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Beleg gesucht für: es
Belege des Suchbegriffs aus ausgewählten Texten (vollständig: Caes.Gall., Cic.Arch., Cic.S.Rosc., Cic.Lael.)
Anzahl der Treffer: 25
Quam diu mihi consuli designato, Catilina, insidiatus es, non publico me praesidio, sed privata diligentia defendi. Cic.Catil.1,11Solange du, Catilina, mir als ernanntem Konsul nachstelltest, habe ich mich nicht durch öffentliche Schutzmaßnahmen, sondern durch persönliche Aufmerksamkeit gesichert.
Ac iam illa omitto - neque enim sunt aut obscura aut non multa commissa postea - quotiens tu me designatum, quotiens vero consulem interficere conatus es! quot ego tuas petitiones ita coniectas, ut vitari posse non viderentur, parva quadam declinatione et, ut aiunt, corpore effugi! Nihil agis, nihil adsequeris, neque tamen conari ac velle desistis. Cic.Catil.1,15Und davon will ich jetzt nicht weiter reden, denn es ist nicht allein gar nicht unbekannt, sondern es fehlt auch nicht an vielen späteren Vergehen. Wie oft hast du mich, seit ich designiert war, wie oft, seit ich Konsul bin, zu ermorden versucht? Wie viele deiner Angriffe, bei denen du so gegen mich ausholtest, dass ich mich gegen sie nicht decken zu können schien, bin ich durch eine ganz kleine Wendung und, wie man zu sagen pflegt, mit dem Leibe ausgewichen! Wo nimmst du noch den Mut her, dies zu ertragen? Du richtest nichts aus, du erreichst nichts und dennoch lässt du nicht davon ab, es zu versuchen und zu wünschen.
A quo non receptus etiam ad me venire ausus es, atque, ut domi meae te adservarem, rogasti. Cum a me quoque id responsum tulisses, me nullo modo posse isdem parietibus tuto esse tecum, quia magno in periculo essem, quod isdem moenibus contineremur, ad Q. Metellum praetorem venisti. Cic.Catil.1,19Als du von diesem nicht aufgenommen wurdest, wagtest du auch, zu mir zu kommen, und batest, ich möchte dich in meinem Haus unter Aufsicht nehmen. Als du auch von mir die Antwort erhieltest, ich könne durchaus nicht unter dem selben Dach sicher mit dir wohnen, da ich schon in großer Gefahr sei, weil wir uns innerhalb der selben Mauern befinden, so gingst du zu dem Praetor Quintus Metellus.
Sed tu ut vitiis tuis commoveare, ut legum poenas pertimescas, ut temporibus rei publicae cedas, non est postulandum. Neque enim is es, Catilina, ut te aut pudor a turpitudine aut metus a periculo aut ratio a furore revocarit. Cic.Catil.1,22Aber von dir darf man nicht verlangen, dass du durch das Bewusstsein deiner Laster erschüttert wirst, dass du vor der Strafe der Gesetze erzitterst, dass du den Verhältnissen des Staates ein Opfer bringst: denn du, Catilina, bist nicht der Mann, der sich durch Schamgefühl von der Schande, durch Furcht von der Gefahr, durch vernünftige Überlegung von einer wahnsinnigen Handlung zurückhalten lässt.
Nactus es ex perditis atque ab omni non modo fortuna verum etiam spe derelictis conflatam improborum manum. Cic.Catil.1,25Du hast eine aus liederlichen und nicht allein von allem Glück, sondern auch von aller Hoffnung verlassenen Menschen zusammengerottete Bande von Bösewichtern gefunden.
Tu, Iuppiter, qui isdem, quibus haec urbs auspiciis a Romulo es constitutus, quem Statorem huius urbis atque imperi vere nominamus, hunc et huius socios a tuis ceterisque templis, a tectis urbis ac moenibus, a vita fortunisque civium omnium arcebis et homines bonorum inimicos, hostis patriae, latrones Italiae scelerum foedere inter se ac nefaria societate coniunctos aeternis suppliciis vivos mortuosque mactabis. Cic.Catil.1,33Dann wirst du, Iupiter, dessen Bild unter der selben heilbedeutenden Weihe wie diese Stadt von Romulus aufgerichtet wurde, du, den wir mit Recht den Erhalter dieser Stadt und des Reiches nennen, diesen Menschen und seine Genossen von deinen Altären und anderen geweihten Plätzen, von den Wohnungen und Mauern der Stadt, vom Leben und Vermögen aller Bürger fernhalten und alle Hasser der Gutgesinnten, die Feinde des Vaterlandes, die Räuber Italiens, die durch einen Bund des Verbrechens und eine fluchwürdige Gemeinschaft unter sich vereint sind, mit ewigen Strafen im Leben und im Tod in reichem Maße heimsuchen.
Tum ridens Scaevola 'non luctabor tecum,' inquit 'Crasse, amplius; id enim ipsum, quod contra me locutus es, artificio quodam es consecutus, ut et mihi, quae ego vellem non esse oratoris, concederes et ea ipsa nescio quo modo rursus detorqueres atque oratori propria traderes. Cic.de_orat.1,74.Hierauf erwiderte Scaevola lachend: "Ich will nicht weiter mit dir streiten, Crassus. Deine Gegenrede selbst hast du ja mit einem gewissen Kunstgriff zustande gebracht, indem du einerseits mir in dem, was ich dem Redner abgesprochen wissen wollte, beipflichtetest, andererseits eben dieses, Gott weiß wie, wieder umdrehtest und dem Redner als Eigentum zuerteiltest.
Verum si tibi ipsi nihil deest, quod in forensibus rebus civilibusque versatur, quin scias, neque eam tamen scientiam, quam adiungis oratori, complexus es, videamus ne plus ei tribuamus quam res et veritas ipsa concedat.' Cic.de_orat.1,77.Doch wenn es dir an keiner Kenntnis der gerichtlichen und bürgerlichen Angelegenheiten gebricht und du doch die Wissenschaft nicht umfasst hast, die du dem Redner beigesellst, so las uns sehen, ob du ihm nicht mehr zuteilst, als es die Sache und Wirklichkeit zulässt."
Mi frater, mi frater, mi frater, tune id veritus es, ne ego iracundia aliqua adductus pueros ad te sine litteris miserim? aut etiam ne te videre noluerim? Ego tibi irascerer? tibi ego possem irasci? Scilicet, tu enim me afflixisti; tui me inimici, tua me invidia, ac non ego te misere perdidi. Cic.ad Q.fr.1,3,1,1O Bruder, Bruder, Bruder! Du hast also wirklich gefürchtet, ich hätte aus Erbitterung gegen dich Sklaven ohne einen Brief an dich geschickt? Oder gar dich nicht sehen wollen? Ich dir zürnen? Dir sollte ich zürnen können? Als ob du mich angegriffen, als ob mich deine Feinde, mich deine Neider, und nicht ich selbst dich ins Unglück gestürzt hätte!
Nunc tu, quoniam in tantum luctum laboremque detrusus es, quantum nemo umquam, si levare potes communem casum misericordia hominum, scilicet incredibile quiddam assequeris; sin plane occidimus — me miserum! — ego omnibus meis exitio fuero, quibus ante dedecori non eram. Cic.ad Q.fr.1,4,4,5Da du jetzt in einen solchen Jammer und in solche Drangsal hinabgestoßen bist, wie noch keiner jemals zuvor – wenn es dir gelingt, durch das Mitleid der Menschen unserem gemeinsamen Unglück ein Ende zu machen, so wirst du etwas schier Unglaubliches erreichen. Bin ich aber ganz verloren, werde ich Unglückseliger das Verderben über alle meine Lieben gebracht haben, denen ich zuvor nie Schande bereitet habe.
quid censes hunc ipsum Sex. Roscium quo studio et qua intellegentia esse in rusticis rebus? Ut ex his propinquis eius, hominibus honestissimis, audio, non tu in isto artificio accusatorio callidior es quam hic in suo. Cic.S.Rosc.49.aWas meinst du hat eben dieser Sextus Roscius in Sachen des Landbaus für einen Eifer, für Einsichten? So viel ich von diesen seinen Verwandten, sehr ehrenwerten Leuten, weiß, so kannst du in deinem Geschäft als Ankläger nicht geschickter sein, als er in seinem Geschäft.
quam sis audax, ut alia obliviscar, hinc omnes intellegere potuerunt, quod ex tota societate, hoc est ex tot sicariis, solus tu inventus es, qui cum accusatoribus sederes atque os tuum non modo ostenderes sed etiam offerres. Cic.S.Rosc.87.bWie frech du bist, das konnte, um anderes zu übergehen, jedermann schon daraus erkennen, dass du allein aus der ganzen Sippschaft, d.h. aus einem Haufen von Banditen, dich herausfinden ließest, um unter den Anklägern zu sitzen und deine Stirn nicht allein zu zeigen, sondern sogar zur Schau zu tragen.
si eos putas, qui alienum appetebant, tu es in eo numero, qui nostra pecunia dives es; sin eos, quos, qui leviore nomine appellant, percussores vocant, quaere in cuius fide sint et clientela; Cic.S.Rosc.93.cMeinst du jene, die nach fremdem Gut trachteten, so gehörst du zu denselben, da du dich durch unser Vermögen bereichert hast. Meinst du aber diejenigen, die, wer sie mit einem milderen Namen bezeichnen will, Schläger nennt, so frage nach, unter wessen Schutz und Anwaltschaft sie stehen.
quae ita aperta et manifesta sunt, ut medius fidius, iudices, invitus ea dicam. vereor enim, cuicuimodi es, T. Rosci, ne ita hunc videar voluisse servare, ut tibi omnino non pepercerim. Cic.S.Rosc.95.bDas ist so offenbar und augenfällig, dass ich, ihr Richter, fürwahr ungern davon spreche. Denn was auch von dir zu halten sein mag, Titus Roscius, ich fürchte, man könnte von mir glauben, ich hätte über dem Bestreben, diesen zu retten, dich überhaupt nicht geschont.
quid recipis mandatum, si aut neglecturus aut ad tuum commodum conversurus es? cur mihi te offers ac meis commodis officio simulato officis et obstas? Cic.S.Rosc.112.aWarum übernimmst du einen Auftrag, wenn du ihn entweder vernachlässigen oder zu deinem Nutzen verwenden willst? Warum bietest du dich mir an und trittst doch mit geheuchelter Dienstbeflissenheit meinem Interesse feindlich entgegen?
[Cic.Tusc.5,6,1] Cuius igitur potius opibus utamur quam tuis, quae et vitae tranquillitatem largita nobis es et terrorem mortis sustulisti? Cic.Tusc.5,6,1Wessen Macht sollten wir also eher in Anspruch nehmen, als deine, die du uns Ruhe des Lebens gewährst und des Todes Schrecken verbannt hast.
2014.09.22 Papst Franciscus unternahm seine erste Reise in Europa nach Albanien, wo nur 10% der Einwohner katholisch, 20% orthodox und 70% islamisch sind, es trotzdem aber wegen der Religion keinen Streit gibt und die Leute friedlich koexistieren. Indem er auf die Gräueltaten der IS-Kämpfer anspielte, sagte der Papst, keiner, der gegen die Menschenwürde und Menschenrechte verstoße, dürfe sich hinter dem Namen Gottes verschanzen. Die grundlegendsten Menschenrechte seien aber das Recht auf Leben und das Recht auf freie Religionsausübung.">Franciscus pontifex primum iter Europaeum in Albaniam direxit, ubi 10% inhabitantium catholicae, 20% orthodoxae et 70% islamicae confessionis sunt, neque tamen de religione ambigitur, sed homines quiete convivunt. Pontifex alludens ad facinora saeva atque atrocia a Status Islamici (IS) militantibus commissa dixit nemini, qui dignitatem hominum et iura humana facinora violet, licere sub nomine Dei delitescere. Quibus ex iuribus nullum esse antiquius quam ius vivendi et ius religione libere utendi. 2014.09.22Papst Franciscus unternahm seine erste Reise in Europa nach Albanien, wo nur 10% der Einwohner katholisch, 20% orthodox und 70% islamisch sind, es trotzdem aber wegen der Religion keinen Streit gibt und die Leute friedlich koexistieren. Indem er auf die Gräueltaten der IS-Kämpfer anspielte, sagte der Papst, keiner, der gegen die Menschenwürde und Menschenrechte verstoße, dürfe sich hinter dem Namen Gottes verschanzen. Die grundlegendsten Menschenrechte seien aber das Recht auf Leben und das Recht auf freie Religionsausübung.">Franciscus pontifex primum iter Europaeum in Albaniam direxit, ubi 10% inhabitantium catholicae, 20% orthodoxae et 70% islamicae confessionis sunt, neque tamen de religione ambigitur, sed homines quiete convivunt. Pontifex alludens ad facinora saeva atque atrocia a Status Islamici (IS) militantibus commissa dixit nemini, qui dignitatem hominum et iura humana facinora violet, licere sub nomine Dei delitescere. Quibus ex iuribus nullum esse antiquius quam ius vivendi et ius religione libere utendi.
[5,6,4] Gratias egit marito iamque laetior animo "sed prius", inquit, "centies moriar quam tuo isto dulcissimo conubio caream. amo enim et efflictim te, quicumque es, diligo aeque ut meum spiritum, nec ipsi Cupidini comparo. (Apul.met.5,6,4) Apul.met.5,6,4[5,6,4] Sie dankte ihrem Gatten und sprach schon fröhlicher: "Lieber hundert Mal sterben, als die so süße Ehe mit dir missen. Ich liebe dich nämlich bis auf den Tod, wer immer du seist, gleich meinem Leben liebe ich dich und vereleiche dicht nicht einmal mit Cupido.
[5,14,3] "Psyche, non ita ut pridem parvula, et ipsa iam mater es. quantum, putas, boni nobis in ista geris perula; quantis gaudiis totam domum nostram hilarabis. o nos beatas, quas infantis aurei nutrimenta laetabunt. qui si parentum, ut oportet, pulchritudini responderit, prorsus Cupido nascetur." (Apul.met.5,14,3) Apul.met.5,14,3[5,14,3] "Psyche, kaum den Kinderschuhen entwachsen bist du selbst bald Mutter. Welches Glück trägst du uns da in deinem Ränzchen, mit welcher Freude wirst du unser ganzes Haus erfüllen. Wie glücklich wir, wenn uns das Stillen des goldigen Kindes erfreut! Wenn es, wie zu erwarten, der Schönheit der Eltern entspricht, wird geradezu ein Cupido zur Welt kommen."
[30,1] "Sed male prima pueritia inductus es et acutas manus habes et maiores tuos irreverenter pulsasti totiens et ipsam matrem tuam, me inquam ipsam, parricida denudas cotidie et percussisti saepius et quasi viduam utique contemnis nec vitricum tuum fortissimum illum maximumque bellatorem metuis. (Apul.met.5,30,1) Apul.met.5,30,1[30,1] Du hast schon von klein auf nichts getaugt; hast dich beständig an allen vergriffen, die Älteren so oft schändlich getroffen. Wie hast du nicht deiner Mutter selbst stets frevelhaft mitgespielt? Wie oft mich nicht bis ans Leben verwundet? Welche Schmach tust du mir nicht noch täglich an? Verächtlicher kann wohl niemand einer armen hilflosen Witwe begegnen! Und vor deinem Stiefvater, dem großen Kriegsgott, hast du wohl keine Furcht und Achtung mehr?
[31,4] Quod autem, oramus, isti crimen, si puellae lepidae libenter arrisit? an ignoras eum masculum et iuvenem esse vel certe iam, quot sit annorum, oblita es? an, quod aetatem portat bellule, puer tibi semper videtur? (Apul.met.5,31,4) Apul.met.5,31,4[31,4] Rechnest du ihm als Sünde, dass er einem hübschen Mädchen gut ist? Er ist nun einmal ein Mannwie und ein Jüngling im rechten Alter! Oder denkst du, weil er noch immer so jung und zart aussieht, er sei auch immer noch ein Kind?
monere diutius neque temporis huius, et impletum est omne consilium, si te bene elegi. utilissimus idem ac brevissimus bonarum malarumque rerum dilectus est, cogitare, quid aut volueris sub alio principe aut nolueris; neque enim hic, ut gentibus, quae regnantur, certa dominorum domus et ceteri servi, sed imperaturus es hominibus, qui nec totam servitutem pati possunt nec totam libertatem.' et Galba quidem haec ac talia, tamquam principem faceret, ceteri tamquam cum facto loquebantur. Tac.hist.1,16,4.Dir längere Ermahnung zu geben, ist jetzt nicht die Zeit, und meine ganze Absicht ist erfüllt, wenn ich in dir eine gute Wahl getroffen habe. Das heilsamste und zugleich das kürzeste Mittel zu unterscheiden, was gut und böse sei, ist, zu bedenken, was du unter einem anderen Fürsten wünschen oder nicht wünschen würdest. Denn bei uns gibt es nicht wie bei Völkern unter Erbkönigen eine bestimmte Herrscherfamilie, sonst nur Sklaven; sondern du hast Menschen zu regieren, die weder völlige Knechtschaft ertragen können, noch aber auch die volle Freiheit." So und ähnlich sprach Galba, als ob er erst einen Fürsten erwähle, die anderen sprachen mit ihm, als sei er schon gewählt.
[Cic.Tusc.1,13] Quid? miserius quam omnino numquam fuisse? ita, qui nondum nati sunt, miseri iam sunt, quia non sunt, et nos, si post mortem miseri futuri sumus, miseri fuimus ante quam nati. ego autem non commemini, ante quam sum natus, me miserum; tu si meliore memoria es, velim scire, ecquid de te recordere. VII. Ita iocaris, quasi ego dicam eos miseros, qui nati non sint, et non eos miseros, qui mortui sunt. Esse ergo eos dicis. Immo, quia non sint, cum fuerint, eo miseros esse. Pugnantia te loqui non vides? quid enim tam pugnat, quam non modo miserum, sed omnino quicquam esse, qui non sit? an tu egressus porta Capena cum Calatini, Scipionum, Serviliorum, Metellorum, sepulcra vides, miseros putas illos? Quoniam me verbo premis, posthac non ita dicam, miseros esse, sed tantum miseros, ob id ipsum, quia non sint. Non dicis igitur: 'miser est M.Crassus', sed tantum: 'miser M.Crassus'? Ita plane. Cic.Tusc.1,13Wie? Für ein größeres Unglück, als überhaupt nie gewesen zu sein? So sind die noch nicht Geborenen schon unglücklich, weil sie nicht sind; und wir selbst, wenn wir nach dem Tod unglücklich sein sollen, waren es schon, ehe wir noch geboren wurden. Ich aber erinnere mich nicht, vor meiner Geburt schon unglücklich gewesen zu sein.Wenn Du aber ein besseres Gedächtnis hast, so möchte ich wissen, woran du dich denn im Hinblick auf dich erinnerst. - VII. Wie Du doch scherzt, als ob ich die unglücklich genannt hätte, die noch nicht geboren sind, und nicht die, die gestorben sind. – Du sagst also, sie seien. – Nein; sondern dass sie unglücklich seien, weil sie nicht mehr sind, obwohl sie zuvor waren. – Siehst du nicht, dass du im Widerspruch mit dir selbst bist? Denn was ist widersprechender, als, ich will nicht sagen unglücklich, sondern überhaupt etwas zu sein, und doch nicht zu sein? Wenn du aus dem Capenischen Tor herausgetreten bist und die Grabmäler des Calatinus, der Scipioionen, der Servilier, der Meteller schaust, hältst du denn jene für unglücklich? – Weil du mich beim Wort festhältst, so will ich in Zukunft nicht mehr sagen, sie seien unglücklich, sondern nur “die Unglücklichen”, eben deswegen, weil sie nicht sind. – Du sagst also nicht Markus Crassus ist unglücklich, sondern nur der “unglückliche Markus Crassus.” – Ja. –
[Cic.Tusc.1,14] Quasi non necesse sit, quicquid isto modo pronunties, id aut esse aut non esse! an tu dialecticis ne imbutus quidem es? in primis enim hoc traditur: omne pronuntiatum (sic enim mihi in praesentia occurrit ut appellarem axioma, —utar post alio, si invenero melius) id ergo est pronuntiatum, quod est verum aut falsum. cum igitur dicis: 'miser M.Crassus', aut hoc dicis: 'miser est Crassus', ut possit iudicari, verum id falsumne sit, aut nihil dicis omnino. Age, iam concedo non esse miseros, qui mortui sint, quoniam extorsisti, ut faterer, qui omnino non essent, eos ne miseros quidem esse posse. quid? qui vivimus, cum moriendum sit, nonne miseri sumus? quae enim potest in vita esse iucunditas, cum dies et noctes cogitandum sit iam iamque esse moriendum? Cic.Tusc.1,14Als ob nicht, was du auf jene Weise ausspricht, entweder sein, oder nicht sein müsste. Bist du nicht einmal mit den Elementen der Logik bekannt? Denn da heißt es so gleich von Anfang: jeder Ausspruch (dieser Ausdruck fällt mir im Augenblick für Axiom ein; find ich einen besseren, so will ich nachher diesen gebrauchen) ist entweder wahr oder falsch. Wenn du also sagst: der unglückliche Macus Crassus, so sagst du entweder: ,Marcus Crassus ist unglücklich, damit beurteilt werden kann, ob dies wahr oder falsch ist, oder du sagst überhaupt nichts. – Nun gut, ich will es zugeben, die Toten seien nicht unglücklich, weil du mir das Geständnisses ab zwei angst, wer überhaupt nichts sei, könne auch nicht unglücklich sein. Aber wie? Wir, die wir leben und sterben müssen, sind wir nicht unglücklich? Denn welchen Reiz bietet das Leben noch dar, wenn man Tag und Nacht denken muss, jeden Augenblick könnte der Tod nahen. –
[Cic.Tusc.1,29] si vero scrutari vetera et ex is ea quae scriptores Graeciae prodiderunt eruere coner, ipsi illi maiorum gentium dii qui habentur hinc nobis profecti in caelum reperientur. quaere, quorum demonstrentur sepulcra in Graecia; reminiscere, quoniam es initiatus, quae tradantur mysteriis: tum denique, quam hoc late pateat, intelleges. sed qui nondum ea quae multis post annis (homines) tractare coepissent physica didicissent, tantum sibi persuaserant, quantum natura admonente cognoverant, rationes et causas rerum non tenebant, visis quibusdam saepe movebantur, iisque maxime nocturnis, ut vide rentur ei, qui vita excesserant, vivere. Cic.Tusc.1,29XIII. Versuchte ich aber, das Alte zu erforschen und daraus besonders dasjenige, was griechische Schriftsteller überlieferten, ans Licht hervorzuziehen, so könnte man finden, dass selbst jene so genannten Götter der ersten Ordnung hier von uns aus in den Himmel kamen. Denke denjenigen nach, deren Gräber man in Griechenland zeigt. Erinnere dich dessen, was man, du bist ja ein Eingeweihter, in den Mysterien lehrt: dann erst wirst du den ganzen Umfang dieser Bemerkung verstehen. Jedoch bei der Unkenntnis der Physik, die erst viele Jahre nachher behandelt zu werden anfing, geschah es, dass man gerade so viel in die Überzeugung aufnahm, als man aus Veranlassung der Naturereignisse erkannte. Gründe und Ursachen der Dinge hatte man nicht gefasst.. Gewisse Erscheinungen, besonders nächtliche, regten oft das Gemüt auf, so dass es war, als ob die, die das Leben schon verlassen hatten, sich lebend darstellten.
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Sed sceleris cogitatio incertum an repens: studia militum iam pridem spe successionis aut paratu facinoris adfectaverat, in itinere, in agmine, in stationibus vetustissimum quemque militum nomine vocans ac memoria Neroniani comitatus contubernalis appellando; alios agnoscere, quosdam requirere et pecunia aut gratia iuvare, inserendo saepius querelas et ambiguos de Galba sermones quaeque alia turbamenta vulgi. Tac.hist.1,23,1.Dass dem Otho der Gedanke des Frevels so plötzlich kam, ist nicht gewiss. Um die Gunst der Soldaten hatte er, in der Hoffnung auf die Thronfolge oder zur Anbahnung der Tat, schon länger gebuhlt, indem er auf der Reise, im Heerzug, im Feldlager alle älteren Soldaten beim Namen anrief und in Erinnerung an das Gefolge unter Nero Kameraden nannte; einige erkannte er wieder, nach anderen fragte er und half mit Geld und Gefälligkeit; oft auch ließ er Klagen und zweideutige Reden über Galba einfließen, und was es sonst für Verführungskünste beim gemeinen Mann gibt.
Aquitania a Garunna flumine ad Pyrenaeos montes et eam partem Oceani, quae est ad Hispaniam, pertinet, spectat inter occasum solis et septentriones. Caes.Gall.1,1,7Aquitanien dehnt sich von der Garonne bis zu den Pyrenäen aus und zu dem Teil des Ozeans, welcher längs der Küste Spaniens strömt; es liegt gegen Westen und Norden.
perfacile esse, cum virtute omnibus praestarent, totius Galliae imperio potiri. Caes.Gall.1,2,2indem er ihnen vorstellte, für sie, die an Tapferkeit alle überträfen, werde es sehr leicht sein, sich zu Herren über das ganze Keltenland zu machen.
pro multitudine autem hominum et pro gloria belli atque fortitudinis angustos se fines habere arbitrabantur, qui in longitudinem milia passuum CCXL, in latitudinem CLXXX patebant. Caes.Gall.1,2,5für ihre Bevölkerung sowie für ihren Kriegsruhm und ihre Tapferkeit sei das Gebiet zu beschränkt, indem es in der Länge 240 Meilen, in der Breite 180 Meilen betrug.
Erant omnino itinera duo, quibus itineribus domo exire possent: unum per Sequanos, angustum et difficile, inter montem Iuram et flumen Rhodanum, vix qua singuli carri ducerentur, mons autem altissimus impendebat, ut facile perpauci prohibere possent; Caes.Gall.1,6,1Es gab im ganzen zwei Wege, auf denen die Helvetier von zu Hause wegziehen konnten. Der eine ging durch das Land der Sequaner, zwischen dem Juragebirge und der Rhône, ein enger und beschwerlicher Pass, auf dem kaum einzelne Wagen fahren konnten, während das sehr hohe Gebirge darüber schwebte und ganz wenig Leute imstand waren, den Durchgang zu verwehren.
itaque rem suscipit et a Sequanis impetrat, ut per fines suos Helvetios ire patiantur, obsidesque uti inter sese dent perficit: Sequani, ne itinere Helvetios prohibeant, Helvetii, ut sine maleficio et iniuria transeant. Caes.Gall.1,9,4Er übernahm daher den Auftrag und bewirkte bei den Sequanern, dass die Helvetier durch ihr Gebiet ziehen durften; er brachte es dahin, dass sie sich gegenseitig Geiseln stellten, die Sequaner, dass sie den Helvetiern den Durchgang nicht verwehren, die Helvetier, dass sie ohne gewalttätige Übergriffe durchziehen.
id si fieret, intellegebat magno cum periculo provinciae futurum, ut homines bellicosos, populi Romani inimicos, locis patentibus maximeque frumentariis finitimos haberet. Caes.Gall.1,10,2Es war ihm bewusst, dass diese Provinz in große Gefahr käme, wenn ein kriegerisches und den Römern abgeneigtes Volk Nachbar ihrer offenen und überaus getreidereichen Gegenden würde.
ita se omni tempore de populo Romano meritos esse, ut paene in conspectu exercitus nostri agri vastari, liberi eorum in servitutem abduci, oppida expugnari non debuerint. Caes.Gall.1,11,3Die Häduer hätten sich zu jeder Zeit um das römische Volk so verdient gemacht, dass sie es nicht verdient hätten, dass fast unter den Augen des römischen Heeres ihre Felder verwüstet, ihre Kinder in die Sklaverei geschleppt und ihre Städte genommen würden.
is pagus appellabatur Tigurinus; nam omnis civitas Helvetia in quattuor partes vel pagos est divisa. Caes.Gall.1,12,4Es waren dies die Helvetier des Tiguriner-Gaus. Die Gesamtheit der helvetischen Bevölkerung bildet nämlich vier solche Gaue.
qui si alicuius iniuriae sibi conscius fuisset, non fuisse difficile cavere; sed eo deceptum, quod neque commissum a se intellegeret, quare timeret, neque sine causa timendum putaret. Caes.Gall.1,14,2Denn wäre es sich irgend eines Unrechts bewusst gewesen, so hätte es sich leicht vorsehen können; aber eben dadurch habe es sich täuschen lassen, dass es sich keiner Schuld bewusst war, die zur Furcht Anlass geben konnte, eine grundlose Furcht aber unpassend schien.
praestare, si iam principatum Galliae obtinere non possent, Gallorum quamRomanorum imperia perferre; Caes.Gall.1,17,3es wäre besser, die anderen Kelten über sich herrschen zu lassen als den Römern untertan zu sein, wenn nun einmal die Häduer selbst das Übergewicht im Keltenland nicht mehr behaupten könnten:
reperiebat etiam in quaerendo Caesar, quod proelium equestre adversum paucis ante diebus esset factum, initium eius fugae factum ab Dumnorige atque eius equitibus ‑ nam equitatui, quem auxilio Caesari Haedui miserant, Dumnorix praeerat ‑ ; eorum fuga reliquum esse equitatum perterritum. Caes.Gall.1,18,10Bei weiterem Ausfragen erfuhr Cäsar auch, dass es Dumnorix sei, der bei dem unglücklichen Reitertreffen vor einigen Tagen zuerst mit seinen eigenen Reitern die Flucht ergriff und dadurch die übrige Reiterei in Bestürzung brachte. Dumnorix befehligte nämlich die Reiterei, die die Häduer den Römern als Hilfe ins Feld gestellt hatten.
scire se illa esse vera, nec quemquam ex eo plus quam se doloris capere, propterea quod, cum ipse gratia plurimum domi atque in reliqua Gallia, ille minimum propter adulescentiam posset, per se crevisset, quibus opibus ac nervis non solum ad minuendam gratiam, sed paene ad perniciem suam uteretur. Caes.Gall.1,20,2Er wisse wohl, dass jenes wahr sei, und niemand falle es schwerer als ihm; denn Dumnorix sei erst durch ihn gestiegen, da er bei den Häduern und im übrigen Gallien den größten Einfluss, Dumnorix aber wegen seiner jungen Jahre fast kein Ansehen genieße. Dieser Macht und dieser Kräfte bediene sich nun der Bruder zur Verminderung seines bisherigen Ansehens und fast zu seinem gänzlichen Untergang.
Prima luce, cum summus mons a [Lucio] Labieno teneretur, ipse ab hostium castris non longius mille et quingentis passibus abesset neque, ut postea ex captivis comperit, aut ipsius adventus aut Labieni cognitus esset, Caes.Gall.1,22,1Es war Tagesanbruch. Labienus hielt die Anhöhe des Berges besetzt. Cäsar selbst war vom Lager der Feinde nur noch anderthalb Meilen entfernt, ohne dass diese etwas von Labienus oder Cäsars Annäherung bemerkt hatten, wie man später von den Gefangenen erfuhr.
multo denique die per exploratores Caesar cognovit et montem ab suis teneri et Helvetios castra movisse et Considium timore perterritum, quod non vidisset, pro viso sibi renuntiavisse. Caes.Gall.1,22,4Endlich, als es schon längst Tag war, berichteten die Kundschafter Cäsar, dass nicht nur die Römer unter Labienus den Berg besetzt, sondern auch die Helvetier ihr Lager verlassen hätten. Considius aber habe in Furcht und Bestürzung Dinge als gesehen gemeldet, die er nicht gesehen.
Caesar ad Lingonas litteras nuntiosque misit, ne eos frumento neve alia re iuvarent: qui si iuvissent, se eodem loco quo Helvetios habiturum. ipse triduo intermisso cum omnibus copiis eos sequi coepit. Caes.Gall.1,26,6Durch schriftliche Befehle und mündliche Botschaften untersagte Cäsar den Lingonen, die Helvetier mit Getreide oder sonst wie zu unterstützen, und erklärte, wenn sie es doch täten, werde er sie gleich den Helvetiern als Feinde behandeln. Er selbst brach nach einer Unterbrechung von drei Tagen mit seinem ganzen Heer auf, um sie zu verfolgen.
id ea maxime ratione fecit, quod noluit eum locum, unde Helvetii discesserant, vacare, ne propter bonitatem agrorum Germani, qui trans Rhenum incolunt, suis finibus in Helvetiorum fines transirent et finitimi Galliae provinciae Allobrogibusque essent. Caes.Gall.1,28,4Dies verfügte Cäsar besonders deshalb, weil er nicht wollte, dass der von den Helvetiern verlassene Landstrich leer stehe, aus Furcht, es möchten die Germanen des rechten Rheinufers wegen der vorzüglichen Güte der Felder aus ihrer Heimat in das helvetische Gebiet ziehen und so Nachbarn des römischen Gallien und der Allobroger werden.
summa omnium fuerunt ad milia trecenta sexaginta octo. eorum, qui domum redierunt, censu habito ut Caesar imperaverat, repertus est numerus milium centum et decem. Caes.Gall.1,29,3Im ganzen waren es 368.000 Köpfe. Die Anzahl derer, die in die Heimat zurückkehrten, betrug nach der Zählung, die auf Cäsars Befehl vorgenommen wurde, 110.000.
ea re impetrata sese omnes flentes Caesari ad pedes proiecerunt: non minus se id contendere et laborare, ne ea, quae dixissent, enuntiarentur, quam uti ea, quae vellent, impetrarent, propterea quod, si enuntiatum esset, summum in cruciatum se venturos viderent. Caes.Gall.1,31,2Als ihnen Cäsar dies bewilligt hatte, warfen sich alle unter Tränen zu seinen Füßen: es sei ihnen ebenso dringend daran gelegen, dass er ihre Worte geheim halte, wie daran, dass er ihnen ihr Anliegen erfülle. Denn wenn etwas in die Öffentlichkeit komme, müssten sie sichtlich sich mit den schlimmsten Folgen rechnen.
sed peius victoribus Sequanis quam Haeduis victis accidisse, propterea quod Ariovistus rex Germanorum in eorum finibus consedisset tertiamque partem agri Sequani, qui esset optimus totius Galliae, occupavisset, et nunc de altera parte tertia Sequanos decedere iuberet, propterea quod paucis mensibus ante Harudum milia hominum xxiiii ad eum venissent, quibus locus ac sedes pararentur. Caes.Gall.1,31,10Aber noch schlechter sei es den siegreichen Sequanern als den besiegten Häduern ergangen; denn der Germanenkönig Ariovist habe sich in ihrem Land festgesetzt, habe sich ein Drittel des Sequanerlandes, das das beste in ganz Gallien sei, angeeignet und fordere jetzt die Sequaner auf, noch ein zweites Drittel zu räumen, weil einige Monate zuvor 24 Tausend Haruden zu ihm gestoßen seien, denen man Felder und Wohnsitze anweisen müsse.
futurum esse paucis annis, uti omnes ex Galliae finibus pellerentur atque omnes Germani Rhenum transirent; neque enim conferendum esse Gallicum cum Germanorum agro, neque hanc consuetudinem victus cum illa comparandam. Caes.Gall.1,31,11In wenigen Jahres werde es dahin kommen, dass alle aus Gallien verjagt würden und alle Germanen den Rhein überquerten. Denn das Land in Gallien sei mit dem der Germanen nicht zu vergleichen, und auch die Lebensweise sei hier unvergleichlich besser als dort.
paulatim autem Germanos consuescere Rhenum transire et in Galliam magnam eorum multitudinem venire populo Romano periculosum videbat, Caes.Gall.1,33,3Außerdem sah er für das römische Volk eine Gefahr darin, dass es für die Germanen allmählich zur Gewohnheit werde, den Rhein zu überqueren und in großer Zahl nach Gallien zu kommen.
ipse autem Ariovistus tantos sibi spiritus, tantam arrogantiam sumpserat, ut ferendus non videretur. Caes.Gall.1,33,5Ariovist selbst hatte sich aber einen solchen Stolz und solche Anmaßung zugelegt, dass man es offenbar nicht hinnehmen konnte.
praeterea se neque sine exercitu in eas partes Galliae venire audere, quas Caesar possideret, neque exercitum sine magno commeatu atque molimento in unum locum contrahere posse. Caes.Gall.1,34,3Außerdem wage er es weder, ohne sein Heer in jene Teile Galliens zu kommen, die Cäsar besetzt halte, noch könne er sein Heer ohne erhebliche Versorgungsmaßnahmen und sonstige Umstände an einem Ort zusammenziehen.
quoniam tanto suo populique Romani beneficio adfectus, cum in consulatu suo rex atque amicus ab senatu appellatus esset, hanc sibi populoque Romano gratiam referret, ut in conloquium venire invitatus gravaretur neque de communi re dicendum sibi et cognoscendum putaret, haec esse, quae ab eo postularet: Caes.Gall.1,35,2Da er ihm und dem römischen Volk die besonders hohe Gunst, dass er unter seinem Konsulat (59 v.Chr.) die Titel "König" und "Freund" vom Senat erhalten habe, jetzt damit vergelte, dass er trotz einer Einladung Schwierigkeiten mache, mit ihm zur Unterredung zusammenzukommen, und da er es für überflüssig halte, sich mit ihm über eine gemeinsame Angelegenheit zu besprechen und zu informieren, so stelle er folgende Forderungen an ihn:
si id ita fecisset, sibi populoque Romano perpetuam gratiam atque amicitiam cum eo futuram; si non impetraret, sese, quoniam M. Messala M. Pisone consulibus senatus censuisset, uti, quicumque Galliam provinciam obtineret, quod commodo rei publicae facere posset, Haeduos ceterosque amicos populi Romani defenderet, se Haeduorum iniurias non neglecturum. Caes.Gall.1,35,4Wenn er diese Forderungen erfülle, so werde er selbst und das römische Volk ununterbrochen Freundschaft und gutes Einvernehmen mit ihm haben; andernfalls könne er die Übergriffe gegen die Häduer nicht unbeachtet lassen, da der römische Senat unter dem Konsulat des Marcus Messala und Marcus Piso (61 v.Chr.) beschlossen habe, dass der jeweilige Statthalter der gallischen Provinz, soweit es im Interesse des Staates geschehen könne, die Häduer und die übrigen Freunde des römischen Volkes schützen solle.
si ipse populo Romano non praescriberet, quemadmodum suo iure uteretur, non oportere se a populo Romano in suo iure impediri. Caes.Gall.1,36,2Wenn er selbst dem römischen Volk nicht vorschreibe, wie es sein Recht ausüben solle, so dürfe auch er in der Ausübung seines Rechtes vom römischen Volk nicht behindert werden.
denique hos esse eosdem Germanos, quibuscum saepe numero Helvetii congressi non solum in suis, sed etiam in illorum finibus plerumque superassent, qui tamen pares esse nostro exercitui non potuerint. Caes.Gall.1,40,7Schließlich seien es die selben Germanen, mit denen die Helvetier häufig zusammengetroffen und über die sie sowohl in ihrem als auch in deren Gebiet meistens Sieger geblieben wären; dennoch wären die Helvetier dem römischen Heer nicht gewachsen gewesen.
qui suum timorem in rei frumentariae simulationem angustiasque itineris conferrent, facere arroganter, cum aut de officio imperatoris desperarent aut praescribere auderent. (11) haec sibi esse curae; frumentum Sequanos, Leucos, Lingones subministrare iamque esse in agris frumenta matura; de itinere ipsos brevi tempore iudicaturos. Caes.Gall.1,40,10Diejenigen, die ihre Furcht mit der Besorgnis um Lebensmittel und der Schwierigkeit des Weges bemäntelten, handelten anmaßend, da sie der Pflichterfüllung ihres Feldherrn misstrauten oder es wagten, ihm Vorschriften zu erteilen.
Hac oratione habita mirum in modum conversae sunt omnium mentes summaque alacritas et cupiditas belli gerendi iniecta est, Caes.Gall.1,41,1Durch diese Rede wurden alle auf wunderbare Weise umgestimmt und es ergriff sie höchste Begeisterung und Kampfeslust.
Caesar, quod neque conloquium interposita causa tolli volebat neque salutem suam Gallorum equitatui committere audebat, commodissimum esse statuit omnibus equis Gallis equitibus detractis eo legionarios milites legionis decimae, cui quam maxime confidebat, imponere, ut praesidium quam amicissimum, siquid opus facto esset, haberet. Caes.Gall.1,42,5Weil Cäsar weder wollte, dass die Unterredung wegen eines Vorwandes ausfalle, noch sein Leben der gallischen Reiterei anzuvertrauen wagte, hielt er es für am passendsten, den gallischen Reitern alle Pferde wegzunehmen und sie mit den Soldaten der zehnten Legion, der er am meisten vertraute, zu besetzen, um notfalls eine möglichst ergebene Schutztruppe zu haben.
Planities erat magna et in ea tumulus terrenus satis grandis. hic locus aequum fere spatium a castris utriusque, Ariovisti et Caesaris, aberat. Caes.Gall.1,43,1Es dehnte sich dort eine große Ebene aus und in ihr erhob sich ein ziemlich starker Erdhügel. Dieser Ort war fast gleich weit von beiden Lagern, dem des Ariovist und dem Cäsars, entfernt.
eo, ut erat dictum, ad conloquium venerunt. legionem Caesar, quam equis devexerat, passibus ducentis ab eo tumulo constituit; item equites Ariovisti pari intervallo constiterunt. Caes.Gall.1,43,2Dorthin kamen sie, wie es verabredet war, zur Besprechung. Cäsar ließ die Legion, die er zu Pferd mitgebracht hatte, zweihundert Schritte weit vom Hügel Halt machen. Ebenso blieben die Reiter des Ariovist in gleicher Entfernung stehen.
populi Romani hanc esse consuetudinem, ut socios atque amicos non modo sui nihil deperdere, sed gratia, dignitate, honore auctiores velit esse; quod vero ad amicitiam populi Romani attulissent, id iis eripi quis pati posset? Caes.Gall.1,43,8Es liege in der Gewohnheit der Römer, dass ihre Bundesgenossen und Freunde nicht nur nichts von dem Ihrigen verlören, sondern an Einfluss, Ansehen und Ehre zunähmen. Wer könne also zugeben, dass man solchen Bundesgenossen selbst das entreiße, was sie in den Freundscahftsbund mit dem römischen Volk eingebracht hätten?
si iterum experiri velint, se iterum paratum esse decertare; si pace uti velint, iniquum esse de stipendio recusare, quod sua voluntate ad id tempus pependerint. Caes.Gall.1,44,4Wenn sie es zum zweiten Mal versuchen wollten, so sei auch er zu einem zweiten Treffen bereit; wollten sie lieber Frieden haben, so sei es unbillig, den Tribut zu verweigern, den sie bisher ohne Weigerung gezahlt hätten.
quid sibi vellet? cur in suas possessiones veniret? provinciam suam hanc esse Galliam, sicut illam nostram. ut ipsi concedi non oporteret, si in nostros fines impetum faceret, sic item nos esse iniquos, quod in suo iure se interpellaremus. Caes.Gall.1,44,8Was Cäsar denn suche? Warum er seine Besitzungen betrete? Dieser Teil Galliens sei seine Provinz, wie jene den Römern. Wie man es ihm nicht gestatten dürfe, wenn er in das römische Gebiet einen Einfall mache, so seien die Römer ungerecht, weil sie ihn in seinem Recht störten.
populi Romani iustissimum esse in Gallia imperium; si iudicium senatus observari oporteret, liberam debere esse Galliam, quam bello victam suis legibus uti voluisset. Caes.Gall.1,45,3Käme es also auf das möglichst hohe Alter an, so habe das römische Volk das größte Recht, über Gallien zu herrschen. Wolle man die Ansicht des Senats beachten, so müsse Gallien frei sein, weil er diesem Land, auch nachdem es im Krieg besiegt war, die eigene Verfassung habe lassen wollen.
commodissimum visum est C. Valerium Procillum, C. Valeri Caburi filium, summa virtute et humanitate adulescentem, cuius pater a C. Valerio Flacco civitate donatus erat, et propter fidem et propter linguae Gallicae scientiam, qua multa iam Ariovistus longinqua consuetudine utebatur, et quod in eo peccandi Germanis causa non esset, ad eum mittere et una M. Metium, qui hospitio Ariovisti utebatur. Caes.Gall.1,47,4Er hielt es für das Passendste, den Gaius Valerius Procillus, den Sohn des Gaius Valerius Caburus, zu ihm zu schicken, einen jungen Mann von ausgezeichneter Tapferkeit und edler Bildung, dessen Vater durch Gaius Valerius Flaccus das römische Bürgerrecht erhalten hatte. Ihn wählte er teils aus Zutrauen in seine Ergebenheit, teils wegen seiner Kenntnis der gallischen Sprache, in der Ariovist wegen des langen Aufenthaltes in Gallien bereits eine bedeutende Fertigkeit besaß, und weil wie er meinte, die ermanen keine Ursache hätten, sich an diesem Mann zu vergreifen. Ihm gab er den Gaius Metius mit, einen ehemaligen Gast des Ariovist.
his mandavit, ut, quae diceret Ariovistus, cognoscerent et ad se referrent. Caes.Gall.1,47,5Beiden trug er auf, sich zu merken, was Ariovist sage, und es ihm zu berichten.
genus hoc erat pugnae, quo se Germani exercuerant: equitum milia erant sex, totidem numero pedites velocissimi ac fortissimi, quos ex omni copia singuli singulos suae salutis causa delegerant; Caes.Gall.1,48,5Die Art dieses Kampfes, in dem die Germanen eine besondere Übung hatten, war folgende: Es waren sechstausend Reiter und ebenso viele äußerst behende und tapfere Fußsoldaten; von diesen hatte sich jeder Reiter je einen aus dem gesamten Heer zu seiner Deckung ausgewählt.
cum ex captivis quaereret Caesar, quamobrem Ariovistus proelio non decertaret, hanc reperiebat causam, quod apud Germanos ea consuetudo esset, ut matres familiae eorum sortibus vaticinationibusque declararent, utrum proelium committi ex usu esset necne; Caes.Gall.1,50,4Als Cäsar die Gefangenen fragte, warum Ariovist nicht die Entscheidung in der Schlacht suche, erfuhr er als Ursache, die Germanen hätten die Gewohnheit, von Hausfrauen durch das Los und Weissagungen bestimmen zu lassen, ob es vorteilhaft sei, ein Treffen zu liefern oder nicht;
eas ita dicere: non esse fas Germanos superare, si ante novam lunam proelio contendissent. Caes.Gall.1,50,4diese behaupteten aber, es sei nicht der Wille der Götter, dass die Germanen siegten, wenn sie sich vor dem Neumond in ein Treffen einließen.
ita nostri acriter in hostes signo dato impetum fecerunt, itaque hostes repente celeriterque procurrerunt, ut spatium pila in hostes coniciendi non daretur. Caes.Gall.1,52,3So verbissen griffen auf das Zeichen hin unsere Leute die Feinde an und auch die Feinde stürmten so plötzlich und geschwind nach vorn, dass es keinen Raum gab, die Wurfspieße gegen die Feinde zu schleudern.
Caesar una aestate duobus maximis bellis confectis maturius paulo, quam tempus anni postulabat, in hiberna in Sequanos exercitum deduxit. Caes.Gall.1,54,2So hatte Cäsar in einem Sommer zwei sehr bedeutende Kriege zu Ende gebracht und konnte seine Truppen etwas früher als es die Jahreszeit erforderte, zu den Sequanern in das Winterlager führen.
ab nonnullis etiam, quod in Gallia a potentioribus atque iis, qui ad conducendos homines facultates habebant, vulgo regna occupabantur, qui minus facile eam rem imperio nostro consequi poterant. Caes.Gall.2,1,4Andere dachten auf Unruhen, weil es im Keltenland etwas Gewöhnliches war, dass die mächtigeren Häuptlinge, überhaupt diejenigen, denen die Mittel zur Anwerbung von Mannschaft zu Gebote standen, sich zu Königen aufwarfen; diese hätten unter römischer Vorherrschaft ihre Zwecke nicht so leicht erreichen können.
ipse Diviciacum Haeduum magnopere cohortatus docet, quanto opere rei publicae communisque salutis intersit manus hostium distineri, ne cum tanta multitudine uno tempore confligendum sit. Caes.Gall.2,5,2Er selbst ermahnte den Häduer Diviciacus nachdrücklich und machte klar, wie sehr es im öffentlichen Interesse liege und zu ihrem gemeinsamen Besten führe, wenn man die feindlichen Streitkräfte getrennt halte, um nicht auf einmal mit einer so großen Masse kämpfen zu müssen.
quod tum facile fiebat. nam cum tanta multitudo lapides ac tela conicerent, in muro consistendi potestas erat nulli. Caes.Gall.2,6,3Dies war damals leicht. Weil nämlich eine so große Menge Belagerer Steine und Geschosse schleuderten, war es für die Belagerten ganz unmöglich, sich auf der Mauer zu halten.
et ad extremas fossas castella constituit ibique tormenta conlocavit, ne, cum aciem instruxisset, hostes, quod tantum multitudine poterant, ab lateribus pugnantes suos circumvenire possent. Caes.Gall.2,8,4am Ende beider Gräben warf er Schanzen auf und brachte dort sein schweres Geschütz an, damit es nach einer solchen Aufstellung seiner Truppen den zahlreichen Feinden unmöglich würde, den Römern während des Kampfes in die Seite zu fallen.
si minus potuissent, agros Remorum popularentur, qui magno nobis usui ad bellum gerendum erant, commeatuque nostros prohiberent. Caes.Gall.2,9,5Wenn es ihnen misslang, wollten sie die Ländereien der Remer verwüsten, von denen Cäsar große Unterstützung in der Kriegsführung zu erhoffen hatte, und überhaupt den Römern die Zufuhr abschneiden.
Certior factus ab Titurio omnem equitatum et levis armaturae Numidas, funditores sagittariosque pontem traducit atque ad eos contendit. acriter in eo loco pugnatum est. Caes.Gall.2,10,1Cäsar wurde von Titurius benachrichtigt, führte die ganze Reiterei und die leichtbewaffneten Numider mit den Schleuderern und Bogenschützen über die Brücke und ging auf den Feind los. Hier kam es zu einem hitzigen Gefecht:
id ex itinere oppugnare conatus, quod vacuum ab defensoribus esse audiebat, propter latitudinem fossae murique altitudinem paucis defendentibus expugnare non potuit, Caes.Gall.2,12,2Diese suchte er noch in Marschordnung zu erstürmen, weil er hörte, es gebe in ihr keine Verteidiger: doch konnte er sie nicht nehmen, obwohl sie nur wenige verteidigten; denn sie hatte einen breiten Graben und eine hohe Mauer.
petere non solum Bellovacos, sed etiam pro his Haeduos, ut sua clementia ac mansuetudine in eos utatur. Caes.Gall.2,14,5Es bäten nicht bloß die Bellovaker, sondern für sie auch die Häduer, er möge mit seiner Großmut und Milde gegen sie verfahren.
Cum per eorum fines triduo iter fecisset, inveniebat ex captivis Sabim flumen a castris suis non amplius milibus passuum X abesse; Caes.Gall.2,16,1Als Cäsar drei Tage durch ihr Gebiet gezogen war, erfuhr er von Gefangenen, vom römischen Lager bis zum Fluss Sabis seien es nicht mehr als 10 Meilen;
cum ex dediticiis Belgis reliquisque Gallis complures Caesarem secuti una iter facerent, quidam ex his, ut postea ex captivis cognitum est, eorum dierum consuetudine itineris nostri exercitus perspecta nocte ad Nervios pervenerunt atque his demonstrarunt inter singulas legiones impedimentorum magnum numerum intercedere neque esse quicquam negotii, cum prima legio in castra venisset reliquaeque legiones magnum spatium abessent, hanc sub sarcinis adoriri; Caes.Gall.2,17,2Diesen Feldzug der Römer machte aber eine Zahl unterworfener Belger zusammen mit anderen Galliern mit. Einige dieser Leute hatten, wie man später von Gefangenen erfuhr, in den letzten Tagen die übliche Ordnung im römischen Heereszug beobachtet und gingen bei Nacht zu den Nerviern über, denen sie meldeten, zwischen den einzelnen Legionen ziehe ein zahlreicher Tross; es werde keine Mühe kosten, die erste Legion bei ihrer Ankunft im Lager anzugreifen, während die Soldaten noch ihre Last trügen und die übrigen Legionen noch weit zurück wären.
his difficultatibus duae res erant subsidio: scientia atque usus militum, quod superioribus proeliis exercitati, quid fieri oporteret, non minus commode ipsi sibi praescribere, quam ab aliis doceri poterant, et quod ab opere singulisque legionibus singulos legatos Caesar discedere nisi munitis castris vetuerat. Caes.Gall.2,20,3In dieser schwierigen Lage waren ihm zwei Dinge hilfreich: einmal die Kenntnis und Erfahrung seiner Leute, die durch die frühere Treffen geübt waren und ebenso gut selbst wussten, was sie zu tun hatten, als es ihnen andere hätten sagen können. Ferner hatte Cäsar den Legaten verboten, vor dem Ende der Lagerbaus die Legionen zu verlassen.
Instructo exercitu, magis ut loci natura deiectusque collis et necessitas temporis, quam ut rei militaris ratio atque ordo postulabat, cum diversis legionibus aliae alia in parte hostibus resisterent saepibusque densissimis, ut ante demonstravimus, interiectis prospectus impediretur, neque certa subsidia conlocari neque, quid in quaque parte opus esset, provideri neque ab uno omnia imperia administrari poterant. Caes.Gall.2,22,1Die Aufstellung des Heeres war mehr so, wie es die Beschaffenheit des Ortes, die Abdachung des Hügels und die Not des Augenblicks verlangte, als nach den Regeln und der Ordnung der Kriegskunst. Die Legionen leisteten getrennt, die eine hier, die anderen dort dem Feind Widerstand. Auch wurde der Blick in die Ferne durch das äußerst dichte Gehege dazwischen, wovon wir oben sprachen, fast unmöglich. Deshalb konnte man keine Hilfskräfte bereithalten, noch vorhersehen, was an jedem Ort nötig sein mochte; auch konnten unmöglich von einem alle Befehle ausgehen.
Caesar ab decimae legionis cohortatione ad dextrum cornu profectus, ubi suos urgeri signisque in unum locum conlatis duodecimae legionis confertos milites sibi ipsos ad pugnam esse impedimento vidit, quartae cohortis omnibus centurionibus occisis signiferoque interfecto signo amisso, reliquarum cohortium omnibus fere centurionibus aut vulneratis aut occisis, in his primipilo P. Sextio Baculo fortissimo viro multis gravibusque vulneribus confecto, ut iam se sustinere non posset, reliquos esse tardiores et nunnullos ab novissimis desertos proelio excedere ac tela vitare, hostes neque a fronte ex inferiore loco subeuntes intermittere et ab utroque latere instare et rem esse in angusto vidit neque ullum esse subsidium, quod submitti posset: Caes.Gall.2,25,1Kaum hatte Cäsar die zehnte Legion zur Tapferkeit aufgefordert, als er sich auf den rechten Flügel begab. Hier sah er, dass es seinen Leuten schlimm ging und dass sich die Soldaten der zwölften Legion durch die Zusammenballung der einzelnen Abteilungen selbst im Gefecht behinderten. Bereits alle Hauptleute der vierten Kohorte waren mitsamt dem Fahnenträger gefallen, das Feldzeichen verloren und auch fast sämtliche Hauptleute der übrigen Kohorten verwundet oder umgekommen; unter ihnen hatte der erste Hauptmann Publius Sextius Baculus, ein sehr tapferer Mann, viele schwere Wunden erhalten und war so entkräftet, dass er sich bereits nicht mehr aufrecht halten konnte. So verloren auch die übrigen den Mut; manche in den hintersten Reihen verließen geradezu den Kampfplatz und suchten den Geschossen zu entgehen, während die Feinde nicht abließen, gegen die vordere Seite des römischen Lagers den Hügel herauf vorzudringen und auf beiden Seiten anzugreifen. Kurz, Cäsar sah, dass die Lage seiner Leute höchst gefährlich und dabei keine Unterstützung verfügbar war.
qui cum ex equitum et calonum fuga, quo in loco res esset quantoque in periculo et castra et legiones et imperator versaretur, cognovissent, nihil ad celeritatem sibi reliqui fecerunt. Caes.Gall.2,26,5und deren Soldaten aus der Flucht der Trossknechte und Reiter bemerkten, wie die Sache stand und in welche Gefahr das Lager, die Legionen und der Feldherr schwebten, ließen sie es an Schnelligkeit nicht fehlen.
calones perterritos hostes conspicati etiam inermes armatis occurrerent, equites vero, ut turpitudinem fugae virtute delerent, omnibus in locis pugnantes studio se legionariis militibus praeferrent. Caes.Gall.2,27,2Die Trossknechte bemerkten kaum die Bestürzung der Feinde, als sie , selbst unbewaffnet, den Bewaffneten entgegentraten. Die Reiterei suchte, es in allen Punkten dem Fußvolk zuvorzutun, um den Schimpf der früheren Flucht durch ihre Tapferkeit zu tilgen.
sibi praestare, si in eum casum deducerentur, quamvis fortunam a populo Romano pati, quam ab his per cruciatum interfici, inter quos dominari consuessent. Caes.Gall.2,31,6Sollten Sie in diese traurige Lage kommen, so zögen sie es vor, vom römischen Volk jedes Schicksal zu erdulden, als sich von denen zu Tod martern zu lassen, unter denen sie bisher zu herrschen gewohnt gewesen seien.
armorum magna multitudine de muro in fossam, quae erat ante oppidum, iacta, sic ut prope summam muri aggerisque altitudinem acervi armorum adaequarent, et tamen circiter parte tertia, ut postea perspectum est, celata atque in oppido retenta, portis patefactis eo die pace sunt usi. Caes.Gall.2,32,4Hierauf wurde eine so große Menge Waffen von der Mauer in den Graben, der um die Stadt lief, geworfen, dass deren Haufen fast bis an den oberen Rand der Mauer und des Walles reichten. Dennoch hatten sie, wie man sich später überzeugte, etwa den dritten Teil verheimlicht und in der Stadt zurückgehalten. Den Römern wurden die Tore geöffnet und es herrschte an diesem Tag Frieden.
His rebus gestis omni Gallia pacata tanta huius belli ad barbaros opinio perlata est, uti ab iis nationibus, quae trans Rhenum incolerent, legati ad Caesarem mitterentur, qui se obsides daturas, imperata facturas pollicerentur. Caes.Gall.2,35,1So war die Empörung in ganz Gallien gedämpft, und es verbreitete sich bei den auswärtigen Völkern eine so hohe Meinung von diesem Krieg, dass rechtsrheinische Stämme Gesandte zu Cäsar schickten und versprachen, Geiseln zu stellen und seinen Befehlen Folge zu leisten.
huic permisit, si opus esse arbitraretur, uti in his locis legionem hiemandi causa conlocaret. Caes.Gall.3,1,3Daher erlaubte er Galba, seine Truppen, wenn er es für nötig finde, dort ins Winterquartier zu legen.
Brevi spatio interiecto, vix ut rebus, quas constituissent, conlocandis atque administrandis tempus daretur, hostes ex omnibus partibus signo dato decurrere, lapides gaesaque in vallum conicere. Caes.Gall.3,4,1Es verstrich kaum so viel Zeit, dass man die Beschlüsse umsetzen konnte; da stürmten die Feinde auf ein Zeichen hin von allen Seiten herab und schleuderten Steine und Speere gegen den Wall.
his rebus celeriter administratis ipse, cum primum per anni tempus potuit, ad exercitum contendit. Caes.Gall.3,9,2Nachdem dies schnell bewerkstelligt war, eilte er selbst, sobald es die Jahreszeit erlaubte, zum Heer.
itaque cum intellegeret omnes fere Gallos novis rebus studere et ad bellum mobiliter celeriterque excitari, omnes autem homines natura libertatis studio incitari et condicionem servitutis odisse, priusquam plures civitates conspirarent, partiendum sibi ac latius distribuendum exercitum putavit. Caes.Gall.3,10,3Weil er nun wusste, dass die Gallier zu Unruhen geneigt waren und sich gar leicht zu Empörungen verleiten ließen (wie denn überhaupt alle Menschen das Streben nach Freiheit und einen eingewurzelten Hass gegen die Sklaverei hätten, so fand er es angemessen, sein Heer zu teilen und in verschiedene Gegenden zu verlegen, damit sich nicht noch mehr Völkerschaften in den Bund der Empörer aufnehmen ließen.
nam singulas nostri consectati expugnaverunt, ut perpaucae ex omni numero noctis interventu ad terram pervenirent, cum ab hora fere quarta usque ad solis occasum pugnaretur. Caes.Gall.3,15,5denn sie holten ein feindliches Schiff nach dem anderen ein und nahmen es weg, so dass aus der großen Anzahl nur ganz wenige, von der einbrechenden Nacht begünstigt, die Küste erreichten, nachdem das Gefecht etwa von morgens zehn Uhr bis Sonnenuntergang gedauert hatte.
tantamque opinionem timoris praebuit, ut iam ad vallum castrorum hostes accedere auderent. Caes.Gall.3,17,6denn es gab so sehr Veranlassung zur Meinung, er fürchte sich, dass die Feinde sogar dem Wall des Lagers sich ganz zu nähern wagten.
deinde equitatu suo pulso atque insequentibus nostris subito pedestres copias, quas in convalle in insidiis conlocaverant, ostenderunt. iis nostros disiectos adorti proelium renovarunt. Caes.Gall.3,20,4Als hierauf ihre eigene Reiterei zurückgeschlagen und von den Römern verfolgt wurde, ließen sie plötzlich ihr Fußvolk hervorbrechen, das sich in dem Hinterhalt eines Tales versteckt hatte. Dieses machte einen Angriff auf die getrennten Linien der Römer, und es begann ein neues Treffen.
illi etsi propter multitudinem et veterem belli gloriam paucitatemque nostrorum se tuto dimicaturos existimabant, tamen tutius esse arbitrabantur obsessis viis commeatu intercluso sine ullo vulnere victoria potiri, Caes.Gall.3,24,2Diese hatten zwar, wegen ihrer großen Masse und der geringen Zahl der Römer, im Gefühl ihres alten Kriegsruhms, die Überzeugung, sie würden sich ohne Gefahr schlagen können, hielten es aber doch für sicherer, die Wege zu besetzen, die Zufuhr abzuschneiden und so ohne allen Verlust zu siegen.
hac re perspecta Crassus, cum sua cunctatione atque opinione timidiores hostes nostros milites alacriores ad pugnandum effecissent atque omnium voces audirentur exspectari diutius non oportere quin ad castra iretur, cohortatus suos omnibus cupientibus ad hostium castra contendit. Caes.Gall.3,24,5Crassus aber durchschaute ihren Plan. Als demnach der Feind durch sein eigenes Zaudern und die dadurch bewirkte Täuschung in den Augen der Römer furchtsam erschien, die Römer selbst aber dadurch rüstigeren Mut für eine Schlacht fühlten und insgesamt erklärten, man dürfe den Angriff des Lagers nicht länger verschieben, zog er nach einigen Worten der Ermutigung, da alle es wünschten, gegen das feindliche Lager los.
Ibi cum alii fossas complerent, alii multis telis coniectis defensores vallo munitionibusque depellerent, auxiliaresque, quibus ad pugnam non multum Crassus confidebat, lapidibus telisque subministrandis et ad aggerem caespitibus comportandis speciem atque opinionem pugnantium praeberent, cum item ab hostibus constanter ac non timide pugnaretur telaque ex loco superiore missa non frustra acciderent, Caes.Gall.3,25,1Als man es erreicht hatte, füllten die Soldaten teils die Gräben auf, teils vertrieben sie durch einen Hagel von Geschossen die Verteidiger von Wall und Schanzen; die Hilfstruppen, auf die Crassus für den Kampf selbst kein besonderes Zutrauen setzte, schafften Steine und Geschosse herbei und trugen zur Bildung eines Walles Rassenstücke heran: so erregten sie den Schein und den Glauben, als nähmen sie wirklich am Kampf Anteil. Während übrigens auch die Feinde unablässig und mutig kämpften und ihre Geschosse, weil sie selbst höher standen, nicht ohne Wirkung blieben,
nostri celeriter arma ceperunt eosque in silvas reppulerunt et compluribus interfectis longius impeditioribus locis secuti paucos ex suis deperdiderunt. Caes.Gall.3,28.4Die Römer griffen sogleich zu den Waffen und schlugen den Feind in den Wald zurück. Zwar verloren dabei einige Gallier das Leben, allein es kamen auch mehrere von Cäsars Leuten um, weil sie den Feind zu weit an unwegsame Stellen verfolgten.
incredibili celeritate magno spatio paucis diebus confecto, cum iam pecus atque extrema impedimenta a nostris tenerentur, ipsi densiores silvas peterent, eiusmodi tempestates sunt consecutae, uti opus necessario intermitteretur et continuatione imbrium diutius sub pellibus milites contineri non possent. Caes.Gall.3,29,2In wenigen Tagen war man unglaublich schnell mit einer großen Strecke fertig, und die Römer bekamen bereits die ersten und den äußersten Teil des Gepäcks der Feinde in ihre Hände, während die Gallier selbst sich in dichtere Wälder zurückgezogen. Allein plötzlich trat so schlechte Witterung ein, dass man notwendig von der Arbeit abstehen musste, und die Soldaten bei dem Andauern der Regengüsse es nicht länger unter den Zelten aushalten konnten.
itaque vastatis omnibus eorum agris, vicis aedificiisque incensis Caesar exercitum reduxit et in Aulercis Lexoviis reliquisque item civitatibus quae proxime bellum fecerant, in hibernis conlocavit. Caes.Gall.3,29,3Cäsar verheerte deshalb alle Felder, steckte die Ortschaften und Gebäude in Brand, führte sein Heer zurück und legte es bei den Aulerkern und Lexoviern, wie auch bei den übrigen Völkerschaften, die jüngst noch abtrünnig gewesen waren, in die Winterquartiere.
sed privati ac separati agri apud eos nihil est, neque longius anno remanere uno in loco colendi causa licet. Caes.Gall.4,1,7Indessen gibt es bei diesem Volk kein besonderes und durch Grenzmarken getrenntes Grundeigentum, da sich die Sueben nie länger als ein Jahr am gleichen Ort dauernd aufhalten dürfen.
Publice maximam putant esse laudem quam latissime a suis finibus vacare agros. hac re significari magnum numerum civitatum suam vim sustinere non potuisse. Caes.Gall.4,3,1Man hält es für den größten Ruhm der Völkerschaft, wenn ihr ganzes Gebiet weithin von Einöden umgeben ist; das beweise, dass viele andere Staaten ihrer Macht weichen müssten.
his interfectis navibusque eorum occupatis, priusquam ea pars Menapiorum quae citra Rhenum erat certior fieret, flumen transierunt atque omnibus eorum aedificiis occupatis reliquam partem hiemis se eorum copiis aluerunt. Caes.Gall.4,4,7Sie wurden niedergemacht und mit Hilfe ihrer Schiffe erschienen die Germanen, noch bevor die übrigen Menapier auf den linken Ufer in ihrer Ruhe von dem Vorfall Nachricht erhalten konnten, am jenseitige Ufer, nahmen alle Wohnungen in Beschlag und ließen es sich den ganzen Winter über von den Vorräten der Überfallenen wohlsein.
est autem hoc Gallicae consuetudinis, uti et viatores etiam invitos consistere cogant et quid quisque eorum de quaque re audierit aut cognoverit quaerant et mercatores in oppidis vulgus circumsistat quibusque ex regionibus veniant quasque ibi res cognoverint pronuntiare cogat. Caes.Gall.4,5,2Es herrscht aber in Gallien die Sitte, Reisende auch gegen ihren Willen anzuhalten und nach allem zu fragen, was sie über diese oder jene Sache gehört oder erfahren haben. Ebenso drängt sich das Volk in den Städten um die wandernden Handelsleute und zwingt sie zu erzählen, aus welchen Gegenden sie kommen und was sie dort erfahren.
sese unis Suebis concedere, quibus ne di quidem immortales pares esse possint; reliquum quidem in terris esse neminem quem non superare possint. Caes.Gall.4,7,5Nur den Sueben müssen sie weichen; ihnen seien aber nicht einmal die Götter gewachsen. Außer diesen gebe es auf der Erde niemanden, den sie nicht zu besiegen im Stande wären.
neque verum esse, qui suos fines tueri non potuerint, alienos occupare, neque ullos in Gallia vacare agros, qui dari tantae praesertim multitudini sine iniuria possint; Caes.Gall.4,8,2Wer sein eigenes Gebiet nicht behaupten konnte, der habe keinen Anspruch, fremdes Land in Besitz zu nehmen. In Gallien gebe es auch durchaus keine so herrenlose Felder, um ohne Rechtsverletzung eine solche Menschenmasse darauf anweisen zu können.
sed licere si velint in Ubiorum finibus considere, quorum sint legati apud se et de Sueborum iniuriis querantur et ab se auxilium petant; hoc se ab Ubiis impetraturum. Caes.Gall.4,8,3Doch solle es ihnen, wenn sie wollten, gestattet sein, sich im Gebiet der Ubier niederzulassen; gerade jetzt befänden sich Gesandte dieses Volkes bei ihm, um gegen die Feindseligkeiten der Sueben Klage zu führen und von ihm Schutz zu verlangen; er werde von den Ubiern eine solche Erlaubnis erwirken.
rursus his resistentibus sua consuetudine ad pedes desiluerunt subfossisque equis compluribusque nostris deiectis reliquos in fugam coniecerunt atque ita perterritos egerunt, ut non prius fuga desisterent quam in conspectum agminis nostri venissent. Caes.Gall.4,12,2Da sich indessen die römische Reiterei wieder ordnete und von neuem standhielt, sprangen die feindlichen Reiter, wie sie es gewohnt sind, von ihren Pferden, stachen die Pferde der Römer von unten nieder, warfen eine Anzahl römischer Reiter zu Boden, schlugen die übrigen in die Flucht und brachten sie so in Verwirrung, dass es sich nicht eher ermannten, als bis sie zum römischen Hauptzug kamen.
exspectare vero dum hostium copiae augerentur equitatusque reverteretur, summae dementiae esse iudicabat et cognita Gallorum infirmitate quantum iam apud eos hostes uno proelio auctoritatis essent consecuti sentiebat. Caes.Gall.4,13,2Überdies hielte es für die größte Torheit zu warten, bis sich die Streitkräfte der Feinde durch die Rückkehr ihrer Reiterei vermehrten. Auch kannte er die Unzuverlässigkeit der Gallier und wusste, was für ein Ansehen sich der Feind bei ihnen schon durch dieses einzige Treffen erworben hatte.
his constitutis rebus et consilio cum legatis et quaestore communicato, ne quem diem pugnae praetermitteret, opportunissime res accidit, quod postridie eius diei mane eadem et perfidia et simulatione usi Germani frequentes omnibus principibus maioribusque natu adhibitis ad eum in castra venerunt, Caes.Gall.4,13,4Nachdem er dies festgesetzt und seinen Plan den Legaten und dem Quaestor mitgeteilt hatte, bot sich ihm die schönste Gelegenheit da, keinen Tag für eine entscheidende Schlacht zu verlieren. Es kamen nämlich die Germanen in großer Anzahl, besonders alle ihrer Häuptlinge und Ältesten, in der Frühe des folgenden Tages mit gleicher List und Verstellung zu ihm in sein Lager,
Ubii autem, qui uni ex Transrhenanis ad Caesarem legatos miserant, amicitiam fecerant, obsides dederant, magnopere orabant ut sibi auxilium ferret, quod graviter ab Suebis premerentur; Caes.Gall.4,16,5Endlich baten die Ubier, die unter allen Völkerschaften auf dem rechten Rheinufer die einzigen waren, die Gesandte an Cäsar geschickt, ein Bündnis mit ihm geschlossen und es durch Geiseln bekräftigt hatten, dringend um Hilfeleistung, weil sie von den Sueben sehr bedrängt würden.
quae omnia fere Gallis erant incognita. neque enim temere praeter mercatores adit ad illos quisquam, neque iis ipsis quicquam praeter oram maritimam atque eas regiones, quae sunt contra Galliam, notum est. Caes.Gall.4,20,3den Galliern nämlich waren so ziemlich alle diese Dinge ganz unbekannt. Denn es begibt sich außer den Handelsleuten nicht leicht jemand nach Britannien, und selbst solchen Leuten ist höchstens die Küste mit denjenigen Gegenden der Insel bekannt, die Gallien gegenüberliegen.
Volusenus perspectis regionibus omnibus, quantum ei facultatis dari potuit, qui navi egredi ac se barbaris committere non auderet, quinto die ad Caesarem revertitur, quaeque ibi perspexisset, renuntiat. Caes.Gall.4,21,9Nachdem Volusenus die Gegenden Britanniens so gut kennen gelernt hatte, als es ihm möglich war, ohne es zu wagen, aus dem Schiff zu steigen und sich den Bewohnern anzuvertrauen, kehrte er am fünften Tag zu Cäsar zurück und teilte ihm seine Wahrnehmungen mit.
nostri simul in arido constiterunt, suis omnibus consecutis in hostes impetum fecerunt atque eos in fugam dederunt, neque longius prosequi potuerunt, quod equites cursum tenere atque insulam capere non potuerant. hoc unum ad pristinam fortunam Caesari defuit. Caes.Gall.4,26,5Sobald dann die Römer auf dem Trockenen standen und alle beieinander waren, geschah ein erster Angriff: Mann schlug den Feind in die Flucht, konnte ihn jedoch nicht weiter verfolgen, da es Cäsars Reiterei unmöglich gewesen war, die Richtung ihrer Fahrt zu behaupten und die Insel zu erreichen. Dies allein fehlte ihm zum früheren Kriegsglück.
ita mobilitatem equitum, stabilitatem peditum in proeliis praestant ac tantum usu cotidiano et exercitatione efficiunt, uti in declivi ac praecipiti loco incitatos equos sustinere et brevi moderari ac flectere et per temonem percurrere et in iugo insistere et inde se in currus citissime recipere consuerint. Caes.Gall.4,33,3So entwickeln sie in ihren Treffen die leichte Beweglichkeit der Reiterei und das feste Standhalten des Fußvolkes, da sie es durch tägliche Übung und Anwendung zu der Fertigkeit bringen, selbst an abschüssigen und steilen Punkten die Pferde mitten in vollem Lauf anzuhalten, schnell zu lenken und umzuwenden, längs der Deichsel hinzulaufen, vorn auf dem Joch stehenzubleiben und sich von da mit der größten Schnelligkeit zurückzuziehen.
quos tanto spatio secuti, quantum cursu et viribus efficere potuerunt, complures ex iis occiderunt, deinde omnibus longe lateque aedificiis incensis se in castra receperunt. Caes.Gall.4,35,3Man verfolgte sie so weit, wie es Schnelligkeit und Kräfte zuließen, und machte eine gute Zahl von ihnen nieder, zog sich aber wieder ins Lager zurück, nachdem alles bewohnte Gebiet weit und breit verheert und in Brand gesteckt war.
Quibus ex navibus cum essent expositi milites circiter trecenti atque in castra contenderent, Morini, quos Caesar in Britanniam proficiscens pacatos reliquerat, spe praedae adducti primo non ita magno suorum numero circumsteterunt ac, si sese interfici nollent, arma ponere iusserunt. Caes.Gall.4,37,1Als die Soldaten, etwa 300, aus diesen beiden Schiffen ans Land gestiegen und auf dem Weg ins römische Lager waren, umringten sie die Moriner, mit denen Cäsar bei seiner Abreise nach Britannien in friedlichen Verhältnissen stand, aus Hoffnung auf Beute und verlangten, wenn ihnen ihr Leben lieb wäre, sollten sie die Waffen strecken. Anfangs waren es nur wenige Feinde.
interim nostri milites impetum hostium sustinuerunt atque amplius horis quattuor fortissime pugnaverunt et paucis vulneribus acceptis complures ex iis occiderunt. Caes.Gall.4,37,3jene Soldaten aber hielten in der Zwischenzeit den Angriff des Feindes aus und kämpften länger als vier Stunden mit der größten Tapferkeit, wobei es nur wenige Wunden gab, während eine gute Anzahl Feinde fiel.
equestribus proeliis saepe ex equis desiliunt ac pedibus proeliantur, equosque eodem remanere vestigio adsuefaciunt, ad quos se celeriter cum usus est recipiunt. Caes.Gall.4,2,3In den Reitertreffen springen sie oft von ihren Pferden und kämpfen zu Fuß, während die Tiere in Folge der Abrichtung auf dem selben Punkt stehen bleiben; erfordern es aber die Umstände, zu ziehen sie sich schnell zu ihnen zurück.
itaque ad quemvis numerum ephippiatorum equitum quamvis pauci adire audent. Caes.Gall.4,2,5Wenn Sie deshalb noch so wenige sind, wagen sie es doch, den größten Haufen Sattelreiter anzugreifen.
ipse cum legionibus expeditis quattuor et equitibus DCCC in fines Treverorum proficiscitur, quod hi neque ad concilia veniebant neque imperio parebant Germanosque Transrhenanos sollicitare dicebantur. Caes.Gall.5,2,4er selbst brach mit vier unbeschwerten Legionen und 800 Reitern gegen die Treverer auf; denn diese erschienen weder auf den Landversammlungen noch gehorchten sie seien Befehlen, sondern forderten, wie es hieß, die Germanen vom rechten Rheinufer zu Feindseligkeiten auf.
sed posteaquam nonnulli principes ex ea civitate, et auctoritate Cingetorigis adducti et adventu nostri exercitus perterriti, ad Caesarem venerunt et de suis privatim rebus ab eo petere coeperunt, quoniam civitati consulere non possent, Indutiomarus veritus, ne ab omnibus desereretur, legatos ad Caesarem mittit: Caes.Gall.5,3,5Als jedoch einige Häuptlinge dieses Staates, teils aus Freundschaft mit Cingetorix, teils aus Furcht wegen der Ankunft des römischen Heeres zu Cäsar kamen und ihn um Schutz ihres Privateigentums baten, weil sie denn doch ihr Gemeinwesen nicht retten könnten, so wandelte den Indutiomarus die Furcht an, es könnten ihn alle verlassen. Er schickte deshalb Gesandte an Cäsar mit der Erklärung,
nihilo tamen setius principibus Treverorum ad se convocatis hos singillatim Cingetorigi conciliavit, quod cum merito eius ab se fieri intellegebat, tum magni interesse arbitrabatur eius auctoritatem inter suos quam plurimum valere, cuius tam egregiam in se voluntatem perspexisset. Caes.Gall.5,4,3Nichts desto weniger versammelte er noch die Häuptlinge der Treverer bei sich und suchte sie einzeln für Cingetorix zu gewinnen. Denn er war auf der einen Seite überzeugt, Cingetorix habe dies verdient; auf der anderen Seite war es nach seiner Ansicht von großer Bedeutung, wenn der Mann, dessen so ausgezeichnete Anhänglichkeit an ihn der erprobt hatte, bei seinen Mitbürgern im größten Ansehen stehe.
id factum graviter tulit Indutiomarus, suam gratiam inter suos minui, et, qui iam ante inimico in nos animo fuisset, multo gravius hoc dolore exarsit. Caes.Gall.5,4,4Es kränkte aber den Indutiomarus, dass man sein Ansehen unter den Seinigen so zu schwächen suchte, und da er ohnedies einen alten Groll gegen Rom hegte, entbrannte er um so mehr durch diese Kränkung.
accedebat huc, quod iam in concilio Haeduorum Dumnorix dixerat sibi a Caesare regnum civitatis deferri; quod dictum Haedui graviter ferebant neque recusandi aut deprecandi causa legatos ad Caesarem mittere audebant. Caes.Gall.5,6,2Auch hatte Dumnorix in einer Versammlung der Häduer erklärt, Cäsar werde ihm die Herrschaft über seine Mitbürger übergeben; eine Äußerung, die die Häduer kränkte, ohne dass sie es wagten, dies durch Gesandte bei Cäsar zu verweigern oder dagegen Bitten vorzubringen.
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praemiserat, cognoscit castra eorum - ut barbarorum fere consuetudo est - relictis locis superioribus ad ripas esse fluminis demissa, at Germanos equitesque imprudentibus omnibus de improviso advolasse proeliumque commisisse. qua re cognita legionem armatam instructamque adducit. Caes.Gall.8,36,3Als er dem Feind nahe war, berichteten ihm vorrausgesandte Späher, die Gallier hätten ihrer Gewohnheit gemäß den höheren Standpunkt verlassen und seien an das Ufer des Flusses herabgezogen; die Germanen aber hätten mitsamt der Reiterei die Unbesorgten ganz unvermutet rasch überfallen und angegriffen.
hunc etsi augurem prius factum quam Italiam attingeret, in itinere audierat, tamen non minus iustam sibi causam municipia et colonias adeundi existimavit, ut iis gratias ageret, quod frequentiam atque officium suum Antonio praestitissent, simulque se et honorem suum in sequentis anni commendaret petitionem, Caes.Gall.8,50,3Cäsar erhielt zwar, noch ehe er in Italien erschien, auf der Reise die Nachricht von der Wahl des Antonius zum Augur; dennoch fand er eine ebenso wichtige Veranlassung zum Besuch der Municipien und Kolonien darin, dass er ihnen für das zahlreiche Erscheinen in der Wahlversammlung und für den Dienst, den sie dem Antonius dadurch erwiesen hätten, danken wollte. Zugleich suchte er sich und seine Bewerbung um das Konsular für das nächste Jahr zu empfehlen.
Gallia est omnis divisa in partes tres, quarum unam incolunt Belgae, aliam Aquitani, tertiam, qui ipsorum lingua Celtae, nostra Galli appellantur. Caes.Gall.1,1,1Gallien zerfällt als Gesamtland in drei Teile. Den einen davon bewohnen die Belger, den zweiten die Aquitanier, den dritten der Volksstamm, welcher sich in der eigenen Sprache Kelten nennt, in der Sprache der Römer aber Gallier heißt.
hi omnes lingua, institutis, legibus inter se differunt. Gallos ab Aquitanis Garunna flumen, a Belgis Matrona et Sequana dividit. Caes.Gall.1,1,2Diese alle sind in Sprache, Einrichtungen und Gesetzen untereinander verschieden. Die Kelten trennt der Fluss Garonne von den Aquitaniern, die Marne und Seine von den Belgern.
horum omnium fortissimi sunt Belgae, propterea quod a cultu atque humanitate provinciae longissime absunt minimeque ad eos mercatores saepe commeant atque ea, quae ad effeminandos animos pertinent, important proximique sunt Germanis, qui trans Rhenum incolunt, quibuscum continenter bellum gerunt. Caes.Gall.1,1,3Die tapfersten unter allen sind die Belger, weil sie sich von der feineren Lebensweise und Bildung des römischen Gallien ganz fern halten und durchaus in keiner häufigen Berührung mit fremden Kaufleuten stehen, die ihnen also auch keine Gegenstände zuführen, die geeignet sind, eine weibische Erschlaffung der Kraft zu bewirken. Sie wohnen ganz nahe bei den Germanen des rechten Rheinufers und führen mit diesen unaufhörlich Krieg.
qua de causa Helvetii quoque reliquos Gallos virtute praecedunt, quod fere cotidianis proeliis cum Germanis contendunt, cum aut suis finibus eos prohibent aut ipsi in eorum finibus bellum gerunt. Caes.Gall.1,1,4Aus der gleichen Ursache übertreffen auch die Helvetier die übrigen Kelten an Tapferkeit; denn sie liegen fast täglich mit den Germanen im Kampf, wehren dieselben entweder vom eigenen Gebiet ab, oder führen auf germanischem Boden selbst Krieg.
eorum una pars, quam Gallos obtinere dictum est, initium capit a flumine Rhodano, continetur Garunna flumine, Oceano, finibus Belgarum, attingit etiam ab Sequanis et Helvetiis flumen Rhenum, vergit ad septentriones. Caes.Gall.1,1,5Jener eine Teil Galliens, den nach unserer Angabe die Kelten innehaben, fängt am Fluss Rhône an, wird von der Garonne, dem Ozean und dem Gebiet der Belger begrenzt und reicht auf der Seite der Sequaner und Helvetier bis an den Rheinstrom: die ganze Richtung aber ist gegen Norden.
Belgae ab extremis Galliae finibus oriuntur, pertinent ad inferiorem partem fluminis Rheni, spectant in septentrionem et orientem solem. Caes.Gall.1,1,6An der äußersten Grenze der Kelten beginnt das Land der Belger, das sich bis in die unteren Gegenden des Rheins erstreckt und zum Teil gegen Norden, zum Teil gegen Osten liegt.
Aquitania a Garunna flumine ad Pyrenaeos montes et eam partem Oceani, quae est ad Hispaniam, pertinet, spectat inter occasum solis et septentriones. Caes.Gall.1,1,7Aquitanien dehnt sich von der Garonne bis zu den Pyrenäen aus und zu dem Teil des Ozeans, welcher längs der Küste Spaniens strömt; es liegt gegen Westen und Norden.
Apud Helvetios longe nobilissimus fuit et ditissimus Orgetorix. is M. Messala et P. M. Pisone consulibus regni cupiditate inductus coniurationem nobilitatis fecit et civitati persuasit, ut de finibus suis cum omnibus copiis exirent: Caes.Gall.1,2,1Im Volk der Helvetier war Orgetorix durch edle Abkunft und Reichtum der bei weitem bedeutendste Mann. Aus Begierde nach Alleinherrschaft brachte er unter dem Konsulat des M. Messala und P. M. Piso (61 v.Chr.) eine Verschwörung unter dem Adel zustande und führte seine Mitbürger zu dem Entschluss, mit allen Streitkräften die Heimat zu verlassen,
perfacile esse, cum virtute omnibus praestarent, totius Galliae imperio potiri. Caes.Gall.1,2,2indem er ihnen vorstellte, für sie, die an Tapferkeit alle überträfen, werde es sehr leicht sein, sich zu Herren über das ganze Keltenland zu machen.
id hoc facilius iis persuasit, quod undique loci natura Helvetii continentur: una ex parte flumine Rheno latissimo atque altissimo, qui agrum Helvetium a Germanis dividit, altera ex parte monte Iura altissimo, qui est inter Sequanos et Helvetios, tertia lacu Lemanno et flumine Rhodano, qui provinciam nostram ab Helvetiis dividit. Caes.Gall.1,2,3Dazu konnte er sie um so leichter überreden, da die Helvetier durch die natürliche Beschaffenheit ihres Landes auf allen Seiten beengt sind: auf der einen Seite durch den Rheinstrom, der sehr breit und tief ist, und das helvetische Gebiet von Germanien trennt; auf der anderen Seite durch das sehr hohe Juragebirge, das sich zwischen den Sequanern und Helvetiern hinzieht; auf der dritten Seite durch den Genfer See und die Rhône, die die Grenze zwischen der Römischen Provinz und Helvetien bildet.
his rebus fiebat, ut et minus late vagarentur et minus facile finitimis bellum inferre possent; qua ex parte homines bellandi cupidi magno dolore adficiebantur. Caes.Gall.1,2,4Deshalb konnten die Helvetier keine weiten Streifzüge unternehmen, auch ihre Nachbarn nicht leicht bekriegen; ein Umstand, der diesen kampflustigen Leuten viel Missvergnügen verursachte. Sie glaubten nämlich,
pro multitudine autem hominum et pro gloria belli atque fortitudinis angustos se fines habere arbitrabantur, qui in longitudinem milia passuum CCXL, in latitudinem CLXXX patebant. Caes.Gall.1,2,5für ihre Bevölkerung sowie für ihren Kriegsruhm und ihre Tapferkeit sei das Gebiet zu beschränkt, indem es in der Länge 240 Meilen, in der Breite 180 Meilen betrug.
His rebus adducti et auctoritate Orgetorigis permoti constituerunt ea, quae ad proficiscendum pertinerent, comparare, iumentorum et carrorum quam maximum numerum coemere, sementes quam maximas facere, ut in itinere copia frumenti suppeteret, cum proximis civitatibus pacem et amicitiam confirmare. Caes.Gall.1,3,1In Erwägung dieser Umstände ließen sie sich durch das Ansehen des Orgetorix bestimmen und fassten den Beschluss, alle Bedürfnisse für den Zug zusammenzubringen, Lasttiere und Wagen in größter Menge aufzutreiben, so viel Feld als möglich zu bestellen, um auf dem Zug hinlänglich Vorrat an Getreide zu haben, und mit ihren Nachbarn das Band des Friedens und der Freundschaft fest zu knüpfen.
ad eas res conficiendas biennium sibi satis esse duxerunt, in tertium annum profectionem lege confirmant. ad eas res conficiendas Orgetorix deligitur. Caes.Gall.1,3,2Zur Vollendung dieser Dinge war nach ihrer Meinung eine Zeit von zwei Jahren hinreichend; auf das dritte Jahr also setzten sie durch ein Gesetz den Aufbruch unabänderlich fest. Die Ausführung dieses Plans wurde dem Orgetorix durch die Wahl des Volkes übertragen.
is sibi legationem ad civitates suscepit. Caes.Gall.1,3,3Orgetorix besuchte nun die Nachbarvölker als Gesandter
in eo itinere persuadet Castico, Catamantaloedis filio, Sequano, cuius pater regnum in Sequanis multos annos obtinuerat et ab senatu populi Romani amicus appellatus erat, ut regnum in civitate sua occuparet, quod pater ante habuerat; Caes.Gall.1,3,4und bot alles auf, den Sequaner Casticus, einen Sohn des Catamantaloedes, dessen Vater viele Jahre die unumschränkte Herrschaft bei den Sequanern behauptet und vom römischen Senat und Volk den Namen eines Freundes (des römischen Volkes) erhalten hatte, zu bestimmen, er möge die königliche Herrschaft in seinem Land, so wie sie früher der Vater inne gehabt, an sich reißen.
itemque Dumnorigi Haeduo, fratri Diviciaci, qui eo tempore principatum in civitate obtinebat ac maxime plebi acceptus erat, ut idem conaretur, persuadet eique filiam suam in matrimonium dat. Caes.Gall.1,3,5Auch wusste er den Häduer Dumnorix, des Diviciacus Bruder, zu dem gleichen Entschluss zu bewegen, da derselbe gerade damals die höchste Staatswürde in seinem Vaterland bekleidete und bei dem Volk vorzüglich beliebt war; zugleich gab er ihm seine Tochter zur Frau.
perfacile factu esse illis probat conata perficere, propterea quod ipse suae civitatis imperium obtenturus esset: Caes.Gall.1,3,6Er machte ihnen begreiflich, die Ausführung ihres Planes werde gar nicht schwierig sein, weil er selbst den Oberbefehl in seinem Vaterland erhalte.
non esse dubium, quin totius Galliae plurimum Helvetii possent; se suis copiis suoque exercitu illis regna conciliaturum confirmat. Caes.Gall.1,3,7Weil die Helvetier unstreitig die mächtigsten in ganz Keltenland seien, so werde er sie beide durch seine Macht und mit seinem Heer zuverlässig in den Besitz der Herrschaft setzen.
hac oratione adducti inter se fidem et ius iurandum dant et regno occupato per tres potentissimos ac firmissimos populos totius Galliae sese potiri posse sperant. Caes.Gall.1,3,8Durch solche Vorstellungen wusste er die beiden Männer in das Spiel zu ziehen; man schwor sich Treue, beseelt von der Hoffnung, mit der Kraft dieser drei mächtigsten Völkerschaften ganz Keltenland bemeistern zu können, sobald sie sich bei den Ihrigen in den Besitz der Herrschaft gesetzt hätten.
Ea res est Helvetiis per indicium enuntiata. moribus suis Orgetorigem ex vinculis causam dicere coegerunt; damnatum poenam sequi oportebat, ut igni cremaretur. Caes.Gall.1,4,1Sobald die Helvetier insgeheim davon Kunde erhielten, nahmen sie Orgetorix der Sitte ihres Volksstammes gemäß in Haft und zwangen ihn, sich so zu verantworten. Wäre er für schuldig erklärt worden, hätte er mit dem Feuertodes bestraft werden müssen.
die constituta causae dictionis Orgetorix ad iudicium omnem suam familiam, ad hominum milia decem, undique coegit et omnes clientes obaeratosque suos, quorum magnum numerum habebat, eodem conduxit; Caes.Gall.1,4,2Allein Orgetorix versammelte, als der Tag seiner Verantwortung bestimmt war, aus allen Gegenden die ganze Masse seiner Angehörigen, etwa zehntausend, und ließ auch alle seine Schützlinge und Schuldner, von denen er eine große Zahl hatte, an dem selben Ort zusammenkommen.
per eos, ne causam diceret, se eripuit. cum civitas ob eam rem incitata armis ius suum exsequi conaretur multitudinemque hominum ex agris magistratus cogerent, Orgetorix mortuus est; (4) neque abest suspicio, ut Helvetii arbitrantur, quin ipse sibi mortem consciverit. Caes.Gall.1,4,3Mit ihrer Hilfe entzog er sich der Verantwortung. Darüber entrüsteten sich seine Mitbürger und suchten ihr Recht mit Gewalt geltend zu machen; die Regierung bot eine Menge Volk vom Land auf; plötzlich aber starb Orgetorix. (4) Man hat, wie die Helvetier selbst meinen, Grund zu vermuten, dass er sich selbst ums Leben gebracht hat.
Post eius mortem nihilominus Helvetii id, quod constituerant, facere conantur, ut e finibus suis exeant. Caes.Gall.1,5,1Obgleich nun Orgetorix tot war, suchten die Helvetier nichts desto weniger den einmal gefassten Entschluss der Auswanderung auszuführen.
ubi iam se ad eam rem paratos esse arbitrati sunt, oppida sua omnia numero ad duodecim, vicos ad quadringentos, Caes.Gall.1,5,2Obgleich nun Orgetorix tot war, suchten die Helvetier nichts desto weniger den einmal gefassten Entschluss der Auswanderung auszuführen.
reliqua privata aedificia incendunt, frumentum omne, praeter quod secum portaturi erant, comburunt, ut domum reditionis spe sublata paratiores ad omnia pericula subeunda essent; trium mensum molita cibaria sibi quemque domo efferre iubent. Caes.Gall.1,5,3nebst den übrigen einzeln stehenden Gebäuden, auch alles Getreide, mit Ausnahme dessen, was sie auf dem Zug mit sich nehmen wollten, um sich so jeder Hoffnung auf Rückkehr in die Heimat zu berauben und bei allen gefahrvollen Unternehmungen desto entschlossener zu sein. Dann befahl man, jeder solle für drei Monate Mundvorrat an Mehl und Brot aus der Heimat mitnehmen.
persuadent Rauracis et Tulingis et Latobrigis finitimis, uti eodem usi consilio oppidis suis vicisque exustis una cum iis proficiscantur, Boiosque, qui trans Rhenum incoluerant et in agrum Noricum transierant Noreiamque oppugnabant, receptos ad se socios sibi adsciscunt. Caes.Gall.1,5,4Zugleich beredeten sie ihre Nachbarn, die Rauraker, Tulinger und Latobriger, zu dem selben Entschluss, nämlich gleichfalls ihre Städte und Ortschaften abzubrennen und mit ihnen gemeinschaftlich wegzuziehen. Auch die Boier, die am rechten Rheinufer gewohnt, aber in das norische Gebiet einen Einfall gemacht und die Hauptstadt Noreia bestürmt hatten, zogen sie als Bundesgenossen an sich.
Erant omnino itinera duo, quibus itineribus domo exire possent: unum per Sequanos, angustum et difficile, inter montem Iuram et flumen Rhodanum, vix qua singuli carri ducerentur, mons autem altissimus impendebat, ut facile perpauci prohibere possent; Caes.Gall.1,6,1Es gab im ganzen zwei Wege, auf denen die Helvetier von zu Hause wegziehen konnten. Der eine ging durch das Land der Sequaner, zwischen dem Juragebirge und der Rhône, ein enger und beschwerlicher Pass, auf dem kaum einzelne Wagen fahren konnten, während das sehr hohe Gebirge darüber schwebte und ganz wenig Leute imstand waren, den Durchgang zu verwehren.
alterum per provinciam nostram, multo facilius atque expeditius, propterea quod inter fines Helvetiorum et Allobrogum, qui nuper pacati erant, Rhodanus fluit isque nonnullis locis vado transitur. Caes.Gall.1,6,2Der andere Weg ging durch die Römische Provinz in Gallien und war viel leichter und bequemer, weil zwischen dem Gebiet der Helvetier und der Allobroger, die sich kurz zuvor der römischen Oberherrschaft gefügt hatten, die Rhône fließt, über die man an einigen Stellen zu Fuß geht.
extremum oppidum Allobrogum est proximumque Helvetiorum finibus Genava. ex eo oppido pons ad Helvetios pertinet. Allobrogibus sese vel persuasuros, quod nondum bono animo in populum Romanum viderentur, existimabant vel vi coacturos, ut per suos fines eos ire paterentur. Caes.Gall.1,6,3Die äußerste Stadt der Allobroger, ganz an der Grenze der Helvetier, ist Genf. Von dieser Stadt führt eine Brücke nach Helvetien. Weil nun diese Allobroger noch nicht gut gegen das römische Volk gesinnt zu sein schienen, glaubten die Helvetier, sie könnten sie bereden oder mit Gewalt zwingen, ihnen den Durchgang durch ihr Gebiet zu gestatten.
omnibus rebus ad profectionem comparatis diem dicunt, qua die ad ripam Rhodani omnes conveniant. is dies erat a. d. V. Kal. Apr. L. Pisone A. Gabinio consulibus. Caes.Gall.1,6,4Nachdem so alles zum Abzug vorbereitet war, bestimmten sie die Frist, wann alle insgesamt am Ufer der Rhône eintreffen sollten. Das war der 28. März des Jahres des Jahres 58, als Lucius Piso und Aulus Gabinius Konsuln waren.
Caesari cum id nuntiatum esset eos per provinciam nostram iter facere conari, maturat ab urbe proficisci et quam maximis potest itineribus in Galliam ulteriorem contendit et ad Genavam pervenit. Caes.Gall.1,7,1Auf die Nachricht, dass die Helvetier durch die römische Provinz ihren Weg nehmen wollten, beschleunigte Cäsar seine Abreise von Rom, begab sich in der größten Eile nach dem jenseitigen Gallien und kam bald bei Genf an.
provinciae toti quam maximum potest militum numerum imperat ‑ erat omnino in Gallia ulteriore legio una ‑ ; pontem, qui erat ad Genavam, iubet rescindi. Caes.Gall.1,7,2Die gesamte Römische Provinz musste, da nur eine einzige Legion in Gallien jenseits der Alpen lag, möglichst viele Truppen stellen; die Brücke bei Genf wurde abgebrochen.
ubi de eius adventu Helvetii certiores facti sunt, legatos ad eum mittunt nobilissimos civitatis, cuius legationis Nammeius et Verucloetius principem locum obtinebant, qui dicerent sibi esse in animo sine ullo maleficio iter per provinciam facere, propterea quod aliud iter haberent nullum; rogare, ut eius voluntate id sibi facere liceat. Caes.Gall.1,7,3Die Helvetier schickten bei der Nachricht von Cäsars Ankunft die Vornehmsten aus ihrer Mitte als Gesandte an ihn, an deren Spitze Nammeius und Verucloetius standen. Diese mussten erklären, sie beabsichtigten, ohne irgend einen Schaden anzurichten, durch die römische Provinz zu ziehen, da ihnen durchaus kein anderer Weg offen stehe; hierzu bäten sie um Cäsars Einwilligung.
Caesar, quod memoria tenebat L. Cassium consulem occisum exercitumque eius ab Helvetiis pulsum et sub iugum missum, concedendum non putabat; Caes.Gall.1,7,4Cäsar aber erinnerte sich wohl, dass die Helvetier den Konsul Lucius Cassius getötet, sein Heer geschlagen und durch das Joch getrieben hatten. Er glaubte also, nicht einwilligen zu dürfen;
neque homines inimico animo, data facultate per provinciam itineris faciundi, temperaturos ab iniuria et maleficio existimabat. Caes.Gall.1,7,5auch war er überzeugt, dass ein Volk von so feindseliger Gesinnung sich gewalttätiger Übergriffe nicht enthalten würde, wenn man ihm den Zug durch die Provinz gestatte.
tamen, ut spatium intercedere posset, dum milites, quos imperaverat, convenirent, legatis respondit diem se ad deliberandum sumpturum; si quid vellent, ad Id. Apr. reverterentur. Caes.Gall.1,7,6Um jedoch Zeit zu gewinnen, bis sich die aufgebotenen Soldaten einfänden, gab er den Gesandten den Bescheid, er wolle sich Bedenkzeit nehmen; sie möchten am 13. April wiederkommen, wenn sie ein Anliegen hätten.
Interea ea legione, quam secum habebat, militibusque, qui ex provincia convenerant, a lacu Lemanno, qui in flumen Rhodanum influit, ad montem Iuram, qui fines Sequanorum ab Helvetiis dividit, milia passuum decem novem murum in altitudinem pedum sedecim fossamque perducit. Caes.Gall.1,8,1Mit Hilfe der Legion, die er in Gallien hatte, und den Soldaten, die aus der Provinz zusammengekommenen waren, führte Cäsar unterdessen vom Genfer See, durch den die Rhône fließt, bis zum Jura, dem Grenzgebirge der Sequaner und Helvetier, neunzehn Meilen weit eine sechszehn Fuß hohe Mauer und einen Graben,
eo opere perfecto praesidia disponit, castella communit, quo facilius, si se invito transire conarentur, prohibere possit. Caes.Gall.1,8,2legte nach Vollendung dieses Baus dorthin Besatzungen und errichtete Kastelle, um den Feinden desto leichter entgegentreten zu können, wenn sie gegen seinen Willen einen Übergang versuchten.
ubi ea dies, quam constituerat cum legatis, venit et legati ad eum reverterunt, negat se more et exemplo populi Romani posse iter ulli per provinciam dare et, si vim facere conentur, prohibiturum ostendit. Caes.Gall.1,8,3Als die Gesandten der Helvetier am vereinbarten Tag wieder zu ihm kamen, erklärte er ihnen, nach dem Herkommen und dem Brauch des römischen Volkes könne er niemandem den Durchzug durch die Provinz gestatten, und versicherte, wenn sie Gewalt gebrauchten, werde er sie daran hindern.
Helvetii ea spe deiecti, navibus iunctis ratibusque compluribus factis, alii vadis Rhodani, qua minima altitudo fluminis erat, nonnumquam interdiu, saepius noctu, si perrumpere possent, conati, operis munitione et militum concursu et telis repulsi hoc conatu destiterunt. Caes.Gall.1,8,4Die Helvetier fügten, in dieser Hoffnung getäuscht, Schiffe zusammen und bauten mehrere Flöße; zum Teil suchten sie an den untiefen Stellen die Rhône zuweilen bei Tag, häufiger bei Nacht womöglich durchzubrechen. Aber sie wurden durch die Festigkeit der Verschanzung, sowie durch den Widerstand und die Geschosse der Römer zurückgeworfen und gaben ihr Unternehmen auf.
Relinquebatur una per Sequanos via, qua Sequanis invitis propter angustias ire non poterant. Caes.Gall.1,9,1Nun blieb ihnen nur noch der Weg durch das Land der Sequaner übrig; doch konnten sie auf ihm, weil er zu eng war, nur ziehen, wenn die Sequaner einwilligten.
his cum sua sponte persuadere non possent, legatos ad Dumnorigem Haeduum mittunt, ut eo deprecatore a Sequanis impetrarent. Caes.Gall.1,9,2Da sie allein nicht imstande waren, sie für sich zu gewinnen, schickten sie Gesandte zu dem Häduer Dumnorix, um durch seine Fürsprache die Erlaubnis der Sequaner zu erhalten.
Dumnorix gratia et largitione apud Sequanos plurimum poterat et Helvetiis erat amicus, quod ex ea civitate Orgetorigis filiam in matrimonium duxerat, et cupiditate regni adductus novis rebus studebat et quam plurimas civitates suo beneficio habere obstrictas volebat. Caes.Gall.1,9,3Dumnorix war bei den Sequanern durch Ansehen und Freigebigkeit sehr einflussreich und war zugleich ein Freund der Helvetier, da er die Tochter des Orgetorix, eine Helvetierin, zur Frau hatte; auch neigte er aus Herrschsucht zum Umsturz und wollte sich möglichst viele Völkerschaften durch Gefälligkeiten verpflichten.
itaque rem suscipit et a Sequanis impetrat, ut per fines suos Helvetios ire patiantur, obsidesque uti inter sese dent perficit: Sequani, ne itinere Helvetios prohibeant, Helvetii, ut sine maleficio et iniuria transeant. Caes.Gall.1,9,4Er übernahm daher den Auftrag und bewirkte bei den Sequanern, dass die Helvetier durch ihr Gebiet ziehen durften; er brachte es dahin, dass sie sich gegenseitig Geiseln stellten, die Sequaner, dass sie den Helvetiern den Durchgang nicht verwehren, die Helvetier, dass sie ohne gewalttätige Übergriffe durchziehen.
Caesari nuntiatur Helvetiis esse in animo per agrum Sequanorum et Haeduorum iter in Santonum fines facere, qui non longe a Tolosatium finibus absunt, quae civitas est in provincia. Caes.Gall.1,10,1Cäsar wurde gemeldet, die Helvetier wollten durch das Gebiet der Sequaner und Häduer in das Land der Santonen ziehen, die nicht weit von den Tolosaten wohnten; diese Völkerschaft aber gehört zur römischen Provinz.
id si fieret, intellegebat magno cum periculo provinciae futurum, ut homines bellicosos, populi Romani inimicos, locis patentibus maximeque frumentariis finitimos haberet. Caes.Gall.1,10,2Es war ihm bewusst, dass diese Provinz in große Gefahr käme, wenn ein kriegerisches und den Römern abgeneigtes Volk Nachbar ihrer offenen und überaus getreidereichen Gegenden würde.
ob eas causas ei munitioni, quam fecerat, T. Labienum legatum praefecit; ipse in Italiam magnis itineribus contendit duasque ibi legiones conscribit et tres, quae circum Aquileiam hiemabant, ex hibernis educit et, qua proximum iter in ulteriorem Galliam per Alpes erat, cum his quinque legionibus ire contendit. Caes.Gall.1,10,3Aus diesen Gründen gab er dem Legaten Titus Labienus den Oberbefehl über die von ihm angelegte Verschanzungslinie; er selbst begab sich in großer Eile nach Italien, hob dort zwei neue Legionen aus, ließ die drei Legionen, die bei Aquileia überwinterten, aus ihrem Winterlager aufbrechen, und eilte mit diesen fünf Legionen auf dem kürzesten Weg über die Alpen nach dem jenseitigen Gallien zurück.
ibi Ceutrones et Graioceli et Caturiges locis superioribus occupatis itinere exercitum prohibere conantur. Caes.Gall.1,10,4 zurück. (4) In den Alpen selbst hatten die Ceutronen, die Graioceler und die Caturigen die Gebirgshöhen besetzt und suchten dem Heer den Durchzug zu verwehren.
compluribus his proeliis pulsis ab Ocelo, quod est citerioris provinciae extremum, in fines Vocontiorum ulterioris provinciae die septimo pervenit; inde in Allobrogum fines, ab Allobrogibus in Segusiavos exercitum ducit. hi sunt extra provinciam trans Rhodanum primi. Caes.Gall.1,10,5Er schlug sie jedoch in mehreren Gefechten und kam in sieben Tagen von Ocelum, dem letzten Ort des italischen Teils seiner Provinz, in das Gebiet der Vocontier, die schon im gallischen Teil jener Provinz wohnten. Von hier führte er das Heer in das Land der Allobroger und von diesen zu den Segusiavern; diese aber wohnen auf der rechten Seit der Rhône und sind die ersten außerhalb des römischen Gallien.
Helvetii iam per angustias et fines Sequanorum suas copias traduxerant et in Haeduorum fines pervenerant eorumque agros populabantur. Caes.Gall.1,11,1Inzwischen hatten die Helvetier ihre Scharen bereits durch den Engpass und das Land der Sequaner bis in das Gebiet der Häduer geführt und waren dabei, ihre Felder zu verheeren.
Haedui, cum se suaque ab iis defendere non possent, legatos ad Caesarem mittunt rogatum auxilium: Caes.Gall.1,11,2Als die Häduer sich und ihre Habe nicht mehr vor ihnen schützen konnten, schickten sie Gesandte an Cäsar und baten um Hilfe:
ita se omni tempore de populo Romano meritos esse, ut paene in conspectu exercitus nostri agri vastari, liberi eorum in servitutem abduci, oppida expugnari non debuerint. Caes.Gall.1,11,3Die Häduer hätten sich zu jeder Zeit um das römische Volk so verdient gemacht, dass sie es nicht verdient hätten, dass fast unter den Augen des römischen Heeres ihre Felder verwüstet, ihre Kinder in die Sklaverei geschleppt und ihre Städte genommen würden.
eodem tempore Ambarri, necessarii et consanguinei Haeduorum, Caesarem certiorem faciunt sese depopulatis agris non facile ab oppidis vim hostium prohibere. Caes.Gall.1,11,4Zur selben Zeit meldeten auch die Ambarrer, Freunde und Stammesverwandten der Häduer, ihre Felder seien verwüstet; kaum könne man noch von den Städten den Sturm der Feinde abwehren.
item Allobroges, qui trans Rhodanum vicos possessionesque habebant, fuga se ad Caesarem recipiunt et demonstrant sibi praeter agri solum nihil esse reliqui. Caes.Gall.1,11,5Ebenso nahmen die Allobroger, die am rechten Ufer der Rhône Dörfer und Besitzungen hatten, ihre Zuflucht zu Cäsar und trugen vor, außer dem Grund und Boden ihrer Felder sei ihnen nichts mehr übrig.
quibus rebus adductus Caesar non exspectandum sibi statuit, dum omnibus fortunis sociorum consumptis in Santonos Helvetii pervenirent. Caes.Gall.1,11,6Auf diese Nachricht entschied sich Cäsar, nicht zu warten, bis die Helvetier erst die ganze Habe seiner Bundesgenossen verzehrt hätten und in das Land der Santonen eingedrungen wären.
Flumen est Arar, quod per fines Haeduorum et Sequanorum in Rhodanum influit, incredibili lenitate, ita ut oculis in utram partem fluat iudicari non possit. id Helvetii ratibus ac lintribus iunctis transibant. Caes.Gall.1,12,1Durch das Land der Häduer und Sequaner strömt der Fluss Saône der Rhône zu, so unglaublich langsam, dass man mit den Augen nicht unterscheiden kann, in welche Richtung er fließt. Über ihn setzten die Helvetier auf Flößen und zusammengebundenen Kähnen.
ubi per exploratores Caesar certior factus est tres iam partes copiarum Helvetios id flumen traduxisse, quartam vero partem citra flumen Ararim reliquam esse, de tertia vigilia cum legionibus tribus e castris profectus ad eam partem pervenit, quae nondum flumen transierat. Caes.Gall.1,12,2Als Cäsar durch seine Kundschafter die Nachricht erhielt, die Helvetier seien bereits mit drei Teilen ihrer Leute über dem Fluss, ein Viertel dagegen befinde sich noch auf der östlichen Seite der Saône, brach er um die dritte Nachtwache mit drei Legionen aus seinem Lager auf und gelangte zu dem Teil der Feinde, der noch nicht über den Fluss gegangen war.
eos impeditos et inopinantes adgressus magnam partem eorum concidit; reliqui sese fugae mandarunt atque in proximas silvas abdiderunt. Caes.Gall.1,12,3Er griff sie, als sie noch ungeordnet und auf keinen Feindseligkeit gefasst waren, an und machte sie großenteils nieder; was sich retten konnte, ergriff die Flucht und verbarg sich in den nächsten Wäldern.
is pagus appellabatur Tigurinus; nam omnis civitas Helvetia in quattuor partes vel pagos est divisa. Caes.Gall.1,12,4Es waren dies die Helvetier des Tiguriner-Gaus. Die Gesamtheit der helvetischen Bevölkerung bildet nämlich vier solche Gaue.
hic pagus unus, cum domo exisset, patrum nostrorum memoria L. Cassium consulem interfecerat et eius exercitum sub iugum miserat. Caes.Gall.1,12,5Dieser eine Gau hatte schon in älteren Zeiten einmal die Heimat verlassen, den römischen Konsul Lucius Cassius geschlagen und dessen Heer durchs Joch geschickt.
ita sive casu sive consilio deorum immortalium, quae pars civitatis Helvetiae insignem calamitatem populo Romano intulerat, ea princeps poenas persolvit. Caes.Gall.1,12,6So wurde der Teil der helvetischen Bevölkerung, der dem römischen Volk früher jene große Niederlage beigebracht hatte, ob durch Zufall oder absichtliche Fügung der unsterblichen Götter, zuerst bestraft.
qua in re Caesar non solum publicas, sed etiam privatas iniurias ultus est, quod eius soceri L. Pisonis avum, L. Pisonem legatum, Tigurini eodem proelio, quo Cassium, interfecerant. Caes.Gall.1,12,7Cäsar aber rächte bei dieser Gelegenheit nicht nur die Beleidigungen gegen sein Vaterland, sondern auch die gegen sein eigenes Haus. Die Tiguriner hatten nämlich in jenem älteren Treffen außer dem Konsul Cassius auch den Legaten Lucius Piso erschlagen; dies war aber der Großvater von Lucius Piso, dem Schwiegervater Cäsars.
Hoc proelio facto, reliquas copias Helvetiorum ut consequi posset, pontem in Arari faciendum curat atque ita exercitum traducit. Caes.Gall.1,13,1Um nach diesem Treffen die übrigen Scharen der Helvetier einholen zu können, ließ Cäsar eine Brücke über die Saône schlagen und führte so das Heer hinüber.
Helvetii repentino eius adventu commoti, cum id quod ipsi diebus XX aegerrime confecerant, ut flumen transirent, illum uno die fecisse intellegerent, legatos ad eum mittunt. cuius legationis Divico princeps fuit, qui bello Cassiano dux Helvetiorum fuerat. Caes.Gall.1,13,2Bestürzt über seine plötzliche Ankunft schickten die Helvetier Gesandte zu ihm; denn sie sahen, dass er den Übergang, den sie selbst mit Anstrengung in zwanzig Tagen bewerkstelligt, in einem Tag bewirkt hatte. An der Spitze dieser Gesandtschaft stand Divico, im Krieg gegen die Römer unter Cassius einst helvetischer Feldherr.
is ita cum Caesare egit: si pacem populus Romanus cum Helvetiis faceret, in eam partem ituros atque ibi futuros Helvetios, ubi eos Caesar constituisset atque esse voluisset; Caes.Gall.1,13,3Dieser äußerte gegen Cäsar, wenn das römische Volk die Helvetier friedlich behandeln würde, so wollten die Helvetier an den Ort ziehen und dort ruhig bleiben, wohin sie Cäsar versetzen und wo er sie ansiedeln würde.
sin bello persequi perseveraret, reminisceretur et veteris incommodi populi Romani et pristinae virtutis Helvetiorum. Caes.Gall.1,13,4Wäre man aber gesonnen, die Feindseligkeiten gegen sie fortzusetzen, so möge sich Cäsar der früheren Niederlage der Römer und der ererbten Tapferkeit der Helvetier erinnern.
quod improviso unum pagum adortus esset, cum ii, qui flumen transissent, suis auxilium ferre non possent, ne ob eam rem aut suae magnopere virtuti tribueret aut ipsos despiceret. Caes.Gall.1,13,5Dass er einen Teil ihrer Scharen überrascht habe, währen die anderen bereits jenseits des Flusses ihren Landsleuten keine Hilfe hätten leisten können, deswegen möge er kein zu großes Gewicht auf die römische Tapferkeit legen oder die Helvetier verachten.
se ita a patribus maioribusque suis didicisse, ut magis virtute quam dolo contenderent aut insidiis niterentur. Caes.Gall.1,13,6Sie hätten von ihren Vätern und Urvätern gelernt, sich mehr in der Tapferkeit als in der List mit anderen zu messen oder in Nachstellungen ihre Stärke zu suchen.
quare ne committeret, ut is locus, ubi constitissent, ex calamitate populi Romani et internecione exercitus nomen caperet aut memoriam proderet. Caes.Gall.1,13,7Er möge also nicht zulassen, dass ihr derzeitiger Standpunkt durch eine Niederlage des römischen Volkes und die Vernichtung des römischen Heeres berüchtigt oder unvergesslich werde.
His Caesar ita respondit: eo sibi minus dubitationis dari, quod eas res, quas legati Helvetii commemorassent, memoria teneret, atque eo gravius ferre, quo minus merito populi Romani accidissent. Caes.Gall.1,14,1Hierauf erwiderte Cäsar, er müsse sich um so weniger bedenken, als ihm die von den helvetischen Gesandten erwähnten Ereignisse bewusst seien, und jene Niederlage ihm um so schmerzlicher sei, je weniger das römische Volk sie verdient hätte.
qui si alicuius iniuriae sibi conscius fuisset, non fuisse difficile cavere; sed eo deceptum, quod neque commissum a se intellegeret, quare timeret, neque sine causa timendum putaret. Caes.Gall.1,14,2Denn wäre es sich irgend eines Unrechts bewusst gewesen, so hätte es sich leicht vorsehen können; aber eben dadurch habe es sich täuschen lassen, dass es sich keiner Schuld bewusst war, die zur Furcht Anlass geben konnte, eine grundlose Furcht aber unpassend schien.
quod si veteris contumeliae oblivisci vellet, num etiam recentium iniuriarum, quod eo invito iter per provinciam per vim temptassent, quod Haeduos, quod Ambarros, quod Allobroges vexassent, memoriam deponere posse? Caes.Gall.1,14,3Wenn er nun auch von jener früheren Schmach absehen wolle, so müsse er doch fragen, ob er wohl die neuerlichen Beleidigungen auch vergessen könne, dass sie gegen seinen Willen mit Gewalt den Durchzug durch die Provinz versucht, dass sie die Häduer, die Ambarrer und die Allobroger feindlich behandelt hätten.
quod sua victoria tam insolenter gloriarentur quodque tam diu se impune iniurias tulisse admirarentur, eodem pertinere. Caes.Gall.1,14,4Wenn sie sich aber ihres Sieges so übermütig rühmten und sich wunderten, wie die Römer so lange die Beleidigungen ohne Rache erduldeten, so deute dies auf ein und die selbe Sache hin;
consuesse enim deos immortales, quo gravius homines ex commutatione rerum doleant, quos pro scelere eorum ulcisci velint, his secundiores interdum res et diuturniorem impunitatem concedere. Caes.Gall.1,14,5die unsterblichen Götter pflegten nämlich denjenigen Menschen, die sie für ihre Frevel bestrafen wollten, zuweilen größeres Glück und längere Straffreiheit zu gestatten, damit sie den Wechsel des Schicksals desto schmerzlicher empfänden.
cum ea ita sint, tamen, si obsides ab iis sibi dentur, uti ea, quae polliceantur, facturos intellegat, et si Haeduis de iniuriis, quas ipsis sociisque eorum intulerint, item si Allobrogibus satisfaciant, sese cum iis pacem esse facturum. Caes.Gall.1,14,6Des ungeachtet solle Frieden zwischen ihm und den Helvetiern sein, wenn sie durch Geiseln die Erfüllung ihres Versprechens verbürgten und den Häduern, wie auch deren Bundesgenossen, für die verübten Feindseligkeiten und in gleicher Weise den Allobrogern Genugtuung leisteten.
Divico respondit: ita Helvetios a maioribus suis institutos esse, uti obsides accipere, non dare consuerint; eius rei populum Romanum esse testem. hoc responso dato discessit. Caes.Gall.1,14,7Divico antwortete, die Helvetier hätten von ihren Vorfahren die Gewohnheit ererbt, Geiseln zu empfangen, nicht zu geben. Davon sei das römische Volk Zeuge. Nach dieser Antwort entfernte er sich.
Postero die castra ex eo loco movent. idem facit Caesar equitatumque omnem, ad numerum quattuor milium, quem ex omni provincia et Haeduis atque eorum sociis coactum habebat, praemittit, qui videant, quas in partes hostes iter faciant. Caes.Gall.1,15,1Am folgenden Tag brachen die Helvetier von dort auf. Das selbe tat Cäsar, indem er seine Reiterei, gegen viertausend Mann, die er aus der ganzen Provinz, aus dem Land der Häduer und ihrer Bundesgenossen aufgeboten hatte, vorausgehen ließ, um zu sehen, nach welcher Richtung der Feind seinen Zug nehme.
qui cupidius novissimum agmen insecuti alieno loco cum equitatu Helvetiorum proelium committunt, et pauci de nostris cadunt. Caes.Gall.1,15,2Diese Reiterei verfolgte jedoch den Nachzug der Helvetier zu hitzig und ließ sich in einer ungünstigen Stellung in ein Treffen ein, wobei auf römischer Seite einige fielen.
quo proelio sublati Helvetii, quod quingentis equitibus tantam multitudinem equitum propulerant, audacius subsistere nonnumquam et novissimo agmine proelio nostros lacessere coeperunt. Caes.Gall.1,15,3Durch dieses Gefecht übermütig gemacht, begannen die Feinde, die mit fünfhundert Reitern eine so zahlreiche Reiterei geworfen hatten, sich kecker zu widersetzen und von ihrer Nachhut aus die Römer wiederholt anzugreifen.
Caesar suos a proelio continebat ac satis habebat in praesentia hostem rapinis pabulationibusque prohibere. Caes.Gall.1,15,4 Cäsar suchte seine Leute von einem Treffen zurückzuhalten, und begnügte sich für den Augenblick, den Räubereien und verheerenden Streifzügen der Feinde Einhalt zu tun.
ita dies circiter quindecim iter fecerunt, uti inter novissimum hostium agmen et nostrum primum non amplius quinis aut senis milibus passuum interesset. Caes.Gall.1,15,5Auf diese Weise rückte man etwa fünfzehn Tage lang weiter, indem die Nachhut des Feindes und die Vorhut der Römer nur fünf bis sechs Meilen voneinander entfernt waren.
Interim cotidie Caesar Haeduos frumentum, quod essent publice polliciti, flagitare. Caes.Gall.1,16,1Unterdessen verlangte Cäsar dringend Tag für Tag von den Häduern das Getreide, das sie öffentlich zu liefern versprochen hatten.
nam propter frigora - quod Gallia sub septentrionibus, ut ante dictum est, posita est - non modo frumenta in agris matura non erant, sed ne pabuli quidem satis magna copia suppetebat. Caes.Gall.1,16,2Weil nämlich, wie früher bemerkt, das Keltenland nördlich liegt, war wegen der kalten Jahreszeit nicht bloß auf den Feldern noch kein Getreide reif, sondern man hatte nicht einmal genug Futter.
eo autem frumento, quod flumine Arari navibus subvexerat, propterea minus uti poterat, quod iter ab Arari Helvetii averterant, a quibus discedere nolebat. Caes.Gall.1,16,3Auch konnte Cäsar nicht auf das Getreide, das er sich selbst auf der Saône nachführen ließ, zurückgreifen, weil die Helvetier ihre Richtung seitwärts von diesem Fluss genommen hatten und Cäsar sich nicht von ihnen trennen wollte.
diem ex die ducere Headui: conferri, comportari, adesse dicere. Caes.Gall.1,16,4Die Häduer verschoben die Sache von einem Tag zum andern, indem sie erklärten, das Getreide werde gerade eingefahren, geliefert, sei fast schon da.
ubi se diutius duci intellexit et diem instare, quo die frumentum militibus metiri oporteret, convocatis eorum principibus, quorum magnam copiam in castris habebat, in his Diviciaco et Lisco, qui summo magistratui praeerat, quem vergobretum appellant Haedui, qui creatur annuus et vitae necisque in suos habet potestatem; Caes.Gall.1,16,5Als Cäsar sah, dass man ihn zu lange hinhielt und die Zeit bevorstand, dass er den Soldaten Proviant zuteilen musste, rief er die vielen Häuptlinge der Häduer, die in seinem Lage waren, zu sich, unter ihnen auch Diviciacus und Liscus, der damals dem höchsten Staatsamt vorstand, das bei den Häduern Vergobret genannt wird, jedes Jahr wechselt und Gewalt über Leben und Tod der Bürger hat.
graviter eos accusat, quod, cum neque emi neque ex agris sumi posset, tam necessario tempore, tam propinquis hostibus ab iis non sublevetur; praesertim cum magna ex parte eorum precibus adductus bellum susceperit, multo etiam gravius, quod sit destitutus, queritur. Caes.Gall.1,16,6(6) Diesen machte er heftige Vorwürfe, dass man ihn in so dringlicher Lage, wo man Lebensmittel weder für Geld haben noch vom Feld nehmen könne, nicht unterstütze, während die Feinde so nahe ständen. Dass man ihn so im Stich lasse, darüber beklagte er sich um so nachdrücklicher, weil er großenteils besonders auf ihre Bitten in diesen Krieg eingetreten sei.
Tum demum Liscus oratione Caesaris adductus, quod antea tacuerat, proponit: esse nonnullos, quorum auctoritas apud plebem plurimum valeat, qui privatim plus possint quam ipsi magistratus. Caes.Gall.1,17,1Diese Rede Cäsars bewog nun endlich Liscus, sein bisheriges Schweigen zu brechen und zu erklären, gewisse Leute hätten bei der Masse seiner Landsleute ungemein großen Einfluss und könnten als Privatleute mehr ausrichten als selbst die Regierung.
hos seditiosa atque improba oratione multitudinem deterrere, ne frumentum conferant, quod debeant: Caes.Gall.1,17,2Diese Menschen suchten durch aufwiegelnde und verbrecherische Reden das Volk von der schuldigen Getreidelieferung dadurch abzuhalten, dass sie erklärten,
praestare, si iam principatum Galliae obtinere non possent, Gallorum quamRomanorum imperia perferre; Caes.Gall.1,17,3es wäre besser, die anderen Kelten über sich herrschen zu lassen als den Römern untertan zu sein, wenn nun einmal die Häduer selbst das Übergewicht im Keltenland nicht mehr behaupten könnten:
neque dubitare debeant, quin, si Helvetios superaverint, Romani una cum reliqua Gallia Haeduis libertatem sint erepturi. Caes.Gall.1,17,4ohne Zweifel, würden die Römer, sobald sie die Helvetier besiegt hätten, in Verbindung mit den übrigen Kelten auch den Häduern ihre Freiheit rauben.
ab isdem nostra consilia quaeque in castris gerantur, hostibus enuntiari; hos a se coerceri non posse. Caes.Gall.1,17,5Dies seien die selben Leute, die den Helvetiern die Pläne der Römer und alles, was im römischen Lager vorgehe, meldeten; er selbst vermöge sie nicht in Schranken zu halten;
quin etiam, quod necessariam rem coactus Caesari enuntiarit, intellegere sese, quanto id cum periculo fecerit, et ob eam causam, quamdiu potuerit, tacuisse. Caes.Gall.1,17,6ja er sehe ein, welcher Gefahr er sich dadurch aussetze, dass er die Sache notgedrungen enthülle. Nur deshalb habe er so lange wie möglich geschwiegen.
Caesar hac oratione Lisci Dumnorigem, Diviciaci fratrem, designari sentiebat, sed quod pluribus praesentibus eas res iactari nolebat, celeriter concilium dimittit, Liscum retinet. Caes.Gall.1,18,1Cäsar merkte, dass diese Rede des Liscus auf Dumnorix, den Bruder des Diviciacus, zielte. Weil er aber nicht wollte, dass die Sache in Gegenwart mehrerer weiter besprochen werde, entließ er die Versammlung alsbald; nur Liscus behielt er bei sich
quaerit ex solo ea, quae in conventu dixerat. dicit liberius atque audacius. eadem secreto ab aliis quaerit; Caes.Gall.1,18,2und fragte ihn allein über das, was er in der Versammlung erklärt hatte. Liscus sprach mit mehr Freimut und ohne Rückhalt. Cäsar aber, der auch noch andere Personen insgeheim befragte,
reperit esse vera: ipsum esse Dumnorigem, summa audacia, magna apud plebem propter liberalitatem gratia, cupidum rerum novarum. compluris annos portoria reliquaque omnia Haeduorum vectigalia parvo pretio redempta habere, propterea quod illo licente contra liceri audeat nemo Caes.Gall.1,18,3fand folgende Tatsachen bestätigt: gerade Dumnorix sei das Hindernis, ein höchst verwegener, wegen seiner Freigiebigkeit beim Volk sehr beliebter und zu Unruhen geneigter Mann. Derselbe habe die Zölle und alle übrigen Steuern der Häduer für eine Reihe von Jahren um ein geringes Pachtgeld in seinen Händen; denn wenn dieser biete, so wage niemand ein Gegengebot.
his rebus et suam rem familiarem auxisse et facultates ad largiendum magnas comparasse; Caes.Gall.1,18,4Dadurch habe er sich bereichert und große Mittel zur Freigiebigkeit erworben;
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  Ne viginti domos reliqueris, ut tres defendas! (VII samuraei) Periculum cum praeterisse imaginaris, maximum est. (VII samuraei) Sine vexillo in pugna es nudus. (VII samuraei) Pugnam non solus vinces. (VII samuraei) lc201508Gib keine 20 Häuser auf, um drei zu verteidigen! (VII Samuraei) Die Gefahr ist am größten, wenn man meint, sie sei vorüber. (VII Samuraei) Ohne Banner fühlt man sich in der Schlacht verlassen. (VII Samuraei) Eine Shlacht kannst du nicht allein gewinnen. (VII Samuraei)
12.10.2016  Ex quo tempore phonographema fabulationis, in qua Donaldus Trump fastidienter de feminis loqueretur, publicatum est neque idem in secunda disceptatione televisifica exsuperavit, insignia auctoritatis et dignitatis in eo magis et magis obsolefiunt. Postquam iam plus triginta praestantes politici Republicani abnuerunt, nunc etiam Paulus Ryan, princeps Republicanus et partium locutor, se Trump candidatum non iam defensurum esse animo proponens sopitas discordias inter Republicanos suscitavit. Ana Navarro, illa rerum Republicanarum meditatrix et commentatrix, ei plausit: "Trump ab aliquo dicendum erat: 'Donalde, exauctoratus es!'" Trump ipse in pristinum socium suorum politicorum consiliorum invectus Paulum Ryan imbecillem et inefficacem partium ducem denotavit. Ryan autem delegatos in suo quemque districtu suffragatorio optimum perficere iussit consilium abditum scilicet agitans, ut Republicani, nisi praesidatum susceperint, attamem cameram delegatorum retinerent. lc201610Seitdem die Tonaufzeichnung einer Unterhaltung, in der Donald Trump abfällig über Frauen sprach, veröffentlicht ist, und er sich in der zweiten Fernsehdebatte nicht durchsetzen konnte, schwinden Ansehen und Anerkennung mehr und mehr. Nachdem ihm schon mehr als dreißig hochstehende republikanische Politiker die Gefolgschaft entzogen haben, hat sich jetzt auch der Führer der Republikaner und ihr Sprecher Paul Ryan vorgenommen, ihn nicht mehr zu unterstützen, und dadurch den unter der Decke brodelnden Streit unter den Republikanern wieder entfacht. Ana Navarro, die angesehene Strategin und Kommentatorin republikanischer Politik spendet ihm Beifall: "Einer musste Trump sagen: 'Donald, du bist gefeuert!'" Trump selbst hat seinen früheren politischen Partner scharf angegriffen und Paul Ryan als schwachen und ineffektiven Parteiführer beschimpft. Ryan hingegen forderte die Abgeordneten auf, jeder solle in seinem Wahlbezirk das Beste machen, freilich mit dem Hintergedanken, dass die Republikaner, wenn sie schon das Präsidentenamt nicht gewinnen, wenigstens das Repräsentantenhaus behaupten.
08.01.2017  In animum induxeram de quavis sclopetatione, sive in Syria sit facta, sive in Fort Lauderdale, sive alibi gentium, hodierno die Dominico non narrare; nam piget me. Sed ut de una sclopetatione non narrem, quae non facta paene facta est, a me impetrare non possum, postquem legi, quae laterensis quidam, qui antehac in ministerio reginae Britanniarum erat, illis diurnis, quae "The Times" inscribuntur, prodidit: Se paulo post mediam noctem excubias in hortis Buckinghamiensis Palatii egisse, cum in tenebris umbrabilem figuram humanam lente maceriam praetereuntem animadverteret, et statim apertularium invasisse suspicatum, antequam eum telo peteret, increpuisse: "Gradum siste! Quis es?" Tum istam umbram in ipso discrimine temporis se reginam Elizabetham esse detexisse, et se exclamasse: "Malum, vestra maiestas, paene vos exballistavi! Tum reginam aequanimiter respondisse: "Id plane te decet, neque te reprehendo. Cum denuo somnum capere non potero, breviter antequam exiero, te telefonice appellabo, ne me petas." lc201701Ich hatte mir fest vorgenommen, am heutigen Sonntag über keine Schießerei, mag sie in Syrien, in Fort Lauderdale oder sonstwo auf der Welt passiert sein, zu berichten. Denn das hängt mir zum Hals heraus. Aber über eine Schießerei, die zwar nicht passiert ist, aber fast passiert wäre, nicht zu berichten, das bringe ich nicht über mich, nachdem ich gelesen habe, was ein Gardist, der früher in Diensten der britischen Königin stand, der "Times" verraten hat: Er habe kurz nach Mitternacht im Park des Buckinghampalastes Wache gestanden, als er plötzlich im Dunkeln eine schemenhafte menschliche Gestalt bemerkte, die langsam an der Gartenmauer entlangging. Er habe sofort den Verdacht gehabt, ein Einbrecher sei eingedrungen und habe, bevor er einen Schuss abgab, gerufen: "Halt! Wer da?" Dann habe sich dieser Schatten im letzten Augenblick als Königin Elizabeth zu erkennen gegeben, und er habe ausgerufen: "Verdammt, Ihre Majestät! Fast hätte ich Euch erschossen!" Dann habe die Königin gelassen geantwortet. "Das ist ganz in Ordnung. Ich mache dir keinen Vorwurf. Wenn ich mal wieder nicht einschlafen kann, werde ich dich, kurz bevor ich hinausgehe, anklingeln, damit du nicht auf mich schießt."
10.03.2017  Donaldus Tusk, ex anno MMXIV praeses Europaei Consilii die Iovis a viginti septem praepositis Europaearum civitatum et gubernationum praeses Consilii refectus est. Sola administra prima duodetricesimae Unionis rei publicae, Poloniae, Beata Szydlo, eum non tantum non suffragata est, sed omnibus nervis, ne reficeretur, contendit. Causa repetenda esse videtur ex veteribus inimicitiis, quas Iaroslaus Kaczynski, praefectus gubernatricis et nationalis conservativae factionis "Ius et Iustitia" (PiS), ob suas et proprias causas politicas ex satis longo tempore cum Donaldo Tusk exercet. Iosephus Muscat, praesens Unionis praeses Melitensis Tusk alloquens: "Tu es fortis vir forti Europae confidentia. Et nos te etiam post hodierum diem cum unoquoque nostrum cooperaturum confidimus." Quod affirmans Tusk, quod iterum creatum sit, esse, etiamsi admirabile sit dictu, unitatis Europaeae dixit. Sunt autem, qui timeant, ne Poloni nunc spe et voluntate frustrati summorum consulta, quae una voce comprobanda sint, occludant. Ceterum Donaldus Tusk in decursu secundi temporis imprimis colloquia cum Britannis de Brexitu habenda moderari debebit. lc201703Donald Tusk, seit 2014 Präsident des Europäischen Rates, wurde am Donnerstag von 27 europäischen Staats- und Regierungschefs als Ratspräsident wiedergewählt. Allein die Premierministerin des 28. Staates der Union, Polens, Beata Szydlo, hat ihm nicht nur ihre Stimme verweigert, sondern auch mit aller Kraft gegen seine Widerwahl gekämpft. Den Grund muss man offenbar in der alten Feindschaft suchen, die Jaroslaw Kaczynski, der Vorsitzende der national-konservativen Regierungspartei "Recht und Gerechtigkeit" (PiS) seit ziemlich langer Zeit aus eigenen politschen Gründen mit Donald Tusk pflegt. Joseph Muscat, der derzeitige Präsident der EU aus Malta zu Tusk: "Du bist ein starker Mann mit starker europäischer Überzeugung. Und wir sind sicher, dass Du auch nach dem heutigen Tag mit jedem von uns zusammenarbeiten wirst." Indem er dies bestätigte, sagte Tusk, seine Wiederwahl sei, auch wenn es paradox klinge, ein Beweis für die europäische Einheit. Einige fürchten, dass die jetzt in ihren Hoffungen und Wünschen enttäuschten Polen Gipfelbeschlüsse, die einstimmig gefasst werden müssten, blockieren. Sei dem, wie es will, Donald Tusk wird in seiner zweiten Amtszeit vor allem die Verhandlungen, die mit den Briten über ihren Austritt anstehen, moderieren müssen.
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