erfunden und die Erfindung ihres Nutzens wegen den unsterblichen Göttern geweiht; was soll ich nun, mein Brutus, für den Grund halten, dass die Heilung der Seele, da wir doch aus Seele und Leib bestehen, nicht ebenso vermisst wurde, ehe sie erfunden war, und, nachdem sie bekannt war, nicht ebenso geübt wurde; dass sie bei so vielen nicht auf Gegenliebe und Anerkennung stieß, von mehreren sogar verdächtigt und abgelehnt wurde?
Quam huic erat miserum carere consuetudine amicorum, societate victus, sermone omnino familiari, homini praesertim docto a puero et artibus ingenuis erudito, musicorum vero perstudioso; poetam etiam tragicum—quam bonum, nihil ad rem; in hoc enim genere nescio quo pacto magis quam in aliis suum cuique pulchrum est; Cic.Tusc.5,63,2Wie elend war es für diesen Mann, den Umgang mit Freunden, die Gemeinschaft des Mahles, alle vertraute Unterredung zu entbehren, zumal da er von Jugend auf gebildet und in edlen Wissenschaften erzogen war. Er verstand sich auch sehr auf Musik, war sogar tragischer Dichter – ein wie guter, tut nichts zur Sache. Denn auf diesem Gebiet scheint jedem irgendwie mehr als sonstwo, die eigene Leistung schön.
C. Drusi domum compleri a consultoribus solitam accepimus; cum, quorum res esset, sua ipsi non videbant, caecum adhibebant ducem. Cic.Tusc.5,112,4Das Haus des Gaius Drusus war, wie wir hören, gewöhnlich voll von Fragestellern: wenn sie ihre eigene Angelegenheit nicht durchschauten, zogen sie einen blinden Führer hinzu!
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