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Protagoras als Repräsentant der Sophistik

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Der Homomensurasatz

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7.) a) 80B1 (Sext. adv. math. VII 60) {Cap. 327}

  [καὶ Πρωταγόραν δὲ τὸν ᾿Αβδηρίτην ἐγκατέλεξάν τινες τῷ χορῷ τῶν ἀναιρούντων τὸ κριτήριον φιλοσόφων, ἐπεί φησι πάσας τὰς φαντασίας καὶ τὰς δόξας ἀληθεῖς ὑπάρχειν καὶ τῶν πρός τι εἶναι τὴν ἀλήθειαν διὰ τὸ πᾶν τὸ φανὲν ἢ δόξαν τινὶ εὐθέως πρὸς ἐκεῖνον ὑπάρχειν.] ἐναρχόμενος γοῦν τῶν <Καταβαλλόντων> ἀνεφώνησε· "πάντων χρημάτων μέτρον ἐστὶν ἄνθρωπος, τῶν μὲν ὄντων ὡς ἔστιν, τῶν δὲ οὐκ ὄντων ὡς οὐκ ἔστιν".

b) 80B1 (Plat. Theait. 151e) {Cap. 327}

  Sokrates zu Theaitetos: [151e] Κινδυνεύεις μέντοι λόγον οὐ φαῦλον εἰρηκέναι περὶ ἐπιστήμης, ἀλλ' ὃν ἔλεγε καὶ Πρωταγόρας. [152a] τρόπον δέ τινα ἄλλον εἴρηκε τὰ αὐτὰ ταῦτα. φησὶ γάρ που "πάντων χρημάτων μέτρον ἄνθρωπον εἶναι, τῶν μὲν ὄντων ὡς ἔστι, τῶν δὲ μὴ ὄντων ὡς οὐκ ἔστιν". -  ἀνέγνωκας γάρ που; - ᾿Ανέγνωκα καὶ πολλάκις. - Οὐκοῦν οὕτως πως λέγει, ὡς, οἷα μὲν ἕκαστα ἐμοὶ <φαίνεται>, τοιαῦτα μὲν <ἔστιν> ἐμοί, οἷα δὲ σοί, τοιαῦτα δὲ αὖ σοί· ἄνθρωπος δὲ σύ τε κἀγώ; [...] [152b] ἆρ' οὐκ ἐνίοτε πνέοντος ἀνέμου τοῦ αὐτοῦ ὁ μὲν ἡμῶν ῥιγῷ, ὁ δ' οὔ; καὶ ὁ μὲν ἠρέμα, ὁ δὲ σφόδρα; - Καὶ μάλα. - Πότερον οὖν τότε αὐτὸ ἐφ' ἑαυτοῦ τὸ πνεῦμα ψυχρὸν ἢ οὐ ψυχρὸν φήσομεν, ἢ πεισόμεθα τῷ Πρωταγόρᾳ, ὅτι τῷ μὲν ῥιγῶντι ψυχρόν, τῷ δὲ μὴ οὔ; - ῎Εοικεν. - Οὐκοῦν καὶ <φαίνεται> οὕτως ἑκατέρῳ; - Ναί. - Τὸ δέ γε <φαίνεται> αἰσθάνεται ἔστιν; - ῎Εστιν γάρ. - [c] Φαντασία ἄρα καὶ αἴσθησις ταὐτὸν ἔν τε θερμοῖς καὶ πᾶσι τοῖς τοιούτοις. οἷά γ' ἄρ' αἰσθάνεται ἕκαστος, τοιαῦτα ἑκάστῳ καὶ κινδυνεύει εἶναι.
που sc. ἐναρχόμενος γοῦν τῶν Καταβαλλόντων.In seinem Buch "Ἀλήθεια ἢ Καταβάλλοντες <λόγοι>"

c) 80 B1 (Plat. Theait. 161c) {Cap. 328} 

  Es spricht Sokrates: Τὰ μὲν ἄλλα μοι πάνυ ἡδέως εἴρηκεν, ὡς τὸ δοκοῦν ἑκάστῳ τοῦτο καὶ ἔστιν· τὴν δ' ἀρχὴν τοῦ λόγου τεθαύμακα, ὅτι οὐκ εἶπεν ἀρχόμενος τῆς <᾿Αληθείας>, ὅτι πάντων χρημάτων μέτρον ἐστὶν ὗς ἢ κυνοκέφαλος ἤ τι ἄλλο ἀτοπώτερον τῶν ἐχόντων αἴσθησιν, ἵνα μεγαλοπρεπῶς καὶ πάνυ καταφρονητικῶς ἤρξατο ἡμῖν λέγειν, ἐνδεικνύμενος, ὅτι ἡμεῖς μὲν αὐτὸν ὥσπερ θεὸν ἐθαυμάζομεν ἐπὶ σοφίᾳ, ὁ δ' ἄρα ἐτύγχανεν ὢν εἰς φρόνησιν οὐδὲν βελτίων βατράχου γυρίνου, μὴ ὅτι ἄλλου του ἀνθρώπων.
ὁ, ἡ ὗς, ὑός Schwein, Sau, Eber
οἱ Κυνοκέφαλοι "Hunds-Köpfe": sagenhaftes Volk in Äthiopien
ὁ γυρῖνος Kaulquappe

 

VS 80 B1: Der sogenannte "Homo-mensura-Satz"

  • Der berühmte sogenannte Homo-mensura-Satz des Protagoras muss mehr als Ausdruck einer Einsicht in die Beschränktheit menschlicher Erkenntnisfähigkeit verstanden werden, nicht, wie man im Hinblick auf den Subjektivismus der Neuzeit, vor allem das "Cogito ergo sum" des Descartes, gemeint hat, als eine Art Regierungserklärung des Menschen, der sich anschickt, die schrankenlose Herrschaft über die Erde anzutreten. Über das Seiende als Seiendes, sagt dieser Satz, können wir nichts sagen; die Behauptung, etwas sei so oder nicht so, hängt von der jeweiligen Verfassung dessen ab, der diese Behauptung aufstellt." (A.v.Schirnding 70)
  • Die Sophisten revoltieren gegen die Behauptung, dass die wahre Welt ganz anders sei als die Welt, in der wir leben. Selbst wenn es eine solche wahre Welt gäbe, hätte es keinen Sinn sich damit zu beschäftigen, da sie eben nicht unsere Welt ist. Das ist auch der ursprüngliche Sinn des berühmten (Homo-mensura-) Satzes des Protagoras. [...] Dieser Satz ist ursprünglich nicht, wie später meistens interpretiert worden ist, der Ausdruck einer subjektivistischen oder sensualistischen oder relativistischen Theorie, sondern richtet sich primär gegen alle jene philosophischen und wissenschaftlichen Welterklärungen, nach denen die Welt ganz anders ist als "die Menschen" glauben, dass sie sei, und als sie ihnen erscheint. Dabei argumentierte dann freilich Protagoras mit dem einzelnen Menschen, indem er sagte: wie es keinen Sinn hat, einem einzelnen Menschen, der friert, zu sagen: "aber es ist doch ganz warm", da er davon nicht wärmer wird und es für ihn eben kalt ist, so hat es erst recht keinen Sinn, den Menschen im allgemeinen zu sagen, die Welt sei ganz anders als sie ihnen vorkommt. Denn sie leben nun einmal in der Welt, wie sie ihnen vorkommt, und nicht in einer anderen Welt (K.v.Fritz (1) 222) ἄνθρωπος

K.v.Fritz (2) 111: "Der Satz in dieser Form bietet der Interpretation mehrere Schwierigkeiten, die gelöst werden müssen, wenn seine historische und sachliche Bedeutung richtig verstanden werden soll."

  1. Bedeutung des  ὡς: "Die Mehrzahl der Philosophen ist immer geneigt gewesen, es mit "wie" zu übersetzen, während die meisten Philologen darauf bestanden, dass es "dass" heißen muss."   (K.v.Fritz (2) 111). Die Frage, wie Nichtseiendes nicht ist, ist sinnlos. "Wie" im Sinne von "wie beschaffen" hätte  οἷα heißen müssen (K.v.Fritz (1) 222 A.454). Graeser favorisiert im Anschluss an Zeller die Annahme, dass Protagoras "bei seiner Aussage zwischen den beiden Bedeutungen nicht unterschieden und keine derselben von ihr ausgeschlossen habe" (Graeser 22f, Anm. 4); m.E. etwa mit "dass und inwiefern" zu übersetzen.
    1. ὡς - "dass": dass Protagoras den Menschen zum Maß von Existenzaussagen macht, wäre dann nicht unsinnig, wenn er von einer "esse est percipi"-Theorie ausgeht (Graeser 22);
    2. ὡς - "wie": Es "lässt sich von simpliciter nicht seienden Dingen kaum sinnvoll sagen, wie sie nicht sind" (Graeser 22) ["wie" hätte wohl (wie in B4 auch hier) eher οἷα oder ὁποῖα heißen müssen]
  2. Bedeutung von  ἄνθρωπος: ist der einzelne Mensch gemeint oder der Mensch im allgemeinen?
    • Einzelmensch: Es gibt so viele zutreffende Meinungen wie es Menschen gibt.
    • Mensch schlechthin: Für den Menschen ist wahr, was ihm unter den Bedingungen menschlicher Natur erscheint (eine objektivierbare aber keine absolute Wahrheit)

E.Kapp (Gnomon XII [1936] 70ff) hat diese Frage dahin beantwortet, dass Protagoras offenbar zunächst den Menschen als solchen im Sinne hatte, dann aber in dem Bestreben, seinen Satz zu beweisen, damit argumentierte, dass selbst beim einzelnen Menschen es keinen Sinn hat, ihm beweisen zu wollen, Wasser sei warm, wenn es ihm kalt vorkommt, da es für ihn eben kalt ist.  K.v.Fritz (2) 112. 

  1. Bedeutung von χρήματα und τὰ ὄντα, bzw. τὰ οὐκ ὄντα (χρήματα) 
    • Nach K.v.Fritz (2) 111 schließt bereits Platon zu Recht aus dem Temperatur-Beispiel, das Protagoras zur Veranschaulichung anführt, dass er unter den χρήματα Qualitäten (ποιότητες)  verstanden habe, und zwar in Übereinstimmung mit Philosophen wie Anaximander, Heraklit und Parmenides, für die "warm und kalt nicht einfach Eigenschaften oder  ποιότητες von Dingen sind, sondern entweder die ursprünglichen Kräfte und Mächte, die die Welt in Bewegung setzen und in Bewegung erhalten, oder sogar die fundamentalsten Kostituentien, aus denen die Welt besteht." Graeser plädiert bei τὰ ὄντα  bzw. τὰ οὐκ ὄντα (χρήματα) vorsichtig für "Sachverhalte", die angeben, "was der Fall ist" (veritatives εἶναι). "Im Falle von Sachverhalten und Tatsachen [werden] jeweils Dinge mit ihren Eigenschaften und Relationen ins Auge gefasst." (Graeser 23). "Protagoras hätte [also] nicht vom Existieren oder Nicht-Existieren individuenartiger Dinge gesprochen [...], sondern vom Bestehen oder Nicht-Bestehen von Sachverhalten." (Graeser 23)

Der Homo-mensura-Satz erlaubt (Graeser 24) a) eine subjektivistische und b) eine relativistische Interpretation:

  1. die subjektivistische Interpretation findet sich bei dem Skeptiker Sextus Empirikus und besagt, dass jede Erscheinung wahr ist: Sowohl Position als auch Negation sind uneingeschränkt war. Sie verstößt somit gegen den Satz vom verbotenen Widerspruch und hebt sich selbst auf.
  2. die relativistische Interpretation findet sich bei Platon und besagt, dass jede Erscheinung für das entsprechende Subjekt wahr ist: Position und Negation sind nur in Relation auf bestimmte Subjekte wahr. Das würde aber bedeuten, dass Protagoras'  Satz nur für ihn selbst wahr ist. Der Versuch einer Verallgemeinerung impliziert jedoch die Prämisse, dass es etwas allgemein Wahres gibt (m.E. nur: dass subjektive Wahrheiten statistisch objektivierbar sind).

"Trotz des »Zeugnisses« des Sextus Empiricus (Pyrrh. Hypot. I 216ff. und adv. Math. VII 389), der den Satz des Protgoras mit Hilfe einer späteren Terminologie und vom Standpunkt einer späteren Philosophie aus interpretiert, ergibt sich [...], dass der Satz ursprünglich nicht einen konsequenten Sensualismus, Relativismus oder Subjektivismus zum Ausdruck bringen sollte, sondern vielmehr den seltsamen, sich von der communis opinio weit entfernenden Philosophien der Eleaten, des Heraklit etc. eine Philosophie des gesunden Menschenverstandes entgegensetzen wollte". (K.v.Fritz (2) 114)

Aristot.Met1062b12-1063a11: Aristoteles' Kritik an Protagoras' Relativismus

Παραπλήσιον δὲ τοῖς εἰρημένοις ἐστὶ καὶ τὸ λεχθὲν ὑπὸ τοῦ Πρωταγόρου· καὶ γὰρ ἐκεῖνος ἔφη πάντων εἶναι χρημάτων μέτρον ἄνθρωπον, οὐδὲν ἕτερον λέγων ἢ τὸ δοκοῦν ἑκάστῳ τοῦτο καὶ εἶναι παγίως· τούτου δὲ γιγνομένου τὸ αὐτὸ συμβαίνει καὶ εἶναι καὶ μὴ εἶναι, καὶ κακὸν καὶ ἀγαθὸν εἶναι, καὶ τἆλλα τὰ κατὰ τὰς ἀντικειμένας λεγόμενα φάσεις, διὰ τὸ πολλάκις τοισδὶ μὲν φαίνεσθαι τόδε εἶναι καλὸν τοισδὶ δὲ τοὐναντίον, μέτρον δ' εἶναι τὸ φαινόμενον ἑκάστῳ.  Dem was wir eben verhandelt haben nahe verwandt ist auch der Satz des Protagoras: aller Dinge Maß ist der Mensch; ein Satz, der doch auf nichts anderes hinausläuft als auf die Meinung, jegliches sei wirklich so, wie es jeglichem scheint. Denn ist dem so, so liegt darin, dass ein und dasselbe ist und nicht ist, dass es schlecht und auch gut ist, und was es sonst an widersprechenden Aussagen gibt. Scheint doch oft genug dem einen löblich, was dem anderen als das Gegenteil erscheint, und nun soll, was jedem scheint, als Maß für die Sache gelten. 
λύοιτο δ' ἂν αὕτη ἡ ἀπορία θεωρήσασι πόθεν ἐλήλυθεν ἡ ἀρχὴ τῆς ὑπολήψεως ταύτης· ἔοικε γὰρ ἐνίοις μὲν ἐκ τῆς τῶν φυσιολόγων δόξης γεγενῆσθαι, τοῖς δ' ἐκ τοῦ μὴ ταὐτὰ περὶ τῶν αὐτῶν ἅπαντας γιγνώσκειν ἀλλὰ τοῖσδε μὲν ἡδὺ τόδε φαίνεσθαι τοῖσδε δὲ τοὐναντίον. τὸ γὰρ μηδὲν ἐκ μὴ ὄντος γίγνεσθαι, πᾶν δ' ἐξ ὄντος, σχεδὸν ἁπάντων ἐστὶ κοινὸν δόγμα τῶν περὶ φύσεως· ἐπεὶ οὖν οὐ λευκὸν γίγνεται λευκοῦ τελέως ὄντος καὶ οὐδαμῇ μὴ λευκοῦ [νῦν δὲ γεγενημένον μὴ λευκόν], γίγνοιτ' ἂν ἐκ μὴ ὄντος λευκοῦ τὸ γιγνόμενον [μὴ] λευκόν· ὥστε ἐκ μὴ ὄντος γίγνοιτ' ἂν κατ' ἐκείνους, εἰ μὴ ὑπῆρχε λευκὸν τὸ αὐτὸ καὶ μὴ λευκόν.  Die Schwierigkeit, die darin liegt, löst sich, wenn man die Quelle erwägt, aus welcher diese Ansicht geflossen ist. Es scheint nämlich, dass manche durch naturphilosophische Erwägungen zu solchen Sätzen geführt worden sind, andere wieder durch die gemachte Erfahrung, dass keineswegs alle von denselben Gegenständen den gleichen Eindruck empfangen, sondern zuweilen dem einen angenehm erscheint, was sich dem anderen ganz anders darstellt. So ziemlich allen nämlich, die sich mit Naturphilosophie beschäftigen, ist der Satz geläufig, dass nichts aus nicht Seiendem, jegliches aus Seiendem wird. Da nun Weißes nicht aus solchem wird, was vollkommen weiß und in keiner Weise nicht-weiß ist, dann aber, wenn es ein Nicht-weißes geworden ist, es aus Weißem geworden ist, so würde das, was ein Nichtweißes wird, aus etwas werden, was nicht weiß ist. Und so würde es denn, meinen jene Leute, aus Nicht Seiendem werden, sofern Nicht-Nichtweißes eines und dasselbe wäre wie Weißes. 
οὐ χαλεπὸν δὲ διαλύειν τὴν ἀπορίαν ταύτην· εἴρηται γὰρ ἐν τοῖς φυσικοῖς πῶς ἐκ τοῦ μὴ ὄντος γίγνεται τὰ γιγνόμενα καὶ πῶς ἐξ ὄντος. τό γε μὴν ὁμοίως προσέχειν ταῖς δόξαις καὶ ταῖς φαντασίαις τῶν πρὸς αὑτοὺς διαμφισβητούντων εὔηθες· δῆλον γὰρ ὅτι τοὺς ἑτέρους αὐτῶν ἀνάγκη διεψεῦσθαι. φανερὸν δὲ τοῦτ' ἐκ τῶν γιγνομένων κατὰ τὴν αἴσθησιν· οὐδέποτε γὰρ τὸ αὐτὸ φαίνεται τοῖς μὲν γλυκὺ τοῖς δὲ τοὐναντίον, μὴ διεφθαρμένων καὶ λελωβημένων τῶν ἑτέρων τὸ αἰσθητήριον καὶ κριτήριον τῶν λεχθέντων χυμῶν.  Indessen, es ist nicht schwer, diese Schwierigkeit zu heben. In meinen Schriften zur Naturwissenschaft habe ich dargelegt, in welchem Sinne das was wird aus solchem wird, was nicht ist, und in welchem Sinne es aus solchem wird, was ist. Was nun das weitere betrifft, so wäre es eine Torheit, wollte man allen Ansichten und Einbildungen, die sich gegenseitig bekämpfen, das gleiche Gewicht beilegen. Denn so viel ist doch wohl klar, dass die eine der streitenden Parteien notwendig im Unrecht ist. Das leuchtet schon bei dem ein, was sich auf sinnliche Wahrnehmung stützt. Denn niemals kommt es vor, dass eines und dasselbe dem einen süß, dem anderen ganz anders erscheint, wo nicht bei dem einen das Sinnesvermögen und das Urteil über den Geschmack verderbt und verkümmert ist. 
τούτου δ' ὄντος τοιούτου τοὺς ἑτέρους μὲν ὑποληπτέον μέτρον εἶναι τοὺς δ' ἄλλους οὐχ ὑποληπτέον.  Ist dem aber so, so muss man wohl die einen als maßgebend gelten lassen, und die anderen nicht. 
ὁμοίως δὲ τοῦτο λέγω καὶ ἐπὶ ἀγαθοῦ καὶ κακοῦ, καὶ καλοῦ καὶ αἰσχροῦ, καὶ τῶν ἄλλων τῶν τοιούτων. οὐδὲν γὰρ διαφέρει τοῦτ' ἀξιοῦν ἢ τὰ φαινόμενα τοῖς ὑπὸ τὴν ὄψιν ὑποβάλλουσι τὸν δάκτυλον καὶ ποιοῦσιν ἐκ τοῦ ἑνὸς φαίνεσθαι δύο, δύο δεῖν εἶναι διὰ τὸ φαίνεσθαι τοσαῦτα, καὶ πάλιν ἕν· τοῖς γὰρ μὴ κινοῦσι τὴν ὄψιν ἓν φαίνεται τὸ ἕν. Das Gleiche gilt dann auch für das Urteil über das Gute und Schlechte, das Schöne und Hässliche und alles andere von gleicher Gegensätzlichkeit. Es ist gar kein Unterschied zwischen diesem Urteil und der Behauptung, wenn man das Auge mit dem Finger drückt und nun einen Gegenstand doppelt sieht, dann seien es wirklich zwei Gegenstände, weil sie so erscheinen, und es sei doch wieder nur einer. Denn man braucht nur das Auge nicht zu verrücken, um das, was eines ist, auch als eines zu sehen. [Aristoteles: Metaphysik, S. 414. Digitale Bibliothek Band 2: Philosophie, S. 4490] 
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