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Kulturentstehung
Zentrale Begriffe aus dem Bereich der griechischen Sprache und Geistesgeschichte

Kulturentstehung und Kulturentwicklung
 

Das Gedankenmodell eines linearen Kulturverfalls (Deszendenz) ist früh und beispielhaft bei Hesiod in der Ablösung der Weltzeitalter ausgeformt worden. Insbesondere im Zuge der griechischen Aufklärung (Sophistik) wurde das Vertrauen in die Physis des Menschen, seinen Erfindungsreichtum und die Möglichkeiten der Erziehung zur Arete gestärkt. Der Mensch ist in der Lage, seine zivilisatorische und kulturelle Umwelt zum Besseren hin zu verändern. Das Modell eine linearen Höherentwicklung von Kultur (Aszendenz) gewinnt an Bedeutung. Dabei können durch die Thematisierung der Hybris die grundsätzlichen Beschränkungen betont werden (Gestalt des Prometheus; 1. Stasimon der sophokleischen Antigone), aber auch utopische Ausformungen entstehen. Sobald sich der Fortschritt zum Selbstzweck verselbständigt und sich sogar gegen den Menschen und seinen Anspruch auf Glück richtet, taucht spätestens im Hellenismus die Sehnsucht nach der naturbelassenen Idylle auf (Bukolik, Euboikos des Dion Chrysostomos). 

  1. Hes.erg.42-201: Die Weltzeitalter (Beispiel der Deszendenztheorie)
  2. Aischyl.Prom.442-468 nach unten; Aischyl.Prom.476-506
  3. Soph.Ant.332-375 (1. Stasimon): Der Mensch ist zu allem fähig. Doch den Tod kann er nicht überwinden. Sein Erfolg ist an die Einhaltung der νόμοι χθονός und der ἔνορκος δίκα, gebunden. Sie sind das Kriterium dafür, ob er zum ὑψίπολις oder zum ἄπολις wird.
  4. Eur.Suppl.201-213
  5. Plat.Prot.320c: Der Mythos von Prometheus
  6. Diodorus Siculus 1,8,1-1,9,1: Der Text verarbeitet Gedanken des 5. Jh. v. Chr. Die Zuweisungen zu Demokrit sind wahrscheinlich, aber nicht gesichert.
  7. Kritias VS88B25,1-15 
  8. Plat.Nom.678e-679e: Die edle Einfalt und sittliche Überlegenheit des unverbildeten Menschen im Naturzustand
  9. Hippokr.VM 3
  10. Isokr.Paneg.32-42 Athens Kulturleistung im Rahmen einer allgemeinen Kulturentwicklung
  11. Moschion fr.6N
  12. Dion Chrys.7,1-152: Die Idylle des wirtschaftlich und moralisch autarken Lebens auf dem Lande. 
Aischyl.Prom.442-468; Aischyl.Prom.476-506
"Übrigens beschäftigt das Problem des Wissens Aischylos auch in der Kulturentstehungslehre, die er im »Prometheus« vortragen lässt. Hier war nicht ein Feuerdieb am Werk, sondern einer, der den Menschen auch viele Künste, Zahlen und Schrift, das Bewusstsein gegeben hat. Anfangs nämlich »blickten sie wohl, doch erblickten sie nichts, hörten, doch vernahmen nichts, sondern ließen, wie es im Traum geschieht, alles wirr durcheinander flimmern und das ganze Leben lang«. Sie waren in jeder Hinsicht hinter den Tieren zurück gewesen, bis Prometheus in ihnen »blinde Hoffnungen« begründete, so dass sie nicht mehr gebannt auf den Tod starrten. Es ist die älteste Kulturentstehungslehre, die wir kennen. Nur von gegenseitigem Respekt und Gerechtigkeit war keine Rede. Vielleicht sollten die in den verlorenen Teilen der Promethie von Zeus gewährt werden." (Chr.Meyer, 387)
   

 

Sententiae excerptae:
w41
1661 Audax Iapeti genus | ignem fraude mala gentibus intulit.
  Tollkühn trug des Iapetus | Sohn durch argen Betrug Feuer den Völkern zu.
  Hor.c.1,3,27f.
Literatur:

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