Nostri consocii (Google, Affilinet) crustulis memorialibus utuntur. Concedis, si legere pergis.
 
 
 

Klassen- und Kursarbeiten aus dem Griechischunterricht

 

Textstelle Jahrgang Schule Lehrer
Herodot 3. 39 12 http://www.thg-lu.de mailto:webmasters.at.gottwein.dot.de
Vorausgehende Lektüre: a) Schlussteil von Solon und Kroisos [Hdt.  I 32 f.], b) Soph.Ant. 1 Stasimon [Soph.Ant.332-375]

 

Arbeitstext:

Kontext: Polykrates erfüllt nach gängiger Auffassung alle Kriterien für menschliches Glück. Sein Freund Amasis ist anderer Ansicht und erteilt ihm in einem Brief Ratschläge

 

(1) Πολυκράτης ἔσχε πᾶσαν Σάμον τύραννος· ἔχων δὲ ξεινίην  Ἀμάσι, τῷ Αἰγύπτου βασιλέι, συνεθήκατο πέμπων τε δῶρα καὶ δεκόμενος ἄλλα παρ' ἐκείνου. (2) ἐν χρόνῳ δὲ ὀλίγῳ αὐτίκα τοῦ Πολυκράτεος τὰ πρήγματα ηὔξετο καὶ ἦν βεβωμένα ἀνά τε τὴν Ἰωνίην καὶ τὴν ἄλλην Ἑλλάδα· ὅκου γὰρ ἰθύσειε στρατεύεσθαι, πάντα οἱ ἐχώρεε εὐτυχέως. (3) καί κως τὸν Ἄμασιν εὐτυχέων μεγάλως ὁ Πολυκράτης οὐκ ἐλάνθανε, ἀλλά οἱ τοῦτ' ἦν ἐπιμελές. (4) πολλῷ δὲ ἔτι πλεῦνός οἱ εὐτυχίης γινομένης γράψας ἐς βιβλίον τάδε ἐπέστειλε ἐς Σάμον.  (5) "Ἄμασις Πολυκράτεϊ ὧδε λέγει. ἡδὺ μὲν πυνθάνεσθαι ἄνδρα φίλον καὶ ξεῖνον εὖ πρήσσοντα· (6) ἐμοὶ δὲ αἱ σαὶ μεγάλαι εὐτυχίαι οὐκ ἀρέσκουσι, τὸ θεῖον ἐπισταμένῳ, ὡς ἔστι φθονερόν· (7) καί κως βούλομαι καὶ αὐτὸς καὶ, τῶν ἂν κήδωμαι, τὸ μέν τι εὐτυχέειν τῶν πρηγμάτων, τὸ δὲ προσπταίειν, καὶ οὕτω διαφέρειν τὸν αἰῶνα ἐναλλὰξ πρήσσων ἢ εὐτυχέειν τὰ πάντα. (8) οὐδένα γάρ κω λόγῳ οἶδα ἀκούσας, ὅστις ἐς τέλος οὐ κακῶς ἐτελεύτησε πρόρριζος, εὐτυχέων τὰ πάντα. (9) σύ νυν ἐμοὶ πειθόμενος ποίησον πρὸς τὰς εὐτυχίας τοιάδε· φροντίσας, τὸ ἂν εὕρῃς ἐόν τοι πλείστου ἄξιον καὶ ἐπ' ᾧ σὺ ἀπολομένῳ μάλιστα τὴν ψυχὴν ἀλγήσεις, τοῦτο ἀπόβαλε οὕτω, ὅκως μηκέτι ἥξει ἐς ἀνθρώπους· (10) ἤν τε μὴ ἐναλλὰξ ἤδη τὠπὸ τούτου αἱ εὐτυχίαι τοι τῇσι πάθησι προσπίπτωσι, τρόπῳ τῷ ἐξ ἐμεῦ ὑποκειμένῳ ἀκέο." 

 

Angaben:

(1) Πολυκράτηw - Polykrates stürzte 533/32 Auf Samos die oligarchische Regierung und machte sich zum τύραννος der Insel | ἔχων δὲ - sc. πᾶσαν Σάμον | ξεινίην συνεθήκατο (= συνέθετο) - er schloss Gastfreundschaft | Ἄμασις ägypt. Pharao (570 - 526) δεκόμενος = δεχόμενος
(2) ηὔξετο - Impf. v. αὐξάνω | βεβωμένα - bekannt (von βοᾶν - rufen| gehe geradewegs auf etwas los, begehre | οἱ = αὐτῷ | χωρεῖν - von der Stelle gehen, vonstatten gehen
(3) εὐτυχέων = εὐτυχῶν - PPA | = αὐτῷ
(4) πλεῦνός = πλέονος | βιβλίον - Büchlein, Brief
(5) ἡδὺ μὲν sc. ἐστιν | εὖ πρήσσοντα = εὖ πράττοντα
(6) Ordne· αἱ σαὶ δὲ μεγάλαι εὐτυχίαι οὐκ ἀρέσκουσι ἐμοὶ ἐπισταμένῳ, ὡς τὸ θεῖον φθονερόν ἐστιν.
(7) καὶ τῶν ἂν κήδωμαι = καὶ τούτους, ὧν ἂν κήδωμαι | τῶν πρηγμάτων - Partitiver Gen. zu (adv. Akk.) | προσπταίειν - scheitern, Misserfolg haben. | διαφέρειν τὸν αἰῶνα - sein Leben (bis zum Ende) verbringen | ἐναλλὰξ πρήσσω (= πράττω) - es (er)geht mir wechselhaft
οὐδένα γάρ κω = οὔπω γάρ τινα | λόγῳ ἀκούσας - vom Hörensagen | ἐς τέλος - schließlich, zuletzt | πρόρριζος - mit der Wurzel, ganz und gar
(9) τὸ ἂν εὕρῃς = ὃ ἂν εὕρῃς | τὴν ψυχὴν ἀλγεῖν seelisch Schmerz empfinden, innerlich leiden
(10) τὠπὸ τούτου = τὸ ἀπὸ was das danach angeht) von nun an | ὑποκειμένος - empfohlen, vorgeschlagen (ὑποτίθεμαι) | ἐναλλὰξ... τῇσι πάθησι im Wechsel mit Leid | ἀκέο ἀκέομαι - heile, helfe mir selber

Aufgabenstellung

  1. Übersetzung (LK : Gesamttext (1) - (10); GK: 2. Absatz (5) - (10)
  2. Zusatzaufgaben LK: 1 und (2 oder 3); GK: 1 und 4:
    (Die Aufgabenstellung setzt die Lektüre von Hdt. I 32 f. voraus)
    1. Alles, was Amasis seinem Gastfreund Polykrates schreibt, beruht auf der These: τὸ θεῖον... ἔστι φθονερόν (6). Diesen grundlegenden Satz hatte auch Solon gegenüber Kroisos geäußert . Stellen Sie dar,

      1. was mit diesem Satz aus der Sicht des Herodot gemeint ist;
      2. ob sich die beiden Textstellen nach Zusammenhang und Argumentationsrichtung zur Deckung bringen lassen!
    2. Wie passt dazu der zweite Grundsatz, den Solon gegenüber Kroisos formulierte: πᾶν ἐστι ἄνθρωπος συμφορή?
    3. Gibt es grundlegende Parallelen zwischen dem Menschenbild, das sich im 1. Stasimon von Sophokles' Antigone ausdrückt und dem des Herodot, soweit es sich aus dem Horizont des Arbeitstextes ergibt?

      Schreiben Sie die fünf fehlenden Wörter (Wortteile, Wortverbindungen) auf:
      πολλὰ τὰ δεινὰ κοὐδὲν ἀν-
      _______ δεινότερον πέλει.
      τοῦτο καὶ πολιοῦ πέραν
      πόντου χειμερίῳ νότῳ
      χωρεῖ, περιβρυχίοισιν
      περῶν ὑπ' οἴδμασιν_______
      τε τὰν ὑπερτάταν, .........
      ἄφθιτον, ἀκαμάταν, ἀποτρύεται
      ἰλλομένων _______ ἔτος εἰς ἔτος

Sententiae excerptae:
1860 Accusatores antiquitatis vitia tantum docemus et discimus.
  Als Kritiker des Altertums lernen und lehren wir nur Fehlerhaftes.
  Petron.88,6
14 adde, quod ingenuas didicisse fideliter artes | emollit mores nec sinit esse feros.
  Edle Künste getreu zu erlernen macht sanft den Charakter und nimmt ihm die Wildheit.
  Ov.Pont.2,9,47
1276 Alit lectio ingenium et studio fatigatum reficit.
  Die Lektüre nährt den Geist und lässt ihn sich erholen, wenn er von der Mühe erschöpft ist.
  Sen.epist.84,1
1340 Altius praecepta descendunt, quae teneris imprimuntur aetatibus.
  Lehren, die in zartem Alter verinnerlicht werden, dringen tiefer ein.
  Sen.dial.12,18,8
1829 An audirem sententias, cum fame morerer?
  Hätte ich mir etwa schöne Reden anhören sollen, als ich vor Hunger fast gestorben bin?
  Petron.10,1
1354 Antiqua sapientia nihil aliud quam facienda ac vitanda praecepit, et tunc longe meliores erant viri.
  Die alte Philosophie schrieb nur vor, was man tun und meiden muss; und damals waren die Menschen weit besser.
  Sen.epist.95,13 (Ariston)
1357 Apes debemus imitari et, quaecumque ex diversa lectione congessimus, separare, deinde adhibita ingenii nostri cura et facultate in unum saporem varia illa libamenta confundere.
  Wir müssen die Bienen nachahmen und jene vielfältigen Kostproben, die wir aus verschiedenen Büchern gesammelt haben, dann mit Sorgfalt und Geschick zu einem einheitlichen Geschmack vereinigen.
  Sen.epist.84,5
25 artibus ingenuis, quarum tibi maxima cura est, | pectora mollescunt asperitasque fugit
  durch edle Kunst, um die du dich am meisten mühst, | wird sanft das Herz, es flieht das Rauhe.
  Ov.Pont.1,6,7
26 asinus ad lyram
  Er passt wie der Esel zum Lautenschlagen
  Gell.3,16
1149 Facile transitur ad plures.
  Leicht tritt man zur Mehrheit über.
  Sen.epist.7,6
1916 Generosior spiritus vanitatem non amat.
  Ein edler Geist hält nichts vom eitlen Aufputz.
  Petron.118,3
1871 Ira feras quidem mentes obsidet, eruditas praelabitur
  Zorn haftet bei roher Sinnesart fest, bei gesitteter gleitet er ab.
  Petron.99,3
1600 Nihil liquet incertissimo regimine utentibus, fama.
  Denen, die sich der unsichersten Führerin, der (öffentlichen) Meinung, überlassen, ist nichts klar.
  Sen.epist.95,58
1915 Non concipere aut edere partum mens potest nisi ingenti flumine litterarum inundata
  Kein Talent ist zu der Empfängnis und der Geburt fähig, wenn es sich nicht mit dem gewaltigen Strom der Literatur getränkt hat
  Petron.118,3
1156 Non est, quod timeas, ne operam perdideris, si tibi didicisti.
  Du darfst nicht fürchten, deine Mühe verloren zu haben, wenn du etwas für dich gelernt hast.
  Sen.epist.7,9
1825 Nunc pueri in scholis ludunt, iuvenes ridentur in foro.
  Heutzutage spielen Kinder in der Schule und werden als junge Leute in der Öffentlichkeit ausgelacht.
  Petron.4,4
1565 Quemadmodum omnium rerum, sic litterarum quoque intemperantia laboramus: Non vitae sed scholae discimus.
  Mangel an Maß ist unser Fehler, in allem, auch in der Literatur; man lernt nur für die Schule, nicht für das Leben.
  Sen.epist.106,12.
1211 Remove existimationem hominum: dubia semper est et in partem utramque dividitur!
  Berufe Dich nicht auf das Urteil der Menschen: es ist immer unzuverlässig und neigt sich bald nach dieser, bald nach jener Seite! Sen.epist.26,6
 
1367 Vulgus animosa miratur et audaces in honore eunt, placidi pro inertibus habentur.
  Die Volksmasse bewundert Heldentaten, und die Hitzköpfe kommen zu Ehren. Die Friedfertigen gelten als Schlappschwänze.
  Sen.dial.5,41,2
Literatur:

6 Funde
3614  Ahrens, H.L.
De Graecae Linguae Dialectis, I,II,
Göttingen 1839/1843
abe  |  zvab  |  look
775  Anlauf, G.
Standard late Greek oder Attizismus? ..Optativgebrauch im nachklassischen Griechisch
Diss. Köln 1960
abe  |  zvab  |  look
978  Kühner, R. / Gerth, B.
Ausführliche Grammatik der griechischen Sprache (3. Aufl. bearbeitet von F. Blass und B. Gerth)
Hannover 1834-1835; 3/1890-1904
abe  |  zvab  |  look
4170  Nepos / Glücklich
Hannibal : Text mit Erläuterungen ; Arbeitsaufträge, Begleittexte, Stilistik und Übungen zu Grammatik und Texterschliessung. Von Hans-Joachim Glücklich und Stefan Reitzer
Göttingen : Vandenhoeck & Ruprecht, 4/1996
abe  |  zvab  |  look
3615  Thumb-Kieckers
Griechische Dialekte, I,II.
Heidelberg 1932/1959
abe  |  zvab  |  look
2630  Traut, Georg
Lexikon über die Formen der griech. Verba. Mit zwei Beilagen: Verzeichnis der Declinations- und Conjugations-Endungen; Grammatischer Schlüssel.
Meisenheim (Olms, Reprint der 1867 in Gießen erschienenen Ausgabe) 1986
abe  |  zvab  |  look

[ Homepage | Inhalt | Hellas 2000 | Stilistik | Latein | Lateinisches Wörterbuch | Lateinischer Sprachkurs | Lateinische Grammatik | Lat.Textstellen | Römische Geschichte | Griechisch | Griechisches Wörterbuch | Griechischer Sprachkurs | Griechische Grammatik | Griech.Textstellen| Griechische Geschichte | LandkartenBeta-Converter | Varia | Mythologie | Bibliographie | Ethik |Bibliographie | Links | Literaturabfrage | Forum zur Homepage ]

Site-Suche unterstützt von FreeFind

Site Map
Neu ist

Site-Suche:
Benutzerdefinierte Suche
Web-Suche:
Benutzerdefinierte Suche
bottom © 2000 - 2017 - /grka/hdt3.39.php - Letzte Aktualisierung: 13.11.2012 - 08:06