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Beleg gesucht für: beim
Belege des Suchbegriffs aus ausgewählten Texten (vollständig: Caes.Gall., Cic.Arch., Cic.S.Rosc., Cic.Lael.)
Anzahl der Treffer: 100
Sed sceleris cogitatio incertum an repens: studia militum iam pridem spe successionis aut paratu facinoris adfectaverat, in itinere, in agmine, in stationibus vetustissimum quemque militum nomine vocans ac memoria Neroniani comitatus contubernalis appellando; alios agnoscere, quosdam requirere et pecunia aut gratia iuvare, inserendo saepius querelas et ambiguos de Galba sermones quaeque alia turbamenta vulgi. Tac.hist.1,23,1.Dass dem Otho der Gedanke des Frevels so plötzlich kam, ist nicht gewiss. Um die Gunst der Soldaten hatte er, in der Hoffnung auf die Thronfolge oder zur Anbahnung der Tat, schon länger gebuhlt, indem er auf der Reise, im Heerzug, im Feldlager alle älteren Soldaten beim Namen anrief und in Erinnerung an das Gefolge unter Nero Kameraden nannte; einige erkannte er wieder, nach anderen fragte er und half mit Geld und Gefälligkeit; oft auch ließ er Klagen und zweideutige Reden über Galba einfließen, und was es sonst für Verführungskünste beim gemeinen Mann gibt.
reperit esse vera: ipsum esse Dumnorigem, summa audacia, magna apud plebem propter liberalitatem gratia, cupidum rerum novarum. compluris annos portoria reliquaque omnia Haeduorum vectigalia parvo pretio redempta habere, propterea quod illo licente contra liceri audeat nemo Caes.Gall.1,18,3fand folgende Tatsachen bestätigt: gerade Dumnorix sei das Hindernis, ein höchst verwegener, wegen seiner Freigiebigkeit beim Volk sehr beliebter und zu Unruhen geneigter Mann. Derselbe habe die Zölle und alle übrigen Steuern der Häduer für eine Reihe von Jahren um ein geringes Pachtgeld in seinen Händen; denn wenn dieser biete, so wage niemand ein Gegengebot.
favere et cupere Helvetiis propter eam adfinitatem, odisse etiam suo nomine Caesarem et Romanos, quod eorum adventu potentia eius deminuta et Diviciacus frater in antiquum locum gratiae atque honoris sit restitutus. Caes.Gall.1,18,8Die Helvetier begünstige und liebe er wegen jener Schwägerschaft besonders, die Römer aber und Cäsar hasse er überdies aus persönlichen Rücksichten; denn beim Eindringen der Römer sei seine Übermacht geschwächt worden und sein Bruder Diviciacus wieder zum Genuss seines früheren Einflusses und Ansehens gelangt.
Caesar suas copias in proximum collem subducit, aciem instruit. Labienus, ut erat ei praeceptum a Caesare, ne proelium committeret, nisi ipsius copiae prope hostium castra visae essent, ut undique uno tempore in hostes impetus fieret, monte occupato nostros exspectabat proelioque abstinebat. Caes.Gall.1,22,3Cäsar führte seine Truppen auf den nächsten Hügel und stellte sie in Schlachtordnung. Labienus, der die Anhöhe wirklich besetzt hatte, wartete auf die Römer und ließ sich in keinen Kampf ein; denn Cäsar hatte ihm verboten, ein Treffen zu beginnen, wenn er nicht seine Truppen nahe beim feindlichen Lage erblickt hätte, damit auf einmal von allen Seiten ein Angriff die auf die Feinde geschehe.
dum ea conquiruntur et conferuntur, nocte intermissa circiter hominum milia sex eius pagi, qui Verbigenus appellatur, sive timore perterriti, ne armis traditis supplicio adficerentur, sive spe salutis inducti, quod in tanta multitudine dediticiorum suam fugam aut occultari aut omnino ignorari posse existimarent, prima nocte e castris Helvetiorum egressi ad Rhenum finesque Germanorum contenderunt. Caes.Gall.1,27,4Während man das alles zusammensuchte und zusammenschleppte, verließen mittlerweile etwa sechstausend Mann, die zum Stamm der Verbigener gehörten, beim Anbruch der Nacht das Lager der Helvetier und brachen gegen den Rhein und das germanische Gebiet auf. Dies taten sie entweder aus Furcht, nach der Auslieferung der Waffen von den Römern niedergehauen zu werden; oder die Hoffnung vollkommener Freiheit verleitete sie dazu, indem sie wähnen mochten, bei einer so großen Menge derer, die sich ergeben hatten, werde ihre Flucht entweder verborgen oder ganz unbemerkt bleiben.
nisi si quid in Caesare populoque Romano sit auxilii, omnibus Gallis idem esse faciendum, quod Helvetii fecerint, ut domo emigrent, aliud domicilium, alias sedes, remotas a Germanis, petant fortunamque, quaecumque accidat, experiantur. Caes.Gall.1,31,14Wenn sie bei Cäsar und beim römischen Volk keine Hilfe fänden, müssten alle Gallier das selbe tun, was die Helvetier getan hätten, nämlich ihre Heimat verlassen, ein anderes Heimatland, andere Wohnsitze, fern von den Germanen, suchen und sich, was auch immer passiere, auf ihr Glück verlassen.
hic locus ab hoste circiter passus sescentos, uti dictum est, aberat. eo circiter hominum numero sedecim milia expedita cum omni equitatu Ariovistus misit, quae copiae nostros terrerent et munitione prohiberent. Caes.Gall.1,49,3Dieser Punkt war, wie gesagt, etwa 600 Doppelschritte vom Feind enfernt. Ariovist schickte gegen sechzehntausend Leichtbewaffnete und die gesamte Reiterei dahin, um unsere Leute in Furcht zu setzen und beim Bau des Lagers zu stören.
ita sine ullo periculo tantam eorum multitudinem nostri interfecerunt, quantum fuit diei spatium, sub occasumque solis destiterunt seque in castra, ut erat imperatum, receperunt. Caes.Gall.2,11,6Auf diese Weise mordeten Cäsars Leute ohne alle Gefahr so viel Feinde, als ihnen die Dauer des Tages möglich machte; beim Untergang der Sonne gaben sie die Verfolgung auf und zogen sich, wie ihnen befohlen war, in ihr Lager zurück.
Eodem tempore equites nostri levisque armaturae pedites, qui cum iis una fuerant, quos primo hostium impetu pulsos dixeram, cum se in castra reciperent, adversis hostibus occurrebant ac rursus aliam in partem fugam petebant, Caes.Gall.2,24,1Zur selben Zeit stießen die römischen Reiter samt dem leichten Fußvolk, das, wie schon bemerkt, mit ihnen beim ersten Angriff der Feinde zurückgeschlagen worden war, bei ihrem Rückzug zu dem Lager schroff auf den Feind und nahmen aufs neue nach einer anderen Richtung die Flucht.
interim milites legionum duarum, quae in novissimo agmine praesidio impedimentis fuerant, proelio nuntiato cursu incitato in summo colle ab hostibus conspiciebantur, Caes.Gall.2,26,3Inzwischen hatten die Soldaten der zwei Legionen, die beim Nachzug das Gepäck deckten, Nachricht von der Schlacht erhalten, waren eiligst herangerückt und wurden von den Feinden auf der Höhe des Hügels gesichtet.
His nuntiis acceptis Galba, cum neque opus hibernorum munitionesque plene essent perfectae neque de frumento reliquoque commeatu satis esset provisum, quod deditione facta obsidibusque acceptis nihil de bello timendum existimaverat, consilio celeriter convocato sententias exquirere coepit. Caes.Gall.3,3,1Weil beim Eintreffen dieser Nachricht das Winterlager mit seinen Verschanzungen noch nicht ganz fertig und für Fruchtvorrat und andere Bedürfnisse nicht hinreichend gesorgt war (denn nach der Unterwerfung und der Stellung von Geiseln glaubte man, keine weiteren Feindseligkeiten befürchten zu müssen), berief Galba eilig einen Kriegsrat, um die Ansichten seiner Leute zu vernehmen.
Erant eiusmodi fere situs oppidorum, ut posita in extremis lingulis promunturiisque neque pedibus aditum haberent, cum ex alto se aestus incitavisset, quod bis accidit semper horarum duodenarum spatio, neque navibus, quod rursus minuente aestu naves in vadis adflictarentur. Caes.Gall.3,12,1Die festen Plätzen der Veneter lagen fast alle an den Spitzen von Landzungen und Vorgebirgen. Man konnte sie also auf der Landseite nicht angreifen, sobald von des hohen See aus die Flut eingetreten war, was alle zwölf Stunden der Fall ist. Weil ferner beim Eintritt der Ebbe die Schiffe auf den Untiefen Beschädigungen erlitten, war auch der Angriff auf der Seeseite nicht leicht möglich.
accedebat, ut, cum se vento dedissent, tempestatem ferrent facilius et in vadis consisterent tutius et ab aestu relictae nihil saxa et cotes timerent; quarum rerum omnium nostris navibus casus erant extimescendi. Caes.Gall.3,13,9Sobald aber der Wind tobte und sie in die hohe See strebten, hatten sie noch den weiteren Vorteil, den Sturm leichter ertragen, auf Untiefen mit mehr Sicherheit anhalten zu können und beim Verlaufen der Flut von Felsen und Riffen nichts befürchten zu müssen. Die römischen Fahrzeuge dagegen mussten mit jeder Art von Unfällen rechnen.
sed tantae multitudinis adventu perterriti ex iis aedificiis, quae trans flumen habuerant, demigraverunt et cis Rhenum dispositis praesidiis Germanos transire prohibebant. Caes.Gall.4,4,3Diese Menapier gerieten beim Andrang dieser großen Menschenmenge in Schrecken, zogen sich aus ihren Niederlassungen auf dem rechten Rheinufer über den Fluss zurück, besetzten das linke Rheinufer und suchten den Germanen den Übergang zu verwehren.
neque eorum moribus turpius quicquam aut inertius habetur quam ephippiis uti. Caes.Gall.4,2,4Sich beim Reiten des Sattels zu bedienen gilt in ihren Augen für die größte Schmach und Erbärmlichkeit.
His rebus constitutis Caesar ad portum Itium cum legionibus pervenit. Caes.Gall.5,5,1Nach diesen Maßregeln erschien Cäsar mit seinen Legionen beim Hafen Itius.
relinquebatur, ut neque longius ab agmine legionum discedi Caesar pateretur et tantum agris vastandis incendiisque faciendis hostibus noceretur, quantum in labore atque itinere legionarii milites efficere poterant. Caes.Gall.5,19,3Nun blieb nichts übrig, als dass Cäsars weiterhin kein zu großes Vom Zug der Legionen duldete und sich darauf beschränkte, durch Verheerung der Felder und durch Brandstiftung den Feinden so viel zu schaden, als seinen Leuten beim Mühe und Marsch möglich war.
nam et nostris militibus spem minuit et hostes ad pugnam alacriores effecit, quod non sine summo timore et desperatione id factum videbatur. Caes.Gall.5,33,5Den Römern nämlich sank dabei der Mut, während er beim Feind wuchs; denn man glaubte, dies sei nur aus der größten Furcht und Verzweiflung geschehen.
nam et nostris militibus spem minuit et hostes ad pugnam alacriores effecit, quod non sine summo timore et desperatione id factum videbatur. Caes.Gall.5,33,5Den Römern nämlich sank dabei der Mut, während er beim Feind wuchs; denn man glaubte, dies sei nur aus der größten Furcht und Verzweiflung geschehen.
erat unus intus Nervius nomine Vertico, loco natus honesto, qui a prima obsidione ad Ciceronem perfugerat suamque ei fidem praestiterat. Caes.Gall.5,45,2Im römischen Lager befand sich ein Nervier von guter Abkunft, namens Vertico, der sich beim ersten Sturm auf das Lager zu Cicero geflüchtet und ihm bisher Treue bewiesen hatte.
Caesar Fabium cum sua legione remittit in hiberna, ipse cum tribus legionibus circum Samarobrivam trinis hibernis hiemare constituit, et quod tanti motus Galliae exstiterant, totam hiemem ipse ad exercitum manere decrevit. Caes.Gall.5,53,3Cäsar beordete Fabius nun mit seiner Legion wieder in sein Standlager zurück, beschloss aber, selbst mit den anderen drei Legionen in der Umgebung von Samarobriva drei Winterlager zu beziehen und wegen der so gefährlichen Unruhen in Gallien den ganzen Winter beim Heer zu bleiben.
celeriter nostri clamore sublato pila in hostes immittunt. illi, ubi praeter spem, quos modo fugere credebant, infestis signis ad se ire viderunt, impetum ferre non potuerunt ac primo concursu in fugam coniecti proximas silvas petierunt. Caes.Gall.6,8,6Schnell erheben die Römer ein Geschrei und werfen ihre Speere auf den Feind. Als jetzt die Gallier wider alle Vermutung diejenigen in angreifender Haltung anrücken sahen, die sie eben noch für Flüchtige hielten, konnten sie ihren Ansturm nicht aushalten; sie wurden beim ersten Angriff in die Flucht geschlagen und zogen sie sich in die nächsten Wälder zurück.
qua necessitate adductus Diviciacus auxilii petendi causa Romam ad senatum profectus infecta re redierat. Caes.Gall.6,12,5Solches hatte den Diviciacus genötigt, sich nach Rom zu begeben (65 v.Chr.) und beim Senat Hilfe zu suchen; er musste aber unverrichteter Dinge zurückkehren.
barbari signa procul conspicati oppugnatione desistunt, redisse primo legiones credunt, quas longius discessisse ex captivis cognoverant; postea despecta paucitate ex omnibus partibus impetum faciunt. Caes.Gall.6,39,4Auf der anderen Seite ließen die Feinde beim Anblick der in der Ferne erscheinenden römischen Feldzeichen anfangs vom Stürmen ab, in der Meinung, die Legionen seien zurückgekommen, die nach der Aussage der Gefangenen weitergezogen waren (6,35); bald aber verachteten sie die geringe Anzahl Leute und griffen überall von neuem an.
producit servos, quos in pabulatione paucis ante diebus exceperat et fame vinculisque excruciaverat. Caes.Gall.7,20,9Nun traten Sklaven hervor, die er vor wenigen Tagen beim Futterholen aufgefangen und durch Hunger und Fesseln gepeinigt hatte.
denique ex omni eo numero, qui fuit circiter milium XL, VIX DCCC, qui primo clamore audito se ex oppido eiecerant, incolumes ad Vercingetorigem pervenerunt. Caes.Gall.7,28,5Kurz, von der ganzen Bevölkerung, die etwa 40 Tausend Köpfe zählte, blieben kam achthundert übrig, die beim ersten Geschrei aus der Stadt stürzten und unversehrt zu Vercingetorix gelangten.
quos ille multa iam nocte silentio sic ex fuga excepit, veritus ne qua in castris ex eorum concursu et misericordia vulgi seditio oriretur, ut procul in via dispositis familiaribus suis principibusque civitatum disparandos deducendosque ad suos curaret, quae cuique civitati pars castrorum ab initio obvenerat. Caes.Gall.7,28,6Dieser nahm die Fliehenden in später Nacht noch auf dem Weg in aller Stille in Empfang, damit nicht im Lager beim Zusammentreffen mit diesen Unglücklichen aus Teilnahme für sie Unruhen entstünden: Er hatte fern von seinem Lager an der Straße seine Getreuen und die Häuptlinge der einzelnen Völkerschaften aufgestellt, um die Ankommenden gleich voneinander zu trennen und zu den Ihrigen an denjenigen Ort des Lagers zu führen, der jedem Stamm gleich anfangs zugeteilt worden war.
Fabium discessu eorum duabus relictis portis obstruere ceteras pluteosque vallo addere et se in posterum diem similem ad casum parare. Caes.Gall.7,41,4Beim Weggang der Boten habe Fabius die Tore des Lagers bis auf zwei verrammeln und den Wall mit Brustwehren versehen lassen; denn er sei für den folgend Tag auf ähnliches gefasst.
Postero die Caesar contione advocata temeritatem militum cupiditatemque reprehendit, quod sibi ipsi iudicavissent, quo procedendum aut quid agendum videretur, neque signo recipiendi dato constitissent neque a tribunis militum legatisque retineri potuissent. Caes.Gall.7,52,1Tags darauf versammelte Cäsar seine Truppen und tadelte die Leichtfertigkeit und Unbeherrschtheit seiner Soldaten, dass sie für sich bestimmt hätten, wie weit man vorrücken und was man anfangen müsse, dass sie weder beim Zeichen zum Rückzug Halt gemacht noch sich von den Tribunen und Legaten hätten zurückhalten lassen.
Quibus rebus cognitis Caesar maturandum sibi censuit, si esset in perficiendis pontibus periclitandum, ut prius, quam essent maiores eo coactae copiae, dimicaret. Caes.Gall.7,56,1Bei der Nachricht davon glaubte Cäsar eilen zu müssen, um, wenn er allenfalls beim Bau einer Brücke ein Treffen wagen müsse, diesen Kampf zu bestehen, ehe sich in jener Gegend der Feind verstärke.
vadoque per equites invento pro rei necessitate opportuno, ut bracchia modo atque umeri ad sustinenda arma liberi ab aqua esse possent, disposito equitatu, qui vim fluminis refringeret, atque hostibus primo aspectu perturbatis, Caes.Gall.7,56,4Seine Reiter entdeckten eine für seine damalige Lage sehr willkommene Furt, an der die Soldaten beim Übergang wenigstens Schultern und Arme frei über dem Wasser hatten, um die Waffen nicht zu verlieren. Die Feinde waren beim ersten Anblick betroffen; überdies hatte er auch die Reiterei in den Strom gestellt, um so die Gewalt der Fluten zu brechen.
primo concursu ab dextro cornu, ubi septima legio constiterat, hostes pelluntur atque in fugam coniciuntur; Caes.Gall.7,62,3Der rechte Flügel, wo die siebte Legion stand, schlug den Feind beim ersten Angriff in die Flucht.
discedentibus mandat, ut suam quisque eorum civitatem adeat omnesque, qui per aetatem arma ferre possint, ad bellum cogant. Caes.Gall.7,71,2Beim Abzug befahl er diesen Reitern, jeder solle sich an seine Landsleute wenden und alle in waffenfähigem Alter zur Teilnahme am Krieg treiben.
His rebus perfectis regiones secutus quam potuit aequissimas pro loci natura XIIII milia passuum complexus pares eiusdem generis munitiones, diversas ab his, contra exteriorem hostem perfecit, ut ne magna quidem multitudine, si ita accidat equitatus discessu, munitionum praesidia circumfundi possent; Caes.Gall.7,74,1Nachdem man damit fertig war, wählte Cäsar das ebenste Terrain, so weit die ganze Örtlichkeit es erlaubte, vierzehn Meilen im Umfang, um dort Verschanzungen, die den bisher beschriebenen in jeder Beziehung gleichkamen, in entgegengesetzter Richtung gegen den äußeren Feind zu errichten. Der Zweck war zu verhindern, dass die Besatzung dieser Werke selbst von einer großen Truppenmenge beim etwaigen Anrücken eines Feindes umringt werden konnte.
binis cohortibus ad impedimenta tuenda relictis reliquum exercitum in copiosissimos agros Biturigum inducit, qui cum latos fines et complura oppida haberent, unius legionis hibernis non potuerant contineri quin bellum pararent coniurationesque facerent. Caes.Gall.8,2,2Zwei Kohorten blieben beim Gepäck, das übrige Heer führte er mitten in das überaus reiche Land der Biturigen; denn diese waren im Besitz eines ausgedehntem Gebietes und mehrerer Festungen und ließen sich durch eine einzige Legion, die bei ihnen lag, vom Krieg und der Empörung nicht abhalten.
ipse equites invicem Remorum ac Lingonum reliquarumque civitatum, quorum magnum numerum evocaverat, praesidio pabulationibus mittit, qui subitas hostium incursiones sustinerent. Caes.Gall.8,11,2Beim Futterholen zog er als Bedeckung abwechselnd die zahlreiche Reiterei der Remer, Lingonen und der übrigen verbündeten Stämme mit, um die plötzlichen Angriffe des Feindes abzuwehren.
inde cum saepe in insidiis equites peditesque disponerent, magna detrimenta Romanis in pabulationibus inferebant. Caes.Gall.8,16,4Von hier aus ließen sie häufig das Fußvolk und die Reiterei in den Hinterhalt ziehen und taten den Römern beim Futterholen großen Schaden.
cuius praeceptis ut res gereretur, Q. Atius Varus praefectus equitum, singularis et animi et prudentiae vir, suos hortatur agmenque hostium consecutus turmas partim idoneis locis disponit, partim equitum proelium committit. Caes.Gall.8,28,2Um nach dessen Befehlen zu handeln, ermunterte der Reiteroberst Quintus Atius Varus, ein sehr mutiger und kluger Mann, seine Leute und stellte, sobald man beim Feind angekommen war, einzelne Reiterscharen an passenden Punkten auf; mit den übrigen griff er an.
Qua ex fuga cum constaret Drappetem Senonem, qui, ut primum defecerat Gallia, collectis undique perditis hominibus, servis ad libertatem vocatis, exulibus omnium civitatum adscitis, receptis latronibus impedimenta et commeatus Romanorum interceperat, non amplius hominum duobus milibus ex fuga collectis provinciam petere unaque consilium cum eo Lucterium Cadurcum cepisse, quem superiore commentario prima defectione Galliae facere in provinciam voluisse impetum cognitum est, Caes.Gall.8,30,1Der Senone Drappes, der sogleich beim Abfall Galliens (vgl. 7,1) überall Gesindel sammelte, Sklaven zur Freiheit rief, Landesflüchtige aller Stämme an sich zog, Räuber aufnahm, den Römern Gepäck und Zufuhr abschnitt, hatte auch jetzt etwa 5000 Flüchtlinge gesammelt und wollte mit ihnen, wie man erfuhr, nach dem römischen Gallien. Verbunden mit ihm war der Cadurke Lucterius, der, wie im vorigen Buch (7,7) erzählt ist, gleich beim Anfang des Abfalls von Gallien einen Einfall in die Provinz hatte machen wollen.
nam Carnutes, qui saepe vexati numquam pacis fecerant mentionem, datis obsidibus veniunt in deditionem, ceteraeque civitates positae in ultimis Galliae finibus Oceanoque coniunctae, quae Aremoricae appellantur, auctoritate adductae Carnutum adventu Fabii legionumque imperata sine mora faciunt. Caes.Gall.8,31,4Denn die Carnuten, die, oft hart bedrängt, dennoch nie etwas vom Frieden hatten hören wollen, stellten Geiseln und unterwarfen sich. Ebenso ihn in den äußersten Gegenden Galliens am atlantischen Meer gelegenen armorischen Staaten, die nach dem Beispiel der Carnuten, beim Anrücken des Fabius und seiner Legionen ohne Verzug alle Befehle vollstreckten.
hi repentino malo perterriti diffugiunt ad sua praesidia; quae nostri ut viderunt, acrius contra armatos incitati neminem ex eo numero vivum capi patiuntur. profugit inde cum paucis Lucterius nec se recipit in castra. Caes.Gall.8,35,5Über das plötzliche Missgeschick bestürzt flohen diese gegen die Posten ihrer Bedeckung. Die Römer, die sich beim Anblick dieser Bewaffneten noch heftiger erregten, begnügten sich bei keinem aus der ganzen Zahl mit bloßer Gefangennahme. Lucterius entkam mit wenigen, ohne sich aber in das Lager zurückzubegeben.
Cum fama exercitus ad hostes esset perlata, calamitate ceterorum docti Carnutes desertis vicis oppidisque, quae tolerandae hiemis causa constitutis repente exiguis ad necessitatem aedificiis incolebant - nuper enim devicti complura oppida dimiserant -, dispersi profugiunt. Caes.Gall.8,5,1Beim Gerücht vom Heranrückenden des Heeres verließen die Carnuten, durch das Schicksal der übrigen bedenklich gemacht, ihre Ortschaften und Städte und flohen nach allen Seiten. Denn bei ihrer vorigen Besiegung hatten sie mehrere, feste Plätze verlassen müssen und jetzt wohnten sie in schwachen, notdürftigen Häusern, die man eiligst gegen die Kälte des Winters gebaut hatte.
Ipse hibernis peractis contra consuetudinem in Italiam quam maximis itineribus est profectus, ut municipia et colonias appellaret, quibus M. Antonii, quaestoris sui, commendaverat sacerdotii petitionem. Caes.Gall.8,50,1Beim Anbruch des Frühlings begab er sich in möglichster Eile gegen seine Gewohnheit nach Oberitalien, um die Municipien und Kolonien persönlich anzusprechen und ihnen die Bewerbung seines Quaestors Marcus Antonius um das Augurat zu empfehlen.
si causa peccandi in praesens minus suppetebat, nihilo minus insontis sicuti sontis circumvenire iugulare: scilicet ne per otium torpescerent manus aut animus, gratuito potius malus atque crudelis erat. Sall.Cat.16,3Gab es für den Augenblick keinen Anlass zu einem Verbrechen, belauerte und würgte er trotzdem Leute, die ihm nichts getan hatten, wie Gegner; natürlich handelte er, damit nicht beim Feiern Hand und Herz die Gelenkigkeit verlören, lieber ohne Bezahlung schlecht und unmenschlich.
ii magistratus, provincias aliaque omnia tenere; ipsi innoxii, florentes, sine metu aetatem agere ceterosque iudiciis terrere, quo plebem in magistratu placidius tractarent. Sall.Cat.39,2Diese hatte alle Ämter, Provinzen und alles andere allein in Besitz, führte unangreifbar ein glänzendes Leben ohne Furcht und schreckte die Gegner durch die Androhung gerichtlicher Verfolgung, um beim Regieren um so leichteres Spiel mit dem Volk zu haben.
ille eos in domum D. Bruti perducit, quod foro propinqua erat neque aliena consili propter Semproniam; nam tum Brutus ab Roma aberat. Sall.Cat.40,5Jener führte sie in das Haus des Decimus Brutus, weil es nahe beim Forum lag und wegen der Sempronia an der Verschwörung nicht unbeteiligt war; Brutus war nämlich damals von Rom abwesend.
nam laetabatur intellegens coniuratione patefacta civitatem periculis ereptam esse; porro autem anxius erat dubitans, in maxumo scelere tantis civibus deprehensis quid facto opus esset: poenam illorum sibi oneri, inpunitatem perdundae rei publicae fore credebat. Sall.Cat.46,2Denn er freute sich, weil ihm klar war, dass das Volk nach der Aufdeckung der Verschwörung aus der Gefahr gerettet war; andererseits aber war ihm bange, weil er sich im unklaren war, was zu tun sei, da so hochgestellte Bürger beim größten Verbrechen entdeckt worden waren. Er war überzeugt, dass ihre Bestrafung für ihn selbst zur Bürde würde, ihre Nichtbestrafung aber zum Untergang des Staates führe.
quae apud alios iracundia dicitur, ea in imperio superbia atque crudelitas appellatur. Sall.Cat.51,14Was man bei anderen Jähzorn nennt, das heißt beim Machthaber Frevel und Grausamkeit.
sin quia levius est, qui convenit in minore negotio legem timere, quom eam in maiore neglexeris? Sall.Cat.51,24Sagst du, weil es erträglicher ist, nun wie reimt sich das, beim kleineren Ding vor dem Gesetz Scheu zu hegen, nachdem man es bei dem größeren ganz unbeachtet gelassen hat?
ita illi, quibus Damasippi mors laetitiae fuerat, paulo post ipsi trahebantur, neque prius finis iugulandi fuit, quam Sulla omnis suos divitiis explevit. Sall.Cat.51,34So wurden jene, denen Damasippus' Tod eine Freude gewesen war, bald selbst beim Schopfe genommen; und nicht eher hörte das Schlachten auf, bis Sulla alle seine Anhänger in Reichtum gesättigt hatte.
sed, per deos inmortalis, vos ego appello, qui semper domos, villas, signa, tabulas vostras pluris quam rem publicam fecistis: si ista, quoiuscumque modi sunt, quae amplexamini, retinere, si voluptatibus vostris otium praebere voltis, expergiscimini aliquando et capessite rem publicam. Sall.Cat.52,5So rufe ich denn, bei den unsterblichen Göttern, euch auf, denen Häuser und Landgüter, Bildsäulen und Gemälde stets mehr wert waren als das Gemeinwesen: wollt ihr dies, mag sein, wie es will, was ihr ans Herz drückt, retten, wollt ihr euch Ungestörtheit zu euren Vergnügungen schaffen, so wacht endlich aus dem Schlaf auf und greift beim Staat mit an!
Num infitiari potes te illo ipso die meis praesidiis, mea diligentia circumclusum commovere te contra rem publicam non potuisse, cum tu discessu ceterorum nostra tamen, qui remansissemus, caede contentum te esse dicebas? Cic.Catil.1,7Kannst du es leugnen, dass du gerade an diesem Tag durch die von mir ausgestellten Wachen und durch meine Tätigkeit so umschlossen warst, dass du dich gegen den Staat nicht rühren konntest; damals, als du beim Weggang der übrigen äußertest, du seist zufrieden, wnn nur wir, die wir zurückgeblieben waren, gemordet werden?
nam quoad longissime potest mens mea respicere spatium praeteriti temporis et pueritiae memoriam recordari ultimam, inde usque repetens hunc video mihi principem et ad suscipiendam et ad ingrediendam rationem horum studiorum exstitisse. Cic.Arch.1.bDenn so weit immer ich auf den Zeitraum der Vergangenheit zurückzublicken und mich an meine früheste Kindheit zu erinnern vermag, so finde ich, wenn ich so weit zurückdenke, dass dieser Mann mein erster Führer bei der Wahl und beim Betreten dieses Bildungsganges gewesen ist.
census nostros requiris. scilicet; est enim obscurum proximis censoribus hunc cum clarissimo imperatore L. Lucullo apud exercitum fuisse, superioribus cum eodem quaestore fuisse in Asia, primis Iulio et Crasso nullam populi partem esse censam. Cic.Arch.11.aFreilich vermisst du unsere Schätzungslisten. Es ist ja auch unbekannt, dass Archias sich unter den letzten Zensoren mit dem hoch berühmten Lucius Lucullus beim Heer befand; dass er sich unter den Zensoren davor, mit eben demselben Lucullus, als er Quästor war, in Asien aufhielt und unter den noch früheren, Julius und Crassus, keine Abteilung des Volkes geschätzt wurde.
Sed, ut solebat C. Lucilius saepe dicere, homo tibi subiratus, mihi propter eam ipsam causam minus quam volebat familiaris, sed tamen et doctus et perurbanus, sic sentio neminem esse in oratorum numero habendum, qui non sit omnibus eis artibus, quae sunt libero dignae, perpolitus; quibus ipsis si in dicendo non utimur, tamen apparet atque exstat, utrum simus earum rudes an didicerimus: Cic.de_orat.1,72.Aber was Gaius Lucilius oft zu sagen pflegte, der dir ein wenig grollte und gerade deshalb mir weniger, als er es wünschte, befreundet, aber doch ein gelehrter und sehr fein gebildeter Mann war, dasselbe ist auch mein Urteil, dass nämlich niemand unter die Zahl der Redner gerechnet werden dürfe, der nicht in allen, eines freien Mannes würdigen Wissenschaften ausgebildet sei. Denn wenn wir von ihnen selbst auch beim Reden keinen Gebrauch machen, so ist es doch sichtbar und stellt sich heraus, ob wir derselben unkundig sind oder sie gelernt haben.
ut qui pila ludunt, non utuntur in ipsa lusione artificio proprio palaestrae, sed indicat ipse motus, didicerintne palaestram an nesciant, et qui aliquid fingunt, etsi tum pictura nihil utuntur, tamen, utrum sciant pingere an nesciant, non obscurum est; sic in orationibus hisce ipsis iudiciorum, contionum, senatus, etiam si proprie ceterae non adhibeantur artes, tamen facile declaratur, utrum is, qui dicat, tantum modo in hoc declamatorio sit opere iactatus an ad dicendum omnibus ingenuis artibus instructus accesserit.' Cic.de_orat.1,73.So wie zum Beispiel die Ballspieler beim Spiel selbst die der Ringschule eigentümliche Kunst nicht anwenden, aber schon ihre Bewegung anzeigt, ob sie die Ringkunst erlernt haben oder nicht kennen, und so wie die Bildhauer, wenn sie auch für den Augenblick von der Malerei gar keinen Gebrauch machen, doch nicht undeutlich zu erkennen geben, ob sie zu malen verstehen oder nicht, so offenbart es sich bei unseren Reden vor Gericht, in den Volksversammlungen und im Senat, auch wenn in ihnen andere Wissenschaften nicht ausdrücklich zur Anwendung kommen, doch leicht, ob der Redner sich nur in den gewöhnlichen Redeübungen herumgetummelt hat oder ob er mit allen edlen Wissenschaften ausgerüstet als Redner auftritt."
Ego enim, qui ab ineunte aetate incensus essem studio utriusque vestrum, Crassi vero etiam amore, cum ab eo nusquam discederem, verbum ex eo numquam elicere potui de vi ac ratione dicendi, cum et per me ipsum egissem et per Drusum saepe temptassem; quo in genere tu, Antoni, - vere loquar - numquam mihi percontanti aut quaerenti aliquid defuisti et persaepe me, quae soleres in dicendo observare, docuisti. Cic.de_orat.1,97.Denn ich, der ich von Jugend an euch beiden von ganzem Herzen zugetan war, ja zu Crassus die innigste Liebe hegte, konnte, obwohl ich nirgends von seiner Seite wich, ihm doch nie ein Wort über den kunstmäßigen Lehrgang der Beredsamkeit entlocken, sooft ich auch teils selbst ihm meinen Wunsch mitgeteilt, teils ihn durch den Drusus angegangen hatte. In dieser Hinsicht hast du, Antonius, ich will die Wahrheit sagen, nie meine Erkundigungen oder Fragen unbefriedigt gelassen, und sehr oft belehrtest du mich über die Beobachtungen, die du beim Reden zu machen pflegtest.
Est igitur oratori diligenter providendum, non uti eis satis faciat, quibus necesse est, sed ut eis admirabilis esse videatur, quibus libere liceat iudicare; ac, si quaeritis, plane quid sentiam enuntiabo apud homines familiarissimos, quod adhuc semper tacui et tacendum putavi: mihi etiam qui optime dicunt quique id facillime atque ornatissime facere possunt, tamen, nisi timide ad dicendum accedunt et in ordienda oratione perturbantur, paene impudentes videntur, tametsi id accidere non potest; Cic.de_orat.1,119.Der Redner muss daher sorgfältig darauf sehen, nicht dass er diejenigen befriedige, die er befriedigen muss, sondern dass er denen bewundernswürdig erscheine, denen ein freies Urteil zusteht. Und wollt ihr es wissen, so will ich vor vertrauten Freunden mit klaren Worten meine Ansicht aussprechen, die ich bis jetzt immer verschwiegen habe und zu verschweigen für gut hielt. Mir erscheinen selbst diejenigen, welche sehr gut reden und dieses mit großer Leichtigkeit und sehr geschmackvoll leisten können, dennoch beinahe unverschämt, wenn sie nicht mit Schüchternheit auftreten und beim Beginn der Rede Verlegenheit verraten.
ut enim quisque optime dicit, ita maxime dicendi difficultatem variosque eventus orationis exspectationemque hominum pertimescit; qui vero nihil potest dignum re, dignum nomine oratoris, dignum hominum auribus efficere atque edere, is mihi, etiam si commovetur in dicendo, tamen impudens videtur; non enim pudendo, sed non faciendo id, quod non decet, impudentiae nomen effugere debemus; Cic.de_orat.1,120.Doch kann dieser Fall eigentlich nicht eintreten; denn je tüchtiger einer im Reden ist, um so mehr befürchtet er die Schwierigkeit des Redens, den schwankenden Erfolg der Rede und die Erwartung der Menschen. Wer aber nichts zustande bringen und zu Tage fördern kann, was der Sache, was des Rednernamens, was der Aufmerksamkeit der Menschen würdig ist, den halte ich, wenn er sich auch beim Vortrag beunruhigt fühlt, dennoch für unverschämt. Denn nicht dadurch, dass man sich schämt, sondern dadurch, dass man das nicht tut, was nicht geziemend ist, müssen wir dem Vorwurf der Unverschämtheit entgehen.
Hic omnes adsensi significare inter sese et conloqui coeperunt; fuit enim mirificus quidam in Crasso pudor, qui tamen non modo non obesset eius orationi, sed etiam probitatis commendatione prodesset. Tum Antonius 'saepe, ut dicis,' inquit 'animadverti, Crasse, et te et ceteros summos oratores, quamquam tibi par mea sententia nemo umquam fuit, in dicendi exordio permoveri; Cic.de_orat.1,122.Hier drückten alle ihren Beifall aus, indem sie sich zunickten und miteinander redeten. Denn Crassus besaß eine wunderbare Schüchternheit, die jedoch seinem Vortrag nicht nachteilig, sondern vielmehr dadurch, dass sie seine innere Gediegenheit empfahl, vorteilhaft war. Hierauf sagte Antonius: "Oft habe ich, wie du sagst, die Bemerkung gemacht, Crassus, dass du und andere ausgezeichnete Redner, wiewohl dir meines Erachtens nie einer gleich kam, euch beim Beginn der Rede beunruhigt fühltet.
stultitia autem excusationem non habet, quia nemo videtur, aut quia crudus fuerit aut quod ita maluerit, stultus fuisse; quo etiam gravius iudicium in dicendo subimus: quotiens enim dicimus, totiens de nobis iudicatur, et, qui semel in gestu peccavit, non continuo existimatur nescire gestum, cuius autem in dicendo quid reprehensum est, aut aeterna in eo aut certe diuturna valet opinio tarditatis. Cic.de_orat.1,125.Dummheit findet aber keine Entschuldigung, weil man von niemandem annehmen kann, er habe sich dumm gezeigt, entweder weil er sich den Magen verdorben oder weil er es so gewollt habe. Einem um so strengeren Gericht sind wir daher beim Reden unterworfen. Denn sooft wir reden, sooft wird über uns gerichtet; und während wir von dem, der einmal im Gebärdenspiel gefehlt hat, nicht sofort urteilen, er verstehe vom Gebärdenspiel nichts, so steht der Redner, an dem man etwas Tadelnswertes fand, entweder für immer oder doch auf lange Zeit in dem Ruf des Stumpfsinnes.
Omnes enim, sive artis sunt loci sive ingeni cuiusdam ac prudentiae, qui modo insunt in ea re, de qua scribimus, anquirentibus nobis omnique acie ingeni contemplantibus ostendunt se et occurrunt; omnesque sententiae verbaque omnia, quae sunt cuiusque generis maxime inlustria, sub acumen stili subeant et succedant necesse est; tum ipsa conlocatio conformatioque verborum perficitur in scribendo, non poetico, sed quodam oratorio numero et modo. Cic.de_orat.1,151.Denn alle Beweisgründe, die nur irgend in dem von uns behandelten Gegenstand liegen, mögen sie durch Anleitung der Kunst oder durch die Geisteskraft und Einsicht des Redners gefunden werden, stellen sich uns beim Schreiben dar und fallen uns ein, wenn wir darüber nachforschen und mit aller Schärfe des Geistes nachdenken, und alle Gedanken und Worte, die den jedesmaligen Stoff am besten beleuchten, müssen notwendig in gehöriger Ordnung unter die Spitze des Griffels treten, und selbst die Stellung und Fügung der Worte vollendet sich beim Schreiben durch einen ebenmäßigen Wohllaut der Rede, nicht wie bei den Dichtern, sondern wie er sich für den Redner eignet.
Postea mihi placuit, eoque sum usus adulescens, ut summorum oratorum Graecas orationes explicarem, quibus lectis hoc adsequebar, ut, cum ea, quae legeram Graece, Latine redderem, non solum optimis verbis uterer et tamen usitatis, sed etiam exprimerem quaedam verba imitando, quae nova nostris essent, dum modo essent idonea. Cic.de_orat.1,155.Hierauf hielt ich es für zweckmäßig – und dieses Verfahren wandte ich in der reiferen Jugend an –, griechische Reden der größten Redner in freier Übersetzung wiederzugeben. Beim Lesen derselben hatte ich den Gewinn, dass, wenn ich das im Griechischen Gelesene lateinisch wiedergab, ich mich nicht allein der besten und doch gebräuchlichen Worte bedienen, sondern auch gewisse Worte durch Nachbildung ausdrücken konnte, die den Unsrigen neu erscheinen mochten, wenn sie nur passend waren.
tantumque abest, ut amicitiae propter indigentiam colantur, ut ii, qui opibus et copiis maximeque virtute, in qua plurimum est praesidii, minime alterius indigeant, liberalissimi sint et beneficentissimi. Cic.Lael.51.cund weit gefehlt, dass Freundschaften um der Hilfsbedürftigkeit willen gepflegt werden: gerade solche Menschen, die beim Besitz ihrer Macht und ihres Reichtums und besonders beim Besitz der Tugend, in der man ohnehin den meisten Schutz und die meiste Hilfe findet, anderer am wenigsten bedürfen, sind immer am freigebigsten und wohltätigsten;
Nam implicati ultro et citro vel usu diuturno vel etiam officiis repente in medio cursu amicitias exorta aliqua offensione disrumpimus. Cic.Lael.85.dDenn obwohl wir teils durch täglichen Umgang, teils auch durch Gefälligkeiten beidseits einander verbunden sind, zerreißen wir dann mit einem Mal beim kleinsten Anstoß mitten im Lauf das Band der Freundschaft.
Vos, qui hunc accusatis, omnis eius servos habetis; unus puer victus cotidiani administer ex tanta familia Sex. Roscio relictus non est. Cic.S.Rosc.77.bIhr, die ihr ihn anklagt, seid im Besitz all seiner Sklaven. Nicht ein einziger Bursche, der ihn beim täglichen Essen bedienen könnte, ist von einer so zahlreichen Dienerschaft dem Sextus Roscius übrig geblieben.
postulabant homines nobilissimi atque integerrimi nostrae civitatis quos iam antea nominavi; qui ita vixerunt talesque a populo Romano putantur, ut, quicquid dicerent, nemo esset, qui non aequum putaret. Cic.S.Rosc.119.dEs waren die angesehensten und würdigsten Männer unseres Vaterlandes, die ich bereits genannt habe, die es verlangten, Männer, die so gelebt haben und beim römischen Volk in solcher Achtung stehen, dass jedermann, was sie auch sagten, für billig hielt.
possessione et usu haud perinde adficiuntur: est videre apud illos argentea vasa, legatis et principibus eorum muneri data, non in alia vilitate, quam quae humo finguntur. quamquam proximi ob usum commerciorum aurum et argentum in pretio habent formasque quasdam nostrae pecuniae agnoscunt atque eligunt: interiores simplicius et antiquius permutatione mercium utuntur. Tac.Germ.5,4Auf seinen Besitz und Gebrauch legen sie keinen besonderen Wert. Man kann bei ihnen silberne Gefäße sehen, die ihre Gesandten und Fürsten zum Geschenk bekommen haben und nicht höher geachtet werden als die irdenen. Doch haben die uns Nächsten wegen des Handelsverkehrs Gold und Silber schätzen gelernt, erkennen einige Sorten unseres Geldes an und nehmen sie mit Vorliebe; die weiter innen haben einfacher und altertümlicher noch den Tauschhandel. Beim Geld loben sie das alte und lang bekannte, Serraten und Bigaten.
Auspicia sortesque, ut qui maxime, observant. sortium consuetudo simplex. virgam frugiferae arbori decisam in surculos amputant eosque notis quibusdam discretos super candidam vestem temere ac fortuito spargunt. Tac.Germ.10,1Auf Wahrzeichen und Losen achten sie so sehr als nur irgend ein Volk. Beim Losen halten sie es einfach. Von einem Fruchtbaum hauen sie einen Zweig ab, zerschneiden ihn in Reiser, unterscheiden diese durch gewisse Zeichen voneinander und streuen sie dann über ein weißes Tuch hin ohne Plan und nach bloßem Zufall.
nec interest: pari humanitate accipiuntur. notum ignotumque, quantum ad ius hospitis, nemo discernit. abeunti, si quid poposcerit, concedere moris; et poscendi in vicem eadem facilitas. gaudent muneribus, sed nec data imputant nec acceptis obligantur. victus inter hospites comis. Tac.Germ.21,3Und es macht dies nichts aus: mit gleicher Freundlichkeit werden sie aufgenommen. Zwischen Bekannten und Unbekannten macht, was das Gastrecht angeht, niemand einen Unterschied. Bittet sich einer beim Gehen etwas aus, ist es Sitte, es ihm zuzugestehen, und sich dagegen etwas auszubitten nimmt man ebenso leicht. Sie haben Freude an Geschenken, doch rechnen sie die gegebenen nicht an und fühlen sich durch die empfangenen nicht verpflichtet. Der Verkehr unter Gastfreunden ist freundlich.
Trans Suionas aliud mare, pigrum ac prope immotum, quo cingi claudique terrarum orbem hinc fides, quod extremus cadentis iam solis fulgor in ortus edurat adeo clarus, ut sidera hebetet; sonum insuper emergentis audiri formasque equorum et radios capitis aspici persuasio adicit. Tac.Germ.45,1Über die Suionen hinaus liegt ein anderes, träges und fast unbewegtes Meer. Dass dieses den Erdkreis umgürtet und abschließt, wird dadurch beglaubigt, dass der letzte Glanz der schon untergehenden Sonne bis zu ihrem Aufgang mit solcher Helle fortdauert, dass er die Sterne verdunkelt. Der Volksglaube fügt hinzu, man höre überdies einen Klang beim Auftauchen und erblicke Pferdegestalten und das Strahlenhaupt.
Sub galli cantum consultor ubi ostia pulsat; Hor.sat.1,1,10.Wenn beim Hahnengesang ratsuchend ein Frager am Tor pocht.
Ad mortem caesus, fugiens hic decidit acrem Hor.sat.1,2,42.Fast zu Tode gepeitscht; beim Fliehen fällt der in der Räuber
Regibus hic mos est, ubi equos mercantur: opertos Hor.sat.1,2,86.Großen besteht der Brauch beim Handel der Rosse, bedeckt sie
Ac pater ut gnati, sic nos debemus amici Hor.sat.1,3,43.Ja wie der Vater beim Sohn, so sollten auch wir, wo ein Fehltritt
Obtulerim tibi, Maecenas, ut forte legentem Hor.sat.1,3,64.Dir mich genannt, oh Maecenas!) dass etwa beim Lesen
Saepe tribus lectis videas cenare quaternos, Hor.sat.1,4,86.Oftmals siehst du je vier drei Polster beim Schmause besetzen,
Causa fuit pater his; qui macro pauper agello Hor.sat.1,6,71.Sei es dem Vater gedankt, der arm beim mageren Gütlein
2014.01.21 Circiter undecim milia captivorum iussu regiminis Syriaci crudeliter excarnificata et interfecta esse dicuntur. Quod demonstrant multa milia photographematum, quae officialis quidam photographus militaris custodiae, antequam ad oppositionem defecerit, depinxit et furtim e Syria evexit. Tres non mediocres iudices, qui etiam ad iudicium internationale Hagense munere functi erant, ea photographemata in argumentis ad iudiciarium usum aptis numeraverunt. 2014.01.21Etwa elftausend Gefangene sollen auf Geheiß der syrischen Regierung grausam gefoltert und getötet worden sein. Dies beweisen viele tausend Fotos, die ein offizieller Photograph der Militärpolizeit, bevor er zur Opposition überlief, geschossen und heinmlich aus Syrien geschmuggelt haben. Drei namhafte Richter, die auch schon beim Internationalen Gericht in Den Haag tätig waren, haben diese Fotos als gerichtstaugliche Beweismittel eingestuft.
2014.03.17 Nonaginta septem circiter centesimae Crimensium, ut Crimaea Russis insereretur, heri sententiam dixisse feruntur. Etiamnunc hodie Crimaeae moderatores rogationem, ut Crimaea recipiatur, ad Russicum parlamentum ferre in animis habent. Europaei et Americani plebiscitum illegale et illegitimum fuisse pariter asserere perseverant et se Russis sanctiones imposituros esse minitantur. Europaei consilium observatorum Organisationis Securitati Cooperationique in Europa favendis (OSZE) in loca Ucrainae tumultuosa mittendorum ineunt. lc20140317Ungefähr 95% der Einwohner der Krim sollen gestern für den Anschluss der Krim an Russland gestimmt haben. Noch heute will die Regierung der Krim beim russischen Parlament den Antrag auf Aufnahme stellen. Die Europäer und Amerikaner bestehen nach wie vor darauf, dass die Volksabstimmung gesetzwidrig und ohne Rechtsgrundlage war und drohen Russland mit Sanktionen.Die Europäer verfolgen den Plan, Bobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) zu den Unruheherden in der Ukraine zu entsenden.
2014.06.11 Operae ac labores in servando specuum quodam investigatore Stutgardiensi consumpti, exemplum internationalis cooperationis produnt. Qui investigator, cuius identitas ad personam eius protegendam non revelatur, in speluncam, quae in Alpibus Berchtesgadensibus sita "res immanis" nominatur, descendens saxis alte cadentibus graviter vulneratus ex altitudine milium circiter metrorum sua sponte evadere non iam valet. Medici aliique vindices periculi, paucissimi, quibus illic auxiliandi peritiam affectare liceat, ut eius salutem expedirent, ex Germania, Austria, Helvetia succurrerunt. 2014.06.11Die intensiven Bemühungen um die Rettung eines Stuttgarter Höhlenforschers geben ein Beispiel für internationale Kooperation. Dieser Forscher, dessen Identität aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht preisgegeben wird, wurde beim Abstieg in die Höhle in den Berchtesgadener Alpen, die "das Riesending" genannt wird, durch herabstürzende Felsbrocken schwer verwundet und kann aus einer Tiefe von ungefähr 1000 Metern aus eigener Kraft nicht mehr heraussteigen. Um seine Rettung zu bewerkstelligen, sind Ärzte und andere Hilfskräfte, die nur in sehr geringer Zahl Erfahrung bei derartigen Rettungsaktionen beanspruchen können, aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zu Hilfe geeilt.
2014.06.22 Miroslav Klose paucis minutis, postquam in ludum ingestus est, quominus Germani pedilusores a Ganensibus vincerentur, prohibuit. Hac meta, quam quindecimam in campionatibus mundanis icit, cumulum Lusitani Christiani Ronaldo exaequavit. Diem festum etiam defensor Per Mertesacker celebravit, qui hunc ludum centesimum in grege nationali contendit. Certamen anceps duo ad duo finitum est. Metas assecuti sunt Mario Götze (1:0), Andre Ayew (1:1), Asamoah Gyan (1:2), Miroslav Klose (2:2). Germani splendorem nominis maculis aspergentes sibi proximo ludo contra Americanos committendo remis ventisque obnitendum esse sciunt. 2014.06.22Miroslav Klose verhinderte wenige Minuten, nachdem er ins Spiel eingewechselt worden war, dass die deutschen Fußballspieler von den Ghanesen besiegt wurden. Mit diesem Tor, seinem fünfzehnten bei Weltmeisterschaften, stellte er den Rekord des Portugiesen Christiano Ronaldo ein. Ein Jubiläum feierte auch der Verteidiger Per Mertesacker, der sein hundertstes Spiel in der Nationalmannschaft bestritt. Das Match endete unentschieden 2.2. Die Tore erzielten Mario Götze (1:0), Andre Ayew (1:1), Asamoah Gyan (1:2), Miroslav Klose (2:2). Die Deutschen haben vom Glanz ihres Namens verloren und wissen, dass sie beim anstehenden Spiel gegen die Amerikaner mit allen Kräften kämpfen müssen.
2014.07.16 Quinque civitates liminares, quae sub nomine BRICS comprehenduntur (Brasilia, Russia, India, Sinae, Africa Australis) sextum summi gradus conventum Fortalezae in Brasilia habuerunt. Ut magis de suo vesperi viverent, institutum monetarium instituerunt er argentariam progressionem foventem, quae pauperibus terris in viis et pontibus aedificandis obsecundaret. Quibus duobus institutis cum Argentaria Mundana et cum Aerario Monetario Internationali (IWF) aemulandum est. 2014.07.16Die fünf Schwellenländer, die unter dem Namen BRICS zusammengefasst werden (Brasilein, Russland, Indien, China, Südafrika) hielten ihr sechstes Gipfeltreffen in Fortaleza in Brasilien. Um unabhängiger zu werden, gründeten sie eine Währungsbank und eine Entwicklungsbank, die arme Länder beim Bau von Straßen und Brücken unterstützen soll. Diese beiden Einrichtungen stehen im Wettbewerb mit der Weltbank und dem Internationalen Währungsfond (IWF).
2014.07.29 Quarto anno, postquam Muammar al-Gaddafi summa potestate privatus in deserta humatus est, Libyae dimicatione potestatis heredum et successorum dissolutio imminet. Copiae iustae imbecilliores sunt, quam ut catervas imperium inter se aemulantes, sicut "Al-Saika" vel "Alas Misratae" vel "Scutum Libyae" vel "Centrum Operationum Revolutionarum in Libyae" aliasve coercere valerent. Nunc ad aeroportum Tripolitanum receptaculum liquoris propulsorii plenum sub ictum datum incendio minime restinguendo flagrat. 2014.07.29Drei Jahre nachdem Muammar al-Gaddafi sein Macht verloren hat und in der Wüste begraben wurde, droht Libyen infolge des Machtkampfes seiner Erben und Nachfolger der Zerfall. Die regulären Truppen sind zu schwach, als dass sie die miteinander um die Herrschaft rivalisierenden Gruppen, wie "Al-Saika" oder die "Misrata Brigaden" oder "Libyens Schutzschild" oder das "Operationszentrum der Revolutionäre in Libyen" oder andere in den Griff bekommen könnten. Jetzt steht beim Flughafen von Tripolis ein Depot mit Treibstoff, das beschossen wurde, in Flammen, die sich so gut wie nicht löschen lassen.
2014.11.20 Io.d. Martis die duo Palaestinenses in extremo occidente urbis Hierosolymorum caedem fecerant. Telis ballistariis, sicis, securibus armati mane in synagogam quandam invaserant et quattuor Iudaeos comprecantes trucidaverant, antequam ipsi a custodibus strati sunt. Unus ex occisis e Britannia in Israeliam immigraverat, ceteri tres ex Unitis Americae Civitatibus. Iste impetus, cruentissimus ex dubos annis, quamvis sit crudelis, tamen non est singularis. Compararari potest a contraria parte is impetus, quem Baruch Goldstein ante viginti annos Hebrone exsecutus erat, cum undetriginta muslimos preces facientes occidens ipse occisus est. Palaestinenses id temporis indignantur de morte laophorarii, quem Lynchiano more necatum dicunt, de bello Gazetico, de agris publicatis, de domiciliis collocatis. 2014.11.20Am Dienstag hatten zwei Palästinenser am westlichen Rand von Jerusalem ein Blutbad angerichtet. Mit Schusswaffen, Messern und Beilen waren sie morgens in eine Synagoge eingedrungen und hatten vier Juden beim Gebet getötet, bevor sie selbst von Polizisten getötet wurden. Einer der Toten war aus Britannien nach Israel eingewandert, die anderen drei aus den Vereinigten Staaten. Obwohl dieser Anschlag, der blutigste seit zwei Jahren, grausam war, ist der dennoch nicht einzigartig. Verglichen werden kann auf der Gegenseite der Anschlag, den Baruch Goldstein vor zwanzig Jahren in Hebron ausgeführt hatte, als er 29 Muslime beim Gebet tötete und selbst getötet wurde. Die Palästinenser sind zur Zeit empört über den Tod eines Busfahrers, von dem sie behaupten, er sei gelyncht worden, über den Gaza-Krieg, über die Verstaatlichung von Land und über den Bau von Siedlungen.
[4,31,1] "Per ego te," inquit, "maternae caritatis foedera deprecor, per tuae sagittae dulcia vulnera, per flammae istius mellitas uredines, vindictam tuae parenti, sed plenam tribue et in pulchritudinem contumacem severiter vindica; idque unum et pro omnibus unicum volens effice: (Apul.met.4,31,1) Apul.met.4,31,1[4,31,1] "Bei deiner liebevollen Verbundenheit mit deiner Mutter flehe ich, bei den süßen Wunden deines Pfeiles, beim Süßen Brennen dieser Flamme, schaffe Genugtuung deiner Mutter, volle Genugtuung, und gehe streng gegen die freche Schönheit vor. Diesen einen und allereinzigen Wunsch erfülle mir von Herzen!
[5,7,2] Iamque nomine proprio sororem miseram ciebant, quoad sono penetrabili vocis ululabilis per prona delapso amens et trepida Psyche procurrit e domo et "quid," inquit, "vos miseris lamentationibus necquicquam effligitis? (Apul.met.5,7,2) Apul.met.5,7,2[5,7,2] Schon riefen sie ihre arme Schwester beim Namen, bis ihr durchdringendes Klagen den Felshang hinabdrang und Psyche außer sich und bebende aus ihrem Haus hevorlief und sagte: "Was bringt ihr euch mit elendem Jammern umsonst um?
[28,3] quod ille quidem montano scortatu, tu vero marino natatu secesseritis ac per hoc non voluptas ulla, non gratia, non lepos, sed incompta et agrestia et horrida cuncta sint, non nuptiae coniugales, non amicitiae sociales, non liberum caritates, sed enormis eluvies et squalentium foederum insuave fastidium. (Apul.met.5,28,3) Apul.met.5,28,3[28,3] Von ihm sage man, er verbuhle seine Zeit im Gebirge bei einer Beischläferin, und sie lebe in Herrlichkeit und in Freuden beim Ozean im Bad. Unterdessen gehe es auf Erden bunt zu. Lust, Witz und Grazie seien auf und davon. Alles sei wild, rauh, ungesittet. Man kenne keine Ehe, Freundschaft und kindliche Liebe mehr. Die abscheulichsten Ausschweifungen und die grässlichsten Laster herrschten überall.
[Cic.off.1,14,3] quam similitudinem natura ratioque ab oculis ad animum transferens multo etiam magis pulchritudinem, constantiam, ordinem in consiliis factisque conservandam putat cavetque ne quid indecore effeminateve faciat, tum in omnibus et opinionibus et factis ne quid libidinose aut faciat aut cogitet. Cic.off.1,14,3Auf ähnliche Art, wie beim Gesichtssinn, wirkt die Vernunft kraft ihrer Natur auch bei Gegenständen des inneren Sinnes, und noch viel mehr will sie Schönheit, Gleichförmigkeit, Ordnung bei Entschlüssen und Taten beobachtet wissen; sie fordert uns auf, uns vor jeder unanständigen und unmännlichen Handlung, vor jeder unstatthaften Willkür beim Denken und Tun zu hüten.
[Cic.off.1,36,5] Sed cum amore pugnandi in exercitu remansisset, Cato ad Popilium scripsit, ut, si eum patitur in exercitu remanere, secundo eum obliget militiae sacramento, quia priore amisso iure cum hostibus pugnare non poterat.]] Adeo summa erat observatio in bello movendo. Cic.off.1,36,5Als er aus Lust weiterzukämpfen, beim Heer zurückblieb, schrieb Cato an Popilius: er solle seinen Sohn, wenn er ihm zu bleiben gestatte, durch einen zweiten Fahneneid in Pflicht nehmen; da er aus seinem früheren Eid entlassen wäre, sei er nicht mehr befugt, mit dem Feind zu kämpfen. So genau beachtete man alles, wenn es darum ging, einen Krieg zu beginnen.
postquam provecta iam senectus aegro et corpore fatigabatur, aderatque finis et spes novae, pauci bona libertatis in cassum disserere, plures bellum pavescere, alii cupere. pars multo maxima inminentis dominos variis rumoribus differebant: Tac.ann.1,4,2.Als aber neben vorgerücktem Alter auch die Last eines kränkelnden Körpers ihn zu beugen begann und jetzt sein Ende nahte und neue Aussichten sich auftaten, da wurde hie und da noch - es blieb aber beim Wort - eine Stimme laut über die Segnungen der Freiheit . Zahlreicher waren die, denen es vor dem Krieg graute, den andere wünschten. Bei weitem die meisten aber trugen sich mit buntem Gerede hin und her über den künftig möglichen Herrn:
At Romae ruere in servitium consules, patres, eques. quanto quis inlustrior, tanto magis falsi ac festinantes, vultuque composito, ne laeti excessu principis neu tristiores primordio, lacrimas gaudium, questus adulationem miscebant. Tac.ann.1,7,1.Aber in Rom stürzten sich alle in die Knechtschaft: Konsuln, Senatoren Ritter. Je höher der Mann, desto heuchlerischer und drängender. Ja nicht froh beim Hinscheiden des Kaisers! Ja nicht allzu traurig beim Neuanfang! Mit einstudierter Miene wussten sie Tränen und Ausdruck der Freude, Klage und schmeichelnde Huldigung zu mischen.
causa praecipua ex formidine, ne Germanicus, in cuius manu tot legiones, immensa sociorum auxilia, mirus apud populum favor, habere imperium quam exspectare mallet. Tac.ann.1,7,6.Ein Hauptgrund war die Furcht, Germanicus, in dessen Hand so viele Legionen und zahllose Hilfsvölker von Bundesgenossen waren, und der beim Volk in ungemeiner Gunst stand, wolle die oberste Gewalt lieber haben als auf sie hoffen.
die funeris milites velut praesidio stetere, multum inridentibus qui ipsi vierant quique a parentibus acceperant diem illum crudi adhuc servitii et libertatis inprospere repetitae, cum occisus dictator Caesar aliis pessimum, aliis pulcherrimum facinus videretur: nunc senem principem, longa potentia, provisis etiam heredum in rem publicam opibus, auxilio scilicet militari tuendum, ut sepultura eius quieta foret. Tac.ann.1,8,6.Am Tag des Leichenbegängnisses standen wie zum Schutz Truppen da, zu vielem Gespött für diejenigen, die jenen Tag der noch blutig frischen Knechtschaft und der zu unglücklicher Stunde wieder versuchten Freiheit selbst erlebt oder durch ihre Väter davon gehört hatten, als die Ermordung des Dictators Caesar den einen als die verworfenste, den andern als die schönste Tat erschien. Jetzt müsse man beim altersgrauen Kaiser nach langjähriger Machtausübung, nachdem auch seine Erben mit allem reichlich versorgt seien, mit militärischer Macht absichern, dass seine Bestattung ruhig ablaufe.
enimvero militiam ipsam gravem, infructuosam: denis in diem assibus animam et corpus aestimari: hinc vestem arma tentoria, hinc saevitiam centurionum et vacationes munerum redimi. at hercule verbera et vulnera, duram hiemem, exercitas aestates, bellum atrox: aut sterilem pacem sempiterna. Tac.ann.1,17,4.Sei doch in Wahrheit der Dienst an sich schon schwer und undankbar. Auf zehn As pro Tag werde Seele und Leib veranschlagt. Damit müsse man Kleidung, Wasser und Zelt, damit den schonungslosen Hauptmann und jeweilige Befreiung vom (gewöhnlichen) Dienst erkaufen. Aber, beim Herkules, Schläge und Wunden, harte Winter und geplagte Sommer, schreckenvoller Krieg und im anderen Fall dürer Frieden, das gehe ewig fort.
Blaesus multa dicendi arte non per seditionem et turbas desideria militum ad Caesarem ferenda ait; neque veteres ab imperatoribus priscis neque ipsos a divo Augusto tam nova petivisse; et parum in tempore incipientis principis curas onerari. Tac.ann.1,19,2.Blaesus, der ein sehr gewandter Redner war, stellte Ihnen vor: Nicht auf dem Weg von Unruhen und Meuterei dürfe der Soldat sein Begehren vor den Caesar bringen. Was so unerhört sei, hätten weder die Alten von ihren Feldherren, noch sie selbst von dem göttlichen Augustus begehrt; auch sei es sehr zur Unzeit, dem Fürsten seine Sorgen so beim Beginn seiner Regierung zu erschweren.
commotis per haec mentibus et inter se suspectis, tironem a veterano, legionem a legione dissociant. tum redire paulatim amor obsequii: omittunt portas, signa unum in locum principio seditionis congregata suas in sedes referunt. Tac.ann.1,28,5.Das machte Eindruck. Die Leute wurden misstrauisch gegeneinander und es lässt sich der Neueingereihte vom Veteran, Legion von Legion trennen. Allmählich kehrt der Geist des Gehorsams zurück; sie räumen die Tore und bringen die Feldzeichen, die sie beim Beginn des Aufruhrs beisammen aufgestellt hatten, jedes wieder an seinen Platz.
certatum inde sententiis, cum alii opperiendos legatos atque interim comitate permulcendum militem censerent, alii fortioribus remediis agendum: nihil in vulgo modicum; terrere, ni paveant, ubi pertimuerint, inpune contemni: dum superstitio urgeat, adiciendos ex duce metus sublatis seditionis auctoribus. Tac.ann.1,29,3.Nun erhob sich ein Streit in den Ansichten: Einige rieten, die Rückkehr der Gesandten abzuwarten und mittlerweile durch Freundlichkeit die Soldaten zu gewinnen; andere, man müsse stärkere Mittel anwenden; beim großen Haufen gebe es keinen Mittelweg, er mache sich furchtbar, sobald er sich nicht fürchte, eingeschüchtert lasse er sich ungestraft verachten; solange noch der Aberglaube sie ängstige, müsse auch noch die Furcht vor dem Imperator hinzutreten, indem man die Anstifter des Aufruhrs hinwegschaffe.
quippe Drusi magna apud populum Romanum memoria, credebaturque, si rerum potitus foret, libertatem redditurus; unde in Germanicum favor et spes eadem. nam iuveni civile ingenium, mira comitas et diversa a Tiberii sermone, vultu, adrogantibus et obscuris. Tac.ann.1,33,2.Drusus stand nämlich in hohem Andenken beim römischen Volk, und man glaubte, er hätte, wenn er in den Besitz der höchsten Gewalt gelangt wäre, die freie Verfassung wieder hergestellt. Daher dieselbe Zuneigung auch zu Germanicus und die gleiche Erwartung von ihm; denn der junge Mann bewies bürgerlichen Sinn und eine ungemeine Freundlichkeit im Umgang, die gegen das Anmaßende und Versteckte in der Sprache und Miene des Tiberius sehr abstach.
utque mos vulgo quamvis falsis reum subdere, Munatium Plancum consulatu functum, principem legationis, auctorem senatus consulti incusant; et nocte concubia vexillum in domo Germanici situm flagitare occipiunt, concursuque ad ianuam facto moliuntur foris, extractum cubili Caesarem tradere vexillum intento mortis metu subigunt. Tac.ann.1,39,3.und wie es ist beim gemeinen Volk, dass es auch bei grundlosestem Verdacht einen Schuldigen haben will: Munatius Plancus, der ehemalige Konsul und Hauptpersonen bei der Gesandtschaft, musste der Urheber des Senatsbeschlusses sein. Tief in der Nacht kommen sie, verlangen ungestüm ihre im Haus des Germanicus aufbewahrte Fahne, stürmen gegen den Eingang, sprengen die Tür, schleppen den Caesar aus dem Schlafgemach und zwingen ihn unter Androhung des Todes zur Auslieferung der Fahne.
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