Instructis ordinibus processere
in aciem; Manlius dextro, Decius laevo cornu praeerat. Primo utrimque
aequis viribus, eodem ardore animorum gerebatur res; deinde ab laevo
cornu hastati Romani, non ferentes impressionem Latinorum, se ad
principes recepere. In hac trepidatione Decius consul M.Valerium
magna voce inclamat. "Deorum", inquit, "ope, M.Valeri,
opus est; agedum, pontifex populi Romani, praei verba, quibus me
pro legionibus devoveam!" Pontifex eum togam praetextam sume
re iussit et velato capite super telum subiectum pedibus stantem
sic dicere: "Iane, Iuppiter, Mars pater, Quirine, Bellona, Lares,
Divi Novensiles, Di Indigetes, Divi, quorum est potestas nostrorum
hostiumque, Dique Manes, vos precor, veneror, veniam peto feroque,
ut populo Romano vim victoriam prosperetis hostesque populi Romani
terrore formidine morteque adficiatis. Sicut verbis nuncupavi, ita
pro re publica populi Romani , exercitu, legionibus, auxiliis populi
Romani, legiones auxiliaque hostium mecum Deis Manibus Tellurique
devoveo." Haec ita precatus lictores ire ad T.Manlium iubet
matureque collegae se devotum pro exercitu nuntiare; ipse armatus
in equum insiluit ac se in medios hostes immisit sicut caelo missus
piaculum omnis deorum irae, qui pestem ab suis aversam in ho stes
ferret. Ita omnis terror pavorque cum illo latus signa primo Latinorum
turbavit, deinde in totam penitus aciem pervasit. Evidentissimum
id fuit, quod, quacumque equo invectus est, ibi haud secus quam
pestifero sidere icti pavebant; ubi vero corruit obrutus telis,
inde iam haud dubie consternatae cohortes Latinorum fugam ac vastitatem
late fecerunt. |
Nachdem die
Abteilungen aufgestellt waren, rückten sie vor zur Schlacht;
Manlius stand dem rechten, Decius dem linken Flügel vor. Zuerst
wurde auf beiden Seiten mit gleichen Kräften und mit derselben
Leidenschaft der Herzen gekämpft; sodann zogen sich die römischen
Speerträger vom linken Flügel, da sie den Angriff der
Latiner nicht ertrugen, in die zweite Schlachtlinie zurück.
In dieser Verwirrung rief der Konsul Decius den M.Valerius mit lauter
Stimme an: "M.Valerius", rief er, "die Hilfe der Götter ist
vonnöten; wohlan, Priester des römischen Volkes, sprich
die Worte vor, mit denen ich mich für die Legionen als Opfer
weihe(n kann)!" Der Priester hieß ihn, die verbrämte
Toga anzulegen (w. zu nehmen) und, indem er mit verhülltem
Haupt auf einem den Füßen unterlegten Geschoss stand,
so zu sprechen: "Ianus, Iuppiter, Vater Mars, Quirinus, Bellona,
Hausgötter, neu aufgenommene Götter, einheimische Götter,
Götter, denen Macht über unsere Leute und die Feinde ist,
und Götter der Verstorbenen, euch bete ich an, (euch) verehre
ich, (von euch) erbitte ich die Gunst und erweise (sie euch), dass
ihr dem römischen Volk Überlegenheit und Sieg verleiht
und die Feinde des römischen Volkes mit Schrecken, Furcht und
Tod erfüllt. Wie ich mit Worten feierlich angekündigt
habe, so weihe ich für den Staat des römischen Volkes,
für das Heer, die Legionen und die Hilfstruppen des römischen
Volkes die Legionen und Hilfstruppen der Feinde mit mir den Göttern
der Verstorbenen und der Mutter Erde." Nach diesem Gebet (w. nachdem
er dieses gebetet hatte) hieß er die Liktoren, zu T. Manlius
zu gehen und seinem Amtskollegen rechtzeitig zu melden, dass er
für das Heer als Opfer geweiht sei. Er selbst sprang bewaffnet
auf sein Pferd und rückte mitten unter die Feinde vor wie vom
Himmel geschickt als Sühnopfer für allen Zorn der Götter,
der (das) Unheil von den Seinen abgewandt zum Feind bringen soll.
So verwirrte aller Schrecken und alle Furcht, die mit jenem gebracht
worden waren, zuerst die vorderste Schlachtlinie der Latiner, drang
sodann tief in das gesamte Heer ein. Es war dies sehr offensichtlich,
weil sie, wo nur immer er auf seinem Pferd einherritt, dort, wie
(w. nicht anders als) von einem unheilvollen Gestirn getroffen,
in Angst waren. Sobald er aber, von Geschossen überhäuft,
zusammengebrochen war, machten sich ohne Zweifel die entsetzten
Kohorten der Latiner auf die Flucht und hinterließen weithin
Öde. |