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Beleg gesucht für: vis
Belege des Suchbegriffs aus ausgewählten Texten (vollständig: Caes.Gall., Cic.Arch., Cic.S.Rosc., Cic.Lael.)
quibus disclusis atque in contrariam partem revinctis tanta erat operis firmitudo atque ea rerum natura, ut, quo maior vis aquae se incitavisset, hoc artius inligata tenerentur. Caes.Gall.4,17,7Da diese Balken hierdurch auseinander- und im Gegenteil auch wieder zusammengehalten wurden, war die Festigkeit des Baus so groß und die natürliche Beschaffenheit des Ganzen von der Art, dass, mit je größere Gewalt das Wasser daherstürzte, alle Balken desto stärker ineinander befestigt blieben.
et aliae item supra pontem mediocri spatio, ut si arborum trunci sive naves deiciendi operis causa essent a barbaris missae, his defensoribus earum rerum vis minueretur neu ponti nocerent. Caes.Gall.4,17,10endlich wurden auch in einiger Entfernung oberhalb der Brücke solche Pfähle eingesetzt, damit, wenn die Feinde Bäume oder Schiffe den Fluss herabschwimmen ließen, um das Werk zu zerstören, durch den Schutz dieser Balken die Gewalt jener Massen gebrochen und der Brücke kein Schaden gebracht würde.
magna vis eorum est et magna velocitas; neque homini neque ferae, quam conspexerunt, parcunt. hos studiose foveis captos interficiunt. Caes.Gall.6,28,2Diese Tiere besitzen eine gewaltige Starke und Schnelligkeit; jeder Mensch und jedes Tier, das sie erblicken, ist verloren. Man gibt sich deshalb viel Mühe, sie in Gruben zu fangen und zu töten:
complures erant in castris ex legionibus aegri relicti; ex quibus, qui hoc spatio dierum convaluerant, circiter trecenti sub vexillo una mittuntur; magna praeterea multitudo calonum, magna vis iumentorum, quae in castris subsederat, facta potestate sequitur. Caes.Gall.6,36,3zugleich mit diesen Kohorten zogen etwa 300 jüngst wieder genesene Leute, die Cäsar aus den übrigen Legionen krank im Lager zurückgelassen hatte; dann mit besonderer Erlaubnis eine große Zahl Trossknechte samt ihren zahlreichen im Lager befindlichen Tieren.
sed nostra omnis vis in animo et corpore sita est: animi imperio, corporis servitio magis utimur; alterum nobis cum dis, alterum cum beluis commune est. Sall.Cat.1,2Unser Wesen aber besteht aus Geist und Leib. Richtiger ist in uns der Geist der Herr, der Leib der Knecht: jenen haben wir von den Göttern, diesen mit den Tieren gemeinsam.
namque duobus senati decretis ex tanta multitudine neque praemio inductus coniurationem patefecerat neque ex castris Catilinae quisquam omnium discesserat: tanta vis morbi atque uti tabes plerosque civium animos invaserat. Sall.Cat.36,5Denn trotz zweier Senatsbeschlüsse hatte aus der so zahlreichen Menge kein einziger sich von der Belohnung verführen lassen und die Verschwörung verraten noch sich aus Catilinas Lager entfernt. Wie eine Seuche hatte die so schreckliche Krankheit die meisten Bürger befallen.
sed ubi Tarquinius Crassum nominavit, hominem nobilem, maxumis divitiis, summa potentia, alii rem incredibilem rati, pars tametsi verum existumabant, tamen quia in tali tempore tanta vis hominis magis leniunda quam exagitanda videbatur, plerique Crasso ex negotiis privatis obnoxii, conclamant indicem falsum esse, deque ea re postulant, uti referatur. Sall.Cat.48,5Als aber Tarquinius den Namen des Crassus, eines adligen, sehr reichen und einflussreichen Mannes aussprach, da rief man laut, die Angaben seien erlogen, und forderte, die Sache zur Abstimmung zu bringen; die einen, weil sie die Sache für unglaubwürdig hielten, manche aber, weil sie, obwohl sie es für wahr erachteten, doch in einem so bedenklichen Moment für richtiger ansahen, den so mächtigen Mannes zu beschwichtigen als zu reizen, die meisten aber, weil sie Crassus wegen Geldgeschäften verpflichtet waren.
Sed confecto proelio, tum vero cerneres, quanta audacia quantaque animi vis fuisset in exercitu Catilinae. Sall.Cat.61,1Nach dem Ende der Schlacht aber - da erst konnte man sehen, wie großer Mut und wie große Energie im Heer des Catilina gelebt hatte.
Quam ob rem, ut saepe iam dixi, proficiscere ac, si mihi inimico, ut praedicas, tuo conflare vis invidiam, recta perge in exsilium; vix feram sermones hominum, si id feceris, vix molem istius invidiae, si in exsilium iussu consulis iveris, sustinebo. Cic.Catil.1,23Daher, wie ich dir schon oft gesagt habe, reise ab; und wenn du mir, der ich, wie du rühmst, dein Feind bin, Hass auf den Hals laden willst, so gehe geradezu in die Verbannung. Kaum werde ich das Gerede der Leute aushalten können, wenn du das tust, kaum werde ich die Bürde des üblen Leumunds tragen können, wenn du auf das Geheiß des Konsuls in die Verbannung gehst.
Vis enim, ut mihi saepe dixisti, quoniam, quae pueris aut adulescentulis nobis ex commentariolis nostris incohata ac rudia exciderunt, vix sunt hac aetate digna et hoc usu, quem ex causis, quas diximus, tot tantisque consecuti sumus, aliquid eisdem de rebus politius a nobis perfectiusque proferri; solesque non numquam hac de re a me in disputationibus nostris dissentire, quod ego eruditissimorum hominum artibus eloquentiam contineri statuam, tu autem illam ab elegantia doctrinae segregandam putes et in quodam ingeni atque exercitationis genere ponendam. Cic.de_orat.1,5.Du hast ja oft den Wunsch gegen mich ausgesprochen, weil die Schrift, die mir in meinem Knaben- oder Jünglingsalter aus meinen Heften unvollendet und nur in rohen Umrissen entschlüpfte, kaum meines jetzigen Alters und der Erfahrung, die ich aus der Führung so vieler und so wichtiger Verhandlungen gewonnen habe, würdig ist, ich möchte über dieselben Gegenstände etwas Gefeilteres und Vollendeteres veröffentlichen. Auch pflegst du zuweilen in unseren Unterhaltungen darin von mir abzuweichen, dass, während nach meinem Urteil die Beredsamkeit auf den wissenschaftlichen Kenntnissen der einsichtsvollsten Männer beruht, du hingegen der Ansicht bist, sie müsse von der gründlichen Gelehrsamkeit getrennt und als das Erzeugnis einer gewissen natürlichen Geistesanlage und Übung angesehen werden.
Ac ne illud quidem vere dici potest aut pluris ceteris inservire aut maiore delectatione aut spe uberiore aut praemiis ad perdiscendum amplioribus commoveri. Atque ut omittam Graeciam, quae semper eloquentiae princeps esse voluit, atque illas omnium doctrinarum inventrices Athenas, in quibus summa dicendi vis et inventa est et perfecta, in hac ipsa civitate profecto nulla umquam vehementius quam eloquentiae studia viguerunt. Cic.de_orat.1,13.Auch das lässt sich nicht mit Recht anführen, dass die Mehrzahl sich der anderen Wissenschaften befleißige oder durch größeres Vergnügen oder reichere Hoffnung oder glänzendere Belohnungen zur Erlernung derselben aufgemuntert werde. Und um Griechenland zu übergehen, das in der Beredsamkeit immer den Vorrang behaupten wollte, und jene Erfinderin aller Wissenschaften, die Stadt Athen, wo die höchste Redekunst erfunden und zur Vollkommenheit gebracht worden ist, in unserem Staat selbst wurde nie irgendeinem Gegenstand größerer Fleiß und Eifer zugewandt als der Beredsamkeit.
Est enim et scientia comprehendenda rerum plurimarum, sine qua verborum volubilitas inanis atque inridenda est, et ipsa oratio conformanda non solum electione, sed etiam constructione verborum, et omnes animorum motus, quos hominum generi rerum natura tribuit, penitus pernoscendi, quod omnis vis ratioque dicendi in eorum, qui audiunt, mentibus aut sedandis aut excitandis expromenda est; accedat eodem oportet lepos quidam facetiaeque et eruditio libero digna celeritasque et brevitas et respondendi et lacessendi subtili venustate atque urbanitate coniuncta; Cic.de_orat.1,17.Es ist nämlich nötig, dass man sich eine umfassende Sachkenntnis aneigne, ohne welche die Geläufigkeit der Worte nichtig und lächerlich ist, dass man den Vortrag selbst nicht allein durch die Wahl, sondern auch durch die Anordnung der Worte passend gestalte, dass man alle Gemütsbewegungen, welche die Natur dem Menschengeschlecht erteilt hat, gründlich erforsche, weil die ganze Kraft und Kunst der Rede sich in der Beruhigung oder Aufregung der Gemüter unserer Zuhörer zeigen muss. Hinzutreten muss gleichfalls eine Art des Witzes und der Laune, eine des freien Mannes würdige Gelehrsamkeit, Schlagfertigkeit und Kürze im Antworten und Herausfordern, verbunden mit feiner Anmut und feinem Geschmack.
tenenda praeterea est omnis antiquitas exemplorumque vis, neque legum ac iuris civilis scientia neglegenda est. Nam quid ego de actione ipsa plura dicam? quae motu corporis, quae gestu, quae vultu, quae vocis conformatione ac varietate moderanda est; quae sola per se ipsa quanta sit, histrionum levis ars et scaena declarat; in qua cum omnes in oris et vocis et motus moderatione laborent, quis ignorat quam pauci sint fuerintque, quos animo aequo spectare possimus? Quid dicam de thesauro rerum omnium, memoria? Quae nisi custos inventis cogitatisque rebus et verbis adhibeatur, intellegimus omnia, etiam si praeclarissima fuerint in oratore, peritura. Cic.de_orat.1,18.Außerdem muss man die ganze Geschichte kennen und mit einem Vorrat von Beispielen versehen sein; auch darf man nicht die Kenntnis der Gesetze und des bürgerlichen Rechtes vernachlässigen. Und was soll ich über den äußeren Vortrag selbst weitläufig reden, der nach der Bewegung des Körpers, nach den Gebärden, nach den Mienen, nach der Bildung und Abwechselung der Stimme abgemessen sein muss? Wie schwierig dieser für sich allein ist, zeigt die leichtfertige Kunst der Schauspieler und die Bühne. Denn so eifrig sich hier auch alle bemühen, der Gestaltung des Mundes, der Stimme und der Bewegung den angemessenen Ausdruck zu verleihen, so weiß doch jeder, wie gering die Zahl derer ist und war, deren Spiel wir geduldig zusehen können. Was soll ich von der Schatzkammer aller Dinge, dem Gedächtnis, sagen, welches zur Aufbewahrung der erfundenen und durchdachten Sachen und Worte angewendet werden muss, wenn wir nicht sehen wollen, dass alles, mag es sich auch noch so schön in dem Redner finden, verloren gehe?
Neque vero ego hoc tantum oneris imponam nostris praesertim oratoribus in hac tanta occupatione urbis ac vitae, nihil ut eis putem licere nescire, quamquam vis oratoris professioque ipsa bene dicendi hoc suscipere ac polliceri videtur, ut omni de re, quaecumque sit proposita, ornate ab eo copioseque dicatur. Cic.de_orat.1,21.Nicht jedoch will ich den Rednern, zumal den unsrigen, deren Zeit von den Geschäften des Staatslebens so sehr in Anspruch genommen wird, eine so große Last aufbürden, dass ich ihnen nicht vergönnen sollte, einiges nicht zu wissen; wiewohl der Begriff des Redners und sein Beruf, selbst gut reden, das auf sich zu nehmen und zu verheißen scheint, dass er über jeden Gegenstand, der ihm vorgelegt wird, mit Geschmack und Fülle reden könne.
Quam ob rem quis hoc non iure miretur summeque in eo elaborandum esse arbitretur, ut, quo uno homines maxime bestiis praestent, in hoc hominibus ipsis antecellat? Ut vero iam ad illa summa veniamus, quae vis alia potuit aut dispersos homines unum in locum congregare aut a fera agrestique vita ad hunc humanum cultum civilemque deducere aut iam constitutis civitatibus leges iudicia iura describere? Cic.de_orat.1,33.Wer sollte daher dieses nicht mit Recht bewundern und das nicht seiner eifrigsten Bemühungen wertachten, dass er darin die Menschen selbst überrage, worin gerade die Menschen sich am meisten vor den Tieren auszeichnen? Um nun aber auf das Wichtigste zu kommen, welche andere Macht konnte die zerstreuten Menschen an einem Ort zusammenscharen oder von der wilden und rohen Lebensweise zu der jetzigen menschlichen und bürgerlichen Bildung leiten oder nach Gründung der Staaten Gesetze, Gerichte und Rechte anordnen?
Missos facio mathematicos, grammaticos, musicos, quorum artibus vestra ista dicendi vis ne minima quidem societate coniungitur. Quam ob rem ista tanta tamque multa profitenda, Crasse, non censeo; satis id est magnum, quod potes praestare, ut in iudiciis ea causa, quamcumque tu dicis, melior et probabilior esse videatur, ut in contionibus et in sententiis dicendis ad persuadendum tua plurimum valeat oratio, denique ut prudentibus diserte, stultis etiam vere videare dicere. Hoc amplius si quid poteris, non id mihi videbitur orator, sed Crassus sua quadam propria, non communi oratorum facultate posse.' Cic.de_orat.1,44.Ich übergehe die Mathematiker, Grammatiker und Musiker, mit deren Wissenschaften diese eure Redekunst auch nicht in der geringsten Gemeinschaft und Berührung steht. Deshalb, meine ich, Crassus, darf man nicht so Großes und so vieles verheißen. Groß genug ist das, was du leisten kannst, dass vor Gericht jedes Mal die Sache, die du verteidigst, besser und beifallswerter zu sein scheint, dass in den Volksversammlungen und bei den Abstimmungen dein Vortrag auf die Überzeugung der Menschen den größten Einfluss hat, endlich dass du den Einsichtsvollen beredt, den Unverständigen auch wahr zu reden scheinst. Leistest du noch mehr, so leistet dieses, wie ich glaube, nicht der Redner, sondern Crassus durch seine eigene und nicht durch die den Rednern gemeinsame Geschicklichkeit."
Nam si quis hunc statuit esse oratorem, qui tantummodo in iure aut in iudiciis possit aut apud populum aut in senatu copiose loqui, tamen huic ipsi multa tribuat et concedat necesse est; neque enim sine multa pertractatione omnium rerum publicarum neque sine legum, morum, iuris scientia neque natura hominum incognita ac moribus in his ipsis rebus satis callide versari et perite potest; qui autem haec cognoverit, sine quibus ne illa quidem minima in causis quisquam recte tueri potest, quid huic abesse poterit de maximarum rerum scientia? Sin oratoris nihil vis esse nisi composite, ornate, copiose loqui, quaero, id ipsum qui possit adsequi sine ea scientia, quam ei non conceditis? Dicendi enim virtus, nisi ei, qui dicet, ea, quae dicet, percepta sunt, exstare non potest. Cic.de_orat.1,48.Denn gesetzt, es wolle einer den für einen Redner halten, der nur mit Rechtsangelegenheiten und in den Gerichten entweder vor dem Volk oder im Senat mit Fülle reden könne, so muss er doch selbst diesem vieles einräumen und zugestehen. Ohne gründliche Behandlung aller öffentlichen Angelegenheiten, ohne die Kenntnis der Gesetze, der Sitte und des Rechtes, ohne die Bekanntschaft mit dem Wesen und den Sitten der Menschen kann ja niemand selbst in diesen Dingen sich mit genügender Einsicht und Geschicklichkeit bewegen. Wer sich aber diese Kenntnisse angeeignet hat, ohne die niemand auch nur das Geringfügigste in den Rechtssachen wahren kann, wie wird dem die Wissenschaft der wichtigsten Sachen fern sein können? Verlangt man aber auch vom Redner weiter nichts als einen wohlgeordneten, geschmückten und reichhaltigen Vortrag, so frage ich, wie er selbst dieses ohne die Wissenschaft erreichen kann, die ihr ihm nicht einräumt. Denn Tüchtigkeit im Reden kann nur stattfinden, wenn der Redner den Gegenstand, über den er sprechen will, erfasst hat.
cumque esset omnis oratoris vis ac facultas in quinque partis distributa, ut deberet reperire primum quid diceret, deinde inventa non solum ordine, sed etiam momento quodam atque iudicio dispensare atque componere; tum ea denique vestire atque ornare oratione; post memoria saepire; ad extremum agere cum dignitate ac venustate. Cic.de_orat.1,142.Die ganze Stärke und Geschicklichkeit des Redners ferner lasse sich in folgende fünf Teile zerlegen: Zuerst müsse er erfinden, was er sagen wolle; zweitens, das Erfundene nicht allein nach einer äußerlichen Reihenfolge, sondern nach dem inneren Gewicht und nach richtiger Abschätzung verteilen und zusammenstellen; drittens, dieses vermittelst der Rede einkleiden und ausschmücken; hierauf es im Gedächtnis aufbewahren; zuletzt es mit Würde und Anmut vortragen.
Verum, quoniam sententiae atque opinionis meae voluistis esse participes, nihil occultabo et, quoad potero, vobis exponam, quid de quaque re sentiam. Antoni incredibilis quaedam et prope singularis et divina vis ingeni videtur, etiam si hac scientia iuris nudata sit, posse se facile ceteris armis prudentiae tueri atque defendere; quam ob rem hic nobis sit exceptus; ceteros vero non dubitabo primum inertiae condemnare sententia mea, post etiam impudentiae; Cic.de_orat.1,172.Doch weil ihr nun einmal meine Ansicht und Meinung wissen wollt, so will ich nichts verhehlen und euch nach Kräften meine Gedanken über jeden einzelnen Gegenstand auseinandersetzen. Des Antonius unglaubliche und fast einzige und unvergleichliche Geisteskraft scheint, auch wenn sie von dieser Kenntnis des Rechtes entblößt ist, sich leicht durch die übrigen Waffen der Einsicht schützen und verteidigen zu können. Darum wollen wir mit ihm eine Ausnahme machen; aber alle anderen werde ich ohne Bedenken durch meine Stimme zuerst der Trägheit, dann aber auch der Unverschämtheit schuldig erklären.
Ac si nos, id quod maxime debet, nostra patria delectat, cuius rei tanta est vis ac tanta natura, ut Ithacam illam in asperrimis saxulis tamquam nidulum adfixam sapientissimus vir immortalitati anteponeret, quo amore tandem inflammati esse debemus in eius modi patriam, quae una in omnibus terris domus est virtutis, imperi, dignitatis? Cuius primum nobis mens, mos, disciplina nota esse debet, vel quia est patria parens omnium nostrum, vel quia tanta sapientia fuisse in iure constituendo putanda est quanta fuit in his tantis opibus imperi comparandis. Cic.de_orat.1,196.Und wenn wir uns, wie es durchaus unsere Pflicht ist, unseres Vaterlandes freuen – und dies Gefühl ist so mächtig und so natürlich, dass der weiseste Mann jenes Ithaka, das wie ein Vogelnest an rauhen Felsen klebt, der Unsterblichkeit vorzog –, mit welcher Liebe müssen wir denn gegen ein solches Vaterland entflammt sein, welches unter allen Ländern der erste Wohnsitz der Tugend, der Herrschaft und der Würde ist? Von ihm müssen uns vor allem sein Geist, seine Sitten und seine Verfassung bekannt sein, teils weil es unser aller Mutter ist, teils weil wir anerkennen müssen, dass seine Weisheit sich in der Feststellung des Rechtes wie in der Gründung der so großen Macht unserer Herrschaft gleich groß erwiesen hat.
Sed tamen recordatione nostrae amicitiae sic fruor, ut beate vixisse videar, quia cum Scipione vixerim, quocum mihi coniuncta cura de publica re et de privata fuit, quocum et domus fuit et militia communis et, id, in quo est omnis vis amicitiae, voluntatum, studiorum, sententiarum summa consensio. Cic.Lael.15.bDennoch aber gewährt mir die Erinnerung an unsere Freundschaft einen solchen Genuss, dass ich mein Leben für glücklich halte, weil es mich mit Scipio zusammengeführt hat; mit ihm teilte ich Staats- und Privatsorgen, mit ihm hatte ich Heimat und Kriegsdienst gemeinsam, und – worin insgesamt das Wesen der Freundschaft besteht – die vollkommenste Eintracht der Wünsche, Neigungen und Grundsätze.
Quanta autem vis amicitiae sit, ex hoc intellegi maxime potest, quod ex infinita societate generis humani, quam conciliavit ipsa natura, ita contracta res est et adducta in angustum, ut omnis caritas aut inter duos aut inter paucos iungeretur. Cic.Lael.20.aDie hohe Bedeutung der Freundschaft ergibt sich aber vornehmlich daraus, dass aus der unendlich großen Gesellschaft des menschlichen Geschlechts überhaupt, welche die Natur selbst gestiftet hat, dieses Verhältnis sich so zusammenzieht und einengt, dass sich die Liebe im vollsten Sinn nur unter zwei oder wenigen Personen entwickelt.
Id si minus intellegitur, quanta vis amicitiae concordiaeque sit, ex dissensionibus atque ex discordiis percipi potest. Cic.Lael.23.gKann man aber nicht schon auf diesem Weg deutlich einsehen, wie groß der Einfluss der Freundschaft und Eintracht ist, so lässt sich dies aus der Uneinigkeit und aus der Zwietracht erkennen.
Quod si tanta vis probitatis est, ut eam vel in iis, quos numquam vidimus, vel, quod maius est, in hoste etiam diligamus, quid mirum est, si animi hominum moveantur, cum eorum, quibuscum usu coniuncti esse possunt, virtutem et bonitatem perspicere videantur? Cic.Lael.29.aWenn nun die Rechtschaffenheit so viel über uns vermag, dass wir sie auch an solchen Personen, die wir noch nie gesehen haben, oder, was noch mehr sagen will, sogar am Feind hochschätzen, was Wunder, wenn auf menschliche Gemüter die Beobachtung der Tugend und Rechtschaffenheit derjenigen einen Eindruck macht, deren Umgang sie genießen können?
Novitates autem, si spem adferunt, ut tamquam in herbis non fallacibus fructus appareat, non sunt illae quidem repudiandae, vetustas tamen suo loco conservanda; maxima est enim vis vetustatis et consuetudinis. Cic.Lael.68.aNeue Freundschaftsbündnisse darf man nicht verschmähen, wenn sie uns, wie Gewächse, die uns nicht enttäuschen, die Hoffnung einstiger Frucht gewähren. Alte Freundschaften jedoch müssen ihren Rang behaupten. Denn die Macht der Gewohnheit und des Alters ist sehr groß.
Ita pulcherrima illa et maxime naturali carent amicitia per se et propter se expetita, nec ipsi sibi exemplo sunt, haec vis amicitiae et qualis et quanta sit. Cic.Lael.80.aSo entbehren sie jene so schöne und so natürliche Freundschaft, die an und für sich begehrenswert ist; und sind sich so nicht selbst Beispiel für das Wesen der Freundschaft, ihren hohen Wert und ihre Wichtigkeit.
Nam cum amicitiae vis sit in eo, ut unus quasi animus fiat ex pluribus, qui id fieri poterit, si ne in uno quidem quoque unus animus erit idemque semper, sed varius, commutabilis, multiplex? Cic.Lael.92.bDas Wesen der Freundschaft besteht ja gerade darin, dass aus mehreren Seelen gleichsam eine wird; wie ist dies aber möglich, wenn nicht einmal in jedem einzelnen die Seele sich immer gleich bleibt, sondern wechselhaft, veränderlich und vielgestaltig ist?
Nam, quod ad te pueri sine litteris venerunt, quoniam vides non fuisse iracundiam causam, certe pigritia fuit et quaedam infinita vis lacrimarum et dolorum. Cic.ad Q.fr.1,3,2,2Dass die Sklaven ohne ein Schreiben von mir zu dir gekommen sind, dafür war, wie du nun wohl siehst, keine Erbitterung von meiner Seite die Ursache; es war weiter nichts, als ein lähmender Verdruss, als ein Übermaß von Tränen und Schmerzen.
huc accedit summus timor, quem mihi natura pudorque meus attribuit et vestra dignitas et vis adversariorum et Sex. Rosci pericula. Cic.S.Rosc.9.cDazu kommt noch meine äußerste Schüchternheit, mit der mich mein Charakter und meine Bescheidenheit erfüllen, dazu eure Würde, die Macht der Gegner und die Gefahren für Sextus Roscius.
Magna est enim vis humanitatis; multum valet communio sanguinis; reclamitat istius modi suspicionibus ipsa natura; Cic.S.Rosc.63.aDenn groß ist die Macht des menschlichen Gefühls, viel vermag die Gemeinschaft des Blutes, die Natur selbst empört sich gegen solche Verdächtigungen.
verum, ut fit, multa saepe imprudentibus imperatoribus vis belli ac turba molitur. Cic.S.Rosc.91.aAber der Drang und Sturm des Kriegs vollbringt, wie es zu gehen pflegt, gar viel ohne Wissen der Befehlshaber.
in quem hoc dicam, quaeris, Eruci? non in eum, quem vis et putas; nam Sullam et oratio mea ab initio et ipsius eximia virtus omni tempore purgavit. Cic.S.Rosc.127.aDu fragst, Erucius, gegen wen ich dies sage. Nicht gegen den, den du willst oder meinst. Denn den Sulla hat sowohl meine Rede von vornherein als auch seine eigene ausgezeichnete Vortrefflichkeit für immer über jeden Vorwurf erhaben erklärt.
nisi hoc mirum est, quod vis divina adsequi non possit, si id mens humana adepta non sit. Cic.S.Rosc.131.cEs müsste denn nur zu verwundern sein, dass der menschliche Geist dies nicht erstreben konnte, was für die göttliche Kraft unerreichbar war.
quid vis amplius? quid insequeris, quid oppugnas? qua in re tuam voluntatem laedi a me putas? Cic.S.Rosc.145.cWas willst Du denn weiter? Was verfolgst du mich? Was greifst du mich an? Wodurch glaubst du, verletze ich deinen Willen?
ubi tuis commodis officio? quid tibi obsto? Si spoliorum causa vis hominem occidere, spoliasti; quid quaeris amplius? Cic.S.Rosc.145.dWo wirke ich deinem Vorteil entgegen? Wo stehe ich dir im Weg? Willst Du der Beraubung wegen einen Menschen töten? Nun, Du hast ihn ja schon beraubt, was willst du mehr?
ea scientia et verborum vis et natura orationis et consequentium repugnantiumve ratio potest perspici. Cic.fin.1,63,4Aufgrund dieser Wissenschaft lässt sich die Bedeutung der Worte, das Wesen der Rede und der Grund des Übereinstimmenden und Widerstreitenden durchschauen;
Marcomanis Quadisque usque ad nostram memoriam reges manserunt ex gente ipsorum, nobile Marobodui et Tudri genus (iam et externos patiuntur), sed vis et potentia regibus ex auctoritate Romana. raro armis nostris, saepius pecunia iuvantur, nec minus valent. Tac.Germ.42,2Die Markomannen und Quaden hatten noch bis in unsere Zeit fortwährend Könige aus ihrem eigenen Volk, das edle Geschlecht des Maroboduus und Tuder; jetzt dulden sie auch auswärtige. Aber die Macht und Herrschaft der Könige fließt aus dem Ansehen der Römer. Selten werden sie durch unsre Waffen, öfter durch unser Geld unterstützt und gelten darum nicht weniger.
apud Naharvalos antiquae religionis lucus ostenditur. praesidet sacerdos muliebri ornatu, sed deos interpretatione Romana Castorem Pollucemque memorant. ea vis numini, nomen Alcis. nulla simulacra, nullum peregrinae superstitionis vestigium; ut fratres tamen, ut iuvenes venerantur. Tac.Germ.43,4Bei den Nahanarvalern zeigt man einen Hain von eigentümlicher Heiligkeit. Die Leitung hat ein Priester in weiblicher Tracht, als Gottheit aber bezeichnen sie - ins Römische übertragen - den Castor und Pollux. Dies ist das Wesen der Gottheit, der Name Alkis. Keine Bildnisse, keine Spur fremdländischen Kultes; aber als Brüder, als Jünglinge verehrt man sie.
Diceret haec animus 'quid vis tibi? numquid ego a te Hor.sat.1,2,69.Ansäh', also der Geist: "Was willst du doch? Fordr' ich von dir denn
Crispinus minimo me provocat 'accipe, si vis, Hor.sat.1,4,14.Mit dem geringsten Einsatz fordert Crispinus: "Gefällt's, nimm
Esset, quaesivere, quod acer spiritus ac vis Hor.sat.1,4,46.Ob nicht, öfter gefragt, weil Dichterbegeistrung und Nachdruck
"Suaviter, ut nunc est," inquam "et cupio omnia, quae vis." Hor.sat.1,9,5.Fassend: "Wie geht's, mein Holdester!" - "Gut, wie jetzt es die Zeit bringt,"
Cum adsectaretur: "Numquid vis?" occupo. At ille: Hor.sat.1,9,6.Sag' ich, "und möge nach Wunsch es auch dir gehn." Da er nun mitläuft,
2014.01.07 Polaris sive borealis vortex ventusque praefrigidus Americam Septentrionalem cohibens in praesentia omnes et omnia mordet et paulatim scaenam publicam restinguit. Non modo natura ubique gelu torpet: scholae et officiorum sedes non nusquam manent clausae, transportationes publicae consistunt, aeroplana humi stant. Vis hiemalis intenditur ad gradus frigidissimos ex duobus decenniis. Nunc decet ligna super foco large reponere benigniusque quadrimum depromere merum. (Cf. Hor.c.1,9) 2014.01.07Der arktische Polarwirbel und ein eiskalter Wind haben Nordamerika fest im Griff, setzen im Moment allen und allem zu und bringen allmählich das öffentliche Leben zum Erliegen. Nicht nur die Natur erstarrt überall vor Kälte: Schulen und Büros bleiben mnacherorts geschlossen, der öffentliche Verkehr steht still, die Flugzeuge bleiben am Boden. Die Winterkälte erreicht die tiefsten Minusgrade seit zwei Jahrzehnten. Jetzt muss man reichlich Holz in den Ofen schieben und großzügiger seinen Wein eingießen (Schluss nach Hor.c.1,9)
2014.01.08 Recens huius anni index, quo organisatio confessiones supergrediens "Ianuae Apertae" (Open doors) nominata eos complectitur, qui maxime in mundo contra iura humana exagitantur et adurgentur primos perhibet Christianos. Decem miliones Christianorum imprimis in terris Islamicis et in Africa Septentrionali ob fidem opprimuntur. Primum locum tenet Corea Septentrionalis, ubi quadringentis milibus Christianorum periculum mortis aut castrorum operariorum inicitur, si forte bibliam possident. Secundum locum tenet Somalia, tertium Syria, ubi islamistica vis effrenate erumpit. 2014.01.08Die neue diesjährige Liste, in der die konfessionsübergreifende Organisation "Offene Tore" (Open doors) diejenigen verzeichnet, die am meisten gegen die Menschenrechte verfolgt und misshandelt werden, nennt an erster Stelle die Christen. Zehn Millionen Christen werden insbesondere in islamischen Länndern und in Nordafrika wegen ihres Glaubens unterdrückt. Den ersten Platz nimmt Nordkorea ein, wo 400.000 Christen von Hinrichtung oder Lagerarbeti bedroht sind, nur wenn sie etwa eine Bibel besitzen. Den zweiten Platz behauptet Somalia, den dritten Syrien, wo islamistische Gewalt ungehemmt zum Ausbruch kommt.
2014.04.18 Colloquiis Genavensibus heri habitis praeter opinionem prosper eventus non defuit. Ut tumultus Ucrainici lenirentur haec intercessoribus convenerunt: Omnibus circulis illegalibus arma deponenda esse, Aedificia occupata relinquenda esse. Amnestiam et incolumitatem, si quis scelere capitali abstinuisset, dandam esse. Vis et provocationes refutantur. Omnia genera et varietates extremismi, phyleticae elationis, intolerantiae aliarum sacrarum opinionum respuuntur. Sed res nondum in tranquillo est: quae omnibus placent, re vera saepe difficilia sunt ad effectum perductu. Collegium Organizationis Securitati Cooperationique in Europa favendis (OSZE) effectum placitorum observabit. 2014.04.18Die gestrigen Verhandlungen in Genf endeten überraschend mit einem Erfolg. Um die Unruhen in der Ukraine einzudämmen, einigten sich die Unterhändler auf Folgendes: Alle illegalen Gruppierungen müssen die Waffen niederlegen. Die besetzten Gebäude müssen geräumt werden. Eine Amnestie ist denen zu gewähren, die kein Kapitalverbrechen begangen haben. Gewaltanwendung und Provokationen werden abgelehnt. Alle Spielarten des Extremismus, Rassismus und der religiösen Intoleranz werden verworfen. Aber die Sache ist noch nicht in trockenen Tüchern: was allen gefällt, ist in der Realität häufig schwer umzusetzen. Eine Kommission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) wird die Umsetzung beobachten.
[Cic.off.1,14,1] Nec vero illa parva vis naturae est rationisque, quod unum hoc animal sentit, quid sit ordo, quid sit quod deceat, in factis dictisque qui modus. Cic.off.1,14,1Endlich äußern unsere Natur und Vernunft eine nicht unbedeutende Wirksamkeit darin, dass unter allen beseelten Wesen der Mensch allein empfindet, was Ordnung ist, was Anstand, was das rechte Maß im Reden und Handeln.
[Cic.off.1,41,3] Cum autem duobus modis, id est aut vi aut fraude, fiat iniuria, fraus quasi vulpeculae, vis leonis videtur; utrumque homine alienissimum, sed fraus odio digna maiore. Cic.off.1,41,3Man kann endlich auf zweierlei Weise Unrecht tun, durch Gewalt oder durch Betrug. Der Betrug scheint sich der Art der Füchse, die Gewalt der der Löwen zu nähern. Beides ist des Menschen unwürdig, doch der Betrug noch verwerflicher.
Huius vis ea est, ut ab honesto non queat separari; nam et, quod decet, honestum est et, quod honestum est, decet. Cic.off.1,94,1Seiner Art nach lässt es sich vom Sittlich-Guten nicht trennen. Denn was anständig ist, ist auch sittlich gut, und was sittlich gut ist, ist auch anständig.
Haec est vis huius anuli et huius exempli: si nemo sciturus, nemo ne suspicaturus quidem sit, cum aliquid divitiarum, potentiae, dominationis, libidinis causa feceris, si id diis hominibusque futurum sit semper ignotum, sisne facturus? Negant id fieri posse. Cic.off.3,39,2Der Sinn dieses Ringes und dieser Erzählung ist doch: wenn es keiner erfährt, keiner auch nur vermutet, wenn du des Reichtums, der Macht, der Herrschaft, des Genusses wegen etwas Schlechtes tust, wenn es Göttern und Menschen ewig unbekannt bliebe, wirst du es tun? – Sie behaupten, der Fall sei nicht möglich.
[Cic.rep.10015] unum hoc definio, tantam esse necessitatem virtutis generi hominum a natura tantumque amorem ad communem salutem defendendam datum, ut ea vis omnia blandimenta voluptatis otique vicerit Cic.rep.1,1Allein dies erkläre ich entschieden, dass in der menschlichen Natur eine solche Nötigung zur Tugend liegt und ein solcher Drang, das Gemeinwohl zu verteidigen, dass dieser Trieb alle Reize der Sinnenlust und Muße übertrifft.
Flagrantior inde vis, plures seditioni duces; et Vibulenus quidam gregarius miles, ante tribunal Blaesi adlevatus circumstantium umeris, apud turbatos et, quid pararet, intentos 'vos quidem' inquit 'his innocentibus et miserrimis lucem et spiritum reddidistis: sed quis fratri meo vitam, quis fratrem mihi reddit? quem missum ad vos a Germanico exercitu de communibus commodis nocte proxima iugulavit per gladiatores suos, quos in exitium militum habet atque armat. Tac.ann.1,22,1.Mit erhöhter Gewalt flammte nun der Aufruhr empor, und die Zahl der Führer wuchs. Ein gewisser Vibulenus, gemeiner Soldat, schwingt sich vor dem Tribunal des Blaesus auf die Schultern der Umstehenden und spricht zu der gärenden Menge, die mit Spannung wartet, was er vorhabe: "Wohl habt ihr hier Unschuldige, die alles Mitleid verdienten, dem Licht der Sonne, um neu darin zu atmen, wiedergegeben; aber wer gibt meinem Bruder das Leben, wer mir den Bruder zurück? Er war von dem germanischen Heer wegen gemeinsamer Angelegenheiten zu euch gesendet worden, und in der vergangenen Nacht hat Blaesus ihn durch seine Gladiatoren, die er zum Verderb der Soldaten hält und bewaffnet, hingewürgt.
Chariovalda diu sustentata hostium saevitia, hortatus suos, ut ingruentis catervas globo perfringerent, atque ipse densissimos inrumpens, congestis telis et suffosso equo labitur, ac multi nobilium circa: ceteros vis sua aut equites cum Stertinio Aemilioque subvenientes periculo exemere. Tac.ann.2,11,3.Chariovalda hielt den wütenden Andrang des Feindes lange aus; er ermahnte seine Leute, die andringenden Scharen in geschlossener Gruppe zu durchbrechen, wirft sich selbst in das dichteste Kampfgewühl und sinkt in einem Hagel von Geschossen vom durchbohrten Pferd, und viele Edlen um ihn. Die anderen rettete der eigene Arm aus der Gefahr oder die Reiterei, die unter Stertinius und Aemilius zu Hilfe eilte.
ceteri passim trucidati. et plerosque tranare Visurgim conantis iniecta tela aut vis fluminis, postremo moles ruentium et incidentes ripae operuere. quidam turpi fuga in summa arborum nisi ramisque se occultantes admotis sagittariis per ludibrium figebantur, alios prorutae arbores adflixere. Tac.ann.2,17,6.Die übrigen wurden hier und dort niedergemacht. Sehr viele, die über die Weser zu schwimmen versuchten, begruben unter sich, wenn nicht der Geschosshagel oder die Gewalt der Strömung, desto gewisser die Masse derer, die sich durchdrängten, oder der Einsturz des Uferrandes. Manche kletterten in schmählicher Flucht zuoberst auf Bäume und bargen sich hinter den Ästen. Da kamen denn die Bogenschützen und schossen sie zur Kurzweil herunter. Andere lieferte das Umhauen der Bäume.
Fine anni vulgantur prodigia imminentium malorum nuntia: vis fulgurum non alias crebrior et sidus cometes, sanguine inlustri semper Neroni expiatum; bicipites hominum aliorumve animalium partus abiecti in publicum aut in sacrificiis, quibus gravidas hostias immolare mos est, reperti. Tac.ann.15,47,1.Am Ende des Jahres hörte man von Wundererscheinungen, den Vorboten drohenden Unheils: Blitzschläge, häufiger als je zuvor, und ein Komet erschien, von Nero sonst immer mit erlauchtem Blut gesühnt. Doppelköpfige Missgeburten von Menschen oder Tieren fand man auf die Straße geworfen oder bei Opfern, bei denen man trächtige Tiere zu schlachten pflegt.
Sed Galba post nuntios Germanicae seditionis, quamquam nihil adhuc de Vitellio certum, anxius, quonam exercituum vis erumperet, ne urbano quidem militi confisus, quod remedium unicum rebatur, comitia imperii transigit; adhibitoque super Vinium ac Laconem Mario Celso consule designato ac Ducenio Gemino praefecto urbis, pauca praefatus de sua senectute Pisonem Licinianum accersiri iubet, seu propria electione sive, ut quidam crediderunt, Lacone instante, cui apud Rubellium Plautum exercita cum Pisone amicitia; sed callide ut ignotum fovebat, et prospera de Pisone fama consilio eius fidem addiderat. Tac.hist.1,14,1.Indes war Galba, auf die Nachricht vom Abfall in Germanien hin, obwohl über Vitellius noch nichts Sicheres verlautete, in Angst, welchen Ausbruch der Aufstand der Heere nehmen werde; da er sich nicht einmal auf die Soldaten in der Stadt verlassen konnte, schritt er, was er für den einzigen Ausweg hielt, zur Abhaltung eines Staatsrates. Er zog außer Vinius und Laco den designierten Konsul Marius Celsus und den Strandpräfekten Ducenius Geminus hinzu. Nachdem er weniges über sein hohes Alter vorausgeschickt hatte, ließ er den Piso Licinianus herbeirufen, sei es nach eigener Wahl, sei es, wie manche glaubten, auf Lacos dringendes Zureden, der bei Rubellius Plautus mit Piso Freundschaft gepflogen hatte; jedoch empfahl er ihn schlauerweise als einen Unbekannten, und der günstige Ruf Pisos hatte dem Rat Lacos Nachdruck gegeben.
[Cic.Tusc.1,9] Malum mihi videtur esse mors. Iisne, qui mortui sunt, an iis, quibus moriendum est? Utrisque. Est miserum igitur, quoniam malum. Certe. Ergo et ii, quibus evenit iam ut morerentur, et ii, quibus eventurum est, miseri. Mihi ita videtur. Nemo ergo non miser. Prorsus nemo. Et quidem, si tibi constare vis, omnes, quicumque nati sunt eruntve, non solum miseri, sed etiam semper miseri. nam si solos eos diceres miseros quibus moriendum esset, neminem tu quidem eorum qui viverent exciperes —moriendum est enim omnibus,— esset tamen miseriae finis in morte. quoniam autem etiam mortui miseri sunt, in miseriam nascimur sempiternam. necesse est enim miseros esse eos qui centum milibus annorum ante occiderunt, vel potius omnis, quicumque nati sunt. Ita prorsus existimo. Cic.Tusc.1,9V. Der Tod scheint mir ein Übel zu sein. – Für wen? Für die, die gestorben sind, oder für die, die sterben müssen? – Für beide. – Der Tod ist also ein Unglück, weil er ein Übel ist. – Ja. – Also sind sowohl diejenigen, bei denen das Sterben schon vorüber ist, als auch diejenigen, denen es noch bevorsteht, unglücklich. – Dies ist meiner Ansicht. – Es gibt also niemanden, der nicht unglücklich wäre? – Nein! Niemand. – Und zwar, wenn du folgerichtig sein willst, sind alle, die schon geboren sind und noch geboren werden, nicht nur unglücklich, sondern auch immer unglücklich. Denn würdest du bloß diejenigen unglücklich nennen, denen der Tod bevorsteht, so würdest du zwar keinen der Lebenden ausnehmen, denn sterben müssen alle, aber es gäbe doch ein Ende des Unglücks im Tod. Weil aber auch die Toten unglücklich sind, so werden wir zu immer dauerndem Unglück geboren. Denn unglücklich müssen auch diejenigen sein, die vor 100,000 Jahren hinabgegangen sind, oder vielmehr alle, die überhaupt geboren sind.– Ganz so meine ich es. –
[Cic.Tusc.1,16] Iam istuc quidem nihil negotii est, sed ego maiora molior. Quo modo hoc nihil negotii est? aut quae sunt tandem ista maiora? Quia, quoniam post mortem mali nihil est, ne mors quidem est malum, cui proxumum tempus est post mortem, in quo mali nihil esse concedis: ita ne moriendum quidem esse malum est; id est enim perveniendum esse ad id, quod non esse malum confitemur. Uberius ista, quaeso. haec enim spinosiora, prius ut confitear me cogunt quam ut adsentiar. sed quae sunt ea, quae dicis te maiora moliri? Ut doceam, si possim, non modo malum non esse, sed bonum etiam esse mortem. Non postulo id quidem, aveo tamen audire. ut enim non efficias quod vis, tamen, mors ut malum non sit, efficies. sed nihil te interpellabo; continentem orationem audire malo. Cic.Tusc.1,16Nun denn! Das hat keine Schwierigkeiten mehr. Aber ich strebe nach noch Höherem. – Wie, hat dies keine Schwierigkeit? Oder was ist doch jenes Höhere? – Da es nach dem Tod kein Übel gibt, so ist auch der Tod kein Übel; denn unmittelbar an ihn schließt sich ja die Zeit nach dem Tod an, in der es eingestandenermaßen kein Übel gibt; also ist auch das Sterbenmüssen kein Übel; denn d.h., dahin kommen müssen, wo es, wie wir einig sind, kein Übel gibt. – Etwas ausführlicher, wenn ich bitten darf.. Denn diese spitzfindige Kürze zwingt mich eher zum Verständnis als zur Überzeugung. Aber was ist denn das, was du von deinem Streben nach Höherem sprichst? – Ich möchte wo möglich zeigen, dass der Tod nicht nur kein Übel, sondern dass er sogar ein gut ist. – Das verlange ich gerade nicht; doch wünsche es zu gehören. Denn gesetzt du erreichtest deinen Zweck nicht, so beweist du doch, dass der Tod kein Übel ist. Aber ich will dich nicht unterbrechen; ich möchte lieber eine zusammenhängende Rede hören. –
[Cic.Tusc.1,17] Quid, si te rogavero aliquid, nonne respondebis? Superbum id quidem est, sed, nisi quid necesse erit, malo non roges. IX. Geram tibi morem et ea quae vis, ut potero, explicabo, nec tamen quasi Pythius Apollo, certa ut sint et fixa, quae dixero, sed ut homunculus unus e multis probabilia coniectura sequens. ultra enim quo progrediar, quam ut veri similia videam, non habeo; certa dicent ii, qui et percipi ea posse dicunt et se sapientis esse profitentur. Tu, ut videtur; nos ad audiendum parati sumus. Cic.Tusc.1,17Wie? Wenn ich dich etwas frage, wirst du mir nicht antworten? – Das wäre gar zu stolz; doch ohne Not wünsche ich, lieber nicht befragt zu werden. – IX. So will ich mich dir fügen; und was du wünschst, nach Kräften auseinandersetzen; doch erwarte von mir nicht, wie von einem pythischen Apollon, feststehende Gewissheit, sondern was dir ein gewöhnlicher Mensch, einer, wie es deren noch genug gibt, sagen kann, der dem, was nach mutmaßlichen Schlüssen sich empfiehlt, seinen Beifall gibt. Denn über die Erkenntnis des Wahrscheinlichen kann ich nicht hinauskommen. Gewissheit mögen diejenigen geben, die die Möglichkeit untrügliche Wahrnehmungen behaupten und sich selbst für Weise ausgeben. – Tue, wie dir’s gefällt; wir sind zum Hören bereit. –
[Cic.Tusc.1,20] hic ab artificio suo non recessit et tamen dixit aliquid, quod ipsum quale esset erat multo ante et dictum et explanatum a Platone. Xenocrates animi figuram et quasi corpus negavit esse ullum, numerum dixit esse, cuius vis, ut iam ante Pythagorae visum erat, in natura maxuma esset. eius doctor Plato triplicem finxit animum, cuius principatum, id est rationem, in capite sicut in arce posuit, et duas partes parere voluit, iram et cupiditatem, quas locis disclusit: iram in pectore, cupiditatem supter praecordia locavit. Cic.Tusc.1,20Dieser Mann entfernte sich nicht von seiner Kunst und doch sagte er etwas, über dessen Beschaffenheit schon zuvor und deutlicher Platon geredet hatte. Xenokrates leugnete, dass die Seele eine Gestalt und Körperlichkeit habe, er nannte sie eine Zahl; denn die Kraft der Zahl hatte er, wie schon zuvor Pythagoras, in der ganzen Natur als höchst bedeutend erkannt. Sein Lehrer Platon dachte sich eine dreifache Seele: ihrem ersten Teil, d.h. der Vernunft, wies er den Sitz im Haupte, wie in einer Burg an; die beiden anderen Teile, Affekt und Begierde betrachtete er als unterworfen, trennte den Sitz beider und ließ den Affekt in der Brust, die Begierde unter dem Zwerchfell wohnen.
[Cic.Tusc.1,26] Expone igitur, nisi molestum est, primum, si potes, animos remanere post mortem, tum, si minus id obtinebis —est enim arduum—, docebis carere omni malo mortem. ego enim istuc ipsum vereor ne malum sit non dico carere sensu, sed carendum esse. Auctoribus quidem ad istam sententiam, quam vis obtineri, uti optimis possumus, quod in omnibus causis et debet et solet valere plurimum, et primum quidem omni antiquitate, quae quo propius aberat ab ortu et divina progenie, hoc melius ea fortasse quae erant vera cernebant. Cic.Tusc.1,26XII. Entwickle also, wenn es dir nicht beschwerlich ist, zuerst, falls du es vermagst, dass die Seelen nach dem Tod fortdauern, dann, wenn dir dies minder gelingen wird, denn es ist schwierig, so zeige, dass der Tod frei von allem Übel ist. Denn gerade das, fürchte ich, möchte ein Übel sein, die Empfindung, ich will nicht sagen zu entbehren, sondern entbehren zu müssen. – Für die Ansicht, die du geltend machen willst, kann ich die trefflichsten Gewehrsmänner anführen, worauf man bei allen streitigen Gegenständen, und mit Recht, das meiste Gewicht zu legen pflegt; und zwar fürs erste das ganze Altertum, das, je näher es dem Ursprung und der göttlichen Abstammung stand, desto besser wohl auch die Wahrheit schaute.
[Cic.Tusc.1,60,1] Quorsus igitur haec spectat oratio? quae sit illa vis et unde sit, intellegendum puto. Cic.Tusc.1,60,1Wohin nun zielt diese Rede? Welches jene Kraft und woher sie sei, gilt es, wie ich gleube, zu begreifen.
[Cic.Tusc.1,60,4] quid enim, obsecro te, terrane tibi hoc nebuloso et caliginoso caelo aut sata aut concreta videtur tanta vis memoriae? Cic.Tusc.1,60,4Denn wie könnte dir scheinen, eine solche Kraft des Gedächtnisses sei aus Erde oder diesem so nebligen und dunstigen Luftkreis erzeugt oder gebildet?
[Cic.Tusc.1,62,1] Quid? illa vis quae tandem est, quae investigat occulta, quae inventio atque excogitatio dicitur? ex hacne tibi terrena mortalique natura et caduca concreta ea videtur? Cic.Tusc.1,62,1Ferner, worin besteht eigentlich jene Erfindungsgabe und jenes Denkvermögen – scheinen sie dir aus diesem sterblichen, vergänglichen Erdstoff zusammengesetzt?
[Cic.Tusc.1,65,1] prorsus haec divina mihi videtur vis, quae tot res efficiat et tantas. Cic.Tusc.1,65,1Wahrhaftig, göttlich scheint mir diese Kraft, die so viele und große Dinge bewirkt.
[Cic.Tusc.2,11,2] Sed haec eius vis non idem potest apud omnes; tum valet multum, cum est idoneam complexa naturam. Cic.Tusc.2,11,2Aber diese ihre Kraft vermag nicht dasselbe bei allen; doch dann hat sie größten Einfluss, wenn sie eine empfindliche Natur traf.
Cuius contentionis cum tanta vis sit, si gemitus in dolore ad confirmandum animum valebit, utemur; Cic.Tusc.2,57,3Da nun diese Spannung so große Wirkung hat, so werden wir das Seufzen anwenden, wenn es im Schmerz die Seele festigen kann;
Magna vis est in virtutibus; eas excita, si forte dormiunt. Cic.Tusc.3,36,2Große Kraft liegt in den Tugenden: Sie wecke auf, wenn sie etwa schlummern!
Cum enim paupertatis una eademque sit vis, quidnam dici potest, quam ob rem C. Fabricio tolerabilis ea fuerit, alii negent se ferre posse? Cic.Tusc.3,56,4Denn wenn die Natur der Armut immer dieselbe bleibt: aus welchem Grund sollte sie denn dem Gaius Fabricius erträglich gewesen sein, während andere behaupten, sie nicht ausstehen zu können?
Facilius vero etiam in bestiis, quod is sensus a natura est datus, vis ipsius naturae perspici potest. Cic.Tusc.5,38,1Noch leichter aber kann an den Tieren, weil sie mit Empfindung von der Natur begabt wurden, die Naturkraft selbst erkannt werden.
[Cic.Tusc.1,54] principii autem nulla est origo; nam e principio oriuntur omnia, ipsum autem nulla ex re alia nasci potest; nec enim esset id principium, quod gigneretur aliunde. quod si numquam oritur, ne occidit quidem umquam; nam principium extinctum nec ipsum ab alio renascetur, nec ex se aliud creabit, siquidem necesse est a principio oriri omnia. ita fit, ut motus principium ex eo sit, quod ipsum a se movetur; id autem nec nasci potest nec mori, vel concidat omne caelum omnisque natura consistat necesse est nec vim ullam nanciscatur, qua a primo inpulsa moveatur. cum pateat igitur aeternum id esse, quod se ipsum moveat, quis est qui hanc naturam animis esse tributam neget? inanimum est enim omne, quod pulsu agitatur externo; quod autem est animal, id motu cietur interiore et suo; nam haec est propria natura animi atque vis. quae si est una ex omnibus quae se ipsa [semper] moveat, neque nata certe est et aeterna est'. Cic.Tusc.1,54
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15.03.2015 Fabula politica (extrema pars adhuc deest, ut nondum constet, utrum comoedia an tragoedia agatur):
Prologus:
Wolgangus Schäuble (die Iovis vesperi): "Quoniam, quid accidat, ad tempus a nullo nisi a Graecis decerni potest neque nos pro certo scimus, quid viri in Graecia responsiabiles facturi sint, nemo Graeciam omnibus invitis fortuna adversa zonam Euronis deserturam esse excludere potest."
Actus I:
Varoufakis (Comi versans interrogatus): "Wolfgango Schäuble ex hoc amoenissimo loco respondere nolim."
Panos Kammenos: "Sunt, qui nos ad amussim ex Euronis zona extrudere velint." - "Istud est bellum psychologicum, et Schäuble relationes inter nostras res publicas veneno imbuit." - "Nos Graeci non ignoramus Schäuble olim ab suae partis administratione repulsum esse, quod corruptione implicatus erat." - "Si nostra civitas ex zona Euronis expellitur, omnia pacta erunt irrita, neque iam obligati erimus, ut fugitivos in terram, quo primo advenerint, recipiamus." - "Si Graecia displodetur, deinceps Hispania, tum Italia, denique Germania. Deverticulum nobis intra Euronem inveniendum est."
Actus II:
Martinus Schulz: "Coalitionem factionis sinistrae cum istis dextropopulistis vitiosam puto." - "Elephantus ille inter catillos et potoria saeviens comparatus cum illo Kammenos mihi subtilis diplomates videtur."
Actus III:
Tsipras: "Nos nostram partem exsequemur sociosque nostros suam partem contributuros esse exspectamus."
Actus IV:
Jeroen Dijsselbloem: "Hic est magna vis verborum, quae nihil conducit."
Petrus Moscovici: "Grexitus, qui dicitur, catastrophae persimilis sit: Si una tantummodo res publica hanc unionem relinquet, mercatus actutum quaerent, quae terra proxima secutura sit, quod initium exitii esse possit."
Actus V:
Varoufakis: "Parati sumus ad effectum nonnullarum promissionum, quas comitiis habendis fecimus, differendum, ut socii nostri nobis confidere possint."
Epilogus:
Marcellus Fratscher: "Athenae instrumentum ignem eructans in manibus tenentes in repositorio pulveris pyrii sedent." lc201503
03.04.2015 Lausannae inter disceptatores de rebus angularibus, quae ad nucleare Iraniae programma spectant, convenit: Irania copiam uranii, cuius vis augeatur, in probabilem modum reducet idque ab organzatione Internationali ab energia atomica (IAEA) perspici ac custodia contineri patietur. Sanctiones oeconomicae Iranis impositae sedabuntur, sed statim redintegrari possunt, nisi Irania pacta servabit. Multa adhuc praeterita sunt. Et Israelis primarius Beniaminus Netanyahu, qui de nocte cum praeside Obama telefonice colloquebatur, et repraesentantes quidam congressus Americani vehementer indignati sunt. lc201504
14.05.2015 Commissio Europaeae Unionis certam pensionem proposuit, qua migrantes et profugi, qui ex Africa in Europam affluunt, singulis terris distribuendi essent. Notae distribuendi sint vis oeconomica uniuscuiusque terrae, numerus incolarum, numerus operariorum non occupatorum, numerus eorum, quibus refugium iam praebitum est, censent. Cum Ioannes-Claudius Juncker, praeses commissionis, ut plus mutuae solidarietatis exerceatur, moneat, Victor Orban, Hungaricus primus administer, istam regulam rationi contrariam esse dicit. Imprimis Magna Britannia, Polonia, Czechia, Hungaria hanc rogationem reicient. Martinus Schulz, qui Europaeo Parlamento praesidet, er Thomasius de Maizière, Germanicus administer a rebus internis, se rogationi acquieturos aperuerunt. De Maizière Germaniam aliasque quattuor terras protinus tres partes omnium fugitivorum recipere se non facile ferre dixit. Etiam quomodo efficaciter in clandestinos hominum subintroductores adverti posset, consultatum est. lc201505Die Europäische Kommission hat eine bestimmte Quote vorgeschlagen, nach der die Migranten und Flüchtlinge, die Aus Afrika nach Europa strömen, auf die einzelnen Länder verteilt werden sollen. Kriterium der Verteilung sollen die Wirtschaftskraft eines jeden Landes, die Zahl seiner Einwohner, die Zahl der Arbeitslosen, die Zahl der bereits aufgenommenen Asylanten sein. Während Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker zu mehr Solidarität mahnt, nennt der ungarische Premier Viktor Orban diese Regelung verrückt. Insbesondere Großbritannien, Polen, Tschechien und Ungarn lehnen diesen Gesetzesvorschlag ab. Martin Schulz, der Präsident des Europaparlaments, und der deutsche Innenminister Thomas de Maizière sind mit dem Entwurf durchaus einverstanden. De Maizière hält es für nicht hinnehmbar, dass Deutschland und vier weitere Länder weiterhin drei Viertel aller Flüchtlinge aufnehmen. Auch die Frage, wie man mit Erfolg gegen die Schleuser vorgehen könne, wurde beraten.
02.06.2015 Re desperata neque tamen perdita commodatores Europaei (si vis nomina audire: Juncker, Merkel, Hollande, Lagarde, Draghi) nulla iam facultate officialiter data "magna vehementia" deliberaverunt, quomodo Graecis nolentibus volentes "ultimam condicionem" proponentes facultatem pecuniarum accipiendarum inofficialiter darent. "Quidquid id est, timeo Danaos et dona petentes" dicit Vergilius. Horatius difficile esse saturam non scribere censet. lc201506In verzweifelter aber doch noch nicht verlorener Lage haben die europäischen Geldgeber (wenn man Namen wünscht: Juncker, Merkel, Hollande, Lagarde, Draghi) mit großer Intensität beraten, wie sie, obwohl es keine offizielle Möglichkeit mehr gibt, bereitwillig den unwilligen Griechen inoffiziell ein letztes Angebot, Geld zu bekommen, unterbreiten. "Wie dem auch sei, ich fürchte die Griechen, besonders wenn sie um Geschenke nachsuchen", äußert Vergil. Horaz meint, es sei schwierig, keine Satire zu schreiben.
08.07.2015  Colloquia apicata ab administris a rebus nummariis et praefectis politicis Eurozonae die Martis Bruxellis habita sine effectu exierunt, sed progressus quidam factus esse dicitur. Graeci nova sumptuum circumcidendorum lineamenta non proposuerunt. Quae usque Iovis diem ad consilium deferre iussi sunt. Quod nonnullae Europaeae Unionis civitates, quamvis Eurone non utantur, ut colloquia participarent, optaverunt, die Solis insequenti praefecti omnium XXVIII Unionis rerum publicarum denuo Bruxellas convenient. Donaldus Tusk, Europaei Commissionis praeses, Eurozonam in discrimine esse dixit, quo maius adhuc non accidisset: Solis diem esse diem extremae condicionis praestitutam. Tsipras et Hollande, id problema non Graecum, sed Europaeam esse dicentes nil dicunt, quod non omnes scirent. Neque Hilaria Clinton, quae proximum praesidentatum Foederatarum Americae Civitatum petit, crisin Graeciae tragoediam iudicans animos excitat. Plus audentiae emeret Ioannes Claudius Juncker consilium argutum elaboratum esse prodens, si Graeciae exiret. Interea frigoris vis etiam e boreali-orientali Europa Graeciam versus adflat. lc201507Das Gipfeltreffen der Finanzminister und Staatschefs der Eurozone am Dienstag in Brüssel ging ohne Erfolg zu Ende, aber angeblich gab es einen gewissen Fortschritt. Die Griechen legten kein neues Konzept zur Ausgabenreduzierung vor. Dies sollen sie bis Donnerstag zur Beratung vorlegen. Weil einige Staaten der Europäiwschen Union, obwohl sie nicht im Euro sind, wünschten, an den Verhandlungen teilzunehmen, werden sich am nächsten Sonntag die Chefs aller 28 Mitgliedsstaaten der Union erneut in Btüssel treffen. Donald Tusk, der Präsident der Europäischen Kommission, sagte, die Eurozone befinde sich in ihrer bisher schwersten Krise. Der Sonntag sei die Deadline. Wenn Tsipras und Hollande sagen, dass dieses Problem kein griechisches, sondern ein europäisches sei, sagen sie nichts, was nicht alle wüssten. Auch Hillary Clinton, die sich um die nächste Präsidentschaft der USA bewirbt, sagt nichts Aufregendes, wenn sie die Krise Griechenlands als Tragödie beurteilt. Mehr Aufmerksamkeit verdient Jean-Claude Juncker, wenn er preisgibt, dass ein detaillierter Plan für den Grexit ausgearbeitet sei. Inzwischen weht auch ein kalter Wind aus Nord-Ost-Europa Richtung Griechenland.
23.07.2015  Heri vesperi et hac praeterita nocte parlamento Graeco de secunda reformationum collectione disceptandum et decernendum erat, quae ad iurisdictionem atque ad mensas aerarias attinebant. Quae reformationes ut instituerentur, Europaei commodatores stipulati erant, ut colloquia de tertio fasciculo auxiliario incohari possent. Magnum numerum delegatorum, qui factionis gubernantis sunt, etiam hac in re refragaturum, et magnam partem oppositionis suffragaturam esse erat exspectatum. Die Mercurii aliquot milia hominum Athenas in Syntagmatis Plateian se congregaverant, ut invidiosae austeritati reclamitarent. Vis autem, etiam dum parlamentum deliberat, non nisi disperse adhibebatur. Denique rogationes CCXXX delegatis annuentibus, LXIII abnuentibus (inter quos XXXI, qui Syrizae sunt), quinque tacentibus, duobus absentibus acceptae sunt. Iam insequenti die Veneris deliberationes cum praebitoribus de iis auxiliis suppeditandis incipient, quibus Graeci per tres annos dispensationem publicam exaequare possint. lc201507Gestern Abend und in der jetzt vergangenen Nacht musste das griechische Parlament über das zweite Reformpaket debattieren und entscheiden, das sich auf die Justiz und die Banken bezog. Dass diese Reformen durchgeführt würden, hatten sich die europäischen Geldgeber ausbedungen, damit Verhandlungen über ein drittes Hilfspaket beginnen könnten. Es war erwartet worden, dass eine Vielzahl Abgeordneter auch in diesem Fall dagegen stimmen werde und ein großer Teil der Opposition dafür. Am Mittwoch hatten sich einige tausend Leute in Athen auf dem Syntagmaplatz versammelt, um gegen die verhassten Sparauflagen zu demonstrieren. Zu Gewalttätigkeiten kam es während der Parlamentsberatung nur vereinzelt. Schließlich nahmen die Abgeordneten die Anträge an: 230 stimmten dafür, 63 dagegen (darunter 31 Mitglieder der Syriza), 5 enthielten sich, 2 fehlten. Schon am kommenden Freitag werde Beratungen mit den Geldgebern über die Hilfen beginnen, mit denen die Griechen drei Jahre lang ihren Haushalt ausgleichen können.
24.08.2015  Ne hac praeterita nocte Heidenaviae vis in receptaculum profugorum a vulgo rassistico repetatur, biocolytae in rem praesentem venerant et receptaculum intercluserant. Nemini appropinquare licuit nisi eis, qui profugos adiutum venerant. Ita res per noctem relative tranquillatae fuerunt. Sigmarius Gabriel, cancellarius vicarius, percontationem aestivam habens quaestionem, quomodo copiae profugorum reciperentur, maximam difficultatem nominavit, quae Germanis post reconciliationem exsolvenda esset. lc201508In Heidenau war in dieser Nacht, damit die Gewalt, die von einem rassistischen Mob gegen eine Unterkunft für Flüchtlinge ausgeübt worden war, nicht wieder aufflammte, die Polizei vor Ort und hatte die Unterkunft abgeriegelt. Niemand außer denen, die gekommen waren, um die Flüchtlinge zu unterstützen, durfte sich nähern. So blieb die Lage die Nacht über relativ ruhig. Der Vizekanzler Sigmar Gabriel hat in seinem Sommerinterview die Aufnahme der Flüchtlingsscharen als das größte Problem bezeichnet, das Deutschland nach der Wiedervereinigung zu lösen habe.
14.09.2015  Ex ultimo die mensis Augusti LXIII milia profugorum Monacum advenerunt. Etiam Germaniae vixdum facultas est tam multorum profugorum tanta frequentia et celeritate affluentium excipiendorum. Ad eos distribuendos societas ferriviaria foederalis interea, quod tramina specialia defecerunt, etiam regularia tramina adhibet. Ut huic impetui vis displosiva adimeretur, regimen foederale nationales fines Germaniae praeter consuetudinem rursus custodiendos esse decrevit. Imprimis fines, qui Bavariam ab Austria dividunt, eis profugis, qui rato diplomate carent, transgredi non iam licebit. Germanicus administer rerum internarum profugis agnoscendum esse dixit, sibi non licere eam Europae terram, ubi vivere vellent, ad suam voluntatem exquirere. Commeatus ferriviarius inter Austriam et Germaniam in praesentia intermissus est. lc201509Seit Ende August sind in München 63'000 Flüchtlinge angekommen. Auch Deutschland ist kaum mehr in der Lage, so viele Flüchtlinge, die in solcher Dichte und Schnelligkeit andrängen, aufzunehmen. Um sie zu verteilen. setzt die Bundesbahn inzwischen, weil die Sonderzüge ausgehen, auch reguläre Züge ein. Um diesem Ansturm seine explosive Kraft zu nehmen, hat die Bundesregierung beschlossen, die deutschen Grenzen ausnahmsweise wieder zu kontrollieren. Insbesondere die bayrisch-österreichische Grenze dürfen die Flüchtlinge ohne gültige Reisepapiere nicht mehr überqueren. Der deutsche Innenminister sagte, die Flüchtlinge müssten akzeptieren, dass sie sich das Land in Europa, wo sie leben wollten, nicht nach eigenem Wunsch aussuchen könnten. Der Bahnverkehr zwischen Österreich und Deutschland ist zur Zeit ausgesetzt.
06.12.2015  In contignatione ad petroleum proferendum in mari Caspico exstructa nocte diebus Veneris et Saturni interposita incendium exortum est. XXXII homines perisse, XLII vulnerati esse dicuntur. Exhaustionem petrolei Atropatenica societas statalis nomine "Socar" exercet, quae iam die Veneris ductum gasalem vehementibus procellis afflictum et ignem palpitavisse renuntiavit. Praeterea exercitores XXVI operarios, quamquam vis venti, ne salus afferetur, impedivisset, servatos esse divulgavit. Quot operarii in summa in contignatione fuerint, non penitus notum. lc201512Auf einer Ölbohrinsel im Kaspischen Meer ist in der Nacht von Freitag auf Samstag ein Feuer ausgebrochen. 32 Menschen sollen zu Tod gekommen, 42 sollen verletzt worden sein. Die Ölförderung betreibt ein staatliches Unternehmen in Aserbaidschan namens "Socar", das bekannt gab, dass schon am Freitag eine Gasleitung durch starke Stürme beschädigt worden war und ein Feuer aufgelodert war. Außerdem teilten die Betreiber mit, dass 26 Arbeiter, obwohl heftiger Wind ihre Bergung behinderte, gerettet worden seien. Wie viele Arbeiter insgesamt auf der Bohrinsel waren, ist nicht genau bekannt.
09.VII.2016  Summi gradus repraesentantes civitatum, quae defensoriam societatem NATO explent, hac hebdomade vergente, ut suo concentu sollicitudines civitatum Russiae adfinium, imprimis Balticarum et Poloniae, dissiparent, Varsoviam convenerunt. Praeceptum commune est, ut et vis militaris animique praesentia in Russiam demonstretur et rursus manibus ad pacificandum porrectis consultationes ad omnes difficultates solvendas offerantur. lc201607
09.08.2016  Numerus Americanorum Republicanorum, qui Donaldo Trump candidato praesidiali non acquiescunt, tantus est, ut nunc Republicanus quidam Evan McMullin nomine cum eo de praesidatu concertare se offirmet. Qui quadraginta annos natus plerisque Americanis ignotus est. Quod sectarius ecclesiae Mormonicae est, unum annum in missionaria statione Brasiliana operabatur. Deinde actor Centrali Intellegentiae Americanae in variis Africae et Asiae regionibus inservivit. Suam candidaturam his fere verbis defendit: "Numquam sero venis, si rectum facere vis. Americani melius quid merentur, quam cuncta, quae Donaldus Trump et Hilaria Clinton nobis offerunt. Demisse totum me milionibus Americanis, quibus pennae decisae sunt, candidatum conservativum committo." Etiamsi McMullin vix se feliciter successurum sperandum est, tamen fieri possit, ut Donaldo Trump definitive noceat. lc201608
24.08.2016  In Italia Centrali hodie de quarta vigilia terra mota est. Vis terraemotus erat magnitudine 6.2 unitatum. Eius epicentron erat in regione septuaginta septem chiliometra a Perusia urbe ad meridiem vergente. Eius percussiones etiam Romae animadvertebantur. Interea etiam severa detrimenta e regionibus afflictis nuntiantur. lc201608
31.08.2016  "Si vis pacem, foveas hostem hostium!" Haec fere asserit Israeliticum quoddam meditatorium politicum, cuius directori nomen est Ephraim Inbar. Qui inopinatam thesin propagat civitatum occidentalium (et Israelae) magis interesse Islamicum Statum, qui dicitur, debilitari quidem neque tamen excaudicari, sed aliquatenus reliquum fieri. - Cur tandem meo hosti, qui mihi quam maxime nocere velit, parcam? Quod absurdum videtur, callidum praedexterumque apparet, siquidem iste hostis neque praepotens est et alios meos hostes sibi circumligat, qui alioquin se ad me converterent. Islamicus Status autem primum non praepollet: adhuc nusquam nisi in civitatibus naufragatis victorias reportavit. Deinde quid facerent omnes malefici (Hisbolla, Frons Al-Nusra, praeses Assad, Irania, Russia, ...), si non iam in Islamico Statu bello persequendo occupati essent? Nonne islamistae radicalismo dediti Parisiis, Berolini, ubique terrarum, insidias collocarent, si non iam in califatum proficiscerentur, ut ibi suum animos denudarent suaque corpora in acie perderent? - Ne mihi despexeris, qui in contrarium cogitant; nam optimum saepe e contrario nitet! lc201608"Wenn du Frieden willst, hege den Feind deiner Feinde!" Diese Devise vertritt in Israel ein politischer Thinktank, dessen Direktor Ephraim Inbar heißt. Der propagiert die überraschende These, dass es für die westlichen Staaten (und Israel) von größerem Interesse sei, den sogenannten Islamischen Staat zwar zu schwächen, aber nicht auszurotten, sondern bis zu einem gewissen Grad überlebn zu lassen. - Warum in aller Welt sollte ich meinen Feind, der mir möglichst schaden will, schonen? Was aberwitzig erscheint, erweist sich als überaus raffiniert, wenn dieser Feind einerseits nicht übremächtig ist und andererseits andere Feinde von mit an sich bindet, die sich andernfalls gegen mich wendeten. Der Islamische Staat ist aber erstens nicht übermächtig: bisher hat er nur in gescheiterten Staaten Siege errungen. Was würden zweitens alle Bösewichte (Hisbolla, Al-Nusra-Front, Präsident Assad, Iran, Russland, …) anrichten, wenn sie nicht mehr mit der Kriegführung gegen den Islamischen Staat beschäftigt wären? Würden nicht die dem Radikalismus huldigenden Islamisten in Paris, Berlin, in aller Welt Anschläge verüben, wenn sie nicht mehr in das Kalifat reisten, um dort ihre Gesinnung zu entlarven und selbst auf dem Schachtfeld zu bleiben? - Verachte mir nicht die Querdenker, denn das Beste erhellt oft aus queren Gedanken.
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