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Cornelius Nepos

Chabrias - Chabrias

 

 
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I. Bello Thebano Chabrias novo artificio magnam consequitur gloriam.
(1,1) Chabrias Atheniensis. hic quoque in summis habitus est ducibus resque multas memoria dignas gessit. sed ex his elucet maxime inventum eius in proelio, quod apud Thebas fecit, cum Boeotiis subsidio venisset. (1,2) namque in eo victoria fidentem summum ducem [cernens] Agesilaum, fugatis iam ab eo conducticiis catervis, reliquam phalangem loco vetuit cedere obnixoque genu scuto, proiecta hasta impetum excipere hostium docuit. (1,3) id novum Agesilaus contuens progredi non est ausus suosque iam incurrentes tuba revocavit. hoc usque eo tota Graecia fama celebratum est, ut illo statu Chabrias sibi statuam fieri voluerit, quae publice ei ab Atheniensibus in foro constituta est. ex quo factum est ut postea athletae ceterique artifices iis statibus [in] statuis ponendis uterentur, [ ... ] cum victoriam essent adepti.
1. Es folgt der Athener Chabrias. Auch er wurde unter die vorzüglichsten Feldherren gerechnet und vollbrachte viele bemerkenswerte Taten. Die glänzendste darunter ist jedoch seine Erfindung in dem Treffen, das er bei Theben lieferte, als er den Boiotern zu Hilfe gezogen war (378). Dort nämlich rechnete der ausgezeichnete Heerführer Agesilaos sicher auf den Sieg, weil er die Söldnerscharen bereits in die Flucht getrieben hatte. Da gebot Chabrias der allein noch standhaltenden Phalanx, nicht vom Platz zu weichen, und wies sie an, den Schild gegen das Knie gestemmt, mit gefällter Lanze den Angriff der Feinde aufzunehmen. Als Agesilaos diese neue Erscheinung erblickte, wagte er nicht vorzurücken, sondern ließ seine Leute, die schon zum Angriff eilten, durch Trompetensignal zurückrufen. Dies wurde dermaßen in ganz Griechenland gepriesen und gefeiert, dass auf Chabrias' Wunsch die Bildsäule, die ihm die Athener auf dem Markt auf Staatskosten setzten, in jener Stellung ausgeführt wurde. Daher kam es, dass nachher Athleten und die anderen derartigen Künstler, wenn sie den Sieg errungen hatten, bei der Errichtung von Bildsäulen die ihnen eigentümliche Stellung beibehielten.
II. Euagoram Cyprium et Nectenebim Aegyptium adiuvat.
(2,1) Chabrias autem multa in Europa bella administravit, cum dux Atheniensium esset; in Aegypto sua sponte gessit: nam Nectenebin adiutum profectus regnum ei constituit. (2,2) fecit idem Cypri, sed publice ab Atheniensibus Euagorae adiutor datus, neque prius inde discessit, quam totam insulam bello devinceret: qua ex re Athenienses magnam gloriam sunt adepti. (2,3) interim bellum inter Aegyptios et Persas conflatum est. Athenienses cum Artaxerxe societatem habebant, Lacedaemonii cum Aegyptiis, a quibus magnas praedas Agesilaus, rex eorum, faciebat. id intuens Chabrias, cum in re nulla Agesilao cederet, sua sponte eos adiutum profectus Aegyptiae classi praefuit, pedestribus copiis Agesilaus.
2. Chabrias leitete aber in Europa viele Kriege als Feldherr der Athener, in Ägypten kämpfte er auf eigene Faust. Er zog nämlich dem Nektenebis zu Hilfe und befestigte dessen Herrschaft. Gleiches tat er auf Kypros, hier jedoch vom athenischen Staat dem Euagoras zum Beistand gesandt, und wich nicht eher von dort, als bis er die ganze Insel im Kampf überwunden hatte, woraus den Athenern großer Ruhm erwuchs. Unterdessen entbrannte der Krieg zwischen den Ägyptern und Persern. Die Athener waren mit Artaxerxes verbündet, die Lakedaimonier mit den Ägyptern, von denen ihr König Agesilaos großen Gewinn zog. Dies sah Chabrias, und da er dem Agesilaos in keiner Beziehung nachstand, zog er ihnen auf eigene Faust zu Hilfe und befehligte die ägyptische Flotte, das Landheer Agesilaos
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III. A civibus Aegypto decedere coactus quam plurimum Athenis abest.
(3,1) Tum praefecti regis Persae legatos miserunt Athenas questum, quod Chabrias adversum regem bellum gereret cum Aegyptiis. Athenienses diem certam Chabriae praestituerunt, quam ante domum nisi redisset, capitis se illum damnaturos denuntiarunt. hoc ille nuntio Athenas rediit, neque ibi diutius est moratus, quam fuit necesse. (3,2) non enim libenter erat ante oculos suorum civium, quod et vivebat laute et indulgebat sibi liberalius, quam ut invidiam vulgi posset effugere. (3,3) est enim hoc commune vitium magnis liberisque civitatibus, ut invidia gloriae comes sit et libenter de iis detrahant, quos eminere videant altius, neque animo aequo pauperes alienam intueantur fortunam. (3,4) itaque Chabrias, quoniam ei licebat, plurimum aberat. neque vero solus ille aberat Athenis libenter, sed omnes fere principes fecerunt idem, quod tantum se ab invidia putabant futuros, quantum a conspectu suorum recesserint. itaque Conon plurimum Cypri vixit, Iphicrates in Thraecia, Timotheus Lesbo, Chares Sigeo, dissimilis quidem Chares horum et factis et moribus, sed tamen Athenis et honoratus et potens.
3. Da schickten die Feldherrn des Perserkönigs Gesandte nach Athen, um sich zu beschweren, dass Chabrias auf Seiten der Ägypter gegen ihren König Krieg führe. Die Athener setzten ihm einen bestimmten Tag fest, und kündigten ihm an, wenn er bis dahin nicht heimgekehrt sei, würden sie ihn zum Tod verurteilen. Auf diese Botschaft kehrte er nach Athen zurück, doch blieb er dort nicht länger, als unumgänglich notwendig war. Denn er weilte nicht gern unter den Augen seiner Mitbürger, weil er prächtig zu leben und sich reichlichere Genüsse zu gestatten pflegte, als dass er dem Neid der Menge hätte entgehen können. Denn es ist ein bei großen und freien Staaten gemeinsamer Übelstand, dass der Neid der Begleiter des Ruhmes ist und dass man gern die herabzusetzen sucht, die man höher hervorragen sieht; auch ertragen die Armen nicht mit Gleichmut den Anblick fremden Wohlstandes und Reichtums. Deshalb war Chabrias, solange es ihm möglich war, meist abwesend. Aber nicht er allein war gern von Athen abwesend, sondern beinahe alle die Männer ersten Ranges taten das gleiche, weil sie so weit vom Neid entfernt zu sein hofften, als sie sich den Blicken ihrer Mitbürger entzogen hatten. Deshalb lebte Konon meist auf Kypros, Iphikrates in Thrakien, Timotheos auf Lesbos, Chares zu Sigeion; dieser letztere war zwar den anderen genannten an Taten und Charakter unähnlich, dennoch aber zu Athen geehrt und mächtig.
IV. Bello sociali fortiter pugnans occumbit.
(4,1) Chabrias autem periit bello sociali tali modo. oppugnabant Athenienses Chium. erat in classe Chabrias privatus, sed omnes, qui in magistratu erant, auctoritate anteibat, eumque magis milites quam qui praeerant aspiciebant. (4,2) quae res ei maturavit mortem. nam dum primus studet portum intrare gubernatoremque iubet eo dirigere navem, ipse sibi perniciei fuit: cum enim eo penetrasset, ceterae non sunt secutae. quo facto circumfusus hostium concursu cum fortissime pugnaret, navis rostro percussa coepit sidere. (4,3) hinc refugere cum posset, si se in mare deiecisset, quod suberat classis Atheniensium, quae exciperet natantis, perire maluit quam armis abiectis navem relinquere, in qua fuerat vectus. id ceteri facere noluerunt, qui nando in tutum pervenerunt. at ille, praestare honestam mortem existimans turpi vitae, comminus pugnans telis hostium interfectus est.
4. Chabrias aber fand im Bundesgenossenkrieg (357-355) seinen Tod auf folgende Weise: Die Athener machten einen Angriff auf Chios. Auf ihrer Flotte befand sich Chabrias ohne den Rang eines Befehlshabers, obwohl er alle Befehlshaber an Ansehen überragte, und die Soldaten mehr auf ihn, als auf ihre Vorgesetzten achteten. Eben dieser Umstand aber beschleunigte seinen Untergang. Indem er nämlich zuerst in den Hafen einzudringen trachtet und dem Steuermann befiehlt, das Schiff dorthin zu lenken, bereitet er sich selbst sein Verderben. Denn als er hineingedrungen war, folgten die übrigen Schiffe nicht, und während er hierauf, ringsum von Feinden angegriffen, äußerst tapfer kämpfte, begann sein Fahrzeug, vom Schnabel eines anderen Schiffes durchbohrt, zu sinken. Obwohl er nun von hier hätte fliehen können, wenn er sich ins Meer gestürzt hätte, da die athenischen Flotte nahe genug war, die Schwimmenden aufzunehmen, wollte er doch lieber sterben, als seine Waffen wegwerfen und das Schiff, auf dem er gefahren war, verlassen. Anders entschlossen sich die übrigen, die durch Schwimmen in Sicherheit gelangten. Er dagegen, der einen ehrenvollen Tod einem schimpflichen Leben vorzog, wurde im Handgemenge durch die feindlichen Waffen getötet (357).
  Übersetzung: nach J. Siebelis bearbeitet von E.Gottwein
Sententiae excerptae:
w33
Sprachführer Skandinavien
Literatur:
ZVAB ZVAB.com
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