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Beleg gesucht für: lassen
Belege des Suchbegriffs aus ausgewählten Texten (vollständig: Caes.Gall., Cic.Arch., Cic.S.Rosc., Cic.Lael.)
Anzahl der Treffer: 100
qui si alicuius iniuriae sibi conscius fuisset, non fuisse difficile cavere; sed eo deceptum, quod neque commissum a se intellegeret, quare timeret, neque sine causa timendum putaret. Caes.Gall.1,14,2Denn wäre es sich irgend eines Unrechts bewusst gewesen, so hätte es sich leicht vorsehen können; aber eben dadurch habe es sich täuschen lassen, dass es sich keiner Schuld bewusst war, die zur Furcht Anlass geben konnte, eine grundlose Furcht aber unpassend schien.
praestare, si iam principatum Galliae obtinere non possent, Gallorum quamRomanorum imperia perferre; Caes.Gall.1,17,3es wäre besser, die anderen Kelten über sich herrschen zu lassen als den Römern untertan zu sein, wenn nun einmal die Häduer selbst das Übergewicht im Keltenland nicht mehr behaupten könnten:
Dumnorigem ad se vocat, fratrem adhibet; quae in eo reprehendat, ostendit, quae ipse intellegat, quae civitas queratur, proponit; monet, ut in reliquum tempus omnes suspiciones vitet; praeterita se Diviciaco fratri condonare dicit. Dumnorigi custodes ponit, ut, quae agat, quibuscum loquatur, scire possit. Caes.Gall.1,20,6Dann ließ er Dumnorix vor sich rufen und erklärte ihm in Gegenwart seines Bruders Diviciacus, was er an ihm missbillige; auch zeigte er, was er selbst ganz bestimmt von ihm wisse und was ihm seine Mitbürger zur Last legten; zugleich forderte er ihn auf, für die Zukunft keinerlei Verdacht gegen sich aufkommen zu lassen: das Vergangene wolle er seinem Bruder Diviciacus zuliebe verzeihen. Hierauf bestellt er Wächter über ihn, um immer zu wissen, was er treibe und mit wem er verkehre.
si id ita fecisset, sibi populoque Romano perpetuam gratiam atque amicitiam cum eo futuram; si non impetraret, sese, quoniam M. Messala M. Pisone consulibus senatus censuisset, uti, quicumque Galliam provinciam obtineret, quod commodo rei publicae facere posset, Haeduos ceterosque amicos populi Romani defenderet, se Haeduorum iniurias non neglecturum. Caes.Gall.1,35,4Wenn er diese Forderungen erfülle, so werde er selbst und das römische Volk ununterbrochen Freundschaft und gutes Einvernehmen mit ihm haben; andernfalls könne er die Übergriffe gegen die Häduer nicht unbeachtet lassen, da der römische Senat unter dem Konsulat des Marcus Messala und Marcus Piso (61 v.Chr.) beschlossen habe, dass der jeweilige Statthalter der gallischen Provinz, soweit es im Interesse des Staates geschehen könne, die Häduer und die übrigen Freunde des römischen Volkes schützen solle.
quod sibi Caesar denuntiaret se Haeduorum iniurias non neglecturum, neminem secum sine sua pernicie contendisse. Caes.Gall.1,36,6Wenn Cäsar ihm erkläre, er könne die Übergriffe gegen die Häduer nicht unbeachtet lassen, so müsse er wissen, dass noch niemand ohne sein Verderben gegen ihn gekämpft habe.
postulavit deinde eadem, quae legatis in mandatis dederat: ne aut Haeduis aut eorum sociis bellum inferret, obsides redderet, si nullam partem Germanorum domum remittere posset, at ne quos amplius Rhenum transire pateretur. Caes.Gall.1,43,9Hierauf stelltte er die selben Forderungen, die er seinen Gesandten aufgetragen hatte: weder die Häduer noch ihre Bundesgenossen zu bekriegen, die Geiseln zurückzugeben und, wenn er wrklich keinen Teil der germanischen Scharen nach Hause zurückschicken könne, wenigstens fernerhin keine mehr über den Rhein ziehen zu lassen.
quodsi eum interfecerit, multis se nobilibus principibusque populi Romani gratum esse facturum - id se ab ipsis per eorum nuntios compertum habere - , quorum omnium gratiam atque amicitiam eius morte redimere posset. Caes.Gall.1,44,12er würde sich auch viele Edle und Häupter des römischen Volkes zu Dank verpflichten, wenn er Cäsar umbringe. Dies hätten sie ihn durch Botschaften ausdrücklich wissen lassen; dieser aller Gunst und Freundschaft könne er durch Cäsarrs Tod gewinnen.
populi Romani iustissimum esse in Gallia imperium; si iudicium senatus observari oporteret, liberam debere esse Galliam, quam bello victam suis legibus uti voluisset. Caes.Gall.1,45,3Käme es also auf das möglichst hohe Alter an, so habe das römische Volk das größte Recht, über Gallien zu herrschen. Wolle man die Ansicht des Senats beachten, so müsse Gallien frei sein, weil er diesem Land, auch nachdem es im Krieg besiegt war, die eigene Verfassung habe lassen wollen.
conloquendi Caesari causa visa non est, et eo magis, quod pridie eius diei Germani retineri non potuerant, quin in nostros tela conicerent. (3) legatum ex suis sese magno cum periculo ad eum missurum et hominibus feris obiecturum existimabat. Caes.Gall.1,47,2Cäsar sah keinen Grund für eine Unterredung, um so mehr weil die Germanen sich den Tag zuvor nicht hatten zurückhalten lassen, auf unsere Leute zu schießen.
cum ex captivis quaereret Caesar, quamobrem Ariovistus proelio non decertaret, hanc reperiebat causam, quod apud Germanos ea consuetudo esset, ut matres familiae eorum sortibus vaticinationibusque declararent, utrum proelium committi ex usu esset necne; Caes.Gall.1,50,4Als Cäsar die Gefangenen fragte, warum Ariovist nicht die Entscheidung in der Schlacht suche, erfuhr er als Ursache, die Germanen hätten die Gewohnheit, von Hausfrauen durch das Los und Weissagungen bestimmen zu lassen, ob es vorteilhaft sei, ein Treffen zu liefern oder nicht;
eo mulieres imposuerunt, quae ad proelium proficiscentes passis manibus flentes implorabant, ne se in servitutem Romanis traderent. Caes.Gall.1,51,3Darauf setzten sie ihre Frauen, die alle, die in die Schlacht zogen, mit fliegenden Haaren jammernd anflehten, sie nicht in die Sklaverei der Römer kommen zu lassen.
plerosque Belgas esse ortos a Germanis Rhenumque antiquitus traductos propter loci fertilitatem ibi consedisse Gallosque, qui ea loca incolerent, expulisse solosque esse, qui patrum nostrorum memoria omni Gallia vexata Teutonos Cimbrosque intra suos fines ingredi prohibuerint; Caes.Gall.2,4,2Die Remer erklärten, die meisten Belger seien Nachkommen der Germanen, die in alter Zeit über den Rhein gezogen, sich wegen der Fruchtbarkeit des Bodens da angesiedelt und die Gallier, die damals dort wohnten, vertrieben hätten. Diese Belger allein hätten vor einem Menschenalter die Teutonen und Kimbern in ihr Gebiet nicht eindringen lassen, während das ganze Keltenland von ihnen misshandelt wurde.
ad eam sententiam cum reliquis causis haec quoque ratio eos deduxit, quod Diviciacum atque Haeduos finibus Bellovacorum adpropinquare cognoverant. his persuaderi, ut diutius morarentur neque suis auxilium ferrent, non poterat. Caes.Gall.2,10,5Zu diesem Entschluss bewog sie neben den übrigen Rücksichten auch der Umstand, dass sie die Nachricht erhalten hatten, Diviciacus und die Häduer rückten gegen das Land der Bellovaker heran, weswegen besonders die Bellovaker nicht zu bereden waren, länger zu bleiben und ihr Land ohne Hilfe zu lassen.
impulsos ab suis principibus, qui dicerent Haeduos a Caesare in servitutem redactos omnes indignitates contumeliasque perferre, et ab Haeduis defecisse et populo Romano bellum intulisse. Caes.Gall.2,14,3sie seien nur deshalb von ihnen abgefallen und feindselig gegen die Römer aufgetreten, weil ihnen ihre Häuptlinge einredeten, die Häduer hätten sich durch Cäsar zu Sklaven machen lassen und müssten nun alle Schmach und Misshandlung ertragen.
His rebus cognitis exploratores centurionesque praemittit, qui locum castris idoneum deligant. Caes.Gall.2,17,1Auf diese Nachricht schickte Cäsar Hauptleute mit Spähern voraus, um einen geeigneten Lagerplatz auswählen zu lassen.
unum petere ac deprecari: si forte pro sua clementia ac mansuetudine, quam ipsi ab aliis audirent, statuisset Atuatucos esse conservandos, ne se armis despoliaret. Caes.Gall.2,31,4Nur eine dringende Bitte hätten sie. Wenn er auch den Atuatukern seine anderwärts bewiesene Milde und Gnade angedeihen lassen und ihnen Leben und Vaterland schenken wolle, so möge er sie nicht entwaffnen;
sibi praestare, si in eum casum deducerentur, quamvis fortunam a populo Romano pati, quam ab his per cruciatum interfici, inter quos dominari consuessent. Caes.Gall.2,31,6Sollten Sie in diese traurige Lage kommen, so zögen sie es vor, vom römischen Volk jedes Schicksal zu erdulden, als sich von denen zu Tod martern zu lassen, unter denen sie bisher zu herrschen gewohnt gewesen seien.
Quibus de rebus Caesar a Crasso certior factus, quod ipse aberat longius, naves interim longas aedificari in flumine Ligeri quod influit in Oceanum, remiges ex provincia institui, nautas gubernatoresque comparari iubet. Caes.Gall.3,9,1Als Cäsar hiervon durch Crassus Nachricht erhielt, war er selbst zu weit entfernt. Daher gab er diesem den Befehl, auf dem Fluss Liger, der sich in das Weltmeer ergießt, Kriegsschiffe zu bauen, im römischen Gallien Ruderknechte einüben zu lassen und sich Matrosen und Steuerleute zu verschaffen.
Veneti reliquaeque item civitates cognito Caesaris adventu, certiores facti, simul quod quantum in se facinus admisissent intellegebant - legatos, quod nomen apud omnes nationes sanctum inviolatumque semper fuisset, retentos ab se et in vincula coniectos -, pro magnitudine periculi bellum parare et maxime ea quae ad usum navium pertinent providere instituunt, hoc maiore spe quod multum natura loci confidebant. Caes.Gall.3,9,3Die Veneter und ebenso ihre Verbündeten wussten, welch große Verbrechen sie sich durch die Festnahme und Einkerkerung der Gesandten hatten zu Schulden kommen lassen, da der Name und die Person solcher Botschafter jederzeit allen Völkern heilig und unverletzlich schien. Als sie deswegen von Cäsars Rückkehr erfuhren, machten sie, von der Größe der Gefahr überzeugt, tätige Anstalten zum Krieg und suchten besonders ihre Flotte in guten Stand zu setzen, und das mit um so größerer Zuversicht, als sie sich auf die natürliche Beschaffenheit ihres Landes sehr verließen.
D. Brutum adulescentem classi Gallicisque navibus, quas ex Pictonibus et Santonis reliquisque pacatis regionibus convenire iusserat, praeficit et, cum primum posset, in Venetos proficisci iubet. ipse eo pedestribus copiis contendit. Caes.Gall.3,11,5Dem jungen Decimus Brutus gab er den Befehl über die Flotte und die gallischen Schiffe, die er aus dem Land der Pictonen und Santonen und aus anderen ihm unterworfenen Gegenden Galliens hatte zusammenkommen lassen, um mit ihnen so bald als möglich gegen die Veneter auszulaufen. Er selbst brach gegen diese mit seinem Landheer auf.
atque in eam se consuetudinem adduxerunt, ut locis frigidissimis neque vestitus praeter pelles habeant quicquam, quarum propter exiguitatem magna est corporis pars aperta, et laventur in fluminibus. Caes.Gall.4,1,10So haben sie sich auch daran gewöhnt, bei dem sehr kalten Klimas ihres Landes keine Kleidung außer Fellen zu tragen, die sehr klein sind und einen großen Teil des Körpers unbedeckt lassen, und in Flüssen zu baden.
quibus ad consilia capienda nihil spatii dandum existimabat. Caes.Gall.4,13,3Ihnen glaubte er keine Zeit zu neuen Anschlägen lassen zu dürfen.
vel si id facere occupationibus rei publicae prohiberetur, exercitum modo Rhenum transportaret; id sibi auxilium spemque reliqui temporis satis futurum. Caes.Gall.4,16,6Sollte jedoch Cäsar durch ununterbrochene Beschäftigung mit dem römischen Staatsabsichten gehindert sein, Ihnen in eigener Person Hilfe zu leisten, so möge er wenigstens eine Abteilung seines Heeres über den Rhein rücken lassen: das wäre ihnen Unterstützung und Trost genug für die Zukunft;
tum nostri cohortati inter se, ne tantum dedecus admitteretur, universi ex navi desiluerunt. Caes.Gall.4,25,5Jetzt forderten sich die Römer gegenseitig auf, keine solche Schande über sich kommen zu lassen, und sprangen alle zusammen von diesem Schiff herab.
sed ut postea Caesar ex captivis cognovit, cum magnae manus eo convenissent, multitudine navium perterritae, quae cum annotinis privatisque, quas sui quisque commodi causa fecerat, amplius octingentae uno erant visae tempore, ab litore discesserant ac se in superiora loca abdiderant. Caes.Gall.5,8,6Obgleich nämlich eine große feindliche Streitmacht zusammengekommen war, hatte sie sich doch, wie man später von den Gefangenen erfuhr, durch die zahlreiche Flotte der Römer in Schrecken setzen lassen, sich vom Ufer zurückgezogen und hinter den Anhöhen versteckt; denn auf einmal standen die Schiffe vom vorigen Jahr und diejenigen, die sich einzelne zu ihrem Gebrauch hatten machen lassen eingerechnet, zusammen über 800 Fahrzeuge vor ihren Augen.
at ex iis, quae inanes ex continenti ad eum remitterentur - et prioris commeatus expositis militibus et quas postea Labienus faciendas curaverat numero LX - perpaucae locum caperent, reliquae fere omnes reicerentur. Caes.Gall.5,23,4während von jenen Fahrzeugen, die nach der Ausschiffung der Soldaten des ersten Transportes leer von Gallien zu Cäsar zurückkehren sollten, sowie von den 60 neuen, die Labienus erst später hatte bauen lassen, nur wenige den Bestimmungsort erreichten, die übrigen aber verschlagen wurden.
His rebus permotus Q. Titurius, cum procul Ambiorigem suos cohortantem conspexisset, interpretem suum Cn. Pompeium ad eum mittit rogatum, ut sibi militibusque parcat. Caes.Gall.5,36,1Durch diese Lage wurde Quintus Titurius bewogen, den Ambiorix, den er aus der Ferne seine Soldaten zum Kampf ermuntern sah, durch seinen Dolmetscher Gnaeus Pompeius bitten zu lassen, er möge ihn und seine Soldaten schonen.
ille appellatus respondet: si velit secum conloqui, licere; sperare a multitudine impetrari posse, quod ad militum salutem pertineat; ipsi vero nihil nocitum iri inque eam rem se suam fidem interponere. Caes.Gall.5,36,2Ambiorix gar darauf zur Antwort, wenn Titurius mit ihm sprechen wolle, so sei er dazu bereit. Die Schonung der römischen Soldaten werde sich, wie er hoffe, von seinen Leuten erwirken lassen; dem Titurius selbst werde nichts geschehen; darauf gebe er sein Wort.
re demonstrata Atuatucisque concitatis postero die in Nervios pervenit hortaturque, ne sui in perpetuum liberandi atque ulciscendi Romanos pro iis, quas acceperint iniuriis, occasionem dimittant; Caes.Gall.5,38,2Er erzählte den Verlauf der Sache, brachte die Atuatuker zum Aufstand und zog am folgenden Tag in das Gebiet der Nervier, die er aufforderte, diese Gelegenheit sich für immer unabhängig zu machen und an den Römern für die erlittenen Ungerechtigkeiten zur Rache zu nehmen, nicht ungenutzt zu lassen.
errare eos dicunt, si quicquam ab iis praesidii sperent, qui suis rebus diffidant; sese tamen hoc esse in Ciceronem populumque Romanum animo, ut nihil nisi hiberna recusent atque hanc inveterascere consuetudinem nolint; Caes.Gall.5,41,5Außerdem melden sie den Tod des Titurius und deuten, um ihm alle Zweifel zunehmen, auf Ambiorix, (5) mit der Versicherung, dass man sich irre, wenn man von denen Hilfe erwarte, die sie selbst nicht zu helfen wüssten. Sie jedoch seien gegen Cicero und das römische Volk nicht feindlich gesinnt, sondern wollten nur kein Winterlager bei sich haben, noch diese Gewohnheit einwurzeln lassen.
idque adeo haud scio mirandumne sit, cum compluribus aliis de causis, tum maxime, quod, qui virtute belli omnibus gentibus praeferebantur, tantum se eius opinionis deperdidisse, ut a populo Romano imperia perferrent, gravissime dolebant. Caes.Gall.5,54,5Übrigens darf man sich vielleicht über diese Empörungen nicht so sehr wundern, da es, abgesehen von vielen anderen Ursachen, einem Volk, das an Tapferkeit im Krieg sonst allen anderen vorgezogen wurde, schmerzlich fallen musste, so viel von diesem Ruf verloren zu haben, dass man sich Roms Befehle gefallen lassen musste.
subito Labienus duabus portis omnem equitatum emittit; praecipit atque interdicit, perterritis hostibus atque in fugam coniectis - quod fore, sicut accidit, videbat - unum omnes petant Indutiomarum, neu quis quem alium prius vulneret, quam illum interfectum viderit, quod mora reliquorum spatium nactum illum effugere nolebat; Caes.Gall.5,58,4Auf einmal ließ Labienus seine Reiterei aus zwei Toren ausfallen, mit dem ausdrücklichen Befehl, wenn der bestürzte Feind in die Flucht geschlagen sei (denn darauf rechnete er mit Sicherheit), insgesamt nur dem Indutiomarus zu Leibe zu gehen; keiner solle einen anderen Feind verwunden, bis dieser gefallen sei: diesen wollte er durch eine Verzögerung bei den übrigen keine Zeit zur Flucht gewinnen lassen.
simul a Cn. Pompeio proconsule petit, quoniam ipse ad urbem cum imperio rei publicae causa remaneret, quos ex Cisalpina Gallia consulis sacramento rogasset, ad signa convenire et ad se proficisci iuberet, Caes.Gall.6,1,2Zugleich ersuchte er den Prokonsul Gnaeus Pompeius, die Truppen, die er als Konsul in Oberitalien ausgehoben und vereidigt hatte, nun zu seinen Fahnen stoßen zu lassen, da ja Pompeius, mit dem Oberbefehl ausgestattet sei und aus Staatsrücksichten vorderhand vor Rom stehen bleibe.
Vix agmen novissimum extra munitiones processerat, cum Galli cohortati inter se, ne speratam praedam ex manibus dimitterent - longum esse perterritis Romanis Germanorum auxilium exspectare, neque suam pati dignitatem, ut tantis copiis tam exiguam manum, praesertim fugientem atque impeditam, adoriri non audeant - flumen transire et iniquo loco committere proelium non dubitant. Caes.Gall.6,8,1Kaum hatte die römische Nachhut das Lager verlassen, als die Gallier einander ermunterten, man solle die erhoffte Beute nicht fahren lassen; bei dem derzeitigen Schrecken der Römer dauere es zu lange, erst die Hilfe der Germanen abzuwarten, da es überdies unter ihrer Würde wäre, wenn sie es nicht wagten, mit ihrem so zahlreichen Heer eine so schwache Schar anzugreifen, die ja auf der Flucht begriffen und bepackt sei. Ohne Zögern gingen sie also über den Fluss und begann an einem ungünstigen Ort das Treffen.
petunt atque orant, ut sibi parcat, ne communi odio Germanorum innocentes pro nocentibus poenas pendant; si amplius obsidum velit dari, pollicentur. Caes.Gall.6,9,7Sie baten demütig, er möge sie ihn doch verschonen und in seinem allgemeinen Hass gegen die Germanen nicht Unschuldige statt Schuldige büßen lassen; auch würden sie ihm, wenn er es verlange, gern noch mehr Geiseln stellen.
his cognitis rebus rem frumentariam providet, castris idoneum locum deligit; Ubiis imperat, ut pecora deducant suaque omnia ex agris in oppida conferant, sperans barbaros atque imperitos homines inopia cibariorum adductos ad iniquam pugnandi condicionem posse deduci; Caes.Gall.6,10,2Auf diese Nachricht in sorgte Cäsar für Lebensmittel, wählte sich einen vorteilhaften Platz zum Lager und gebot den Ubiern ihre Herden in Sicherheit und all ihrer Habe vom Land zu den festen Plätzen zu bringen; er hoffte, diese rohen und unwissenden Feinde könnten sich vielleicht aus Mangel an Lebensmitteln zu einem für sie nachteiligen Gefecht verleiten lassen.
illi rebus divinis intersunt, sacrificia publica ac privata procurant, religiones interpretantur. ad hos magnus adulescentium numerus disciplinae causa concurrit magnoque hi sunt apud eos honore. Caes.Gall.6,13,4Die Druiden haben das ganze Religionswesen, besorgen die Opfer des Staates und der einzelnen und sind die Lehrer und Erklärer in Sachen des Glaubens. Zu ihnen begibt sich, um sich unterrichten zu lassen, eine Menge junger Leute und sie stehen allenthalben in großer Ehre.
supplicia eorum, qui in furto aut in latrocinio aut aliqua noxii sint comprehensi, gratiora dis immortalibus esse arbitrantur. sed cum eius generis copia deficit, etiam ad innocentium supplicia descendunt. Caes.Gall.6,16,5Besonders angenehm, glaubte man, sei den unsterblichen Göttern die Opferung von Leuten, die sich einen Diebstahl, Straßenraub oder sonst eine Straftat hätten zu Schulden kommen lassen; hat man aber nicht gerade solche Verbrecher, so schreitet man selbst zum Morden von Unschuldigen.
quod saepe homines temerarios atque imperitos falsis rumoribus terreri et ad facinus impelli et de summis rebus consilium capere cognitum est. Caes.Gall.6,20,2Die Erfahrung lehrt nämlich, dass sich unbesonnene und unerfahrene Leute oft durch falsche Gerüchte in Schrecken setzen lassen, zu starken Taten schreiten und Einschlüsse von größter Bedeutung treffen.
eius rei multas adferunt causas: ne adsidua consuetudine capti studium belli gerendi agri cultura commutent; ne latos fines parare studeant potentioresque humiliores possessionibus expellant; ne accuratius ad frigora atque aestus vitandos aedificent; ne qua oriatur pecuniae cupiditas, qua ex re factiones dissensionesque nascuntur; Caes.Gall.6,22,3Dafür führt man viele Ursachen an: damit die Leute nicht durch ununterbrochene Wohnung und Bebauung derselben Gegend verlockt werden, die Lust zum Krieg mit dem Ackerbau zu vertauschen; damit sie nicht nach ausgedehntem Landbesitz trachten und die Mächtigeren die Schwächeren aus ihren Besitzungen verdrängen; damit sie nicht, um Kälte und Hitze zu vermeiden, gemächlichere Wohnungen bauen; ferner, um keine Geldgier aufkommen zu lassen, woraus Parteienzwist entsteht;
Cicero, qui omnes superiores dies praeceptis Caesaris summa diligentia milites in castris continuisset ac ne calonem quidem quemquam extra munitiones egredi passus esset, septimo die diffidens de numero dierum Caesarem fidem servaturum, quod longius eum progressum audiebat neque ulla de reditu eius fama adferebatur, Caes.Gall.6,36,1Cicero hatte nach Cäsars Befehl bisher alle Tage hindurch seine Leute mit der größten Aufmerksamkeit im Lager zurückgehalten und nicht einmal einen Trossknecht vor die Schanzen hinausgehen lassen. Am siebten Tag zweifelte er aber, ob sich Cäsar genau an die festgesetzte Zahl der Tage halten werde, weil man hörte, er sei weiter vorwärts gezogen, und weil nichts von seinem Rückzug verlauten wollte.
perrumpere nituntur seque ipsi adhortantur, ne tantam fortunam ex manibus dimittant. Caes.Gall.6,37,10Mit Gewalt und unter wechselseitiger Ermunterung suchten sie deshalb einzudringen, um nicht solche Schätze aus den Händen zu lassen.
Reversus ille, eventus belli non ignorans, unum, quod cohortes ex statione et praesidio essent emissae, questus - ne minimo quidem casui locum relinqui debuisse - multum Fortunam in repentino hostium adventu potuisse iudicavit, Caes.Gall.6,42,1Nach seiner Rückkehr tadelte er, der die Wechselfälle des Krieges nur zu gut kannte, allein, dass man die Kohorten von ihrem befestigten Posten weggeschickt habe; man hätte auch nicht dem geringsten Zufall Raum lassen dürfen. Nach seiner Ansicht hatte man dem Glück bei diesem plötzlichen Überfall des Feindes ohnehin viel zu verdanken,
nam si legiones in provinciam arcesseret, se absente in itinere proelio dimicaturas intellegebat; Caes.Gall.7,6,3Wollte er seine Legionen zu sich in das römische Gallien kommen lassen, so wusste er wohl, dass sie sich, ohne ihn an der Spitze zu haben, den Weg würden erkämpfen müssen;
celeriter haec fama ac nuntiis ad Vercingetorigem perferuntur. quem perterriti omnes Arverni circumsistunt atque obsecrant, ut suis fortunis consulat, neu se ab hostibus diripi patiatur, praesertim cum videat omne ad se bellum translatum. Caes.Gall.7,8,4Vercingetorix erhielt bald Nachricht davon und die bestürzten Arverner umringten und beschworen ihn, für die Erhaltung ihres Wohlstandes zu sorgen und den Feind sie nicht ausplündern zu lassen, zumal da der ganze Krieg, wie er sehe, sich gegen sie gewendet habe.
Brutum adulescentem his copiis praeficit; hunc monet, ut in omnes partes equites quam latissime pervagentur; daturum se operam, ne longius triduo a castris absit. Caes.Gall.7,9,2Unterdessen sollte der junge Brutus, dem er den Oberbefehl über die Truppen gab, die Reiterei nach allen Seiten hin schweifen lassen; er wolle sich bemühen, nicht länger als drei Tage vom Heer wegzusein.
Postero die concilio convocato consolatus cohortatusque est, ne se admodum animo demitterent neve perturbarentur incommodo. Caes.Gall.7,29,1Am folgenden Tag suchte Vercingetorix sie alle in einer allgemeinen Versammlung zu trösten und zu ermuntern: Sie sollten ihren Mut nicht ganz sinken lassen und sollten sich vom erlittenen Nachteil nicht bestürzt sein.
itaque, ne id accideret, silvestri loco castris positis e regione unius eorum pontium, quos Vercingetorix rescindendos curaverat, postero die cum duabus legionibus in occulto restitit; Caes.Gall.7,35,2Um dies zu verhindern, schlug er ein Lager an einem mit Wald und Gesträuch bewachsenen Ort, gegenüber einer der Brücken auf, die Vercingetorix hatte abreißen lassen. Dort blieb er am folgenden Tag mit zwei Legionen im Verborgenen stehen.
Vercingetorix re cognita, ne contra suam voluntatem dimicare cogeretur, magnis itineribus antecessit. Caes.Gall.7,35,6Vercingetorix, der sich zu keinem Kampf zwingen lassen wollte, rückte auf die Nachricht davon schnell voraus.
Dum haec ad Gergoviam geruntur, Convictolitavis Haeduus, cui magistratum adiudicatum a Caesare demonstravimus, sollicitatus ab Arvernis pecunia cum quibusdam adulescentibus conloquitur, quorum erat princeps Litaviccus atque eius fratres, amplissima familia nati adulescentes. Caes.Gall.7,37,1Während dies vor Gergovia geschah, hatte sich der Häduer Convictolitavis, dem nach der früheren Erzählung Cäsar die oberste Staatswürde zuerkannt hatte, von den Arvernern bestechen lassen und mit einigen jungen Häduern Absprachen getroffen, unter denen Litaviccus und sein Bruder, Sprösslinge der angesehensten Familie, die bedeutendsten waren.
celeriter adulescentibus et oratione magistratus et praemio deductis, cum se vel principes eius consilii fore profiterentur, ratio perficiendi quaerebatur, quod civitatem temere ad suscipiendum bellum adduci posse non confidebant. Caes.Gall.7,37,6Die jungen Männer ließen sich ebenso durch diese Worte ihres damaligen Oberhauptes als durch die Bestechung verleiten. Sie erklärten sich also bereit, selbst an die Spitze des Unternehmens zu treten. Es handelte sich jetzt nur noch um die Art und Weise, die Sache ins Werk zu setzen, weil sich ihre Mitbürger nicht so leicht zu einer Empörung würden verleiten lassen.
producuntur ii, quos ille edocuerat, quae dici vellet, atque eadem, quae Litaviccus pronuntiaverat, multitudini exponunt: Caes.Gall.7,38,4Hierauf traten Leute hervor, die er unterrichtet hatte, was sie sagen sollten. Sie legen der Menge das selbe dar, was bereits Litaviccus hatte verlauten lassen:
ex his Eporedorix cognito Litavicci consilio media fere nocte rem ad Caesarem defert; orat ne patiatur civitatem pravis adulescentium consiliis ab amicitia populi Romani deficere; quod futurum provideat, si se tot hominum milia cum hostibus coniunxerint, quorum salutem neque propinqui neglegere neque civitas levi momento aestimare posset. Caes.Gall.7,39,3Als Eporedorix von dem Vorhaben des Litaviccus Nachricht erhielt, teilte er dies Cäsar noch um Mitternacht mit und bat ihn, nicht zuzugeben, dass sein Vaterland durch das sträfliche Treiben dieser jungen Leute die Freundschaft mit dem römischen Volk breche; dies werde aber ganz gewiss geschehen, wenn sich so viele tausend Menschen mit dem Feind vereinigten, deren Überleben weder ihre Verwandten aus dem Auge lassen noch der Staat selbst gering schätzen könne.
adhortatus milites, ne necessario tempore itineris labore permoveantur, cupidissimis omnibus progressus milia passuum XXV agmen Haeduorum conspicatur. immisso equitatu iter eorum moratur atque impedit interdicitque omnibus, ne quemquam interficiant. Caes.Gall.7,40,4Cäsars Soldaten zeigten auf seine Bitte, sich in diesem dringenden Augenblick die Mühen des Marsches nicht zu viel sein zu lassen, insgesamt den größten Eifer. So erblickte er nach einem Weg von fünfundzwanzig Meilen das heranrückende Heer der Häduer. Cäsars Reiterei musste diesem entgegensprengen, um dessen Vordringen aufzuhalten und zu verhindern; doch sollte niemand dabei getötet werden.
Caesar nuntiis ad civitatem Haeduorum missis, qui suo beneficio conservatos docerent, quos iure belli interficere potuisset, tribusque horis noctis exercitui ad quietem datis castra ad Gergoviam movit. Caes.Gall.7,41,1Cäsar erklärte nun dem Stamm der Häduer durch eine eigene Botschaft, dass er ihre Truppen, die er nach dem Kriegsrecht hätte niederhauen lassen können, begnadige. Nach drei Stunden Nachruhe, die er seinem Heer gönnte, brach er sodann gegen Gergovia auf.
Fabium discessu eorum duabus relictis portis obstruere ceteras pluteosque vallo addere et se in posterum diem similem ad casum parare. Caes.Gall.7,41,4Beim Weggang der Boten habe Fabius die Tore des Lagers bis auf zwei verrammeln und den Wall mit Brustwehren versehen lassen; denn er sei für den folgend Tag auf ähnliches gefasst.
haec faciunt recuperandorum suorum causa; sed contaminati facinore et capti compendio ex direptis bonis, quod ea res ad multos pertinebat, et timore poenae exterriti consilia clam de bello inire incipiunt civitatesque reliquas legationibus sollicitant. Caes.Gall.7,43,3All dies taten sie übrigens nur, um ihre Leute wieder zu bekommen, während sie sich insgeheim zum Krieg rüsteten und die noch getrennten Völkerschaften durch Gesandte gleichfalls zu einer Empörung zu bewegen suchten; denn groß war ihre Furcht vor Bestrafung, weil die Sache so viele anging, die sich durch den Vorteil des Raubes hatten verleiten und in das Verbrechen verwickeln lassen.
quae tametsi Caesar intellegebat, tamen quam mitissime potest legatos appellat; nihil se propter inscientiam levitatemque vulgi gravius de civitate iudicare neque de sua in Haeduos benevolentia deminuere. Caes.Gall.7,43,4Cäsar war von allem vollkommen unterrichtet, erklärte aber dennoch den Gesandten auf möglichst milde Weise, er wolle die Torheit und Unbesonnenheit des Pöbels nicht den ganzen Volksstamm fühlen lassen; seine Zuneigung zu den Häduern werde sich nicht abschwächen.
in primis monet, ut contineant milites, ne studio pugnandi aut spe praedae longius progrediantur; Caes.Gall.7,45,8Ganz besonders ermahnt er sie, ihre Leute nicht aus Kampflust und Begierde nach Beute zu weit gehen zu lassen,
Postero die Caesar contione advocata temeritatem militum cupiditatemque reprehendit, quod sibi ipsi iudicavissent, quo procedendum aut quid agendum videretur, neque signo recipiendi dato constitissent neque a tribunis militum legatisque retineri potuissent. Caes.Gall.7,52,1Tags darauf versammelte Cäsar seine Truppen und tadelte die Leichtfertigkeit und Unbeherrschtheit seiner Soldaten, dass sie für sich bestimmt hätten, wie weit man vorrücken und was man anfangen müsse, dass sie weder beim Zeichen zum Rückzug Halt gemacht noch sich von den Tribunen und Legaten hätten zurückhalten lassen.
quantopere eorum animi magnitudinem admiraretur, quos non castrorum munitiones, non altitudo montis, non murus oppidi tardare potuisset, tantopere licentiam arrogantiamque reprehendere, quod plus se quam imperatorem de victoria atque exitu rerum sentire existimarent; (7,52,4) non minus se in milite modestiam et continentiam quam virtutem atque animi magnitudinem desiderare. Caes.Gall.7,52,3Wie sehr er auch ihren großen Mut bewundere, weil sie sich nicht durch die Verschanzung der feindlichen Lager, nicht durch die Höhe des Berges , nicht durch die Mauer der Festung hätten zurückhalten lassen, ebenso sehr tadle er ihre Unbescheidenheit und Anmaßung, in der sie glaubten, vom Sieg und vom Ausgang der Unternehmung mehr zu verstehen als ihr Feldherr. (4) Er verlange vom Soldaten nicht bloß Tapferkeit und Heldenmut, sondern auch Gehorsam und Unterwerfung.
Hac habita contione et ad extremam orationem confirmatis militibus, ne ob hanc causam animo permoverentur neu, quod iniquitas loci attulisset, id virtuti hostium tribuerent, eadem de profectione cogitans, quae ante senserat, legiones ex castris eduxit aciemque idoneo loco constituit. Caes.Gall.7,53,1Am Ende der Rede ermunterte er jedoch die Soldaten, es sich nicht zu sehr zu Herzen gehen zu lassen und die Wirkung der ungünstigen Örtlichkeit nicht der Tapferkeit des Feindes zuschreiben. Weil er übrigens über den Aufbruch von Gergovia noch immer dasselbe dachte, rückte er mit seinem Heer aus dem Lager und bildete an einem günstigen Punkt eine Schlachtlinie.
huc Caesar omnes obsides Galliae, frumentum, pecuniam publicam, suorum atque exercitus impedimentorum magnam partem contulerat; Caes.Gall.7,55,2Cäsar hatte alle gallischen Geiseln, das Getreide, die Kriegskasse samt einem großen Teil seines eigenen Gepäcks und dem seines Heeres dorthin bringen lassen.
eo cum Eporedorix Viridomarusque venissent et de statu civitatis cognovissent, Litaviccum Bibracte ab Haeduis receptum - quod est oppidum apud eos maximae auctoritatis - , Convictolitavem magistratum magnamque partem senatus ad eum convenisse, legatos ad Vercingetorigem de pace et de amicitia concilianda publice missos, non praetermittendum instans tantum commodum existimaverunt. Caes.Gall.7,55,4Als Eporedix und Viridomarus dort ankamen und über die Verhältnisse in ihrem Staat erfuhren, dass man den Litaviccus in Bibracte, der im Lande angesehensten Stadt, aufgenommen hatte und sich Convictolitavis, der die höchste Staatswürde bekleidete, mitsamt den meisten Mitgliedern der Regierung zu ihm begeben hatte, dass man endlich an Vercingetorix Gesandte zum Abschluss eines Friedens- und Freundschaftsvertrages abgesandt hatte, glaubten beide, eine so günstige Gelegenheit nicht ungenutzt lassen zu dürfen.
petunt a Vercingetorige Haedui, ut ad se veniat rationesque belli gerendi communicet; re impetrata contendunt, ut ipsis summa imperii tradatur. Caes.Gall.7,63,4Die Häduer baten den Vercingetorix zu ihnen zu kommen und sie an den Maßregeln der Kriegsführung teilnehmen zu lassen. Als er dies tat, verlangten sie für sich die oberste Leitung.
Vercingetorix ex arce Alesiae suos conspicatus ex oppido egreditur; a castris longurios, musculos, falces reliquaque, quae eruptionis causa paraverat, profert. Caes.Gall.7,84,1Kaum bemerkte dies Vercingetorix auf dem höchsten Punkt in Alesia, als er die Festung verließ und die Faschinen, die langen Balken, Schutzdächer, Mauersicheln und alles andere, was er zum Ausfall hatte vorbereiten lassen, mit sich nahm.
qui cum vix equo propter aetatem posset uti, tamen consuetudine Gallorum neque aetatis excusatione in suscipienda praefectura usus erat neque dimicari sine se voluerat. Caes.Gall.8,12,5Dieser Mann, seines hohen Alters wegen kaum fähig, zu Pferd zu sitzen, hatte sich, wie dies bei den Galliern gewöhnlich ist, dennoch nicht von der Übernahme des Oberbefehls abhalten lassen, sondern wollte durchaus seine Landsleute in den Kampf begleiten.
qua contentione Germani, quos propterea Caesar traduxerat Rhenum ut equitibus interpositi proeliarentur, cum constantius universi paludem transissent paucisque in resistendo interfectis pertinacius reliquam multitudinem essent insecuti, Caes.Gall.8,13,2Als nun einmal die Germanen, die Cäsar über den Rhein hatte kommen lassen, um sie als Zwischenkämpfer zwischen der Reiterei zu gebrauchen (vgl. 1,48; 7,18), in einer Masse und mit entschiedenerem Ernst über den Sumpf gedrungen waren, die wenigen Feinde, die Widerstand leisteten, niedermachten, alle übrigen dagegen desto hartnäckiger verfolgten,
Barbari confisi loci natura, cum dimicare non recusarent, si forte Romani subire collem conarentur, paulatimque copias distributas dimittere non auderent, ne dispersi perturbarentur, in acie permanserunt. Caes.Gall.8,15,1Der Feind vertraute auf seine Stellung und war zum Kampf bereit, wenn es die Römer etwa versuchten, den Hügel zu erstürmen; seine Streitkräfte nach und nach in einzelnen Abteilungen abgehen zu lassen, wagte er nicht, um nicht gerade durch diese Trennung in Verwirrung zu geraten. Man blieb also in Schlachtordnung stehen.
qua re cognita praesidio cohortium confisi nostri acerrime proeliantur, ne, si tardius rem gessissent, victoriae gloriam communicasse cum legionibus viderentur. Caes.Gall.8,19,5Durch den möglichen Schutz ihres Fußvolkes ermutigt kämpften jetzt die römischen Reiter auf das tapferste, um nicht durch Langsamkeit eben diesem Fußvolk Anteil am Ruhm des Sieges zu lassen.
Quae ne opinio Gallorum confirmaretur, Caesar M. Antonium quaestorem suis praefecit hibernis. ipse cum equitum praesidio pridie Kalendas Ianuarias ab oppido Bibracte proficiscitur ad legionem XIII, quam non longe a finibus Haeduorum conlocaverat in finibus Biturigum, eique adiungit legionem undecimam, quae proxima fuerat. Caes.Gall.8,2,1Um diese Meinung nicht weiter aufkommen zu lassen übergab Cäsar dem Quaestor Marcus Antonius sein eigenes Winterlager und brach, von der Reiterei begleitet, am letzten Dezember aus Bibracte zur 13. Legion auf, die er nicht weit von den Grenzen der Häduer in das Land der Biturigen gelegt hatte; mit dieser verband der dann die nächstgelegene elfte Legionen.
Haec orantibus legatis commemorat Caesar: eodem tempore superiore anno Bellovacos ceterasque Galliae civitates suscepisse bellum; pertinacissime hos ex omnibus in sententia permansisse neque ad sanitatem reliquorum deditione esse perductos. scire atque intellegere se causam peccati facillime mortuis delegari. Caes.Gall.8,22,1Cäsar erwähnte hierauf, dass die Bellovaker mit ihren Verbündeten das Jahr vorher zu der selben Zeit aufgestanden seien; unter allen seinen sie am hartnäckigsten bei ihren Gesinnungen verbliebenen und hätten sich durch die Unterwerfung der übrigen Gallier keineswegs zu etwas Besserem bestimmen lassen. Er wisse gar wohl, dass man ganz leicht die Schuld einer Pflichtverletzung auf die Toten schieben könne;
non enim dubitabat, quin recenti calamitate submissiores essent futurae, dato vero spatio ac tempore eodem instigante Dumnaco possent concitari. Caes.Gall.8,31,2Denn er war überzeugt, sie würden wegen der frischen Niederlage jetzt unterwürfiger sein; gäbe man ihnen dagegen Zeit, so könnten sie sich durch eben diesen Dumnacus noch einmal Empörungen lassen.
Quod cum animadverterent oppidani miserrimaque Alesiae memoria solliciti similem casum obsessionis vererentur maximeque ex omnibus Lucterius, qui fortunae illius periculum fecerat, moneret frumenti rationem esse habendam, constituunt omnium consensu parte ibi relicta copiarum ipsi cum expeditis ad importandum frumentum proficisci. Caes.Gall.8,34,1Die Einwohner, die bei diesem Anblick an das traurige Los von Alesia dachten und deshalb bekümmert ein gleiches Ende der Belagerung fürchteten, hörten auf Lucterius, der jenen Jammer aus eigener Erfahrung kennen gelernt hatte (vgl. 7,78) und nun mehr als alle darauf drang, dass man für Getreidevorrat sorge. Sie beschlossen demnach einstimmig, einen Teil der Streitkräfte in der Festung zu lassen, in Masse aber mit den Leichtbewaffneten nach Getreide zu gehen.
novissime cum vehementius contenderetur ac Volusenus ipsius intercipiendi Commii cupiditate pertinacius eum cum paucis insecutus esset, ille autem fuga vehementi Volusenum produxisset longius, inimicus homini repente suorum invocat fidem atque auxilium, ne sua vulnera per fidem imposita inulta paterentur, conversoque equo se a ceteris incautius permittit in praefectum. Caes.Gall.8,48,3Als man endlich in einem solchen Treffen gar heftig kämpfte und Volusenus aus Begierde, sich des Commius selbst zu bemächtigen, nur noch von wenigen Römern umgeben ihm gar zu hartnäckig nachsetzte, der Verfolgte hingegen durch eilige Flucht den Volusenus weit hinweggelockt hatte, rief er all seine Leute zum Schutz und Beistand an, seine in treuloser Weise geschehene Verwundung nicht ungerächt zu lassen. Mit umgewandtem Pferd sprengte er dann voll Verwegenheit hinweg von seinen Leuten und gegen den römischen Obersten.
nihil enim minus volebat quam sub decessum suum necessitatem sibi aliquam imponi belli gerendi, ne, cum exercitum deducturus esset, bellum aliquod relinqueretur, quod omnis Gallia libenter sine praesenti periculo susciperet. Caes.Gall.8,49,2Denn nichts wünschte er weniger, als sich bei seinem bevorstehenden Abgang in der Notwendigkeit zu sehen, ins Feld zu ziehen; er musste sonst, im Begriff das Heer aus dem Land zu führen, einen Krieg hinter sich lassen, den das gesamte Gallien, wenn keine Gefahr nahe wäre, mit aller Bereitwilligkeit führen würde.
ipse tantum itinerum faciebat, quantum satis esse ad mutationem locorum propter salubritatem existimabat. ibi quamquam crebro audiebat Labienum ab inimicis suis sollicitari certiorque fiebat id agi paucorum consiliis, ut interposita senatus auctoritate aliqua parte exercitus spoliaretur, tamen neque de Labieno credidit quicquam neque contra senatus auctoritatem ut aliquid faceret adduci potuit. iudicabat enim liberis sententiis patrum conscriptorum causam suam facile obtineri. Caes.Gall.8,52,3er selbst zog mit seinen Legionen der Ortsveränderung halber so viel herum, als er für ihre Gesundheit hinreichend glaubte. Obgleich man damals häufig hörte, seine Feinde versuchten Labienus zu gewinnen, und obgleich er sicher wusste, dass gewisse Leute den Plan hatten, ihm durch einen eigens veranlassten Senatsbeschluss einen Teil des Heeres zu entziehen, glaubte er auf der einen Seite den Gerüchten über Labienus nicht, auf der anderen Seite aber konnte er sich nicht entschließen, gegen den Senat aufzutreten, weil er überzeugt war, seine Sache werde sich bei einer freien Abstimmung der Senatorin leicht durchsetzen lassen.
hoc facto quamquam nulli erat dubium quidnam contra Caesarem pararetur, tamen Caesar omnia patienda esse statuit, quoad sibi spes aliqua relinqueretur iure potius disceptandi quam belligerandi. Caes.Gall.8,55,2Jetzt konnte niemand mehr im Zweifel sein, was man gegen Cäsar im Schilde führe; er aber wollte sich dennoch alles gefallen lassen, solange er noch einigermaßen Hoffnung hatte, die Sache eher auf dem Wege des Rechts als mit den Waffen zu entscheiden.
huc adcedebat, quod L. Sulla exercitum, quem in Asia ductaverat, quo sibi fidum faceret, contra morem maiorum luxuriose nimisque liberaliter habuerat. loca amoena, voluptaria facile in otio ferocis militum animos molliverant: Sall.Cat.11,5Dazu trug bei, dass Lucius Sulla, dem Heer, das er nach Asien geführt hatte, um sich seiner Treue zu versichern, gegen die althergebrachte Sitte große Üppigkeit und übermäßig große Zwanglosigkeit gewährt hatte. Die schönen, zum Genuss verleitenden Gegenden hatten leichthin die trotzigen Herzen der Soldaten im Nichtstun dahinschmelzen lassen.
alii autem, equites illos, Cn. Pompei veteres fidosque clientis, voluntate eius Pisonem adgressos: numquam Hispanos praeterea tale facinus fecisse, sed imperia saeva multa antea perpessos. nos eam rem in medio relinquemus. Sall.Cat.19,5andere aber, jene Reiter, langjährige und ergebene Schutzbefohlene des Pompeius, hätten auf seinen Wink hin Hand an Piso gelegt; sonst hätten die Spanier nie eine solche Tat verübt, sondern sich manche arge Herrschaft gefallen lassen. Wir lassen die Sache unentschieden.
quae quo usque tandem patiemini, o fortissumi viri? nonne emori per virtutem praestat quam vitam miseram atque inhonestam, ubi alienae superbiae ludibrio fueris, per dedecus amittere? Sall.Cat.20,9Wie lange noch wollt ihr euch dies gefallen lassen, ihr tapfersten Männer? Ist es nicht besser, einen Heldentod zu erleiden als ein elendes und ehrloses Leben schmählich auszuhauchen, nachdem man fremden Launen zum Spielball geworden ist?
postquam omnium animos alacris videt, cohortatus, ut petitionem suam curae haberent, conventum dimisit. Sall.Cat.21,5Als er alle zur Tat begeistert sieht, entlässt er die Versammlung mit der Aufforderung, sich das Gelingen seiner Kandidatur angelegen sein zu lassen.
luxuria atque inopia praeceps abierat. verum ingenium eius haud absurdum: posse versus facere, iocum movere, sermone uti vel modesto vel molli vel procaci; prorsus multae facetiae multusque lepos inerat. Sall.Cat.25,5Durch Verschwendung und Mittellosigkeit war sie jählings gesunken. Aber ihre Begabung war ganz annehmbar: sie konnte Verse machen, Witz spielen lassen, bald zurückhaltend, bald gefühlvoll, bald ungeniert reden, kurz: sie besaß viel Anmut und Laune.
namque duobus senati decretis ex tanta multitudine neque praemio inductus coniurationem patefecerat neque ex castris Catilinae quisquam omnium discesserat: tanta vis morbi atque uti tabes plerosque civium animos invaserat. Sall.Cat.36,5Denn trotz zweier Senatsbeschlüsse hatte aus der so zahlreichen Menge kein einziger sich von der Belohnung verführen lassen und die Verschwörung verraten noch sich aus Catilinas Lager entfernt. Wie eine Seuche hatte die so schreckliche Krankheit die meisten Bürger befallen.
praeterea iuventus, quae in agris manuum mercede inopiam toleraverat, privatis atque publicis largitionibus excita urbanum otium ingrato labori praetulerat. eos atque alios omnis malum publicum alebat. Sall.Cat.37,7Ferner hatten sich die jungen Leute, die sich vorher auf dem Land durch Handarbeit ihr tägliches Brot verdient hatten, durch private und staatliche Spenden locken lassen und den Müßiggang in der Stadt der unbequemen Arbeit vorgezogen. Sie und alle anderen zehrten von den Schäden des öffentlichen Lebens.
is quom se diceret indicaturum de coniuratione, si fides publica data esset, iussus a consule, quae sciret, edicere, eadem fere quae Volturcius de paratis incendiis, de caede bonorum, de itinere hostium senatum docet: praeterea se missum a M. Crasso, qui Catilinae nuntiaret, ne eum Lentulus et Cethegus aliique ex coniuratione deprehensi terrerent, eoque magis properaret ad urbem adcedere, quo et ceterorum animos reficeret et illi facilius e periculo eriperentur. Sall.Cat.48,4Da er erklärte, er wolle über die Verschwörung ein Geständnis ablegen, wenn ihm volle Straflosigkeit gewährt werde, forderte ihn den Konsul auf, frei herauszusagen, was er wisse. Nun machte er vor dem Senat fast die selben Angaben wie Volturcius über die Vorbereitungen zur Brandlegung, über die Ermordung der Gutgesinnten, über den Anmarsch der Feinde; außerdem aber, er sei von Marcus Crassus abgeschickt worden, um Catilina zu melden, er solle sich durch Verhaftung des Lentulus, Cethegus und anderer Verschwörer nicht abschrecken lassen, vielmehr um so eiliger gegen die Stadt anrücken, um die anderen zu ermutigen und jene um so leichter der Gefahr zu entreißen.
Sed isdem temporibus Q. Catulus et C. Piso neque precibus neque pretio neque gratia Ciceronem inpellere potuere, uti per Allobroges aut alium indicem C. Caesar falso nominaretur. Sall.Cat.49,1Aber unter ganz gleichen Umständen konnten Quintus Catulus und Gaius Piso Cicero weder durch Bitten noch durch Geld noch durch persönlichen Einfluss dazu bringen, durch die Allobroger oder sonst einen Anzeiger Gaius Caesar fälschlich nennen zu lassen.
nam uti quisque domum aut villam, postremo vas aut vestimentum aliquoius concupiverat, dabat operam, uti is in proscriptorum numero esset. Sall.Cat.51,33Denn wenn einer jemandes Haus oder Landgut, ja Gefäß oder Kleid begehrte, so bemühte er sich, jenen auf die Liste der Geächteten setzen zu lassen.
postremo, patres conscripti, si mehercule peccato locus esset, facile paterer vos ipsa re conrigi, quoniam verba contemnitis. sed undique circumventi sumus. Catilina cum exercitu faucibus urget; alii intra moenia atque in sinu urbis sunt hostes; neque parari neque consuli quicquam potest occulte: quo magis properandum est. Sall.Cat.52,35Schließlich würde ich, ihr Senatoren, wenn es, bei Gott, hinnehmbar wäre, Fehler zu machen, euch durch Schaden klug werden lassen, da ihr ja Worte missachtet. Aber wird sind auf allen Seiten umzingelt. Catilina geht uns mit seinem Heer an die Gurgel, andere Feinde sind innerhalb der Mauern, ja im Herzen der Stadt; keine Maßnahme kann von ihnen unbemerkt getroffen, kein Entschluss gefasst werden: um so größere Eile tut Not.
Sed ubi omnibus rebus exploratis Petreius tuba signum dat, cohortis paulatim incedere iubet; idem facit hostium exercitus. Sall.Cat.60,1Nachdem Petreius alles hatte erkunden lassen, ließ er mit der Trompete das Zeichen geben und die Cohorten sich langsam in Bewegung setzen. Das Heer der Feinde macht das selbe.
postquam eo ventum est, unde a ferentariis proelium conmitti posset, maxumo clamore cum infestis signis concurrunt; pila omittunt, gladiis res geritur. Sall.Cat.60,2Nachdem man sich so nahe gekommen war, dass die Plänkler den Kampf eröffnen konnten, stürmen sie unter lautem Kampfruf in frontalem Angriff aufeinander los. Sie lassen ihre Wurfspieße beiseite und kämpfen mit dem Schwert.
At vero nos vicesimum iam diem patimur hebescere aciem horum auctoritatis. Habemus enim eius modi senatus consultum, verum inclusum in tabulis, tamquam in vagina reconditum, quo ex senatus consulto confestim te interfectum esse, Catilina, convenit. Cic.Catil.1,4Wir aber lassen schon seit zwanzig Tagen die Schärfe des Beschlusses dieser Senatoren sich abstumpfen. Denn wir haben einen solchen Senatsbeschluss, doch niedergelegt in den Protokollen, wie ein in der Scheide steckendes Schwert: einen Senatsbeschluss, in Folge dessen du, Catilina, augenblicklich hättest getötet werden sollen.
et si me meis civibus iniuria suspectum tam graviter atque offensum viderem, carere me aspectu civium quam infestis omnium oculis conspici mallem: tu, cum conscientia scelerum tuorum agnoscas odium omnium iustum et iam diu tibi debitum, dubitas, quorum mentis sensusque volneras, eorum aspectum praesentiamque vitare? Cic.Catil.1,17Und würde ich sehen, dass ich von meinen Mitbürgern auch mit Unrecht so schwer verdächtigt würde und ihnen anstößig sei, so würde ich mich lieber dem Anblick meiner Mitbürger entziehen, als mich von allen mit feindlichen Augen ansehen lassen. Und du, da du doch im Bewusstsein deiner Frevel anerkennst, dass der allgemeine Hass gegen dich gerecht sei, und du ihn schon lange verschuldest habest, - du kannst dich noch bedenken, den Anblick und die Gegenwart derer zu meiden, deren Vorstellungen und Gefühle du verletztest?
Etenim si mecum patria, quae mihi vita mea multo est carior, si cuncta Italia, si omnis res publica loquatur: 'M. Tulli, quid agis? Tune eum, quem esse hostem comperisti, quem ducem belli futurum vides, quem exspectari imperatorem in castris hostium sentis, auctorem sceleris, principem coniurationis, evocatorem servorum et civium perditorum, exire patiere, ut abs te non emissus ex urbe, sed immissus in urbem esse videatur? Cic.Catil.1,27Denn wenn das Vaterland, das mir viel teurer als das Leben ist, wenn ganz Italien, wenn die ganze Republik so zu mir redete: "Was machst du, Marcus Tullius? Willst du einen Menschen, von dessen feindlicher Gesinnung du Beweise hast, in dem du einen künftigen Kriegsführer erblickst, von dem du weißt, dass er als Befehlshaber im Lager der Feinde erwartet wird, - willst du den Anstifter der Frevel, das Haupt der Verschwörung, den Aufwiegler der Sklaven und schlechter Bürger ziehen lassen, so dass man glauben kann, er sei von dir nicht aus der Stadt gewiesen, sondern gegen die Stadt losgelassen?
nunc insidet quaedam in optimo quoque virtus, quae noctes ac dies animum gloriae stimulis concitat atque admonet non cum vitae tempore esse dimittendam commemorationem nominis nostri, sed cum omni posteritate adaequandam. Cic.Arch.29.bNun wohnt aber gerade in den edelsten Seelen eine Kraft der Tugend, die Tag und Nacht durch die Triebfedern des Ruhmes den Sinn erregt und ermuntert, das Gedächtnis unseres Namens nicht mit der Lebenszeit schwinden zu lassen, sondern auf alle Nachwelt hinaus auszudehnen.
an vero tam parvi animi videamur esse omnes, qui in re publica atque in his vitae periculis laboribusque versamur, ut, cum usque ad extremum spatium nullum tranquillum atque otiosum spiritum duxerimus, nobiscum simul moritura omnia arbitremur? Cic.Arch.30.aOder sollten wir uns alle, die wir uns in Staatsgeschäften und in diesen Gefahren und Anstrengungen des Lebens umtreiben, für so engherzig ansehen lassen, dass wir, wenn wir bis zum Ende unserer Laufbahn keinen ruhigen und mühelosen Atemzug getan haben, glauben sollten, es werde mit uns alles sterben?
Tum Crassum 'immo vero commodius etiam'; pulvinosque poposcisse et omnis in eis sedibus, quae erant sub platano, consedisse dicebat. Ibi, ut ex pristino sermone relaxarentur animi omnium, solebat Cotta narrare Crassum sermonem quendam de studio dicendi intulisse. Cic.de_orat.1,29.Darauf habe Crassus erwidert: "Nicht so! Wir können es ja bequemer haben!" und habe Polster herbeibringen lassen, und alle hätten sich auf die Sitze, die unter der Platane waren, niedergelassen. Hier also leitete Crassus, wie Cotta oftmals erzählte, um den Gemütern aller eine Erholung von der gestrigen Unterredung zu gewähren, das Gespräch auf die wissenschaftliche Erlernung der Beredsamkeit.
Quis enim tibi hoc concesserit aut initio genus hominum in montibus ac silvis dissipatum non prudentium consiliis compulsum potius quam disertorum oratione delenitum se oppidis moenibusque saepsisse? aut vero reliquas utilitates aut in constituendis aut in conservandis civitatibus non a sapientibus et fortibus viris, sed a disertis ornateque dicentibus esse constitutas? Cic.de_orat.1,36.Denn wer möchte dir das einräumen, dass anfänglich das auf Bergen und Wäldern zerstreute Menschengeschlecht sich nicht durch kluger Männer Ratschläge eher als durch bezaubernde Vorträge beredter Männer habe bewegen lassen, sich in Städten und Mauern einzuschließen? Oder aber, dass die übrigen nützlichen Einrichtungen bei der Gründung und Erhaltung der Staaten nicht von weisen und tapferen, sondern von beredten und schön redenden Männern getroffen seien?
Quid est enim tam furiosum, quam verborum vel optimorum atque ornatissimorum sonitus inanis, nulla subiecta sententia nec scientia? Quicquid erit igitur quacumque ex arte, quocumque de genere, orator id, si tamquam clientis causam didicerit, dicet melius et ornatius quam ipse ille eius rei inventor atque artifex. Cic.de_orat.1,51.Denn was ist so unsinnig wie ein leerer Schall von Worten, wenn sie auch noch so schön und zierlich sind, wenn kein Gedanke und keine Wissenschaft zugrunde liegt? Man nehme nun aus irgendeiner Wissenschaft einen Stoff, gleichviel von welcher Art, so wird der Redner denselben, wenn er sich zuvor von der Sache seines Schutzbefohlenen hat belehren lassen, besser und geschmückter vortragen als selbst der Erfinder und Kenner dieser Sache.
'Ego vero' inquit 'istis obsequi studeo neque gravabor breviter meo more, quid quaque de re sentiam, dicere. Ac primum illud - quoniam auctoritatem tuam neglegere, Scaevola, fas mihi non esse puto - respondeo, mihi dicendi aut nullam artem aut pertenuem videri, sed omnem esse contentionem inter homines doctos in verbi controversia positam. Cic.de_orat.1,107."Gut", erwiderte er, "ich bin ja eifrig bemüht, ihnen Folge zu leisten, und ich werde nicht Anstand nehmen, in der Kürze nach meiner Weise über jeden einzelnen Punkt meine Ansicht vorzutragen. Was nun die erste Frage anlangt – deinen Rat nämlich, Scaevola, unbeachtet zu lassen, halte ich für unzulässig –, so ist meine Antwort diese: Ich glaube, es gibt entweder gar keine oder nur eine sehr unvollkommene Wissenschaft der Beredsamkeit und der ganze Streit hierüber unter den Gelehrten beruht auf einem Wortgezänk.
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