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Beleg gesucht für: ertragen
Belege des Suchbegriffs aus ausgewählten Texten (vollständig: Caes.Gall., Cic.Arch., Cic.S.Rosc., Cic.Lael.)
Anzahl der Treffer: 86
propterea quod reliquis tamen fugae facultas daretur, Sequanis vero, qui intra fines suos Ariovistum recepissent, quorum oppida omnia in potestate eius essent, omnes cruciatus essent perferendi. Caes.Gall.1,32,5denn die übrigen hätten gleichwohl die Möglichkeit zur Flucht, die Sequaner aber müssten, weil sie Ariovist in ihrem Gebiet aufgenommen hätten und ihre Städte alle in seiner Macht lägen, jegliche Misshandlung ertragen.
Dum paucos dies ad Vesontionem rei frumentariae commeatusque causa moratur, ex percontatione nostrorum vocibusque Gallorum ac mercatorum, qui ingenti magnitudine corporum Germanos, incredibili virtute atque exercitatione in armis esse praedicabant (saepe numero sese cum his congressos ne vultum quidem atque aciem oculorum dicebant ferre potuisse) , tantus subito timor omnem exercitum occupavit, ut non mediocriter omnium mentes animosque perturbaret. Caes.Gall.1,39,1Während er einige Tage bei Vesontio verweilte, um für Getreide und Lebensmittel zu sorgen, befiel plötzlich eine solche Furcht das ganze Heer, dass sie alle in hohem Maße außer Fassung brachte. Dies kam von den Erkundigungen der Römer selbst und von dem Gerede der Gallier und der Handelsleute, die von den Germanen rühmten, sie besäßen eine gewaltige Körpergröße und eine unglaubliche Tapferkeit und Übung in den Waffen; oft seien sie mit ihnen zusammengetroffen, doch hätten sie nicht einmal ihren Blick und das Feuer ihrer Augen ertragen können.
impulsos ab suis principibus, qui dicerent Haeduos a Caesare in servitutem redactos omnes indignitates contumeliasque perferre, et ab Haeduis defecisse et populo Romano bellum intulisse. Caes.Gall.2,14,3sie seien nur deshalb von ihnen abgefallen und feindselig gegen die Römer aufgetreten, weil ihnen ihre Häuptlinge einredeten, die Häduer hätten sich durch Cäsar zu Sklaven machen lassen und müssten nun alle Schmach und Misshandlung ertragen.
accedebat, ut, cum se vento dedissent, tempestatem ferrent facilius et in vadis consisterent tutius et ab aestu relictae nihil saxa et cotes timerent; quarum rerum omnium nostris navibus casus erant extimescendi. Caes.Gall.3,13,9Sobald aber der Wind tobte und sie in die hohe See strebten, hatten sie noch den weiteren Vorteil, den Sturm leichter ertragen, auf Untiefen mit mehr Sicherheit anhalten zu können und beim Verlaufen der Flut von Felsen und Riffen nichts befürchten zu müssen. Die römischen Fahrzeuge dagegen mussten mit jeder Art von Unfällen rechnen.
sic uno tempore et de navali pugna Sabinus et de Sabini victoria Caesar est certior factus, civitatesque omnes se statim Titurio dediderunt. (6) nam ut ad bella suscipienda Gallorum alacer ac promptus est animus, sic mollis ac minime resistens ad calamitates ferendas mens eorum est. Caes.Gall.3,19,5So erhielt zu ein und der selben Zeit Sabinus von dem Seetreffen Nachricht und Cäsar von dem Sieg des Sabinus; dem Titurius unterwarfen sich alsbald alle diese Völkerschaften. (6) Denn so, wie der Sinn des Galliers rasch und bald bereit ist, die Kriege zu beginnen, ebenso kraftlos und weich ist ihr Wesen, um schweres Unglück zu ertragen.
quin etiam iumentis, quibus maxime Galli delectantur quaeque impenso parant pretio, Germani importatis non utuntur, sed quae sunt apud eos nata, parva atque deformia, haec cotidiana exercitatione summi ut sint laboris efficiunt. Caes.Gall.4,2,2Nicht einmal ausländische Pferde, für die man in Gallien große Vorliebe hegt und große Summen zahlt, trifft man bei diesen Germanen; durch tägliche Übung richten sie in ihre einheimischen Tiere, unansehnlich und von schlechten Stamm, so ab, dass sie die größten Anstrengungen ertragen können.
vinum ad se omnino importari non patiuntur, quod ea re ad laborem ferendum remollescere homines atque effeminari arbitrantur. Caes.Gall.4,2,6Wein darf durchaus keiner in ihr Land gebracht werden, weil sie ins auswählen, durch dessen Genuss schwinde dem Menschen die Kraft, die Mühseligkeiten zu ertragen, und sinke die Tapferkeit.
quod detrimentum culpa et temeritate legati sit acceptum, hoc aequiore animo ferundum docet, quod beneficio deorum immortalium et virtute eorum expiato incommodo neque hostibus diutina laetitia neque ipsis longior dolor relinquatur. Caes.Gall.5,52,6Man müsse, sprach er, den durch die Schuld und Unbesonnenheit eines Legaten erlittenen Nachteil um so gelassener ertragen, als durch die Gnade der unsterblichen Götter und durch ihre Tapferkeit der Unfall so gesühnt sei, dass den Feinden kein langer Jubel, ihnen selbst aber kein allzu langer Schmerz verbleibe.
huius omnis pecuniae coniunctim ratio habetur fructusque servantur; uter eorum vita superarit, ad eum pars utriusque cum fructibus superiorum temporum pervenit. Caes.Gall.6,19,2das Ganze wird dann gemeinschaftlich verwaltet und der Zugewinn beigelegt. Wer den anderen Teil überlebt, erbt das ganze zusätzlich allen bisherigen Erträgen.
Catuvolcus rex dimidiae partis Eburonum, qui una cum Ambiorige consilium inierat, aetate iam confectus, cum laborem aut belli aut fugae ferre non posset, omnibus precibus detestatus Ambiorigem, qui eius consilii auctor fuisset, taxo, cuius magna in Gallia Germaniaque copia est, se exanimavit. Caes.Gall.6,31,5Catuvolcus, der König einer Hälfte der Eburonen, der an der Verschwörung des Ambiorix teilnahm, aber seines hohen Alters wegen unfähig war, die Last des Krieges oder der Flucht zu ertragen, vergiftete sich unter Fluch und Verwünschun des Ambiorix als des Urhebers der ganzen Sache, mit dem Beerensaft des Eibenbaumes, der in Gallien und Germanien in großer Menge wächst.
praestare omnes perferre acerbitates, quam non civibus Romanis, qui Cenabi perfidia Gallorum interissent, parentarent. Caes.Gall.7,17,7Rühmlicher sei es, alles Ungemach zu ertragen, als den zu Cenabum ermordeten römischen Bürgern kein rächendes Totenopfer zu bringen.
summam imperii se consulto nulli discedentem tradidisse, ne is multitudinis studio ad dimicandum impelleretur, cui rei propter animi mollitiem studere omnes videret, quod diutius laborem ferre non possent. Caes.Gall.7,20,5Den Oberbefehl habe er bei seinem Aufbruch absichtlich niemandem übergeben, damit sich derjenige nicht durch die Kampflust der Menge zu einer Schlacht verleiten ließ; denn alle verlangten, wie er sehe, nur aus Weichlichkeit eine Schlacht, weil sie nicht länger die Anstrengungen des Krieges ertragen könnten.
simili omnem exercitum inopia premi nec iam vires sufficere cuiusquam nec ferre operis laborem posse; itaque statuisse imperatorem, si nihil in oppugnatione oppidi profecisset, triduo exercitum deducere. Caes.Gall.7,20,11dieselbe Not drücke Cäsars ganzes Heer, in dem niemand mehr Kräfte genug habe, niemand mehr die Mühen des Dienstes ertragen könne; der Oberfeldherr sei deswegen entschlossen, wenn die Belagerung nicht gelinge, in drei tagen wieder abzuziehen.
simul in spem veniebant eius adfirmatione de reliquis adiungendis civitatibus; primumque eo tempore Galli castra munire instituerunt, et sic erant animo consternati homines insueti laboris, ut omnia, quae imperarentur, sibi patienda et perferenda existimarent. Caes.Gall.7,30,4Zugleich schöpften sie infolge seiner Versicherung die Hoffnung, auch die übrigen Völkerschaften zu gewinnen; Auch machten sich die Gallier zum ersten Mal an die Befestigung eines Lagers. Dabei bewiesen diese Leute, die sonst an keine Anstrengung gewöhnt sind, so kräftigen Sinn, dass sie glaubte, alles, was man von ihnen forderte, hinnehmen und ertragen zu müssen.
neque erat omnium quisquam, qui adspectum modo tantae multitudinis sustineri posse arbitraretur, praesertim ancipiti proelio, cum ex oppido eruptione pugnaretur, foris tantae copiae equitatus peditatusque cernerentur. Caes.Gall.7,76,6denn keiner glaubte, dass man auch nur den Anblick einer so großen Menschenmasse ertragen könne, besonders bei einem doppelten Angriff, wenn aus der Feste ein Angriff erfolge und zugleich so ungeheuere Streitkräfte an Reitern und Fußvolk sich von außen zeigten.
animi est ista mollitia, non virtus, paulisper inopiam ferre non posse. qui se ultro morti offerant, facilius reperiuntur, quam qui dolorem patienter ferant. Caes.Gall.7,77,5Unmännlicher Sinn ist es, keine Tapferkeit, den Mangel auch nicht eine Weile ertragen zu können. Leichter wird man jemanden finden können, der freiwillig in den Tod geht als solche, die den Schmerz mit Ausdauer ertragen.
Caesar militibus pro tanto labore ac patientia, qui brumalibus diebus, itineribus difficillimis, frigoribus intolerandis studiosissime permanserant in labore, bis centenos sestertios, centurionibus tot milia nummum praedae nomine condonata pollicetur legionibusque in hiberna remissis ipse se recipit die XXXX. Bibracte. Caes.Gall.8,4,1Cäsars Krieger hatten in diesen Tagen des höchsten Winters auf den beschwerlichsten Märschen unter fast unerträglicher Kälte alle Mühe mit der größten Ergebung ertragen. Zur Belohnung dafür sicherte er jedem gemeinen Mann 200 Sesterze und jedem Hauptmann 2000 Sesterzen als Beute zu. Die Legionen zogen nun wieder in ihre Winterlager, er selbst kam am 40. Tag nach Bibracte.
qui labores, pericula, dubias atque asperas res facile toleraverant, iis otium divitiaeque, optanda alias, oneri miseriaeque fuere. Sall.Cat.10,2Denjenigen, die Mühen, Gefahren, Angst und Not ohne Beschwer ertragen hatten, war Ruhe und Reichtum, sonst wünschenswert, jetzt Leid und Last.
Educ tecum etiam omnis tuos, si minus, quam plurimos; purga urbem. Magno me metu liberaveris, modo inter me atque te murus intersit. Nobiscum versari iam diutius non potes; non feram, non patiar, non sinam. Cic.Catil.1,10Nimm auch alle deine Anhänger mit fort, wenn nicht alle, so doch in größtmöglicher Zahl; säubere die Hauptstadt! Du wirst mich einer großen Furcht entledigen, wenn nur einmal zwischen mir und dir die Mauer liegt. Unter uns kannst die nicht länger weilen; ich werde dies nicht zugeben, nicht ertragen, nicht dulden.
Ac iam illa omitto - neque enim sunt aut obscura aut non multa commissa postea - quotiens tu me designatum, quotiens vero consulem interficere conatus es! quot ego tuas petitiones ita coniectas, ut vitari posse non viderentur, parva quadam declinatione et, ut aiunt, corpore effugi! Nihil agis, nihil adsequeris, neque tamen conari ac velle desistis. Cic.Catil.1,15Und davon will ich jetzt nicht weiter reden, denn es ist nicht allein gar nicht unbekannt, sondern es fehlt auch nicht an vielen späteren Vergehen. Wie oft hast du mich, seit ich designiert war, wie oft, seit ich Konsul bin, zu ermorden versucht? Wie viele deiner Angriffe, bei denen du so gegen mich ausholtest, dass ich mich gegen sie nicht decken zu können schien, bin ich durch eine ganz kleine Wendung und, wie man zu sagen pflegt, mit dem Leibe ausgewichen! Wo nimmst du noch den Mut her, dies zu ertragen? Du richtest nichts aus, du erreichst nichts und dennoch lässt du nicht davon ab, es zu versuchen und zu wünschen.
Quid, quod adventu tuo ista subsellia vacuefacta sunt, quod omnes consulares, qui tibi persaepe ad caedem constituti fuerunt, simul atque adsedisti, partem istam subselliorum nudam atque inanem reliquerunt, quo tandem animo tibi ferendum putas? Cic.Catil.1,16Wie? Sind nicht bei deinem Eintreten jene Bänke leer geworden? Haben nicht alle Konsularen, die du so oft dir zur Ermordung bezeichnetest, sobald du dich niederließest, jenen Teil der Bänke leer und öde gelassen? Wo nimmst du noch den Mut her, dies zu ertragen?
Superiora illa, quamquam ferenda non fuerunt, tamen, ut potui, tuli; nunc vero me totam esse in metu propter unum te, quicquid increpuerit, Catilinam timeri, nullum videri contra me consilium iniri posse, quod a tuo scelere abhorreat, non est ferendum. Cic.Catil.1,18Jene früheren Taten habe ich, wiewohl sie nicht hätten geduldet werden sollen, doch , so gut ich konnte, ertragen: dass nun aber, wegen deiner Person allein, ich in Gesamtheit in Angst sein soll, dass bei jedem Lärm Catilina gefürchtet wird, dass, wie es scheint, keine Umtriebe, die für deine Lasterhaftigkeit zu arg wären, gegen mich gemacht werden können, das ist nicht mehr zu ertragen.
Habes, ubi ostentes tuam illam praeclaram patientiam famis, frigoris, inopiae rerum omnium, quibus te brevi tempore confectum esse senties. Cic.Catil.1,26Da hast du nun Gelegenheit, deine hochgerühmte Kraft im Ertragen des Hungers, der Kälte, des Mangels an allen Bedürfnissen zu zeigen: und bald wirst du dich durch dieses Übel entkräftet fühlen.
an tu existimas aut suppetere nobis posse, quod cotidie dicamus in tanta varietate rerum, nisi animos nostros doctrina excolamus, aut ferre animos tantam posse contentionem, nisi eos doctrina eadem relaxemus? Cic.Arch.12.bOder glaubst du, wir könnten bei der großen Mannigfaltigkeit der Themen zu unseren täglichen Vorträgen genug Stoff finden, wenn wir nicht unseren Geist durch Wissenschaft ausbildeten; oder der Geist könne eine solche Anstrengung ertragen, wenn er nicht in eben dieser Wissenschaft Entspannung fänden?
Quod vero in extrema oratione quasi tuo iure sumpsisti, oratorem in omnis sermonis disputatione copiosissime versari posse, id, nisi hic in tuo regno essemus, non tulissem multisque praeessem, qui aut interdicto tecum contenderent aut te ex iure manum consertum vocarent, quod in alienas possessiones tam temere inruisses. Cic.de_orat.1,41.Was aber den Punkt am Schluss deiner Rede betrifft, wo du dir gleichsam mit deinem Recht herausgenommen hast zu behaupten, der Redner könne sich in jeder Art von Vorträgen und wissenschaftlichen Erörterungen mit der größten Fülle bewegen, so würde ich dies, wenn ich mich hier nicht auf deinem Gebiet befände, nicht ertragen und vielen geraten haben, sie möchten gegen dich gerichtlichen Einspruch einlegen oder dich auffordern, die Sache auf dem Weg des Rechtes auszumachen, weil du so ohne weiteres in fremde Besitzungen eingedrungen seiest.
Nam quod illud, Scaevola, negasti te fuisse laturum, nisi in meo regno esses, quod in omni genere sermonis, in omni parte humanitatis dixerim oratorem perfectum esse debere: numquam me hercule hoc dicerem, si eum, quem fingo, me ipsum esse arbitrarer. Cic.de_orat.1,71.Ich muss nämlich hier auf deine frühere Äußerung, Scaevola, zurückkommen. Warum sagtest du, du würdest, wenn du dich nicht auf meinem Gebiet befändest, meine Behauptung nicht ertragen haben, dass der Redner in jeder Art des Vortrages, in jedem Zweig menschlicher Bildung vollkommen sein müsse? Niemals fürwahr würde ich eine solche Behauptung ausgesprochen haben, wenn ich mich selbst für das Vorbild, das ich aufstellte, hielte.
Tum Crassus 'atqui vide' inquit 'in artificio perquam tenui et levi quanto plus adhibeatur diligentiae, quam in hac re, quam constat esse maximam: saepe enim soleo audire Roscium, cum ita dicat, se adhuc reperire discipulum, quem quidem probaret, potuisse neminem, non quo non essent quidam probabiles, sed quia, si aliquid modo esset viti, id ferre ipse non posset; nihil est enim tam insigne nec tam ad diuturnitatem memoriae stabile quam id, in quo aliquid offenderis. Cic.de_orat.1,129.Hierauf sagte Crassus: "Gleichwohl bedenke, um wie viel mehr Sorgfalt man in einer geringfügigen und leichtfertigen Kunst anwendet als in dieser, die anerkannt die wichtigste ist. Denn oft höre ich den Roscius sagen, er habe noch keinen Schüler finden können, der ihn befriedige, nicht als wenn nicht einige Beifall verdienten, sondern weil er selbst auch nicht den geringsten Fehler ertragen könne. Denn nichts fällt so in die Augen und haftet so fest im Gedächtnis wie das, was uns anstößig gewesen ist.
adversas vero ferre difficile esset sine eo, qui illas gravius etiam quam tu ferret. Cic.Lael.22.eSchwer würde es dir werden, das Unglück zu ertragen, wenn du niemanden hättest, der es noch schmerzlicher fühlte als du selbst.
Et saepe incidunt magnae res, ut discedendum sit ab amicis; quas qui impedire vult, quod desiderium non facile ferat, is et infirmus est mollisque natura et ob eam ipsam causam in amicitia parum iustus. Cic.Lael.75.cUnd oft treten wichtige Fälle ein, wo man sich von Freunden trennen muss. Wer nur diese Fälle zu entfernen zu, weil seine Sehnsucht den Verlust nicht ertragen kann, der zeigt ein schwaches und weichliches Gemüt und eben deshalb zu wenig rechtlichen Sinn gegen seinen Freund.
Est enim varius et multiplex usus amicitiae, multaeque causae suspicionum offensionumque dantur, quas tum evitare, tum elevare, tum ferre sapientis est; Cic.Lael.88.eDenn vielfach und mannigfaltig sind die Erfahrungen, die man in der Freundschaft macht; und zahlreich sind die Anlässe zu Argwohn und Kränkung. Diese teils zu vermeiden, teils zu mildern, teils zu ertragen ist Pflicht des Weisen.
Quarum rerum recordatio et memoria si una cum illo occidisset, desiderium coniunctissimi atque amantissimi viri ferre nullo modo possem. Cic.Lael.104.bWäre das Andenken und die Erinnerung an dies alles mit ihm zugleich erloschen, so würde ich wahrlich die Sehnsucht nach einem Mann, mit dem ich so innig verbunden war, nicht ertragen können.
primum enim te praesidio esse volui, si qui essent inimici, quorum crudelitas nondum esset nostra calamitate satiata; deinde congressus nostri lamentationem pertimui; digressum vero non tulissem, atque etiam id ipsum, quod tu scribis, metuebam, ne a me distrahi non posses. Cic.ad Q.fr.1,3,4,2Erstlich wünschte ich nämlich, du solltest zu meinem Schutz da sein, falls noch einige Feinde ihre gefühllose Rachgier durch mein Unglück nicht genug befriedigt fänden. Dann war mir zu bange vor dem Jammer, wenn wir persönlich zusammenträfen; das Scheiden aber hätte ich dann gar nicht ertragen können. Ja, ich fürchtete gerade das, was du schreibst, nämlich du könntest dich gar nicht von mir losreißen.
Ego tamen, quamdiu tibi opus erit, si quid periculi subeundum videbis, vivam; diutius in hac vita esse non possum; neque enim tantum virium habet ulla aut prudentia aut doctrina, ut tantum dolorem possit sustinere. Cic.ad Q.fr.1,3,5,5Ich will jedoch noch so lange mein Leben fristen, als es dir nutzen kann, wenn du dich irgend einer Gefahr ausgesetzt siehst. Länger halte ich dieses Leben nicht aus. Nein, einen solchen Schmerz zu ertragen gibt keine Klugheit, keine Weisheit Kraft genug.
Illud quidem nec faciendum est nec fieri potest, me diutius, quam aut tuum tempus aut firma spes postulabit, in tam misera tamque turpi vita commorari, ut, qui modo fratre fuerim, liberis, coniuge, copiis, genere ipso pecuniae beatissimus, dignitate, auctoritate, existimatione, gratia non inferior, quam qui umquam fuerunt amplissimi, is nunc in hac tam afflicta perditaque fortuna neque me neque meos lugere diutius possim. Cic.ad Q.fr.1,3,6,2Dazu kann und darf ich mich aber auf keinen Fall entschließen, ein so freudloses und ehrloses Dasein länger zu ertragen, als es deine Gefahr oder eine begründete Hoffnung gebieten. Nein, ich, der noch vor kurzem durch einen Bruder, durch Kinder, durch eine Gattin, durch Vermögen, ja selbst durch die Art, wie ich dazu gekommen bin, zu den Hochbeglückten gehörte, der in Würde, Ansehen, Achtung und Gunst nicht niedriger stand, als je die Ausgezeichnetsten – ich kann in diesem so hoffnungslosen Elend die Trauer um mich und die Meinigen nicht mehr länger aushalten.
illud, quia in Scaevola factum est, magis indignum videtur, hoc, quia fit a Chrysogono, non est ferendum. Cic.S.Rosc.34.bWeil jenes freilich an einem Scaevola geschah, scheint es mehr empörend; aber dies ist, weil es durch einen Chrysogonus geschieht, doch nicht zu ertragen.
non enim laborat de pecunia, non ullius rationem sui commodi ducit; facile egestatem suam se laturum putat, si hac indigna suspicione et ficto crimine liberatus sit. Cic.S.Rosc.128.eDenn nicht das Geld ist's, woran er leidet. Er denkt jetzt nicht an irgend einen eigenen Vorteil. Leicht glaubt er seine Armut ertragen zu können, wenn er von diesem unverdienten Verdacht und von dieser erdichteten Anschuldigung freigesprochen wird.
videant, ne turpe miserumque sit eos, qui equestrem splendorem pati non potuerunt, servi nequissimi dominationem ferre posse. Cic.S.Rosc.140.bsie mögen erwägen, ob es nicht entehrend und erbärmlich ist, dass diejenigen, die den Glanz des Ritterstandes nicht hinnehmen konnten, die Gewaltherrschaft des nichtswürdigsten Sklaven ertragen.
itaque earum rerum hic tenetur a sapiente delectus, ut aut reiciendis voluptatibus maiores alias consequatur aut perferendis doloribus asperiores repellat. Cic.fin.1,33,6In solchen Fällen nun trifft der Weise die Wahl, dass er entweder durch Verwerfung einiger Vergnügungen anderer größere erreicht oder durch Ertragen von Schmerzen empfindlichere zurückweist.
ut enim mortis metu omnis quietae vitae status perturbatur, et ut succumbere doloribus eosque humili animo inbecilloque ferre miserum est, ob eamque debilitatem animi multi parentes, multi amicos, non nulli patriam, plerique autem se ipsos penitus perdiderunt, sic robustus animus et excelsus omni est liber cura et angore, cum et mortem contemnit; Cic.fin.1,49,3Denn so, wie durch die Furcht vor dem Tod der ganze Zustand eines ruhigen Lebens getrübt wird, und so, wie den Schmerzen zu unterliegen und sie mit verzagtem und schwachem Gemüt zu ertragen kläglich ist und wegen dieser Schwäche des Gemüts viele ihre Eltern, viele ihre Freunde, einige ihr Vaterland, die meisten aber sich selbst gänzlich zu Grunde gerichtet haben: so ist ein starker und erhabener Geist frei von aller Sorge und Angst, indem er den Tod verachtet.
qua qui affecti sunt in eadem causa sunt, qua ante quam nati, et ad dolores ita paratus est, ut meminerit maximos morte finiri, parvos multa habere intervalla requietis, mediocrium nos esse dominos, ut, si tolerabiles sint, feramus, si minus, animo aequo e vita, cum ea non placeat, tamquam e theatro exeamus. Cic.fin.1,49,4Im Tod befindet sich ja der Mensch in gleicher Lage wie vor seiner Geburt, und gegen die Schmerzen ist er gerüstet durch den Gedanken, dass die größten durch den Tod ihr Ende finden, die kleinen viele Pausen der Ruhe haben, über die mittelmäßigen wir Meister sind, so dass, wenn sie erträglich sind, wir sie ertragen, andernfalls, mit Gleichmut aus dem Leben, wenn es nicht mehr gefällt, wie aus einem Theater heraustreten.
laboris atque operum non eadem patientia, minimeque sitim aestumque tolerare, frigora atque inediam caelo solove adsueverunt. Tac.Germ.4,3Für Mühsal und Arbeiten haben sie nicht in dem selben Maß Ausdauer, und am wenigsten ertragen sie Durst und Hitze. An Kälte und Hunger haben sie sich infolge Klima oder Boden gewöhnt.
Audaces mare qui currunt, hac mente laborem Hor.sat.1,1,30.Sie durch jegliches Meer hinschiffen, ertragen die Mühsal,
[5,10,1] Suscipit alia: "ego vero maritum articulari etiam morbo complicatum curvatumque ac per hoc rarissimo Venerem meam recolentem sustineo, plerumque detortos et duratos in lapidem digitos eius perfricans, fomentis olidis et pannis sordidis et foetidis cataplasmatibus manus tam delicatas istas adurens nec uxoris officiosam faciem sed medicae laboriosam personam sustinens. (Apul.met.5,10,1) Apul.met.5,10,1[5,10,1] Die andere fährt fort: "Ich muss einen Mann ertragen, der an der Gicht leidet, buckelig ist und so nur ganz selten mein Verlangen befriedigt. Meistens massiere ich seine verkrümmten und steinharten Finger und lege stinkende Wickel und schmutzige Lappen und ekelhafte Pflaster auf. Dabei verbrenne ich mir die zarten Finger und erscheine dabei nicht als seine gefällige Gattin, sondern als vielbeschäftigte Krankenschwester.
[5,10,2] Et tu quidem, soror, videris, quam patienti vel potius servili—dicam enim libere, quod sentio—haec perferas animo; enimvero ego nequeo sustinere ulterius tam beatam fortunam conlapsam indignae. (Apul.met.5,10,2) Apul.met.5,10,2[5,10,2] Und du, Schwester, dürftest sehen, wie geduldig,vielmehr wie unterwürfig—denn ich will Klartext reden—du dies erträgst; denn ich kann es nicht länger ertragen, dass ein solches Glück einer Unwürdigen zugefallen ist.
[31,6] Quis autem te deum, quis hominum patietur passim cupidines populis disseminantem, cum tuae domus amores amare coerceas et vitiorum muliebrium publicam praecludas officinam?" (Apul.met.5,31,6) Apul.met.5,31,6[31,6] Welcher Gott, welcher Mensch wird es hinfort ertragen, dass du überall Liebe verbreitest, wenn du dieselbe Liebe an deinem Sohn so bitter bestrafst? Wenn du den Mädchen die Öffentlichkeit verschließt?"
[Cic.off.1,67,4] Nam et ea, quae eximia plerisque et praeclara videntur, parva ducere eaque ratione stabili firmaque contemnere fortis animi magnique ducendum est, et ea, quae videntur acerba, quae multa et varia in hominum vita fortunaque versantur, ita ferre, ut nihil a statu naturae discedas, nihil a dignitate sapientis, robusti animi est magnaeque constantiae. Cic.off.1,67,4Denn wie es als männlich und großherzig gelten muss, was den meisten außerordentlich wertvoll erscheint, geringschätzen und infolge fester, unerschütterlicher Grundsätze verachten zu können, zeugt es ebenso von Stärke des Geistes und großer Festigkeit, die so zahlreichen und verschiedenen Widerwärtigkeiten des menschlichen Lebens und Schicksals so zu ertragen, dass man nichts von seiner natürlichen Fassung, nichts von der Würde des Weisen vergibt.
[Cic.off.1,69,3] in his et nobilissimi philosophi longeque principes et quidam homines severi et graves, nec populi nec principum mores ferre potuerunt vixeruntque non nulli in agris delectati re sua familiari. Cic.off.1,69,3Dazu zählen sehr berühmte und ausgezeichnete Philosophen, sowie mehrere Männer von strenger, ernster Denkweise, die weder das Getue des Volkes noch der Führungskräfte ertragen konnten und sich großenteils auf dem Land ihrer Güter erfreuten.
nam ut adversas res, sic secundas inmoderate ferre levitatis est; praeclaraque est aequabilitas in omni vita et idem semper vultus eademque frons, ut de Socrate itemque de C. Laelio accepimus. Cic.off.1,90,2Denn sowohl Unglück, als auch Glück nicht maßvoll zu ertragen, zeugt von Haltlosigkeit; dagegen ist Gleichmut in allen Lebenslagen etwas Treffliches, und die stets gleiche Miene und Stirn, wie es von Sokrates und Gaius Laelius erzählt wird.
(2) Quantum ad me attinet, laborabo, ut orationem meam ad modestiam principis moderationemque submittam, nec minus considerabo, quid aures eius pati possint, quam quid virtutibus debeatur. (Plin.paneg.3,2) Plin.paneg.3,2Was mich betrifft, so werde ich mich bemühen, meine Rede nach der Bescheidenheit und Mäßigung des Fürsten einzurichten, und dabei nicht weniger zu berücksichtigen, was sein Ohr ertragen kann, als was seinen Verdiensten gebührt.
igitur audito fine Augusti vernacula multitudo, nuper acto in urbe dilectu, lasciviae sueta, laborum intolerans, implere ceterorum rudes animos: venisse tempus, quo veterani maturam missionem, iuvenes largiora stipendia, cuncti modum miseriarum exposcerent saevitiamque centurionum ulciscerentur. Tac.ann.1,31,4.Auf die Nachricht nun vom Ende des Augustus lag die große von Rom gekommene Zahl der Soldaten - es hatte vor kurzem dort eine Aushebung gegeben – die an ein ausgelassenes Leben gewöhnt und unfähig war, Anstrengungen zu ertragen, der übrigen noch ungeschulten Menge in den Ohren: jetzt sei der Augenblick gekommen, wo die Veteranen zeitige Entlassung, die Jüngeren reichlichere Entlohnung, alle zusammen ein Ziel und Maß ihres Elends fordern und für die Misshandlungen der Centurionen Rache nehmen könnten.
Nihil intermissa navigatione hiberni maris Agrippina Corcyram insulam advehitur litora Calabriae contra sitam. illic paucos dies componendo animo insumit, violenta luctu et nescia tolerandi. Tac.ann.3,1,1.Ohne sich Rast zu gönnen auf der Fahrt durch die winterlich stürmische See, gelangt Agrippina zur Insel Korkyra, die gegenüber der Küste Kalabriens liegt. Dort verweilt sie wenige Tage, um sich wieder zu fassen, außer sich im Leid und unfähig, es zu ertragen.
nil opus vetustioribus exemplis, quotiens populus Romanus cladis exercituum, interitum ducum, funditus amissas nobilis familias constanter tulerit. principes mortalis, rem publicam aeternam esse. proin repeterent sollemnia et, quia ludorum Megalesium spectaculum suberat, etiam voluptates resumerent. Tac.ann.3,6,3.Man müsse nicht an älteren Beispielen zeigen, in wie vielen Fällen das römische Volk die Niederlage ihrer Heere, den Untergang von Führen, das gänzliche Aussterben edler Geschlechter standhaft ertragen habe. Fürsten seien sterblich, der Staat ewig. Sie sollten also zum gewohnten Lebensgang zurückkehren und – die megalensischen Spiele waren nämlich in der Nähe – sich auch wieder dem Frohsinn zuwenden.
non quidem sibi ignarum posse argui, quod tam recenti dolore subierit oculos senatus: vix propinquorum adloquia tolerari, vix diem aspici a plerisque lugentium. neque illos imbecillitatis damnandos: se tamen fortiora solacia e complexu rei publicae petivisse. miseratusque Augustae extremam senectam, rudem adhuc nepotum et vergentem aetatem suam, ut Germanici liberi, unica praesentium malorum levamenta, inducerentur, petivit. Tac.ann.4,8,3.Er wisse wohl, man könne es tadeln, dass er in so frischem Schmerz vor den Augen des Senats erscheine; die meisten Trauernden könnten kaum die Ansprache der Verwandten, kaum den Anblick des Tages ertragen und man dürfe sie deswegen nicht einmal der Schwäche beschuldigen. Er aber habe kräftigeren Trost im Schoße des Staates gesucht. Er beklagte das dem Ende nahe Greisenalter der Augusta, das (teilweise) noch unreife Alter seiner Enkel und sein zunehmendes Alter und verlangte, die Kinder des Germanicus herbeizuführen, seine einzige Erleichterung im gegenwärtigen Leid.
contra alii fatum quidem congruere rebus putant, sed non e vagis stellis, verum apud principia et nexus naturalium causarum; ac tamen electionem vitae nobis relinquunt, quam ubi elegeris, certum imminentium ordinem. neque mala vel bona, quae vulgus putet: multos, qui conflictari adversis videantur, beatos, at plerosque, quamquam magnas per opes miserrimos, si illi gravem fortunam constanter tolerent, hi prospera inconsulte utantur. Tac.ann.6,22,2.Andere dagegen glauben, eine Vorbestimmung stimme mit dem Gang der Dinge überein; aber der Schlüssel dazu liege nicht in planlos wandelnden Gestirnen, sondern in den ersten Anfängen und der weiteren Verkettung natürlicher Ursachen; dabei lassen sie dem Menschen noch eine freie Wahl des Lebenspfades; habe man diesen gewählt, so sei damit die Abfolge der anstehenden Entwicklungen festgelegt. Glück und Unglück sei aber nicht, was der Pöbel dafür halte. Viele seien, obwohl sie mit Missgeschick zu kämpfen scheinen, innerlich glücklich, und sehr viele trotz großen Besitzes höchst elend: jene, wenn sie ein schweres Geschick standhaft ertragen, diese, wenn sie vom Glück einen törichten Gebrauch machen.
ipsa rettuli verba, quia non, ut Senecae, vulgata erant, nec minus nosci decebat militaris viri sensus incomptos et validos. nihil in illa coniuratione gravius auribus Neronis accidisse constitit, qui, ut faciendis sceleribus promptus, ita audiendi, quae faceret, insolens erat. Tac.ann.15,67,3.Ich führe seine eigenen Worte an, weil sie nicht, wie die Senecas, allgemein bekannt waren, und die schmucklose und kräftige Stellungnahme aus dem Herzen des Kriegsmannes doch verdiente, ebenso bekannt zu werden. Es galt als gewiss, dass dies das Härteste war bei der ganzen Verschwörung, was Nero zu hören bekam, der, so leicht es ihn ankam, Verbrechen zu verüben, so wenig es ertragen konnte, von seinen Handlungen reden zu hören.
ea aetas tua, quae cupiditates adulescentiae iam effugerit, ea vita, in qua nihil praeteritum excusandum habeas. fortunam adhuc tantum adversam tulisti: secundae res acrioribus stimulis animos explorant, quia miseriae tolerantur, felicitate corrumpimur. Tac.hist.1,15,3.Du stehst in einem Alter, das schon über die Leidenschaften der Jugend hinaus ist; dein vergangenes Leben bedarf keiner Entschuldigung. Allein hast du bisher nur Missgeschick ertragen; ein günstiges Los stellt uns durch stärkere Reizmittel auf die Probe; denn Bedrängnis will nur ertragen sein, Glück verdirbt uns.
monere diutius neque temporis huius, et impletum est omne consilium, si te bene elegi. utilissimus idem ac brevissimus bonarum malarumque rerum dilectus est, cogitare, quid aut volueris sub alio principe aut nolueris; neque enim hic, ut gentibus, quae regnantur, certa dominorum domus et ceteri servi, sed imperaturus es hominibus, qui nec totam servitutem pati possunt nec totam libertatem.' et Galba quidem haec ac talia, tamquam principem faceret, ceteri tamquam cum facto loquebantur. Tac.hist.1,16,4.Dir längere Ermahnung zu geben, ist jetzt nicht die Zeit, und meine ganze Absicht ist erfüllt, wenn ich in dir eine gute Wahl getroffen habe. Das heilsamste und zugleich das kürzeste Mittel zu unterscheiden, was gut und böse sei, ist, zu bedenken, was du unter einem anderen Fürsten wünschen oder nicht wünschen würdest. Denn bei uns gibt es nicht wie bei Völkern unter Erbkönigen eine bestimmte Herrscherfamilie, sonst nur Sklaven; sondern du hast Menschen zu regieren, die weder völlige Knechtschaft ertragen können, noch aber auch die volle Freiheit." So und ähnlich sprach Galba, als ob er erst einen Fürsten erwähle, die anderen sprachen mit ihm, als sei er schon gewählt.
Inter omnes igitur hoc constat, nec doctos homines solum, sed etiam indoctos, virorum esse fortium et magnanimorum et patientium et humana vincentium toleranter dolorem pati; nec vero quisquam fuit, qui eum, qui ita pateretur, non laudandum putaret. Cic.Tusc.2,43,1Allgemein anerkannt ist es, von Ungebildeten wie von Gebildeten, dass es tapferen, hochherzigen, ausdauernden und über die menschlichen Zufälle erhabenen Männern geziemt, den Schmerz standhaft zu ertragen; und stets fand man auch den, der so duldete, lobenswert.
Quod ergo et postulatur a fortibus et laudatur, cum fit, id aut extimescere veniens aut non ferre praesens nonne turpe est? Cic.Tusc.2,43,2Das also, was man vom Tapferen fordert und, wenn es geschieht, lobt, zu fürchten, wenn es herankommt, oder nicht zu ertragen, wenn es da ist, ist das nicht schändlich?
"Tune, cum pueros Lacedaemone, adulescentes Olympiae, barbaros in harena videris excipientis gravissimas plagas et ferentis silentio, si te forte dolor aliquis pervellerit, exclamabis ut mulier, non constanter et sedate feres?" - Cic.Tusc.2,46,1"Du, wenn du Knaben zu Sparta, Jünglinge zu Olympia, Barbaren auf dem Kampfplatz die heftigsten Schläge empfangen und stillschweigend ertragen siehst, solltest du etwa, wenn nun irgendein Schmerz dich anrührt, wie ein Weib aufschreien, solltest ihn nicht standhaft und gelassen ertragen?" -
Audio. Pueri ferunt gloria ducti, ferunt pudore alii, multi metu, et tamen veremur, ut hoc, quod a tam multis et quod tot locis perferatur, natura patiatur? Cic.Tusc.2,46,3Ich verstehe! Die Knaben ertragen es aus Ruhmbegierde; andere ertragen es aus Scham, viele aus Furcht; und doch befürchten wir, die Natur halte nicht aus, was von so vielen an so manchen Orten ertragen wird?
Intellegit poeta prudens ferendi doloris consuetudinem esse non contemnendam magistram. Cic.Tusc.2,49,4Der weise Dichter erkenn, dass die Gewohnheit eine nicht zu verachtende Lehrmeisterin im Ertragen von Schmerzen ist.
nos, si pes condoluit, si dens, sed fac totum dolere corpus -, ferre non possumus. Cic.Tusc.2,52,4Wir, wenn uns ein Fuß wehtut, oder ein Zahn, mag meinetwegen der ganze Körper wehtun, wir können es nicht ertragen.
Opinio est enim quaedam effeminata ac levis - nec in dolore magis quam eadem in voluptate -, qua cum liquescimus fluimusque mollitia, apis aculeum sine clamore ferre non possumus. Cic.Tusc.2,52,5Uns beherrscht nämlich ein weibisches, eitles Vorurteil, in der Lust ebenso, wie im Schmerz; wenn dieses uns in Weichlichkeit dahinschmelzen und zerfließen lässt, können wir den Stachel einer Biene nicht ohne Geschrei ertragen.
Ita et tulit dolorem ut vir et ut homo maiorem ferre sine causa necessaria noluit. Cic.Tusc.2,53,4Er ertrug den Schmerz wie ein Mann; aber als Mensch wollte er ihn größer ohne Not nicht ertragen.
Ut enim fit in proelio, ut ignavus miles ac timidus, simul ac viderit hostem, abiecto scuto fugiat, quantum possit, ob eamque causam pereat non numquam etiam integro corpore, cum ei, qui steterit, nihil tale evenerit, sic, qui doloris speciem ferre non possunt, abiiciunt se atque ita adflicti et exanimati iacent; qui autem restiterunt, discedunt saepissime superiores. Cic.Tusc.2,54,1Denn wie in der Schlacht der träge und feige Soldat beim ersten Anblick des Feindes den Schild wegwirft und aus allen Kräften flieht und deswegen bisweilen unverletzt umkommt, während dem, der Stand hält, nichts dergleichen passiet, so wirft sich, wer den Anblick des Schmerzes nicht ertragen kann, selbt weg und liegt so mut- und kraftlos; wer aber dagegen hält, bleibt sehr oft Sieger.
Ad ferendum igitur dolorem placide atque sedate plurimum proficit toto pectore, ut dicitur, cogitare, quam id honestum sit. Cic.Tusc.2,58,5Um den Schmerz gelassen und gemäßigt zu ertragen, trägt also sehr viel bei, von ganzem Herzen, wie man sagt, zu überlegen, wie ehrenvoll dies ist.
Sumus enim natura, ut ante dixi (dicendum est enim saepius), studiosissimi adpetentissimique honestatis; cuius si quasi lumen aliquod aspeximus, nihil est, quod, ut eo potiamur, non parati simus et ferre et perpeti. Cic.Tusc.2,58,6Denn von Natur sind wir, wie schon bemerkt (denn man muss es öfter sagen), überaus um Ehre bemüht; haben wir erst einmal etwas von ihrem Glanz erblickt, sind wir, um ihn zu besitzen, bereit, alles zu ertragen und zu erdulden.
Quem cum Cleanthes condiscipulus rogaret, quaenam ratio eum de sententia deduxisset, respondit: "Quia, cum tantum operae philosophiae dedissem, si dolorem tamen ferre non possem, satis esset argumenti malum esse dolorem. Cic.Tusc.2,60,4Als ihn nun sein Mitschüler Kleanthes fragte, welcher Grund in denn von seiner Ansicht abgebracht habe, antwortete er: "Ich habe so viele Mühe auf die Philosophie verwandt, und kann den Schmerz doch nicht ertragen. Das ist Beweis genug, dass der Schmerz ein Übel ist.
Saepe enim multi, qui aut propter victoriae cupiditatem aut propter gloriae aut etiam, ut ius suum et libertatem tenerent, vulnera exceperunt fortiter et tulerunt, iidem omissa contentione dolorem morbi ferre non possunt; Cic.Tusc.2,65,2Denn viele schon, die aus Begierde nach Sieg, oder um des Ruhmes willen, oder auch um ihr Recht und ihre Freiheit zu behaupten, mutig Wunden empfingen und trugen, können trotzdem den Schmerz einer Krankheit ohne Anspannung nicht ertragen.
neque enim illum, quem facile tulerant, ratione aut sapientia tulerant, sed studio potius et gloria. Cic.Tusc.2,65,3Denn sie hatten den, den sie leicht ertrugen, nicht aus Gründen der Vernunft und Weisheit ertragen, sondern mehr mit anderer Zielsetzung und aus Ruhmsucht.
Graeci autem homines, non satis animosi, prudentes, ut est captus hominum, satis, hostem aspicere non possunt, eidem morbos toleranter atque humane ferunt. Cic.Tusc.2,65,5Die Griechen dagegen, nicht mutig genug, doch nach ihrem geistigen Vermögen hinreichend kluge Köpfe, können einem Feind nicht ins Auge sehen; aber Krankheiten ertragen sie mit Ausdauer und Maß.
Ut enim, si cui naviganti praedones insequantur, deus qui dixerit: "Eice te navi; praesto est, qui excipiat, vel delphinus, ut Arionem Methymnaeum, vel equi Pelopis illi Neptunii, qui per undas currus suspensos rapuisse dicuntur, excipient te et, quo velis, perferent", omnem omittat timorem, sic urgentibus asperis et odiosis doloribus, si tanti sint, ut ferendi non sint, quo sit confugiendum, tu vides. Cic.Tusc.2,67,1Denn wie ein von Seeräubern verfolgter Schiffer, wenn ihm ein Gott zuriefe: "Wirf dich aus dem Schiff! Einer ist da, der dich auffängt – ein Delphin, wie den Arion von Methymna, oder jene neptunischen Rosse des Pelops, die durch die Fluten den hoch erhabenen Wagen entrafften; sie werden dich auffangen und, wohin du willst, glücklich tragen", - wie der alle Furcht ablegen würde, so weißt auch du, wenn herbe und verhasste Schmerzen dich drücken und sie zu groß sind, sie zu ertragen, wohin du zu entfliehen hast!
utrumque enim consequitur, ut et considerandis rebus humanis proprio philosophiae fruatur officio et adversis casibus triplici consolatione sanetur, primum quod posse accidere diu cogitavit, quae cogitatio una maxime molestias omnis extenuat et diluit, deinde quod humana humane ferenda intellegit, postremo quod videt malum nullum esse nisi culpam, culpam autem nullam esse, cum id, quod ab homine non potuerit praestari, evenerit. Cic.Tusc.3,34,4Denn beides erreicht er, einmal genügt er dadurch, dass er das Menschliche in den Blick fasst, der eigentümlichen Pflicht der Philosophie; dann sieht er sich im Missgeschick durch dreifachen Trost geheilt: erstens dadurch, dass er länger bedacht hat, es könne passieren; ein Gedanke, der ganz besonders alle Beschwerden mindert und auflöst, zweitens dass er die Notwendigkeit erkennt, das Menschliche als Mensch zu ertragen; endlich dass er einsieht, es gebe kein Übel außer der Schuld; Schuld aber gebe es nur, wenn das eintrete, wofür der Mensch einstehen könne.
Non enim id solum continet ea disputatio, ut cognitionem adferat generis humani, sed significat tolerabilia esse, quae et tulerint et ferant ceteri. Cic.Tusc.3,57,2Denn nicht bloß das beinhaltet jener Vortrag, dass er das Menschliche erkennen lässt, sondern er deutet an, dass das erträglich sei, was auch die anderen ertragen haben und noch ertragen.
Nam et necessitas ferendae condicionis humanae quasi cum deo pugnare prohibet admonetque esse hominem, quae cogitatio magno opere luctum levat, et enumeratio exemplorum, non ut animum malivolorum oblectet, adfertur, sed ut ille, qui maeret, ferundum sibi id censeat, quod videat multos moderate et tranquille tulisse. Cic.Tusc.3,60,4Denn die Notwendigkeit, das menschliche Los zu ertragen, verbietet gleichsam, mit der Gottheit zu hadern, und erinnert, dass man Mensch ist; ein Gedanke, der die Trauer sehr lindert. Die Beispiele aber werden nicht deswegen vorgebracht, um den Übelwollenden zu ergötzen, sondern damit der Betrübte zur Einsicht kommt, auch er müsse ertragen können, was so mancher andere offensichtlich mit Mäßigung und Ruhe ertrug.
eaque omnia aut nimis tristia aut nimis laeta errore fieri, qui si error stultis extenuetur die, ut, cum res eadem maneat, aliter ferant inveterata aliter recentia, sapientis ne attingat quidem omnino? Cic.Tusc.4,39,2Und dass all jenes allzu Traurige oder zu Fröhliche durch Irrtum zustande kommt? ein Irrtum, der sich bei den Toren mit der Zeit abschwächt, so dass sie, während die Sache dieselbe bleibt, das Alte anders ertragen als das Neue, während er den Weisen nicht einmal berührt.
Aegre tulisse P. Rupilium fratris repulsam consulatus scriptum apud Fannium est; sed tamen transisse videtur modum, quippe qui ob eam causam a vita recesserit; moderatius igitur ferre debuit. Cic.Tusc.4,40,2Publius Rupilius habe sich über die Zurückweisung seines Bruders vom Konsulat bekümmert, steht bei Fannius geschrieben. Jedoch scheint er das Maß überschritten zu haben, da er sich deswegen dem Leben entzog. Also hätte er es gemäßigter ertragen sollen.
Quid, qui non modo ea futura timet, verum etiam fert sustinetque praesentia—adde eodem exilia luctus orbitates: qui rebus his fractus aegritudine eliditur, potest tandem esse non miserrimus? Cic.Tusc.5,16,1Und wie? Wenn man dies nicht nur für die Zukunft fürchtet, sondern es in der Gegenwart ertragen und dulden muss? Füge Verbannung, Betrübnis, Verlust der Kinder hinzu: wer hierdurch überwältigt von Kummer erdrückt wird, muss der nicht ganz unglücklich sein?
Nec vero illa sibi remedia comparavit ad tolerandum dolorem, firmitatem animi, turpitudinis verecundiam, exercitationem consuetudinemque patiendi, praecepta fortitudinis, duritiam virilem, sed una se dicit recordatione adquiescere praeteritarum voluptatium; - Cic.Tusc.5,74,1Und doch hat es sich zum Ertragen des Schmerzes kein Hilfsmittel erworben in Seelenstärke, in Scheu vor Schande, in Übung und Gewohnheit des Duldens, in Maximen der Tapferkeit, in männlich harter Ausdauer. Nein! Er versichert, sich allein mit der Erinnerung an die in der Vergangenheit genossene Lust zu begnügen; –
Quae barbaria India vastior aut agrestior? in ea tamen gente primum ei, qui sapientes habentur, nudi aetatem agunt et Caucasi nives hiemalemque vim perferunt sine dolore, cumque ad flammam se adplicaverunt, sine gemitu aduruntur. Cic.Tusc.5,77,4Welches Barbarenland ist wüster und wilder als in Indien? Und doch bringen zunächst diejenigen in diesem Volk, die für Weise gelten, ihr Leben nackt zu und ertragen ohne Schmerz den Schnee des Kaukasus und die winterliche Strenge, und lassen sich, wenn sie mit Feuer in Berührung kommen, ohne Seufzen ansengen.
De hominibus loquor; quid? bestiae non frigus, non famem, non montivagos atque silvestris cursus lustrationesque patiuntur? Cic.Tusc.5,79,1Von Menschen spreche ich. Wie aber Tiere? Ertragen sie nicht Kälte, nicht Hunger, nicht Wege über Berge und durch Wälder und Wanderzüge?
Omitto, quae perferant quaeque patiantur ambitiosi honoris causa, laudis studiosi gloriae gratia, amore incensi cupiditatis. Cic.Tusc.5,79,3Ich lasse aus, was Ehrgeizige um der Ehre willen ertragen und dulden, was Ruhmbegierige des Lobes und glühend Verliebte der Begierde wegen.
Quid tum? parumne multa de toleranda paupertate dicuntur? Cic.Tusc.5,107,2Was mehr? Wird nicht genug über das Ertragen der Armut gesprochen?
Ut enim vel summa paupertas tolerabilis sit, si liceat, quod quibusdam Graecis cotidie, sic caecitas ferri facile possit, si non desint subsidia valetudinum. Cic.Tusc.5,113,4Denn wie sogar die höchste Armut erträglicher sein dürfte, wenn erlaubt ist, was sich einige Griechen täglich erlauben, so könnte Blindheit leicht ertragen werden, wenn es nicht an gesundheitlicher Unterstützung fehlt.
Qui primum per se ipsi plerumque conficiunt hominem; sin forte longinquitate producti vehementius tamen torquent, quam ut causa sit cur ferantur, quid est tandem, di boni, quod laboremus? Cic.Tusc.5,117,4Diese reiben erstens gewöhnlich den Menschen allein schon auf; wenn sie aber etwa durch die Länge der Zeit so stark quälen, dass es keinen Grund mehr gibt, sie zu ertragen: Warum denn, ihr guten Götter, sollen wir uns abmühen?
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