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Beleg gesucht für: verum
Belege des Suchbegriffs aus ausgewählten Texten (vollständig: Caes.Gall., Cic.Arch., Cic.S.Rosc., Cic.Lael.)
neque verum esse, qui suos fines tueri non potuerint, alienos occupare, neque ullos in Gallia vacare agros, qui dari tantae praesertim multitudini sine iniuria possint; Caes.Gall.4,8,2Wer sein eigenes Gebiet nicht behaupten konnte, der habe keinen Anspruch, fremdes Land in Besitz zu nehmen. In Gallien gebe es auch durchaus keine so herrenlose Felder, um ohne Rechtsverletzung eine solche Menschenmasse darauf anweisen zu können.
verum ubi pro labore desidia, pro continentia et aequitate lubido atque super bia invasere, fortuna simul cum moribus inmutatur. Sall.Cat.2,5Wo aber freilich Tätigkeit durch Faulhaut, Selbstbeherrschung und Billigkeit durch Genusssucht und Launenhaftigkeit verdrängt sind, da wandelt sich mit den Sitten zugleich das Glück -
verum enim vero is demum mihi vivere atque frui anima videtur, qui aliquo negotio intentus praeclari facinoris aut artis bonae famam quaerit. Sall.Cat.2,9In der Tat lebt aber nach meiner Überzeugung, das heißt, genießt sein Leben nur derjenige, der unter einiger Mühe mit Energie den Ruhm einer herrlichen Tat oder einer edlen Kunst erstrebt.
Atheniensium res gestae, sicuti ego aestumo, satis amplae magnificaeque fuere, verum aliquanto minores tamen quam fama feruntur. Sall.Cat.8,2Die Taten der Athener waren nach meiner Schätzung ganz groß und herrlich, jedoch beträchtlich geringer als sie in der Überlieferung erscheinen;
verum illi delubra deorum pietate, domos suas gloria decorabant, neque victis quicquam praeter iniuriae licentiam eripiebant. Sall.Cat.12,4In der Tat, diese Alten sahen Frömmigkeit als den schönsten Schmuck der Tempel, Ruhm für die höchste Zier ihrer Privathäuser und entzogen Besiegten nichts als die Freiheit, Unrecht zu tun;
verum enim vero, pro deum atque hominum fidem, victoria in manu nobis est, viget aetas, animus valet; contra illis annis atque divitiis omnia consenuerunt. tantummodo incepto opus est, cetera res expediet. Sall.Cat.20,10Nein, fürwahr, bei allem, was Göttern und Menschen heilig ist, der Sieg ist uns gewiss, jugendlich kraftvoll ist unser Körper, stark unser Mut; dagegen herrscht bei jenen dort in Folge der Jahre und der Genüsse nichts als Altersschwäche. Wir müssen nur anfangen; alles andere gibt die Zeit.
luxuria atque inopia praeceps abierat. verum ingenium eius haud absurdum: posse versus facere, iocum movere, sermone uti vel modesto vel molli vel procaci; prorsus multae facetiae multusque lepos inerat. Sall.Cat.25,5Durch Verschwendung und Mittellosigkeit war sie jählings gesunken. Aber ihre Begabung war ganz annehmbar: sie konnte Verse machen, Witz spielen lassen, bald zurückhaltend, bald gefühlvoll, bald ungeniert reden, kurz: sie besaß viel Anmut und Laune.
namque, uti paucis verum absolvam, post illa tempora quicumque rem publicam agitavere, honestis nominibus, alii sicuti populi iura defenderent, pars quo senatus auctoritas maxuma foret, bonum publicum simulantes pro sua quisque potentia certabant. Sall.Cat.38,3Denn um mit wenigen Worten die volle Wahrheit auszusprechen: alle, die während der damaligen Zeiten im Staat wühlten, stritten unter schönen Namen, die einen als ob sie die Volksrechte verteidigten, die anderen um die Regierungsgewalt in den Händen des Senats zu stärken, jeder unter dem Deckmantel des Gemeinwohls, in Wahrheit nur für den eigenen Einfluss.
sed ubi Tarquinius Crassum nominavit, hominem nobilem, maxumis divitiis, summa potentia, alii rem incredibilem rati, pars tametsi verum existumabant, tamen quia in tali tempore tanta vis hominis magis leniunda quam exagitanda videbatur, plerique Crasso ex negotiis privatis obnoxii, conclamant indicem falsum esse, deque ea re postulant, uti referatur. Sall.Cat.48,5Als aber Tarquinius den Namen des Crassus, eines adligen, sehr reichen und einflussreichen Mannes aussprach, da rief man laut, die Angaben seien erlogen, und forderte, die Sache zur Abstimmung zu bringen; die einen, weil sie die Sache für unglaubwürdig hielten, manche aber, weil sie, obwohl sie es für wahr erachteten, doch in einem so bedenklichen Moment für richtiger ansahen, den so mächtigen Mannes zu beschwichtigen als zu reizen, die meisten aber, weil sie Crassus wegen Geldgeschäften verpflichtet waren.
haud facile animus verum providet, ubi illa officiunt, neque quisquam omnium lubidini simul et usui paruit. Sall.Cat.51,2Nicht leicht trifft man das Rechte, sobald einen jene Regungen blenden und keiner von allen hat je den Erfordernissen der Vernunft und der Leidenschaft zugleich Rechnung getragen.
verum sententia eius mihi non crudelis - quid enim in talis homines crudele fieri potest? - sed aliena a re publica nostra videtur. Sall.Cat.51,17aber sein Antrag erscheint mir nicht etwa als grausam - denn gibt es Grausamkeit gegen solche Menschen? - sondern als dem Charakter unseres Staates nicht entsprechend.
verum parcite dignitati Lentuli, si ipse pudicitiae, si famae suae, si dis aut hominibus umquam ullis pepercit. Sall.Cat.52,32Ja, nehmt Rücksicht auf den hohen Rang des Lentulus, wenn er selbst auf seine Achtbarkeit, seinen Ruf, auf Götter und Menschen je Rücksicht genommen hat!
At vero nos vicesimum iam diem patimur hebescere aciem horum auctoritatis. Habemus enim eius modi senatus consultum, verum inclusum in tabulis, tamquam in vagina reconditum, quo ex senatus consulto confestim te interfectum esse, Catilina, convenit. Cic.Catil.1,4Wir aber lassen schon seit zwanzig Tagen die Schärfe des Beschlusses dieser Senatoren sich abstumpfen. Denn wir haben einen solchen Senatsbeschluss, doch niedergelegt in den Protokollen, wie ein in der Scheide steckendes Schwert: einen Senatsbeschluss, in Folge dessen du, Catilina, augenblicklich hättest getötet werden sollen.
Verum ego hoc, quod iam pridem factum esse oportuit, certa de causa nondum adducor, ut faciam. Tum denique interficiere, cum iam nemo tam improbus, tam perditus, tam tui similis inveniri poterit, qui id non iure factum esse fateatur. Cic.Catil.1,5Doch wiewohl dies schon längst hätte geschehen sollen, so kann ich mich doch aus einem gewissen Grund noch nicht entschließen, es zu tun. Dann erst werde ich dich töten, wenn niemand mehr sich finden wird, der so ruchlos und so schlecht wäre, nicht zu erkennen, dass es mit Recht geschehen sei.
Num me fefellit, Catilina, non modo res tanta tam atrox tamque incredibilis, verum, id quod multo magis est admirandum, dies? Cic.Catil.1,7Ist, Catilina, meine Ankündigung nicht allein dieses so großen , so grässlichen, so unglaublichen Ereignisses, sondern auch, was noch mehr zu verwundern ist, selbst des Tages nicht eingetroffen?
Quae tecum, Catilina, sic agit et quodam modo tacita loquitur: 'Nullum iam aliquot annis facinus exstitit nisi per te, nullum flagitium sine te; tibi uni multorum civium neces, tibi vexatio direptioque sociorum impunita fuit ac libera; tu non solum ad neglegendas leges et quaestiones verum etiam ad evertendas perfringendasque valuisti. Cic.Catil.1,18Dieses Vaterland, Catilina, verhandelt so mit dir und spricht gleichsam schweigend zu dir: „Seit einer beträchtlichen Zahl von Jahren schon ist kein frevelhaftes Unternehmen von einem andern als von dir ausgegangen, keine Schandtat geschehen ohne dich; dir allein ist die Ermordung vieler Bürger und die Quälerei und Beraubung der Bundesgenossen frei und ungestraft hingegangen. Du hast nicht allein zur Herabwürdigung der Gesetze und gerichtlichen Untersuchungen mitgewirkt, sondern auch dazu, sie zu untergraben und ihre Schranken zu durchbrechen.
Nactus es ex perditis atque ab omni non modo fortuna verum etiam spe derelictis conflatam improborum manum. Cic.Catil.1,25Du hast eine aus liederlichen und nicht allein von allem Glück, sondern auch von aller Hoffnung verlassenen Menschen zusammengerottete Bande von Bösewichtern gefunden.
Ad huius vitae studium meditati illi sunt, qui feruntur labores tui, iacere humi non solum ad obsidendum stuprum verum etiam ad facinus obeundum, vigilare non solum insidiantem somno maritorum verum etiam bonis otiosorum. Cic.Catil.1,26Für die Geschäfte eines solchen Lebens waren eine Vorübung jene Anstrengungen, die man an dir rühmt: auf dem Boden zu liegen, um nicht allein den Augenblick einer Buhlschaft abzuwarten, sondern auch die Tat zu vollbringen; zu wachen, nicht allein um den Schlaf der Ehemänner zu belauern, sondern auch den Gütern der Ruhenden aufzulauern.
Quamquam non nulli sunt in hoc ordine, qui aut ea, quae imminent, non videant aut ea, quae vident, dissimulent, qui spem Catilinae mollibus sententiis aluerunt coniurationemque nascentem non credendo conroboraverunt, quorum auctoritate multi non solum improbi verum etiam imperiti, si in hunc animadvertissem, crudeliter et regie factum esse dicerent. Cic.Catil.1,30Zwar gibt es einige von diesem Stand, die entweder, was bevorsteht, nicht sehen oder, was sie sehen, zu verbergen suchen. Diese haben Catilinas Hoffnung durch ihre milden Abstimmungen genährt und die Entstehung der Verschwörung durch ihr Nichtglauben gestärkt. Ihrem Urteil folgend würden viele, nicht nur schlechte Menschen, sondern auch Leute von beschränkter Einsicht, wenn ich diesen bestraft hätte, behauptet haben, ich hätte grausam und wie ein König gehandelt.
Quod si sese eiecerit secumque suos eduxerit et eodem ceteros undique conlectos naufragos adgregarit, exstinguetur atque delebitur non modo haec tam adulta rei publicae pestis verum etiam stirps ac semen malorum omnium. Cic.Catil.1,30Wenn er sich hingegen selbst verbannt, die Seinigen mitnimmt und alle anderen überall aufgelesenen Schiffbrüchigen am selben Ort zu einer Bande vereinigt hat, wird nicht allein diese schon so weit gediehene Pest des Staates, sondern auch der Keim und die Wurzel aller Übel ausgerottet und vertilgt werden.
sed ne cui vestrum mirum esse videatur, me in quaestione legitima et in iudicio publico, cum res agatur apud praetorem populi Romani, lectissimum virum, et apud severissimos iudices, tanto conventu hominum ac frequentia hoc uti genere dicendi, quod non modo a consuetudine iudiciorum verum etiam a forensi sermone abhorreat, quaeso a vobis, ut in hac causa mihi detis hanc veniam accommodatam huic reo, vobis, quem ad modum spero, non molestam, ut me pro summo poeta atque eruditissimo homine dicentem hoc concursu hominum litteratissimorum, hac vestra humanitate, hoc denique praetore exercente iudicium, patiamini de studiis humanitatis ac litterarum paulo loqui liberius et in eius modi persona, quae propter otium ac studium minime in iudiciis periculisque tractata est, uti prope novo quodam et inusitato genere dicendi. Cic.Arch.3.aDamit es aber keiner von euch verwunderlich finde, dass ich bei einer gesetzlichen Untersuchung und einem öffentlichen Anklageprozess, wo die Sache vor dem Prätor des römischen Volkes, einem Mann von größter Geradheit und Folgerichtigkeit, und vor sehr strengen Richtern verhandelt wird, bei einer so zahlreichen Versammlung von Anwesenden, eine solche Art des Vortrags wähle, die nicht allein der Gewohnheit bei Gerichten, sondern auch der Redeweise des Forums fremd ist, so bitte ich euch, dass ihr mir in dieser Sache eine Vergünstigung gewährt, die diesem Beklagten angemessen und euch, wie ich hoffe, nicht beschwerlich ist, dass ihr mir nämlich hier, wo ich für einen großen Dichter und Gelehrten zu sprechen habe, in diesem zahlreichen Kreis sehr unterrichteter Menschen, bei der Bildung die ihr selbst besitzt, wo endlich dieser Prätor das Gericht leitet, vergönnt, erlaubt, mich über die Studien der Wissenschaften, die zur allgemeinen Bildung gehören, etwas freier zu verbreiten, und bei einem solchen Charakter, der wegen seiner gelehrten Muße in Prozessen und Anklagen durchaus noch nie Gegenstand einer Verhandlung gewesen ist, eine fast neue und ungewöhnliche Art des Vortrags anzuwenden.
quod si mihi a vobis tribui concedique sentiam, perficiam profecto, ut hunc A. Licinium non modo non segregandum, cum sit civis, a numero civium, verum etiam, si non esset, putetis asciscendum fuisse. Cic.Arch.4.aWenn ich annehmen darf, dass ihr mir dies zugesteht und gestattet, so werde ich gewiss meinen Zweck erreichen, dass ihr euch nämlich überzeugt, dieser Aulus Licinius dürfe, da er Bürger ist, nicht allein aus der Zahl der Bürger nicht ausgeschlossen, sondern er müsse, wenn er es noch nicht wäre, als Bürger aufgenommen werden.
sed erat hoc non solum ingeni ac litterarum, verum etiam naturae atque virtutis, ut domus, quae huius adulescentiae prima favit, eadem esset familiarissima senectuti. Cic.Arch.5.fAber auch das ist nicht allein eine Wirkung seines Talents und seiner wissenschaftlichen Bildung, sondern auch seines Charakters und seiner Tugend, das dasselbe Haus, das ihm in seiner Jugend das erste war, ihm auch im Alter das befreundetste blieb.
erat temporibus illis iucundus Q. Metello illi Numidico et eius Pio filio, audiebatur a M. Aemilio, vivebat cum Q. Catulo et patre et filio, a L. Crasso colebatur, Lucullos vero et Drusum et Octavios et Catonem et totam Hortensiorum domum devinctam consuetudine cum teneret, adficiebatur summo honore, quod eum non solum colebant, qui aliquid percipere atque audire studebant, verum etiam si qui forte simulabant. Cic.Arch.6.aEr war um jene Zeit beliebt bei jenem Quintus Metellus, dem Besieger Numidiens, und seinem Sohn Pius; es hörte ihn Marcus Aemilius; er lebte in Gesellschaft des Quintus Catulus, des Vaters und des Sohnes; ihn ehrte Lucius Crassus; da er aber mit den Lucullern, mit Drusus, mit denen Octaviern und mit Cato und dem ganzen Haus der Hortensier durch die engsten Verhältnisse eines vertrauten Umgangs verbunden blieb, so genoss er die größte Achtung, weil ihn nicht allein solche, die etwas zu lernen und zu hören wünschten, sondern auch wohl solche, die sich nur den Schein davon gaben, auszuzeichnen pflegten.
quam multas nobis imagines, non solum ad intuendum, verum etiam ad imitandum fortissimorum virorum expressas, scriptores et Graeci et Latini reliquerunt! quas ego mihi semper in administranda re publica proponens animum et mentem meam ipsa cogitatione hominum excellentium conformabam. Cic.Arch.14.cWie viele lebendige Schilderungen der wackersten Männer haben uns die griechischen und lateinischen Schriftsteller nicht allein zur Anschauung, sondern auch zur Nachahmung hinterlassen! Sie habe ich mir stets bei der Verwaltung meiner politischen Ämter vorgehalten und so eben durch den Gedanken an jene trefflichen Männer Urteil und Entscheidung gebildet.
Mithridaticum vero bellum magnum atque difficile et in multa varietate terra marique versatum totum ab hoc expressum est; qui libri non modo L. Lucullum, fortissimum et clarissimum virum, verum etiam populi Romani nomen inlustrant. Cic.Arch.21.aDen so bedeutenden und schwierigen Mithridatische Krieg aber, der sich unter manchen Wechseln über Land und Meer verbreitete, hat dieser Archias hier vollständig geschildert. Dieses Werk verherrlicht nicht bloß den Lucius Lucullus, diesen hochberühmten Helden, sondern auch den Namen des römischen Volkes.
atque ut id libentius faciatis, iam me vobis, iudices, indicabo et de meo quodam amore gloriae nimis acri fortasse, verum tamen honesto vobis confitebor. Cic.Arch.28.aUnd damit ihr dies umso lieber tut, ihr Richter, will ich mich vor euch selbst bekennen und euch über meine vielleicht allzu heftige, doch ehrenwerte Liebe zum Ruhm ein Geständnis ablegen.
quae cum ita sint, petimus a vobis, iudices, si qua non modo humana verum etiam divina in tantis ingeniis commendatio debet esse, ut eum, qui vos, qui vestros imperatores, qui populi Romani res gestas semper ornavit, qui etiam his recentibus nostris vestrisque domesticis periculis aeternum se testimonium laudis daturum esse profitetur, quique est ex eo numero, qui semper apud omnis sancti sunt habiti itaque dicti, sic in vestram accipiatis fidem, ut humanitate vestra levatus potius quam acerbitate violatus esse videatur. Cic.Arch.31.bDaher bitte ich euch, ihr Richter, – wofern es in so wichtiger Angelegenheit nicht bloß eine menschliche, sondern auch eine göttliche Empfehlung geben muss – dass ihr den Mann, der eure Feldherrn, der die Taten des römischen Volkes stets verherrlicht hat, der auch verspricht, diesen neuerlich von mir und euch für das Innere des Staates bestandenen Gefahren ein unvergängliches Zeugnis des Lobes zu erteilen, der unter die zählt, die stets von allen heilig gehalten und so genannt wurden – dass ihr diesen so unter euren Schutz stellt, dass man von euch urteilen möge, ihr hättet ihm lieber durch eure Milde sein Schicksal erleichtern als ihn durch eure Strenge verletzen wollen.
Atque illud est probabilius, neque tamen verum, quod Socrates dicere solebat, omnis in eo, quod scirent, satis esse eloquentis; illud verius, neque quemquam in eo disertum esse posse, quod nesciat, neque, si optime sciat ignarusque sit faciundae ac poliendae orationis, diserte id ipsum, de quo sciat, posse dicere. Cic.de_orat.1,63.Und das hat einen ziemlichen Schein von Wahrheit, ist jedoch nicht wahr, was Sokrates zu sagen pflegte, alle seien in dem, was sie wissen, hinlänglich beredt; wahrer ist das: Niemand kann in dem beredt sein, was er nicht weiß; aber wenn er es auch noch so gut weiß und nicht versteht, die Rede zu bilden und zu glätten, so kann er selbst das, wovon er Kenntnis hat, nicht beredt vortragen.
Verum si tibi ipsi nihil deest, quod in forensibus rebus civilibusque versatur, quin scias, neque eam tamen scientiam, quam adiungis oratori, complexus es, videamus ne plus ei tribuamus quam res et veritas ipsa concedat.' Cic.de_orat.1,77.Doch wenn es dir an keiner Kenntnis der gerichtlichen und bürgerlichen Angelegenheiten gebricht und du doch die Wissenschaft nicht umfasst hast, die du dem Redner beigesellst, so las uns sehen, ob du ihm nicht mehr zuteilst, als es die Sache und Wirklichkeit zulässt."
Sin autem ea, quae observata sunt in usu ac tractatione dicendi, haec ab hominibus callidis ac peritis animadversa ac notata, verbis definita, generibus inlustrata, partibus distributa sunt - id quod video potuisse fieri - , non intellego, quam ob rem non, si minus illa subtili definitione, at hac vulgari opinione ars esse videatur. Sed sive est ars sive artis quaedam similitudo, non est ea quidem neglegenda; verum intellegendum est alia quaedam ad consequendam eloquentiam esse maiora.' Cic.de_orat.1,109.Wenn aber die Beobachtungen, die man in der Erfahrung und Ausübung der Rede macht, von einsichtsvollen und erfahrenen Männern bemerkt und aufgezeichnet, durch Worte bestimmt, nach den Gattungen erläutert und in gewisse Abteilungen gebracht worden sind – und dies, begreife ich, konnte geschehen –, so sehe ich nicht ein, warum man dieses nicht, wenn auch nicht nach jener strengen Begriffsbestimmung, so doch nach unserer gewöhnlichen Ansicht für Wissenschaft halten dürfe. Aber was es auch sein mag, Wissenschaft oder etwas der Wissenschaft Ähnliches, sicherlich darf man es nicht vernachlässigen; nur muss man einsehen, dass es noch andere Dinge gibt, welche zur Erreichung der Beredsamkeit von größerer Wichtigkeit sind."
Verum ego hanc vim intellego esse in praeceptis omnibus, non ut ea secuti oratores eloquentiae laudem sint adepti, sed, quae sua sponte homines eloquentes facerent, ea quosdam observasse atque collegisse; sic esse non eloquentiam ex artificio, sed artificium ex eloquentia natum; quod tamen, ut ante dixi, non eicio; est enim, etiam si minus necessarium ad bene dicendum, tamen ad cognoscendum non inliberale; Cic.de_orat.1,146.Doch es leuchtet mir ein, dass alle Regeln nicht einen solchen Einfluss haben, dass Redner durch ihre Befolgung den Ruhm der Beredsamkeit erlangt hätten, sondern dass dasjenige, was beredte Männer von selbst leisteten, von einigen beobachtet und in eine gewisse Ordnung gebracht worden und demzufolge nicht die Beredsamkeit aus der Kunst, sondern die Kunst aus der Beredsamkeit entstanden ist. Indes verwerfe ich, wie gesagt, die Kunst nicht. Denn wenn sie auch nicht gerade unentbehrlich für die Beredsamkeit ist, so, gereicht doch ihre Erlernung einem Menschen von guter Erziehung zur Zierde.
'Hanc ipsam' inquit Sulpicius 'nosse volumus; ac tamen ista, quae abs te breviter de arte decursa sunt, audire cupimus, quamquam sunt nobis quoque non inaudita; verum illa mox; nunc de ipsa exercitatione quid sentias quaerimus.' Cic.de_orat.1,148."Gerade diese Vorübungen", fiel Sulpicius ein, "möchten wir gern kennenlernen; doch auch jene Kunstregeln, die du nur kurz durchlaufen hast, wünschen wir zu hören, obwohl sie uns nicht ganz neu sind. Doch hiervon bald nachher; für jetzt ersuchen wir dich um deine Ansicht über diese Vorübung."
Verum, quoniam sententiae atque opinionis meae voluistis esse participes, nihil occultabo et, quoad potero, vobis exponam, quid de quaque re sentiam. Antoni incredibilis quaedam et prope singularis et divina vis ingeni videtur, etiam si hac scientia iuris nudata sit, posse se facile ceteris armis prudentiae tueri atque defendere; quam ob rem hic nobis sit exceptus; ceteros vero non dubitabo primum inertiae condemnare sententia mea, post etiam impudentiae; Cic.de_orat.1,172.Doch weil ihr nun einmal meine Ansicht und Meinung wissen wollt, so will ich nichts verhehlen und euch nach Kräften meine Gedanken über jeden einzelnen Gegenstand auseinandersetzen. Des Antonius unglaubliche und fast einzige und unvergleichliche Geisteskraft scheint, auch wenn sie von dieser Kenntnis des Rechtes entblößt ist, sich leicht durch die übrigen Waffen der Einsicht schützen und verteidigen zu können. Darum wollen wir mit ihm eine Ausnahme machen; aber alle anderen werde ich ohne Bedenken durch meine Stimme zuerst der Trägheit, dann aber auch der Unverschämtheit schuldig erklären.
verum hoc ingrediar ad ea, quae vultis, audacius, quod idem mihi spero usu esse venturum in hac disputatione, quod in dicendo solet, ut nulla exspectetur ornata oratio: neque enim sum de arte dicturus, quam numquam didici, sed de mea consuetudine; ipsaque illa, quae in commentarium meum rettuli, sunt eius modi, non aliqua mihi doctrina tradita, sed in rerum usu causisque tractata; quae si vobis, hominibus eruditissimis, non probabuntur, vestram iniquitatem accusatote, qui ex me ea quaesieritis, quae ego nescirem; meam facilitatem laudatote, cum vobis non meo iudicio, sed vestro studio inductus non gravate respondero.' Cic.de_orat.1,208.Doch ich will um so dreister auf euer Verlangen eingehen, weil es, wie ich hoffe, bei der gegenwärtigen Unterredung ebenso der Fall sein wird, wie es bei meiner öffentlichen Rede zu sein pflegt, dass man keinen geschmückten Vortrag von mir erwartet. Ich gedenke ja nicht von der Kunst zu reden, die ich nie erlernt habe, sondern von meiner Gewohnheit, wie denn auch das, was ich in meinen Leitfaden aufgenommen habe, von derselben Art ist, nicht durch gelehrten Unterricht mir mitgeteilt, sondern auf Erfahrung und wirklichen Rechtsverhandlungen beruhend. Findet dieses nun bei euch so gelehrten Männern keine Billigung, so müsst ihr eure eigene Unbilligkeit anschuldigen, da ihr mich um Dinge befragt, die ich nicht weiß, und meine Nachgiebigkeit loben, wenn ich euch nicht aus eigenem Entschluss, sondern auf euer Verlangen ohne viele Umstände Rede stehe."
Te autem alio quodam modo non solum natura et moribus, verum etiam studio et doctrina esse sapientem, nec sicut vulgus, sed ut eruditi solent appellare sapientem, qualem in reliqua Graecia neminem (nam qui septem appellantur, eos, qui ista subtilius quaerunt, in numero sapientium non habent), Athenis unum accepimus, et eum quidem etiam Apollinis oraculo sapientissimum iudicatum; Cic.Lael.7.aDich aber nennt man aus anderen Rücksichten so. Du verdankt es nicht bloß deiner praktisch ausgebildeten Gemütsart und Sittlichkeit, sondern auch deiner Vorliebe für die Wissenschaft und deiner Gelehrsamkeit, dass man dich nicht nach dem Begriff der Menge und des Gelehrten den Weisen nennt, wie uns vielleicht ganz Griechenland keinen aufstellt. Denn derjenige, der die Sache genauer nimmt, rechnet die so genannten Sieben nicht unter die Zahl der Weisen. Einen von Athen nennt die Geschichte, und zwar einen Mann, den selbst Apollons Spruch für den weisesten erklärte.
qui duabus urbibus eversis inimicissimis huic imperio non modo praesentia verum etiam futura bella delevit. Cic.Lael.11.der, der durch Zerstörung zweier Städte, die Todfeinde des römischen Reiches waren, den Krieg nicht nur für die Gegenwart, sondern auch für die Zukunft im Keim erstickt hat.
Verum enim amicum qui intuetur, tamquam exemplar aliquod intuetur sui. Cic.Lael.23.bDenn im wahren Freund erblickt jeder das Abbild seines eigenen Ichs.
Nam utilitates quidem etiam ab iis percipiuntur saepe, qui simulatione amicitiae coluntur et observantur temporis causa, in amicitia autem nihil fictum est, nihil simulatum et, quidquid est, id est verum et voluntarium. Cic.Lael.26.eVorteile genießt man auch von denen, die man nur unter der Maske der Freundschaft ehrt und um der Zeitumstände willen hochachtet. Die Freundschaft dagegen kennt keine Verstellung, keine Heuchelei, und was in ihr liegt, ist Wahrheit und freier Wille.
concedetur profecto verum esse, ut bonos boni diligant adsciscantque sibi quasi propinquitate coniunctos atque natura. Cic.Lael.50.bso ergibt sich unstreitig daraus die Wahrheit, dass der Gute nur den Guten lieben und den annehmen soll, der gleichsam durch eine natürliche Verwandtschaft an ihn gebunden ist.
Ita fit verum illud, quod initio dixi, amicitiam nisi inter bonos esse non posse. Cic.Lael.65.eSo bestätigt sich die Wahrheit des anfangs aufgestellten Satzes, dass Freundschaft nur unter tugendhaften Menschen denkbar ist.
Verum ergo illud est, quod a Tarentino Archyta, ut opinor, dici solitum nostros senes commemorare audivi ab aliis senibus auditum: Cic.Lael.88.aWahr ist also jener Ausspruch, von dem, wenn ich nicht irre, die Alten bei uns erwähnten, der Tarentiner Archytas habe ihn im Mund geführt, und sie hätten ihn wieder von Alten aus früherer Zeit gehört:
Sed nescio quo modo verum est, quod in Andria familiaris meus dicit: "Obsequium amicos, veritas odium parit." Cic.Lael.89.aAber leider ist nur zu wahr, was mein Freund Terenz in seinem „Mädchen von Andros“ sagt: "Willfährigkeit schafft Freunde, Wahrheit Hass." (1,41)
Cuius autem aures clausae veritati sunt, ut ab amico verum audire nequeat, huius salus desperanda est. Cic.Lael.90.aWer aber sein Ohr der Wahrheit so sehr verschließt, dass er sie nicht einmal von seinem Freund hören will, an dessen Rettung darf man verzweifeln.
Scitum est enim illud Catonis, ut multa: melius de quibusdam acerbos inimicos mereri quam eos amicos, qui dulces videantur; illos verum saepe dicere, hos numquam. Cic.Lael.90.bVon Erfahrung zeugt jener Einfall Catos, wie so vieles von ihm: "Bittere Feinde machten sich um manche verdienter als scheinbar angenehm höfliche Freunde. Jene sagten doch oft die Wahrheit, diese niemals."
Quod si in scaena, id est in contione, in qua rebus fictis et adumbratis loci plurimum est, tamen verum valet, si modo id patefactum et illustratum est, quid in amicitia fieri oportet, quae tota veritate perpenditur? Cic.Lael.97.aWenn nun auf der Bühne, ich meine auf der Rednerbühne, wo Erdichtung und Täuschung ganz vorzüglich ihre Stelle finden, die Wahrheit selbst dann, wenn sie sich nur im hellen und klareren Licht zeigt, ihr Gewicht behauptet, wie viel muss sie nicht in der Freundschaft gelten, deren ganzer Wert auf der Waagschale der Wahrheit abgewogen wird!
Nulla est igitur haec amicitia, cum alter verum audire non vult, alter ad mentiendum paratus est. Cic.Lael.98.dDas ist nun wohl keine Freundschaft, wenn der eine die Wahrheit nicht hören mag, und der andere nur zum Lügen bereit ist.
verum ego magis exitum illorum litteris quam spe certa exspectabam; nam quid sperem potentissimo inimico, dominatione obtrectatorum, infidelibus amicis, plurimis invidis? Cic.ad Q.fr.1,4,2,3Übrigens ließen mich mehr ihre Briefe als eine begründete Hoffnung einen Erfolg erwarten. Denn worauf hätte ich hoffen sollen bei dem übergroßen Einfluus meiner Feinde, der Machtfülle meiner Gegner, der Untreue meiner Freunde, dem Neid der meisten?
Verum haec absint velim. Cic.ad Q.fr.1,4,5,5Doch möge das fernbleiben!
deinde quod ceterorum neque dictum obscurum potest esse propter nobilitatem et amplitudinem neque temere dicto concedi propter aetatem et prudentiam, ego si quid liberius dixero, vel occultum esse propterea, quod nondum ad rem publicam accessi, vel ignosci adulescentiae meae poterit; tametsi non modo ignoscendi ratio verum etiam cognoscendi consuetudo iam de civitate sublata est. Cic.S.Rosc.3.bWenn sodann von den anderen keine Rede verborgen bleiben kann wegen ihrer Berühmtheit und ihres Ranges, und kein keckes Wort Nachsicht finden kann wegen ihres Alters und ihrer Klugheit, so wird dagegen, wofern ich mich etwas frei ausdrücke, dies darum, weil ich noch kein Staatsamt begleite, verborgen bleiben oder meiner Jugend zugute gehalten werden können, wiewohl nicht allein der Grundsatz nachsichtiger Beurteilung, sondern auch die Gewohnheit umsichtiger Untersuchung jetzt aus dem Staat verschwunden ist.
his de causis ego huic causae patronus exstiti, non electus unus, qui maximo ingenio sed relictus ex omnibus, qui minimo periculo possem dicere, neque uti satis firmo praesidio defensus Sex. Roscius, verum uti ne omnino desertus esset. Cic.S.Rosc.5.aAus diesen Gründen trete ich als Anwalt in dieser Sache auf, nicht als wäre ich der einzige Auserwählte, der das größte Talent zu sprechen hätte, sondern als der letzte von allen, der es mit der geringsten Gefahr zu tun vermag: und nicht damit Sextus Roscius einen hinreichend starken Schutz in meiner Verteidigung finde, sondern damit er nicht ganz verlassen bleibe.
qui ex civitate in senatum propter dignitatem, ex senatu in hoc consilium delecti estis propter severitatem, ab his hoc postulare homines sicarios atque gladiatores, non modo ut supplicia vitent, quae a vobis pro maleficiis suis metuere atque horrere debent, verum etiam ut spoliis ex hoc iudicio ornati auctique discedant? Cic.S.Rosc.8.cdass Meuchelmörder und Klopffechter von euch, die ihr aus der Bürgerschaft wegen eures Ansehens in den Senat, aus dem Senat wegen eurer Strenge zu dieser Beratung erkoren wurdet, dass sie von euch verlangen, nicht nur der Strafe zu entgehen, die sie für ihre Missetaten von euch fürchten und mit Entsetzen erwarten sollten, sondern sogar mit dem Raub des Sextus Roscius geschmückt und bereichert von dieser Gerichtssitzung wegzugehen?
nisi in hac causa, qui vester animus sit, ostendetis, eo prorumpere hominum cupiditatem et scelus et audaciam, ut non modo clam, verum etiam hic in foro ante tribunal tuum, M. Fanni, ante pedes vestros, iudices, inter ipsa subsellia caedes futurae sint. Cic.S.Rosc.12.cWenn ihr in dieser Sache nicht euere Gesinnung kundgebt, so wird die Habgier, der Frevel, die Frechheit der Menschen so sehr alle Schranken durchbrechen, dass nicht etwa nur heimlich, sondern hier auf dem Forum vor deinem Richterstuhl, Marcus Fannius, vor euren Füßen, ihr Richter, und innerhalb dieser Bänke Mord und Todschlag stattfinden.
accusant ei, quibus occidi patrem Sex. Rosci bono fuit, causam dicit is, cui non modo luctum mors patris attulit, verum etiam egestatem; Cic.S.Rosc.13.cAnkläger sind diejenigen, denen der Mord am Vaters des Sextus Roscius Vorteil brachte; Beklagter ist der, den der Tod seines Vaters nicht nur in Trauer, sondern auch in Armut stürzte.
Sex. Roscius, pater huiusce, municeps Amerinus fuit, cum genere et nobilitate et pecunia non modo sui municipi verum etiam eius vicinitatis facile primus, tum gratia atque hospitiis florens hominum nobilissimorum. Cic.S.Rosc.15.aSextus Roscius, der Vater dieses Mannes hier, Bürger der Freistadt Ameria, war durch Abkunft, Ansehen, Vermögen nicht nur in seiner freien Vaterstadt, sondern auch in der dortigen Nachbarschaft wohl gewiss der erste Mann; er war aber auch durch die Gunst und Gastfreundschaft der angesehensten Männer ausgezeichnet.
nam cum Metellis, Serviliis, Scipionibus erat ei non modo hospitium verum etiam domesticus usus et consuetudo, quas, ut aequum est, familias honestatis amplitudinisque gratia nomino. Cic.S.Rosc.15.bDenn mit den Metellern, Serviliern, Scipionen (Häusern, die ich ihres Ansehens wegen mit achtungsvoller Erwähnung nenne, verband ihn nicht nur ein Gastverhältnis, sondern auch häuslicher vertrauter Umgang.
spero ex hoc ipso non esse obscurum, ad quem suspicio malefici pertineat; verum id, quod adhuc est suspiciosum, nisi perspicuum res ipsa fecerit, hunc adfinem culpae iudicatote. Cic.S.Rosc.18.bIch hoffe, es wird gerade daraus einleuchten, wen der Tatverdacht trifft. Doch wenn die Sache selbst das, was noch bloßer Verdacht ist, nicht gänzlich klar macht, so möget ihr den hier als der Schuld verdächtig ansehen.
certum est deliberatumque, quae ad causam pertinere arbitror, omnia non modo dicere, verum etiam libenter, audacter libereque dicere; Cic.S.Rosc.31.bFest steht mein Entschluss, alles, was nach meiner Ansicht zur Sache gehört, nicht nur zu sagen, sondern auch willig, mutig und frei zu sagen.
neque haec tu non intellegis, sed usque eo, quid arguas, non habes, ut non modo tibi contra nos dicendum putes, verum etiam contra rerum naturam contraque consuetudinem hominum contraque opiniones omnium. Cic.S.Rosc.45.aDoch das ist dir selbst wohl bewusst; aber es fehlt dir so sehr an Gründen für deine Beschuldigung, dass du nicht bloß gegen uns, sondern gegen alles, was natürlich ist, gegen die Gewohnheit und die allgemeine Meinung sprechen zu müssen glaubst.
verum homines notos sumere odiosum est, cum et illud incertum sit, velintne ei sese nominari, et nemo vobis magis notus futurus sit, quam est hic Eutychus, et certe ad rem nihil intersit, utrum hunc ego comicum adulescentem an aliquem ex agro Veienti nominem. Cic.S.Rosc.47.bAber bekannte Leute anzuführen ist verfänglich, da man ja auch nicht wissen kann, ob sie genannt sein wollen. Auch wird euch keine Person so bekannt sein, wie jener Eutychus, und es tut ja nichts zur Sache, ob ich diesen Jüngling aus dem Lustspiel oder einen aus dem vejentischen Landgut nenne.
verum, ut opinor, quoniam ita Chrysogono videtur, qui huic nullum praedium reliquit, et artificium obliviscatur et studium deponat licebit. Cic.S.Rosc.49.bAber er wird nun, - denke ich - weil es dem Chrysogonus gefällt, der ihm keinen Landbesitz mehr übrig gelassen hat, nicht allein seine Kunstfertigkeit vergessen, sondern auch seinen Eifer ablegen dürfen.
verum haec tu quoque intellegis esse nugatoria; illud, quod coepimus, videamus, quo certius argumentum odi reperiri nullo modo potest. Cic.S.Rosc.53.aAber du selbst bist überzeugt, dass dies leeres Geschwätz ist. Lass uns untersuchen, womit wir begonnen haben: einen Beweis des Hasses, wiewohl kein zuverlässigerer aufgefunden werden kann.
verum concedo tibi, ut ea praetereas, quae, cum taces, nulla esse concedis; Cic.S.Rosc.54.aAber ich will dir zugeben, dass du diese übergehst, weil du durch dein Stillschweigen zugibt, dass sie gar nicht vorhanden waren.
quid est aliud iudicio ac legibus ac maiestate vestra abuti ad quaestum atque ad libidinem, nisi hoc modo accusare atque id obicere, quod planum facere non modo non possis verum ne coneris quidem? Cic.S.Rosc.54.eWas anderes kann wohl ein gewinnsüchtiger und willkürlicher Missbrauch des Gerichts, der Gesetze und eurer Würde heißen, wenn es nicht eine solche Anklage ist, wobei man Vorwürfe macht, die man durchaus nicht verdeutlichen und beweisen kann, ja es nicht einmal versucht?
accusatores multos esse in civitate utile est, ut metu contineatur audacia; verum tamen hoc ita est utile, ut ne plane inludamur ab accusatoribus. Cic.S.Rosc.56.aEs hat seine Vorteile, wenn es im Staat viele Ankläger gibt, damit die Frechheit durch Furcht gezügelt werde. Aber es ist nur insoweit nützlich, wenn die Ankläger nicht ganz ihren Spott mit uns treiben dürfen.
Innocens est quispiam, verum tamen, quamquam abest a culpa, suspicione tamen non caret; Cic.S.Rosc.56.bEs ist einer unschuldig; doch obgleich keine Schuld auf ihm ruht, ist er darum nicht ganz unverdächtig.
ex quo si qua macula concepta est, non modo elui non potest verum usque eo permanat ad animum ut summus furor atqueamentia consequatur. Cic.S.Rosc.66.cHat man mit diesem sich einmal befleckt, so kann man den Flecken nicht allein nicht mehr abwaschen, sondern er dringt so tief ins Gemüt ein, dass der höchste Grad von Wut und Wahnsinn daraus entsteht.
itaque cum multis ex rebus intellegi potest maiores nostros non modo armis plus quam ceteras nationes, verum etiam consilio sapientiaque potuisse, tum ex hac re vel maxime, quod in impios singulare supplicium invenerunt. Cic.S.Rosc.69.bNeben manchem andern, woraus man sehen kann, wie sehr unsere Vorfahren anderen Völkern nicht allein in den Waffen, sondern auch an Einsicht und Weisheit überlegen waren, erhellt dies vornehmlich auch daraus, dass sie eine besondere Strafe für den Frevel gegen die Eltern ausgedacht haben.
verum haec missa facio; illud quaero, is homo, qui, ut tute dicis, numquam inter homines fuerit, per quos homines hoc tantum facinus, tam occultum, absens praesertim, conficere potuerit. Cic.S.Rosc.76.aDoch ich lasse dies fallen. Ich frage nur: durch welche Menschen konnte dieser, der, wie du selbst sagst, nie unter die Menschen kam, einen so großen, so geheimen Frevel, und dazu noch abwesend, vollbringen?
ubi scopulum offendis 'eius modi, ut non modo ab hoc crimen resilire videas, verum omnem suspicionem in vosmet ipsos recidere intellegas. Cic.S.Rosc.79.eAber da stößt du auf eine solche Klippe, von der du nicht allein die Beschuldigung zurückprallen siehst, sondern auch bemerken musst, wie aller Verdacht auf euch selbst zurückfällt.
is, qui omnium sectorum audacissimus sit, an is, qui propter fori iudiciorumque insolentiam non modo subsellia, verum etiam urbem ipsam reformidet; Cic.S.Rosc.88.dder, der der allerfrechste Güterkäufer ist, oder der, der wegen seiner mangelnden Vertrautheit mit dem Forum und den Gerichten, nicht nur diese Bänke, sondern die Stadt selbst fürchtet;
verum ego forsitan propter multitudinem patronorum in grege adnumerer, te pugna Cannensis accusatorem sat bonum fecit. Cic.S.Rosc.89.dÜbrigens mag ich vielleicht bei der Menge von Sachwaltern zum großen Haufen derselben gerechnet werden; Dich hat jene Niederlage bei Cannae zu einem ziemlich guten Ankläger erhoben.
verum, ut fit, multa saepe imprudentibus imperatoribus vis belli ac turba molitur. Cic.S.Rosc.91.aAber der Drang und Sturm des Kriegs vollbringt, wie es zu gehen pflegt, gar viel ohne Wissen der Befehlshaber.
verum, ut coepi dicere, et Erucius, haec si haberet in causa, quae commemoravi, posset ea quamvis diu dicere, et ego, iudices, possum; Cic.S.Rosc.91.eAber sowohl Erucius könnte, was ich oben bemerkt habe, wenn er diesen Gegenstand zu bearbeiten hätte, den ich erwähnt habe, ihn so weitläufig, als man wollte, ausführen könnte, als auch ich, ihr Richter, kann es.
Ubi occisus est Sex. Roscius? —Romae. — quid? tu, T. Rosci, ubi tunc eras? — Romae. verum quid ad rem? et alii multi. — quasi nunc id agatur, quis ex tanta multitudine occiderit, ac non hoc quaeratur, eum, qui Romae sit occisus, utrum veri similius sit ab eo esse occisum, qui adsiduus eo tempore Romae fuerit, an ab eo, qui multis annis Romam omnino non accesserit. Cic.S.Rosc.92.bWo wurde Sextus Roscius ermordet? In Rom. Und du, Titus Roscius, wo warst du damals? In Rom. "Aber was tut das zur Sache? Da waren ja noch viele andere." Als ob es hierauf ankäme, wer aus der so großen Menge der Mörder sei, und nicht das die Frage wäre, was wahrscheinlicher sei, ob das, dass der in Rom Ermordete durch dessen Hand gefallen sei, der zu jener Zeit beständig in Rom lebte, oder dessen, der viele Jahre lang gar nicht nach Rom gekommen ist.
fateor me sectorem esse, verum et alii multi. — at ego, ut tute arguis, agricola et rusticus. — Cic.S.Rosc.94.b"Ich gestehe, dass ich ein Güterkäufer bin; aber es gibt ja noch viele andere." Aber ich, wie du mir selbst vorwirfst, bin ein Landmann und Bauer.
quae non modo idcirco praetereo, quod te ipsum non libenter accuso, verum eo magis etiam, quod, si de illis caedibus velim commemorare, quae tum factae sunt, ista eadem ratione, qua Sex. Roscius occisus est, vereor, ne ad pluris oratio mea pertinere videatur. Cic.S.Rosc.94.eDoch ich übergehe dies nicht allein darum, weil ich dich nicht gern anklage, sondern auch oder noch mehr darum, weil, wenn ich jene Mordtaten erwähnen wollte, die damals unter ebensolchen Verhältnissen vorfielen, unter denen Sextus Roscius getötet wurde, ich befürchten müsste, man möchte meinem Vortrag eine Beziehung auf zu viele Leute unterlegen.
In privatis rebus si qui rem mandatam non modo malitiosius gessisset sui quaestus aut commodi causa, verum etiam neglegentius, eum maiores summum admisisse dedecus existimabant. Cic.S.Rosc.111.aHatte jemand in einer Privatsachen einen Auftrag nicht bloß in böser Absicht des eigenen Nutzens und Gewinnes wegen (schlecht) geführt, sondern auch nur mit zu viel Nachlässigkeit, so urteilten unsere Vorfahren, er habe den größten Schimpf auf sich geladen.
at vero T. Roscius non unum rei pecuniariae socium fefellit, quod, tametsi grave est, tamen aliquo modo posse ferri videtur, verum novem homines honestissimos, eiusdem muneris, legationis, offici mandatorumque socios, induxit, decepit, destituit, adversariis tradidit, omni fraude et perfidia fefellit; Cic.S.Rosc.117.aAber Titus Roscius hat nicht einen einzelnen Genossen eines Geldgeschäftes hintergangen, was, obwohl es arg wäre, doch noch erträglich scheinen könnte, sondern er hat neun sehr ehrenwerte Männer, seine Mitbeamten, Mitgesandten, mitverpflichtete, mitbeauftragte Leute angeführt, hintergangen, den Gegnern preisgegeben, durch alle Arten von Tücke und Treulosigkeit betrogen.
tametsi hoc quidem minime latet, quod ita promptum et propositum est, ut non ex illis maleficiis, quae in illo constat esse, hoc intellegatur, verum ex hoc etiam, si quo de illorum forte dubitabitur, convincatur. Cic.S.Rosc.118.bwiewohl das keine verborgene Sache ist, was so am Tag liegt, dass man nicht erst aus jenen Freveln, die ihm nachweislich zur Last fallen, auf diesen schließen darf; sondern dass er auch aus diesem wegen jener überwiesen werden kann, wenn etwa einer derselben noch zweifelhaft wäre.
nimiam gratiam potentiamque Chrysogoni dicimus et nobis obstare et perferri nullo modo posse et a vobis, quoniam potestas data est, non modo infirmari verum etiam vindicari oportere. Cic.S.Rosc.122.fIch sage nur, dass die allzu große Gunst und Macht des Chrysogonus uns im Wege steht und keineswegs geduldet werden kann; und dass ihr, weil ihr dazu bevollmächtigt seid, diese nicht allein entkräften, sondern auch dagegen schützen müsst.
ego sic existimo, qui quaeri velit ex eis, quos constat, cum caedes facta sit, adfuisse, eum cupere verum inveniri; Cic.S.Rosc.123.aIch urteile so: Wer über die, die nachweislich, während der Mord geschah, zugegen waren, eine Untersuchung anstellen lassen will, der wünscht, dass die Wahrheit an den Tag kommt.
verum ego, quod invitus ac necessario facio, neque diu neque diligenter facere possum. Cic.S.Rosc.123.eAber was ich wider Willen und gezwungen tue, das vermag ich nicht mit Genauigkeit zu tun, noch kann ich mich lange dabei verweilen.
verum ego hoc quaero: qui potuerunt ista ipsa lege, quae de proscriptione est, sive Valeria est sive Cornelia — non enim novi nec scio — verum ista ipsa lege bona Sex. Rosci venire qui potuerunt? Cic.S.Rosc.125.cAber danach frage ich: Wie konnten die Güter des Sextus Roscius gerade aufgrund des Gesetzes, das von der Ächtung handelt, – sei es das Valerische oder das Cornelische, ich kenne und weiß es nicht – wie konnten sie aber aufgrund dieses Gesetzes verkauft werden?
si lege, bona quoque lege venisse fateor. sin autem constat contra omnis non modo veteres leges verum etiam novas occisum esse, bona quo iure aut quo modo aut qua lege venierint, quaero. Cic.S.Rosc.126.cWurde er gesetzlich getötet, so gebe ich zu, dass auch seine Güter gesetzlich verkauft wurden; wenn es aber nachweislich gegen alle, nicht nur alte, sondern auch neue Gesetze ermordet wurde, so frage ich, mit welchem Recht oder auf welche Weise oder nach welchem Gesetz seine Güter verkauft wurden?
verum quaeso a vobis, iudices, ut haec pauca, quae restant, ita audiatis, ut partim me dicere pro me ipso putetis, partim pro Sex.Roscio. Cic.S.Rosc.129.aÜbrigens bitte ich euch, ihr Richter, dass ihr das wenige, was noch übrig ist, so anhört, dass ich teils für mich selbst, teils für Sextus Roscius spreche.
verum ut haec missa faciam, quae iam facta sunt, ex eis, quae nunc cum maxime fiunt, nonne quivis potest intellegere omnium architectum et machinatorem unum esse Chrysogonum? qui Sex. Rosci nomen deferendum curavit, cuius honoris causa accusare se dixit Erucius... Cic.S.Rosc.132.agerade jetzt geschieht, leicht einsehen, dass allein von Chrysogonus der ganze Bauplan und alles Rüstwerk herrührt, von ihm, der den Namen des Sextus Roscius auf die Liste der Angeklagten setzen ließ, der diesen Prozess veranlasst hat, dem zu Ehren Erucius als Ankläger aufzutreten behauptet. …
verum longe aliter est: nil horum est, iudices. non modo non laedetur causa nobilitatis, si istis hominibus resistetis, verum etiam ornabitur. Cic.S.Rosc.138.aAber es verhält sich ganz anders: Nichts davon findet statt, ihr Richter! Die Sache des Adels wird, wenn ihr euch jenen Menschen widersetzt, nicht nur nicht geschwächt, sondern gefördert werden.
neque me hercules hoc indigne fero, quod verear, ne quid possit, verum quod ausus est, quod speravit sese apud talis viros aliquid ad perniciem posse innocentis, id ipsum queror. Cic.S.Rosc.141.bDoch bei Gott, ich bin nicht empört, weil ich fürchte, er könne etwas vermögen, sondern darüber, dass er es gewagt, dass er gehofft hat, bei solchen Männern etwas zum Verderben eines Unschuldigen zu vermögen; dies ist es eigentlich, was ich beklage.
verum haec omnis oratio, ut iam ante dixi, mea est, qua me uti res publica et dolor meus et istorum iniuria coegit. Cic.S.Rosc.143.aAber dieser Teil meiner Rede geht, wie ich schon oben bemerkt habe, ganz mich an: das Staatswohl, mein Schmerzgefühl und die Ungerechtigkeit jener Menschen hat mir diese Worte abgenötigt.
verum si a Chrysogono, iudices, non impetramus, ut pecunia nostra contentus sit, vitam ne petat, si ille adduci non potest, ut, cum ademerit nobis omnia, quae nostra erant propria, ne lucem quoque hanc, quae communis est, eripere cupiat, si non satis habet avaritiam suam pecunia explere, nisi etiam crudelitati sanguis praebitus sit, unum perfugium, iudices, una spes reliqua est Sex. Roscio eadem, quae rei publicae, vestra pristina bonitas et misericordia. Cic.S.Rosc.150.a52. Aber wenn wir, ihr Richter, von Chrysogonus nicht erreichen können, dass er sich mit unserem Geld begnügt und unser Leben unangefochten lässt, wenn man ihn nicht dazu bringen kann, dass er uns, obgleich er uns alles genommen hat, was unser Eigentum war, nicht auch das gemeinsame Gut des Lebenslichtes zu entreißen suche, wenn es ihm nicht genügt, seine Habsucht durch Geld zu befriedigen, ohne dass seiner Grausamkeit auch ein Blutzoll dargebracht wird, nun dann bleibt dem Sextus Roscius, und ebenso dem Staat, nur eine Zuflucht, ihr Richter, nur eine Hoffnung übrig, nämlich eure längst erprobte Rechtschaffenheit und Milde.
hanc tollite ex civitate, iudices, hanc pati nolite diutius in hac re publica versari; quae non modo id habet in se mali, quod tot civis atrocissime sustulit, verum etiam hominibus lenissimis ademit misericordiam consuetudine incommodorum. Cic.S.Rosc.154.cVerbannt diese Grausamkeit aus dem Staat, ihr Richter, lasst sie nicht länger in dieser Republik ihr Unwesen treiben; denn an ihr haftet nicht nur das Schlimme, dass sie so viele Bürger aufs grauenhafte hingemordet hat, sondern auch die sanftesten Menschen durch die Gewöhnung an Leiden dem Mitleid entfremdet hat.
[Cic.Tusc.5,7,1] Quam rem antiquissimam cum videamus, nomen tamen esse confitemur recens. nam sapientiam quidem ipsam quis negare potest non modo re esse antiquam, verum etiam nomine? quae divinarum humanarumque rerum, tum initiorum causarumque cuiusque rei cognitione hoc pulcherrimum nomen apud antiquos adsequebatur. Cic.Tusc.5,7,1Wie ganz alt auch die Sache selbst offenbar ist, so gestehen wir doch, dass der Name neu ist. Denn Weisheit, wer kann es leugnen, ist nicht nur ihrem Wesen nach alt, sondern sogar auch der Benennung nach. Und diesen schönen Namen gewann sie bei den Alten durch Erkenntnis der göttlichen und menschlichen Dinge und der Anfänge und Ursachen jeglichen Dinges.
[Cic.fin.1,5,1] A quibus tantum dissentio, ut, cum Sophocles vel optime scripserit Electram, tamen male conversam Atilii mihi legendam putem, de quo Lucilius: “ferreum scriptorem”, verum, opinor, scriptorem tamen, ut legendus sit. Cic.Fin.1,5,1Mit dieser Ansicht stimme ich so wenig überein, dass ich, so vortrefflich auch Sophokles seine Elektra geschrieben haben mag, dennoch die schlechte Übersetzung des Atilius für lesenswert halte. Luciuius nennt ihn einen “eisernen Schriftsteller”, nun, einen Schriftsteller doch, meine ich, so dass er also zu lesen ist.
illud enim ipsum, quod quibusdam medium videretur, cum omni dolore careret, non modo voluptatem esse, verum etiam summam voluptatem. Cic.fin.1,38,2denn eben jener Mittelbereich, der von einigen angenommen wird, der Zustand völliger Schmerzlosigkeit, sei nicht nur Lust, sondern sogar die höchste Lust.
Sed possunt haec quadam ratione dici non modo non repugnantibus, verum etiam approbantibus nobis. Cic.fin.1,62,1Jedoch ließe sich dies in gewisser Hinsicht behaupten, und wir würden keinen Widerspruch dagegen erheben, ja sogar zustimmen.
Percurram — quamquam ridentem dicere verum Hor.sat.1,1,24.Fortfahr, (doch wer wehrt's, auch lachend zu sagen die Wahrheit?
Dedecorique foret. verum hoc se amplectitur uno, Hor.sat.1,2,53.Schimpf und Schaden zu tun. Doch darin gefällt er sich einzig,
Verum est cum mimis, est cum meretricibus, unde Hor.sat.1,2,58.Aber mit Miminnen hältst du's, mit käuflichen Dirnen, an denen
Quae mala sunt, spectes. 'o crus, o bracchia.' verum Hor.sat.1,2,92.Hin auf das Schlechtere schaun. "O des Schenkels! der Arme!" Doch ist sie
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17.03.2015 Alexis Tsipras, Graecus administer primarius, septimana subsequente in Germaniam proficiscens cancellariam Merkel conveniet. Non desunt turbae, quibus moderandum sit. Interea administer Schäuble exacerbatis verbis totam fiduciam iam deperditam esse dixit; gubernationem Graecam non modo pacta frangere, sed etiam civibus suis verum non dicere; neminem sibi adhuc explicare potuisse, qua ratione Graeci per suas pecuniarias angustias penetrare vellent. lc201503
05.09.2015  Si adhuc bellum civile in Syria facile componi ac molimina Islamici Status profligari posse speraveras, si modo Americani et Russi idem vellent atque idem nollent, tibi istam spem redintegrare licet. Consortium enim Radiodiffusionum Publicarum Germaniae (ARD) refert, Vladimirum Putin Vladivostokii publice auspicatum esse posse fieri, ut Russi internationalis coalitionis, quae Americanis ducibus Islamico Statui ictus aerios imponit, participes fierent. Putin se ea de re cum praeside Obama, cum praeside Erdogan, cum repraesentantibus Arabiae Saudianae, Iordaniae, Aegypti se in sermones dedisse dixit. Quam spem autem renovatam, nullo motu perturbatam esse mirum sit. Mirum enim esset, nisi praeses Russicus etiam aliud quid praeter incommodum Islamici Status sequeretur: Primum enim semper melius est partem rerum gerendarum esse, quam tacitum perferre, quae alii decreverint. Deinde Putin cordi sit, internationalem isolationem superare, quam sibi ex annexione Crimaeae et ex societate cum Ucrainicis separatistis consciverit. Denique praeses Putin, similiter atque Turcae simulatione Islamistarum impugnandorum suos vere hostes (PKK) oppugnabant, speciem quaerat, ut suum verum socium Bashar al Assad in summo discrimine versantem tueatur, et, ne quid mali perpetiatur, impediat. Sed spes, ut dicitur, ultima perit. lc201509Wenn man bisher der Meinung war, der syrische Bürgerkrieg könne leicht beigelegt und die Machenschaften des IS zunichte gemacht werden, sofern nur die Amerikaner und Russen an einem Strang zögen, so darf man neue Hoffnung schöpfen. Denn die ARD berichtet, Wladimir Putin habe in Wladiwostok laut darüber nachgedacht, dass Russland der Internationalen Koalition beitreten könne, die unter der Führung der Amerikaner dem IS Luftschläge versetzt. Putin sagte, er habe darüber Gespräche mit Präsident Obama, Präsident Erdogan und Vertretern Saudiarabiens, Jordaniens und Ägyptens angeknüpft. Dass diese neue Hoffnung aber ungetrübt wäre, wäre wohl zu verwundern. Es wäre nämlich seltsam, wenn der russische Präsident neben der Schädigung des IS nicht noch Nebenabsichten verfolgte: Zunächst ist es nämlich immer besser, Teil des Geschehens zu sein, als stillschweigend hinzunehmen, was andere beschlossen haben. Dann dürfte Putin daran gelegen sein, die internationale Isolation, die er sich durch durch die Annexion der Krim und sein Bündnis mit den ukrainischen Separatisten zugezogen hat, zu überwinden. Endlich dürfte Präsident Putin auch, ähnlich wie die Türkei unter dem Vorwand gegen den IS zu kämpfen, ihre eigentlichen Feinde (die PKK) bekämpft hat, einen Vorwand suchen, seinen eigentlichen Verbündeten, Baschar al Assad, in der größten Gefahr zu schützen und zu verhindern, dass ihm etwas passiert. Aber die Hoffnung stirbt, wie es heißt, zuletzt.
20.12.2015  Curtius Masur, ille toto orbe celebratus moderator orchestrarum, annos duodenonaginta natus Neo-Eboraci mortuus est. Natus est in Silesia. Primam famam sibi comparavit Lipsiae, ubi per XXVI annos usque ad annum MCMXCVI magister symphoniacus orchestrae "Gewandhaus" erat. Exhinc Neo-Eboracum se contulit, ubi usque ad annum MMI orchestram Philharmonicorum Neo-Eburacensium ordinabat. Postremo Londini erat director musicus orchestrae Philharmonicae usque ad annum MMVII. Aetate provecta Curtius Masur morbo Parkinson laborans et compluribus rebus adversis afflictus e sella rotali dirigebat. Matthew VanBesien, praeses Neo- Eburacensium, eius virtutem dignans eum novos modos statuisse et orchestrae legata reliquisse dixit, qui adhuc vim et effectum haberent. Joachimus Gauck, foederalis Germaniae praeses, eius humanitatem, eius cosmopolitismum, eius musicalia merita laudavit, eique, quod anno MCMLXXXIX libertatem civium et democratiam defendisset, honorem habuit. Nemo eum, quamquam forsitan verum fuerit, unum ex numero immortalium praedicavit, quae praedicatio eius ingeneratae modestiae non respondisset. lc201512Der in der ganzen Welt gefeierte Orchesterdirigent Kurt Massur ist im Alter von 88 Jahren in New York verstorben. Geboren ist er in Schlesien. Seinen ersten Ruhm erwarb er sich in Leipzig, wo er 26 Jahre lang bis 1996 Kapellmeister des Gewandhaus-Orchesters war. Danach ging er nach New York, wo er bis 2001 das Orchester der New Yorker Symphoniker leitete. Schließlich wurd er bis 2007 Direktor der Londoner Symphoniker. In vorgerücktem Alter litt Masur unter Parkinson und dirigierte nach mehreren Unfällen aus dem Rollstuhl. Matthew VanBesien, der Präsident der New Yorker, würdigte seine Leistung mit den Worten, er habe neue Maßstäbe gesetzt und dem Orchester als Vermächtnis hinterlassen, die bis heute lebenskräftig wirkten. Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck hob seine Menschlichkeit, sein Weltbürgertum und seine musikalischen Verdienste hervor und ehrte ihn dafür, dass er 1989 für die Freiheit seiner Mitbürger und für Demokratie Partei ergriffen habe. Keiner pries ihn als einen aus dem Kreis der Unsterblichen, was seiner angeborenen Bescheidenheit widersprochen hätte.
19.VII.2016  Akin Ozturk, pristinus praefectus Turcicarum copiarum aeriarum se seditionem militarem die Veneris pertentatam machinatum esse et confessus esse et negavisse nuntiatur. Utrum sit verum, hactenus non liquet. lc201607
20.09.2016  Cancellaria magis magisque in Cassandram mutatur. Fieri potest, ut nemo ei verum dicenti acquiescat. Altera clades electoria brevi tempore post Megapolin et Pomeraniam Citeriorem Berolini a Democtratis Christianis accepta cancellariam Merkel si minus dedocuit, attamen coegit, ut verbaliter a specie portarum perfugis apertarum desisteret, vel testas istius speciei converreret. Se suam partem responsibilitatis recepturam esse dixit et cives, ut ab Unione Christianorum Democratarum discederent, etiam affluentia perfugarum commotos esse concessit: "Si possem," inquit, "tempus in longum retorquerem, ut res melius praepararem." Se in suis politicis persuasionibus perseveraturam esse, neque tamen illam sententiam ("Nos id expediemus!"), qua suum politicum iudicium enucleate sed etiam simplificate expressum esset, repetere malle. Qui eius declarationem audivit, ad existimationem adducitur, eam sequelarum quidem paenitere, in causis autem immutatis perstare. lc201609Die Kanzlerin mutiert immer mehr zur Kassandra. Möglicherweise glaubt ihr keiner, obwohl sie die Wahrheit sagt. Die zweite Wahlschlappe, die die Christdemokraten kurz nach Mecklenburg-Vorpommern in Berlin erlitten haben, scheint die Kanzlerin Merkel wenn nicht eines Besseren belehrt, so doch gezwungen zu haben, verbal von der Idee der offenen Tür für Flüchtlinge Abstand zu nehmen, oder eher die Scherben dieser Idee zusammenzukehren. Sie sagte, sie wolle ihren Teil der Verantwortung übernehmen und gab zu, dass die Bürger auch aufgrund des Zustroms von Flüchtlingen sich von der christdemokratischen Union abwendeten. "Wenn ich könnte," sagte sie, "würde ich die Zeit weit zurückdrehen, um die Dinge besser zu gestalten." Sie werde ihren politischen Überzeugungen treu bleiben, würde aber dennoch diesen berüchtigten Satz ("Wir werden das schaffen!"), in dem ihr politischer Standpunkt auf den Punkt gebracht, aber auch simplifiziert werde, lieber nicht wiederholen wollen. Wer ihre Stellungnahme hört, bekommt den Eindruck, dass ihr die Folgen zwar leid tun, dass sie aber auf deren Ursachen unverändert beharrt.
14.12.2016  Pugna Alepensis decertata, victoria nondum parta. Quod diu opinione submoleste praesumebatur, si quidem Russis fides est habenda, verum est factum. Vitalius Tschurkin, Russorum ad sedes Unitarum Nationum delegatus milites Syrios impetum, ut rebelles armati fide interposita cum sua quisque familia se recipere possent, suppressisse dixit. Num etiam civilibus aufugere liceat, non liquet. Testes oculati de tragoediis humanis, necnon de sceleribus militaribus narrant. Unitae Nationes se defecisse confitentur. Ban Ki-moon: "Consilium securitatis suum officium, ut pacem et securitatem inter nationes restituat et servet, non praestitit. Historia nos non facile absolvet." lc201612Die Schlacht um Aleppo ist entschieden, der Sieg noch nicht errungen. Was man lange mit einiger Bedrückung vermutete, ist, wenn man den Russen Glauben schenken darf, Wirklichkeit geworden. Witali Tschurkin, der russische Botschafter am Sitz der Vereinten Nationen sagte, das syrische Militär habe seinen Angriff ausgesetzt, damit sich die bewaffneten Rebellen unter freiem Geleit mit ihren jeweiligen Familien zurückziehen könnten. Ob auch die Zivilisten entkommen dürften, ist nicht klar. Augenzeugen erzählen von menschlichen Tragödien, auch von Kriegsverbrechen. Die Vereinten Nationen gestehen ein, versagt zu haben. Ban Ki Moon: "Der Sicherheitsrat ist seiner Aufgabe, Frieden und Sicherheit zwischen den Nationen dauerhaft herzustellen, nicht gerecht geworden. Die Geschichte wird uns schwerlich freisprechen."
17.01.2017  Qui in Germania leges scribunt, sibi, quid verum, quid falsum sit, non ignorantibus cives idem ignorantes a falsis nuntiis defendendos esse arbitrantur. Quid autem sit verum, neque Pilatus olim sciebat neque abinde ad hos dies quisquam satis certe explicavit, nisi in libris doctis, Iupiter, et laboriosis, quos nemo legit, neque quisquam, etiamsi legit, intellegit. Vero autem et falso non perspecto etiam nuntius falsus a vero nuntio dignosci non potest. Legum conditores ergo in falso tramite incedunt! Si quis hic mihi me non de cotidiana et vulgari veritate dicere opponat, sed de vi vel de idea veritatis philosophari, mihi, credo, assentiendum est, sed assentiri non perpetior, eandem rem in cotidiana et vulgari vita faciliorem esse. Sit ita! Istam igitur caelestem Platonis ideam terreno illius Protagorae fuco permutans dicam: Quid verum et falsum sit, in uniuscuiusque intellectu est et, quae tibi vera videntur, tibi vera sunt, quae mihi, mihi. Inde et illud sequitur, ut, qui in Germania leges scribunt, persuadere debeant, non censere et intellectum civium usque eo excolendum et erudiendum esse, ut suo quisque intellectu verum a falso sua sponte ipse dignoscere valeat. - Num id ei persuaserim, qui mihi supra contradixit, num ei, quicumque ista legerit, nihil pensi habeo. Qui scrupulis vexatur, administrum iustitiae rogato! lc201701Die Gesetzgeber in Deutschland glauben genau zu wissen, was wahr, was falsch sei, und deswegen die Bürger, die dies nicht wissen, vor Falsch-Nachrichten schützen zu müssen. Was aber Wahrheit ist, wusste einst schon Pilatus nicht und hat seitdem bis heutzutage keiner hinreichend sicher erklärt, höchstens in gelehrten und, bei Gott, mühevollen Büchern, die keiner liest, und, wenn er sie liest, nicht versteht. Lässt sich aber nicht durchschauen, was wahr und was falsch ist, so lässt sich auch keine Falsch-Nachricht von einer zutreffenden Nachricht unterscheiden. Die Gesetzgeber sind also auf dem Holzweg! Wenn an dieser Stelle einer einwendet, dass ich nicht von der allgemeinen Alltagswahrheit rede, sondern über das Wesen und die Idee der Wahrheit philosophiere, muss ich ihm das wahrscheinlich zugeben. Aber ich weigere mich zuzugeben, dass dasselbe Unterfangen im allgemeinen Alltagsleben leichter sei. Sei es drum! Ich werde also diese himmliche Idee Platons gegen den irdischen Schein jenes Protagoras eintauschen und behaupte: Was wahr und was falsch ist liegt im Intellekt eines jedes einzelnen und, was dir wahr erscheint, ist für dich wahr, was mir, für mich. Daraus folgt aber auch, dass die Gesetzgeber in Deutschland überzeugen müssen, nicht zensieren und den Intellekt der Bürger so weit fördern und bilden sollten, dass jeder aufgrund eigener Einsicht von sich aus selbst das Wahre vom Falschen unterscheiden kann. - Ob ich damit den überzeugt habe, der mir vorhin widersprochen, oder wer immer sonst diese Zeilen gelesen hat, ist mir egal. Wer von Zweifeln geplagt wird, soll den Justizminister fragen!
19.01.2017  Ioachimus Gauck, praeses rei publicae Germaniae, in ultima, quam praeses habuit, oratione rationes quinque annorum iniens populo Germanico valedixit. Eius iudicium de statu rei publicae paululo cohibitius cecidit quam in muneris initio. Etiamsi etiam hodie sibi persuasisset, nullam umquam Germaniam meliorem et magis democraticam fuisse quam nostram, se tamen etiam pericula quaedam videre dixit, quae stabili democratiae Germaniae imminerent. Frontem discriminosam non extendi inter indigenas et advenas neque inter Christianos, Muslimos, Iudaeos, atheosve, sed inter assectatores et insectatores civitatis popularis. Populistis atque eorum simplificationibus repugnandum esse, nationalistis esse persuadendum nos et Europaeos et Germanos esse. Germani ne diffiderent suis animis viribusque neve fidem democratiae deponerent. Europaeae Unioni defensionem esse augendam, nam id dictum percelebratum, quo difficultates politicas armis solvi non posse diceretur, non esse verum, nisi id omnes tenerent. Quod praeses munere decedens necessariam gravitatem Natonis in lumine posuit, cum ad Germanos, tum ad praesidem his diebus in America munus ineuntem pertinuisse crediderim. lc201701Bundespräsident Joachim Gauck verabschiedete sich in seiner letzten Rede als Präsident mit einer Bilanz seiner fünf Amtsjahre von der deutschen Öffentlichkeit. Sein Urteil über den Zustand der Republik fiel ein wenig zurückhaltender aus als bei seinem Amtsantritt. Auch wenn er heute noch überzeugt sei, sagte er, dass kein Deutschland je besser und demokratischer gewesen sei als das unsrige, so sehe er doch auch Gefahren, die der Stabilität der deutschen Demokratie drohten. Die entscheidende Frontlinie verlaufe nicht zwischen Altbürgern und Zuwanderern und nicht zwischen Christen, Muslimen, Juden oder Atheisten, sondern zwischen den Freunden und Feinden der Demokratie. Den Populisten und ihren Vereinfachungen müsse man entgegentreten, die Nationalisten müsse man überzeugen, dass wir beides sind, Europäer und Deutsche. Die Deutschen sollten ihrem Mut und ihrer Stärke vertrauen und ihren Glauben an die Demokratie nicht aufgeben. Europa müsse seine Verteidigungsbereitschaft erhöhen, denn das häufig gehörte Wort, das besage, dass es für politische Probleme keine militärische Lösung gebe, sei nur wahr, wenn sich alle daran hielten. Dass der aus dem Amt scheidende Präsident die unverzichtbare Bedeutung der Nato betonte, richtete sich wohl an die Deutschen, aber mehr noch an den Präsidenten, der in Amerika sein Amt antritt.
31.01.2017  Scisne tu, quid sit "ligris"? Si "ligrim" (aut ligridem) flumen esse credis, te meum "ligrim" Ligeri aut Liri aut Tigri fluminibus confundere verisimile est. Noli tuum glossarium Latinum perscrutari! Linque! Vocabulum "ligris" (aut ligridis) non reperires. Ut paululum te adiuvem, "ligrim" esse animal tibi prodam. Si nunc opinaris me in scribendo lapsum "tigrim" (aut tigridem) scribere voluisse, erras quidem, sed propius ad verum accedis. Ne te hoc vocabulum ignorasse pudeat: "ligres" (aut ligrides) sunt rarissimi, non plus quam viginti in mundo vivunt. Sed a proposito deflexi. Quod propritim narrare volebam: Ante duos et dimidiatum menses unum istius rarissimi animalium generis exemplar prope Rostoviam ad Tanaim sitam, ubi in circo circumforaneo leo quidam nomine Caesar et tigris quaedam Principissa nomine bini facti intima societate convivebant, natum est. Sufficiat hoc! Si etiamnunc nescis, quid sit "ligris", vide in vicipaedia Theodisce scripta sub voce "Ligri" (nominativus: Liger)! lc201701Weißt du, was ein "ligris" ist? Wenn du glaubst, "ligris" sei ein Fluss, verwechselst du wahrscheinlich meinen "ligris" mit den Flüssen Liger (Loire) oder Liris, oder Tigris. Durchforste nicht dein lateinisches Wörterbuch! Lass es! Du würdest das Wort "ligris" nicht finden. Um dir ein klein wenig zu helfen, will ich dir verraten, dass ein "ligris" ein Tier ist. Wenn du nun meinst, ich hätte mich verschrieben und "tigris" schreiben wollen, irrst du zwar, kommst aber der Wahrheit schon näher. Du musst dich nicht schämen, dieses Wort nicht gekannt zu haben, denn "ligres" sind sehr selten, es gibt auf der Welt nicht mehr als zwanzig. Aber ich bin vom Thema abgekommen. Was ich eigentlich berichten wollte: Vor zwei und einem halben Monat wurde bei Rostow am Don, wo in einem Wanderzirkus ein Löwe namens Caesar und eine Tigerin namens Prinzessin in trauter Zweisamkeit als Paar zusammenlebten, ein Exemplar dieser ganz seltenen Tierart geboren. Genug jetzt! Wenn du immer noch nicht weißt, was ein "ligris" ist, sieh in der deutschen Wikipedia unter dem Stichwort Liger nach!
[2] Civitatis gubernatori, qui res munerum intelligentiae instar administrare vult, verum nimirum falsiloquio permutandum est. spr2018Ein Staatenlenker, der seine Geschäfte nach Art eines Geheimdienstes führt, muss die Wahrheit gegen Fakes austauschen.
[48] Verum in lingua: "Qui non statim commentatur, in suspicionem incidit." (R.Müller, FAZ 08.09.18) spr2018Die Wahrheit liegt auf der Zunge: "Wer nicht sofort Stellung bezieht, macht sich verdächtig." (R.Müller, FAZ 08.09.18)
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