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tib103_lewin.document.writeln("<p align='center'>Aus der Ferne")
tib103_lewin.document.writeln("<p align='left'>Ohne mich, hin durch's &Auml;g&auml;ische Meer wirst du schiffen, Messala,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;O, dann gedenke auch mein, du und die M&auml;nner mit dir!<br>Krankheit h&auml;lt mich hier fest am fremden Ph&auml;aken-Gestade:<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Greif, dich bitte ich, Tod, gieriger Hand nicht nach mir!<br>Tod, halt ein, o h&ouml;re mein Flehn: kann die Mutter doch nimmer<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Hier voll Trauer im Scho&szlig; bergen des Sohnes Gebein,<br>Duftende Wasser die Schwester nicht hier auf die Asche mir tr&auml;ufeln,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Noch im flatternden Haar weinend am Grabe mir stehn;<br>Fern von hier auch Delia weilt, die die himmlischen G&ouml;tter,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Eh' ich in Rom von ihr schied, alle erst sorglich befragt.<br>Dreimal hatte sie Lose gew&auml;hlt, die ein Knabe ihr brachte,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Der mit gutem Bescheid auch zur&uuml;ck sie gebracht:<br>Heimkehr sei mir sicher verg&ouml;nnt, doch sie zagte noch immer,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Und mit tr&auml;nendem Blick sah sie dem Scheidenden nach.<br>Trostvoll sprach ich ihr zu, als zuletzt schon alles beschlossen,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;W&auml;hrend ich selber, erregt, Gr&uuml;nde zum Bleiben mir schuf:<br>Bald dass V&ouml;gel, und bald, dass bedrohliche Zeichen mich warnten,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Oder der Tag des Saturn fern mich hielt von der Fahrt.<br>O, wie sagt' ich mir oft, als die Reise begonnen, dass Unheil<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Sicher mir sei, da am Tor pl&ouml;tzlich der Fu&szlig; mir versagt!<br>Wage doch keiner, von dannen zu ziehn, wenn es Amor nicht billigt,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Oder er wisse, ihn trifft, trotzt er dem Gotte, sein Zorn.<br>Delia, sag, wie hilft mir wohl jetzt die so teuer dir, Jsis,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Die du so oft beim Schall eherner Klappern verehrt,<br>Oder dein br&uuml;nstiges Beten zu ihr, und die l&auml;uternden B&auml;der,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Und dass z&uuml;chtig dein Pf&uuml;hl, - wei&szlig; ich's doch selber, - verblieb?<br>Jetzt, o G&ouml;ttin, zu Hilfe mir komm, denn zu helfen vermagst du,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Und manch Bild es bezeugt, das in Tempeln dir prangt!<br>Sitzend am Tore mag Delia dort ihr frommes Gel&ouml;bnis<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Treulich erf&uuml;llen, das Haupt tief in Linnen geh&uuml;llt,<br>Zweimal mag sie des Tages, die Haare gel&ouml;st, dir lobsingen,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Prangend vor allen im Schwarm, den &Auml;gypten entsandt.<br>Ich jedoch m&ouml;chte daheim die Penaten verehren, mit Weihrauch<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Jeglichen Monat dem Lar, wie's geziemend ist, nahn.<br>")
tib103_lewin.document.writeln("O, wie lebten zur Zeit des Saturn gl&uuml;ckselig die Menschen,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Eh' noch weit durch die Welt Stra&szlig;en und Wege gebahnt!<br>Damals trotzte kein Schiff den Gefahren der schimmernden Fluten,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Und mit st&uuml;rmendem Wind f&uuml;llte kein Segel sich an,<br>Weit in die Ferne zog nicht, um Sch&auml;tze zu sammeln, der Seemann,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Waren aus fremden Gebiet brachte sein Schiff nicht zur&uuml;ck;<br>Damals litt noch der m&auml;chtige Stier kein Joch auf dem Nacken,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Nicht, vom Z&uuml;gel bez&auml;hmt, sch&auml;umte das Ross ins Gebiss,<br>T&uuml;ren kein Haus noch verschlossen, und nirgends war in den Feldern<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Hochaufragend ein Stein, teilend die &Auml;cker, zu sehn.<br>Da floss Honig aus Eichen, und willig aus strotzenden Eutern<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Labten die Schafe mit Milch Menschen, nichts wissend von Not,<br>Hader und Streit und Krieg gab es nicht, noch fanden sich Schmiede,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Die mit der grausigen Kunst, Schwerter zu schmieden, vertraut.<br>Jetzt, da Jupiter herrscht, fehlt's nimmer an blutigen K&auml;mpfen,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Immer, zu Wasser und Land, droht uns pl&ouml;tzlicher Tod.<br>Rette mich, Vater, nicht Schuld mich bedr&uuml;ckt ob gebrochener Schw&uuml;re,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Und nie braucht' ich ein Wort, das euch G&ouml;tter verletzt!<br>Will es das Los, dass hier schon so fr&uuml;h mein Leben sich schlie&szlig;e,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;So mag melden der Stein, der im Grabe mich deckt:<br>&quot;Hier ruht, zeitig entrafft vom traurigen Tode, Tibullus,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Der zu Wasser und Land treulich Messala gefolgt.&quot;<br>Dann hinweg nach Elysiums Aun f&uuml;hrt Venus mich selber,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Weil ich Amors Gebot immer getreulich befolgt.<br>Dort wogt's ewig von Reigen und Sang, hin huschen die V&ouml;glein,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Und mit schmelzendem Laut dringt aus der Kehle ihr Lied;<br>W&uuml;rzige Kr&auml;uter entsprie&szlig;en dem nimmer beackerten Boden,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Und mit Rosen voll Duft prangen in F&uuml;lle die Aun:<br>Knaben, mit reizenden M&auml;dchen gepaart, im Spiel sich ergehen,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;W&auml;hrend zu Kampf und Gefecht Amor immer bereit.<br>Hier nun weilen die Liebenden all, die vom Tode bezwungen,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Und gar reizend ihr Haar Myrtengezweige umflicht.<br>Aber in ewiges Dunkel geh&uuml;llt ist der Frevler Behausung,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Tief-verborgen vom Lauf schw&auml;rzlicher Fl&uuml;sse umwogt.<br>Rings von Nattern umwunden das Haupt, Tisiphone w&uuml;tet,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Und in Eile dahin stiebt der Verworfenen Schar.<br>")
tib103_lewin.document.writeln("Dort am ehernen Tor h&auml;lt Cerberus Wache: von Schlangen<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Starrt ihm das Haupt, und dem Schlund w&uuml;tendes Zischen entf&auml;hrt.<br>Dort auch leidet Ixion auf rastlos rollendem Rade,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Der mit frechem Gel&uuml;st Juno selber versucht;<br>Tityos' Leib neun Hufen bedeckt: seine schw&auml;rzliche Leber<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;W&auml;hlen sich immer aufs neu gierige Geier zum Fra&szlig;.<br>Dort, von Wasser umgeben, steht Tantalus: aber das Wasser<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Immer entweicht und nie netzt es des D&uuml;rstenden Mund;<br>Stets in ein Fass, das durchl&ouml;chert, das Wasser der Lethe dort tragen<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Danaos' T&ouml;chter, die schwer Venus' Gebote verletzt:<br>Dort nun weile, wer sch&auml;ndlich versucht meine Teure, und jener,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Der wohl w&uuml;nschte, der Krieg hielte mich lange entfernt!<br>Dich jedoch bitt' ich, bleib rein, und die alte, besorgliche Mutter,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Achtend auf heilige Zucht, sitze best&auml;ndig bei dir;<br>M&auml;rchen beim Scheine der Lampe erz&auml;hle sie dir, und vom Rocken,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Dicht mit Wolle besteckt, spinne sie F&auml;den herab,<br>W&auml;hrend den M&auml;dchen, die lange am Werke geschaffen, die H&auml;nde<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Langsam sinken, und Schlaf leise die M&uuml;den beschleicht.<br>M&ouml;cht' ich dann pl&ouml;tzlich erscheinen, und keiner mein Kommen verk&uuml;nden,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Stehn dann m&ouml;cht' ich vor dir, wie vom Himmel gesandt!<br>Du jedoch, ohne Besinnen, im wallenden Haar, und den Blicken<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Zeigend die F&uuml;&szlig;e, entbl&ouml;&szlig;t, Delia, fliegst auf mich zu!<br>Dies ist mein Wunsch; solch festlichen Tag mir beschere Aurora,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Nahend im Rossegespann, reich mit Rosen geschm&uuml;ckt!<br>")
tib103_lewin.document.writeln("<p align='right'><a href='../../lit/Arbeitsblatt_1_518.php#TibullusLewinsohn1922' target='_blank'>Paul Lewinsohn</a><br>")
tib103_lewin.document.writeln("<p align='left'><input type=submit value='Fenster schlie&szlig;en' onclick='window.close();'>")
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