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- Kontraktion
der e - Stämme
- Die Verba vocalia, deren Wortstock auf ε
ausgeht, kontrahieren in allen Formen des Präsensstammes
dieses ε mit
dem folgenden Themavokal
- Merkregel:
| unkontrahiert |
kontrahiert |
| ε
+ ε —> |
ει |
| ε
+ ο —> |
ου |
sonst verschwindet
ε (im Nu). |
- Im Optativ Aktiv verwenden die verba contracta im
Singular in der Regel das Moduskennzeichen -ιη-
statt -ι-
(Die Nebenformen mit -ι-
sind in der Grammatiktabelle wiedergegeben). Dies
ergibt veränderte Ausgänge:
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Ausgänge |
Formen |
| 1. Sgl. |
-οιμι
—> -οίην |
ποιοῖμι
—> ποιοίη-ν |
| 2. Sgl. |
οις
—> -οίης |
ποιοῖς
—> ποιοίη-ς |
| 3. Sgl. |
οι
—> -οίη |
ποιοῖ
—> ποιοίη
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- Als unkontrahierte Form des Infinitivs ist nicht ποιέ-ειν,
sondern ποιέ-εν
zu denken.
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Zum Satzbau (Syntax):
- Kasuslehre:
- οὐ σοὶ
φθονῶ - ich beneide dich nicht
- Bei φθονῶ steht wie bei anderen intransitiven
Verben der Dativ
des entfernteren Objekts (εὔχομαι L.24;
ὀνειδίζω L.34)
- ὠφελῶ τοὺς πένητας - ich
nütze (helfe) den Armen; ich fördere (unterstütze)
die Armen.
ἀδικῶ τοὺς ἀνθρώπους - ich tue den Menschen Unrecht
- Der Akk.
des äußeren Objekts steht bei Verben
des Nützens
und Schadens
.
Sie sind also abweichend von ihrer deutschen Bedeuung
im Griechischen transitiv. So auch βλάπτω (L.11),
κακῶς λέγω (L.11;
L26).
- οἱ πένητες ὠφελοῦνται - man nützt (hilft) den
Armen; die Armen werden gefördert (unterstützt).
οἱ ἄνθρωποι ἀδικοῦνται - den Menschen wird Unrecht getan
(man tut den Menschen Unrecht)
- Nur transitive Verben
bilden im Griechischen und im Deutschen ein persönliches
Passiv (ich, du...), intransitive Verben
bilden ein unpersönliches Passiv (es, man).
- τοῦ δεξιοῦ κέρως ἡγεῖσθαι
- den rechten Flügel führen
- Der Genitivus obiectivus
steht nach Ausdrücken
der Machtausübung. Vgl. L.15,
L.17,
L.44,
L.46.
- Modi im Hauptsatz:
- εὐτυχοίης καὶ μὴ νοσοίης -
du mögest glücklich und nicht krank sein!
(Ach dass du... bist; hoffentlich bist du...!)
- Der erfüllbar gedachte Wunsch steht mit Optativ
(ohne ἄν!) [cupitivus].
Die Negation ist μή. (L.36;
L.43)
- Modi im Nebensatz:
- Indirekte Frage:
- ἀποροῦμεν,
τί ποιῶμεν - wir wissen nicht, was wir tun sollen
- τί ποιῶμεν ist eine indirekte dubitative
(deliberative)
Frage. Vgl. L.30,
- συνεβουλεύετο,
πῶς ἂν τὴν μάχην ἄριστα ποιοῖτο - er beriet sich,
wie er die Schlacht wohl am besten gestalten könne
- πῶς ἂν ποιοῖτο ist eine indirekte potentiale
Frage. Vgl. L.36,
L.37,
L.42,
L.43
- πῶς ποιοῖτο wäre (ohne ἂν!) eine indirekte
dubitative
(deliberative)
Frage mit Optativus
obliquus nach Nebentampus: "wie er
die Schlacht gestalten solle". Vgl. L.43
- Finalsatz
- Im Finalsatz
heißt (ἵνα) μή - damit nicht.
Aber nach Ausdrücken der Furcht heißt
μή - dass, μὴ
οὐ - dass nicht. Das Prädikat steht
im Konjunktiv oder im Optativus
obliquus.
- μὴ φθόνει, μὴ κακὸς
δοκῇς - sei nicht neidisch, damit
du nicht schlecht erscheinst.
Aber:
- φοβοῦμαι, μὴ ἀδικῇς
- ich fürchte, dass
du Unrecht tust.
- φοβοῦμαι, μὴ οὐ μάχηται
- ich fürchte, dass
er nicht kämpft.
- ἐφοβεῖτο, μὴ οὐ μάχοιτο
- er fürchtete, dass
er nicht kämpf(t)e.
- Konditionalsatz
- als Iterativus der Gegenwart
(vgl. L.31,
L.36,
L.41):
- μὴ μέγα φρονεῖτε, ἐὰν εὐτυχῆτε - prahlt nicht
(nie), wenn (sooft) ihr glücklich seid.
- als Futuralis (Vgl. L.16,
L.24, L.31,
L.32, L.36,
L.41;):
- ἐὰν ὑμεῖς ἡγῆσθε, νικήσομεν - wenn ihr führt,
werden wir siegen.
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