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Polybios VI 5,4-10
Die drei Verfassungsformen

 

(2) Polybios VI 5, 4 - 10

5. (4) Ποίας οὖν ἀρχὰς λέγω καὶ πόθεν φημὶ φύεσθαι τὰς πολιτείας πρῶτον; (5) ὅταν ἢ διὰ κατακλυσμοὺς ἢ διὰ λοιμικὰς περιστάσεις ἢ δι' ἀφορίας καρπῶν ἢ δι' ἄλλας τοιαύτας αἰτίας φθορὰ γένηται τοῦ τῶν ἀνθρώπων γένους, οἵας ἤδη γεγονέναι παρειλήφαμεν καὶ πάλιν πολλάκις ἔσεσθ' ὁ λόγος αἱρεῖ, τότε δὴ συμφθειρομένων πάντων τῶν ἐπιτηδευμάτων καὶ τεχνῶν, ὅταν ἐκ τῶν περιλειφθέντων οἷον εἰ σπερμάτων αὖθις αὐξηθῇ σὺν χρόνῳ πλῆθος ἀνθρώπων, τότε δήπου, καθάπερ ἐπὶ τῶν ἄλλων ζῴων, καὶ ἐπὶ τούτων συναθροιζομένων - ὅπερ εἰκός, καὶ τούτους εἰς τὸ ὁμόφυλον συναγελάζεσθαι διὰ τὴν τῆς φύσεως ἀσθένειαν - ἀνάγκη τὸν τῇ σωματικῇ ῥώμῃ καὶ τῇ ψυχικῇ τόλμῃ διαφέροντα, τοῦτον ἡγεῖσθαι καὶ κρατεῖν, καθάπερ καὶ ἐπὶ τῶν ἄλλων γενῶν ἀδοξοποιήτων ζῴων θεωρούμενον τοῦτο χρὴ φύσεως ἔργον ἀληθινώτατον νομίζειν, παρ' οἷς ὁμολογουμένως τοὺς ἰσχυροτάτους ὁρῶμεν ἡγουμένους,  λέγω δὲ ταύρους, κάπρους, ἀλεκτρυόνας, τὰ τούτοις παραπλήσια. τὰς μὲν οὖν ἀρχὰς εἰκὸς τοιούτους εἶναι καὶ τοὺς τῶν ἀνθρώπων βίους, ζῳηδὸν συναθροιζομένων καὶ τοῖς ἀλκιμωτάτοις καὶ δυναμικωτάτοις ἑπομένων· οἷς ὅρος μέν ἐστι τῆς ἀρχῆς ἰσχύς, ὄνομα δ' ἂν εἴποι τις μοναρχίαν. ἐπειδὰν δὲ τοῖς συστήμασι διὰ τὸν χρόνον ὑπογένηται συντροφία καὶ συνήθεια, τοῦτ' ἀρχὴ βασιλείας φύεται, καὶ τότε πρώτως ἔννοια γίνεται τοῦ καλοῦ καὶ δικαίου τοῖς ἀνθρώποις, ὁμοίως δὲ καὶ τῶν ἐναντίων τούτοις.

 

ὁ κατακλυσμός, οῦ Überschwemmung, Sintflut
ὁ λόγος αἱρεῖ der Gedanke ergreift mich, die Vernunft lehrt
ἐπιτηδεύματα καὶ τέχναι Kultur und Zivilisation
οἷον εἰ wie wenn (= quasi), gewissermaßen
ἀγελάζομαι schare mich zusammen
  ἡ ἀγέλη Herde
ἀδοξοποίητος, ον vernunftlos
ὁ κάπρος Eber
τὰς ἀρχάς Akk. gr.: ursprünglich, anfänglich
ζῳηδόν nach Art der Tiere
ἄλκιμος, ον wehrhaft
ὅρος τῆς ἀρχῆς Grenze der Herrschaft
τὸ σύστημα, ατος Vereinigung
ἡ συνουσία h.: eheliche Verbindung

 

 

Analyse der Satzstruktur (Sinnvolles Erschließungsverfahren für verschachtelte Satzperioden)

Die Hierarchie der Teilsätze wird durch Einrücken und ihre syntaktische Funktion durch dicke farbige Umrandung gekennzeichnet Die Hierarchie der Satzglieder innerhalb eines Teilsatzes wird durch die Schriftfarbe gekennzeichnet.
  • Hauptsatz
  • Objektsatz
  • Adverbialsatz
  • Attributivsatz
  • Subjekt, Prädikat
  • Objekt
  • Adverbiale
  • Attribut (Apposition)
Satzanalyse

 

Aufgaben:
  1. Gab es für den von Polybios gewählten ἀρχή-Ansatz eine sinnvolle Alternative? Was gewinnt er durch die Wahl genau dieses Ansatzes? Inwiefern charakterisiert dieser Ansatzes seinen Standort als Geschichtsschreiber oder als politischer Denker?

    Die Frage nach den ἀρχαί ist keine ausschließlich historische Fragestellung:

    1. Sie ist ursprünglich im mythisch-religiösen Denken (Kosmogonie) verwurzelt. Als Vergleichstexte lassen sich etwa der Schöpfungsbericht der Genesis, der Anfang von Hesiods Theogonie oder der Anfang des Johannes-Evangeliums heranziehen.
    2. Seit der ionischen Naturphilosophie (Thales) wird diese Frage zwar im Grundzug rational angegangen, in den Antworten überwiegen aber naturgemäß die (metaphysisch) spekulativen Elemente, die sich mit der Zeit zu großartigen philosophischen Systemen entwickelt haben. Als Antipoden könnten hier Platon  (Ideenlehre) und die Atomisten (Leukipp, Demokrit) genannt werden.
    3. Die Historiographie thematisiert (auch als Universalgeschichte) in der Regel nicht die kosmische Dimension, sondern eine bestimmte überschaubare Epoche. Dabei versucht sie natürlich die jeweiligen Entwicklungen auf bestimmende Ursachen zurückzuführen.
      1. Herodot findet die ἀρχαί für sein Thema, den Ost-West-Konflikt, (nach persischer Darstellung) in einem mythischen Frauenraub. Fortgang vollzieht sich im metaphysisch-religiösen Spannungsverhältnis von ἀδικία und τίσις
      2. Der wissenschaftlichere Thukydides unterscheidet genau zwischen den tieferliegenden Gründen und dem Anlass für den Ausbruch des Peloponnesischen Krieges.  
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Sententiae excerptae:
w40
Literatur:

5 Funde
725  Abel, K.
Polybios Buch 14: Res Aegypti
in: Historia 32/1983, 268-286
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2762  Herrmann, Joachim (Hg.)
Griechische und lateinische Quellen zur Frühgeschichte Mitteleuropas bis zur Mitte des 1. Jahrtausends u. Z. I: Von Homer bis Plutrach; II: Tacitus, Germania; III: Von Tacitus bis Ausonius; IV: Von Ammianus Marcellinus bis Zosimos.
Berlin, Akademie-Verlag, (Schriften und Quellen der alten Welt, 37,1-37,4) 1992
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2760  Lendle, Otto
Einführung in die griechische Geschichtsschreibung. Von Hekataios bis Zosimos
Darmstadt (WBG) 1992
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2526  Weber-Schäfer, Peter
Das politische Denken der Griechen : klassische Politik von der Tragödie bis zu Polybios ; die Tragödie, Thukydides, Platons Politeia, Aristoteles, Polybios
München : List, 1969
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2761  Zosimos / Veh, Otto
Neue Geschichte, Vorwort von Otto Veh. Beiträge von Rebenich, Stefan. Bearbeitet von Rebenich, Stefan. Übersetzt von Veh, Otto
Stuttgart, Hiersemann, 1990
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