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Einsicht - γνώμη, ξύνεσις
Zentrale Begriffe aus dem Bereich der griechischen Sprache und Geistesgeschichte

Einsicht - γνώμη, ξύνεσις

Textstellen:

  1. Die überlegene Einsicht der Athener: Thuk.2,62,4f.
γνώμη bei Thukydides (Rengakos 45f. mit weiterführender Literatur in Anm. 114)
 

»Gnome ist ein schwieriger und vieldeutiger thukydideischer Grundbegriff; er besteht aus zwei Komponenten: aus der erkenntnismäßigen und einer willensmäßigen. Wenn der Eindruck mehr auf der einen liegt, dann bedeutet das Wort allgemein "Erkenntnis", aufgeteilt "nach den drei Seiten des Vermögens, Vollzuges und Ergebnisses (als Vermögen bedeutet sie praktisches Urteil, als Vollzug Berechnung, als Ergebnis Plan, Aussicht)" (Patzer, 45f.). Wenn der Nachdruck mehr oder weniger auf die andere Seite gelegt wird, so bedeutet sie den Willen, die Absicht, den Entschluss, die Initiative oder sogar den Mehrheitsbeschluss einer Versammlung. Doch immer, egal wo der Akzent zu setzen ist, bleibt dem Wort die andere Komponente erhalten. Der Gegenstandsbereich der "Einsicht" ist auf das beschränkt, was sich in eine Handlung umsetzen lässt.«

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ξύνεσις bei Thukydides (Rengakos 46f. mit weiterführender Literatur in Anm. 116f.)
 

»Xynesis bedeutet die naturgegebene, im Menschen vorhandene, gesamte Geisteskraft, das angeborene Verständnis, die Intelligenz in ihrer höchsten Leistung und Ausprägung. Von dieser Eigenschaft spricht der Historiker nur in anerkennendem Sinn; sie ist das Besitztum fast nur von Einzelpersönlichkeiten, und zwar solchen, die von Thukydides im allgemeinen positiv dargestellt werden: Themistokles wird dreimal xynetós genannt (Thuk.1,74,1; Thuk.1,138,2; Thuk.1,138,3). Auch Archidamos besitzt diese Eigenschaft (Thuk.1,79,2), ferner Theseus (Thuk.2,15,2), Brasidas (Thuk.4,81,2), die Peisistratiden (Thuk.6,54,5), Hermokrates (Thuk.6,72,2), Phrynichos (Thuk.8,27,5), und die Vierhundert (Thuk.8,68,4). Besonders auffällig ist, dass diese höchste geistige Eigenschaft mit ethischen Begriffen (Arete und Sophrosyne; Thuk.1,79,2; Thuk.4,81,2; Thuk.6,54,5) verbunden wird und dass sie unter den Politikern der nachperikleischen Epoche nach der Darstellung des Thukydides kein einziger Athener besitzt; die xynesis scheint in Athen mit Perikles ausgestorben zu sein. «

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Sententiae excerptae:
w30
1813 Felix, quicumque dolore | alterius discit posse cavere suo.
  Glücklich jeder, der durch den Schmerz eines anderen lernt, sich vor eigenem Schmerz zu bewahren.
  Tib.3,6,43f.
499 Gravis animi poena est, quem post facti paenitet.
  Schwer straft die Einsicht den, der nachher erst bereut.
  Publil.Syr.G3
1686 Heu heu! quid volui misero mihi?
  Weh mir, ach! Was hab' ich getan, ich Verlorener!
  Verg.ecl.2,58
608 Libido, non iudicium est, quod levitas sapit.
  Des Leichtsinns Einsicht ist Belieben, nicht Bedacht.
  Publil.Syr.L9
1750 Nunc scio, quid sit Amor.
  Kenn' ich doch Amor nunmehr!
  Verg.ecl.8,43
1826 Quod quisque perperam didicit, in senectute confiteri non vult.
  Keiner möchte, was er verkehrt gelernt hat, im Alter eingestehen.
  Petron.4,4
Literatur:

1 Funde
2110  Lebek, W.D.
Tacitus und das Jahr 19 n.Chr.: Neue Einsichten durch neue Funde
in: Neukamp: Dialog XXV München 1991
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