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Platon, Phaidon 61c - 62c

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V.
V.
Ταῦτα οὖν, ὦ Κέβης, Εὐήνῳ φράζε, καὶ ἐρρῶσθαι καί, ἂν σωφρονῇ, ἐμὲ διώκειν ὡς τάχιστα. ἄπειμι δέ, ὡς [61c] ἔοικε, τήμερον· κελεύουσι γὰρ Ἀθηναῖοι.
Dies also, o Kebes, sage dem Euenos, und er solle wohl leben und, wenn er klug wäre, mir nachkommen. Ich gehe aber, wie ihr seht, heute, denn die Athener befehlen es.
Καὶ ὁ Σιμμίας, Οἷον παρακελεύῃ, ἔφη, τοῦτο, ὦ Σώκρατες, Εὐήνῳ. πολλὰ γὰρ ἤδη ἐντετύχηκα τῷ ἀνδρί· σχεδὸν οὖν, ἐξ ὧν ἐγὼ ᾔσθημαι, οὐδ' ὁπωστιοῦν σοι ἑκὼν εἶναι πείσεται. Τί δέ; ἦ δ' ὅς, οὐ φιλόσοφος Εὔηνος; Ἔμοιγε δοκεῖ, ἔφη ὁ Σιμμίας. Ἐθελήσει τοίνυν καὶ Εὔηνος καὶ πᾶς, ὅτῳ ἀξίως τούτου τοῦ πράγματος μέτεστιν. οὐ μέντοι ἴσως βιάσεται αὑτόν· οὐ γάρ φασι θεμιτὸν εἶναι. Καὶ ἅμα λέγων ταῦτα καθῆκε τὰ σκέλη ἐπὶ [61d] τὴν γῆν, καὶ καθεζόμενος οὕτως ἤδη τὰ λοιπὰ διελέγετο.
Da sagte Simmias; Was lässt du doch da dem Euenos sagen, o Sokrates? Ich habe schon den Mann getroffen; aber soviel ich gemerkt habe, wird er auch nicht die mindeste Lust haben, dir zu folgen. Wieso? fragte er, ist Euenos kein Philosoph? Das glaube ich schon, sprach Simmias. Nun, so wird er auch wollen, er und jeder, der würdig an diesem Geschäfte teilnimmt. Nur Gewalt wird er sich doch nicht selbst antun; denn dies, sagen sie, sei nicht recht. Und als er dies sagte, ließ er seine Beine von dem Bett wieder herunter auf die Erde, und so sitzend sprach er das übrige. 
Ἤρετο οὖν αὐτὸν ὁ Κέβης· Πῶς τοῦτο λέγεις, ὦ Σώκρατες, τὸ μὴ θεμιτὸν εἶναι ἑαυτὸν βιάζεσθαι, ἐθέλειν δ' ἂν τῷ ἀποθνῄσκοντι τὸν φιλόσοφον ἕπεσθαι; Τί δέ, ὦ Κέβης; οὐκ ἀκηκόατε σύ τε καὶ Σιμμίας περὶ τῶν τοιούτων Φιλολάῳ συγγεγονότες; Οὐδέν γε σαφές, ὦ Σώκρατες. Ἀλλὰ μὴν καὶ ἐγὼ ἐξ ἀκοῆς περὶ αὐτῶν λέγω· ἃ μὲν οὖν τυγχάνω ἀκηκοὼς φθόνος οὐδεὶς λέγειν. καὶ γὰρ ἴσως καὶ μάλιστα πρέπει μέλλοντα [61e] ἐκεῖσε ἀποδημεῖν διασκοπεῖν τε καὶ μυθολογεῖν περὶ τῆς ἀποδημίας τῆς ἐκεῖ, ποίαν τινὰ αὐτὴν οἰόμεθα εἶναι· τί γὰρ ἄν τις καὶ ποιοῖ ἄλλο ἐν τῷ μέχρι ἡλίου δυσμῶν χρόνῳ;
Kebes fragte ihn nun: Wie meinst du das, o Sokrates, dass es nicht recht sei, sich selbst Leides zu tun, dass aber doch der Philosoph dem Sterbenden zu folgen wünsche? Wie, Kebes? Habt ihr über diese Dinge nichts gehört, du und Simmias, als ihr mit dem Philolaos zusammenwart? Nichts Genaues wenigstens, Sokrates. Auch ich kann freilich nur vom Hörensagen davon reden; was ich aber gehört, bin ich gar nicht abgeneigt, euch zu sagen. Auch ziemt es sich ja wohl am besten, dass der, welcher dabei ist, dorthin zu wandern, nachsinne und sich Bilder mache über die Reise dorthin, wie man sie sich wohl zu denken habe. Was könnte einer auch wohl noch weiter tun in der Zeit bis zum Untergang der Sonne?
VI.
VI.
Κατὰ τί δὴ οὖν ποτε οὔ φασι θεμιτὸν εἶναι αὐτὸν ἑαυτὸν ἀποκτεινύναι, ὦ Σώκρατες; ἤδη γὰρ ἔγωγε, ὅπερ νυνδὴ σὺ ἤρου, καὶ Φιλολάου ἤκουσα, ὅτε παρ' ἡμῖν διῃτᾶτο, ἤδη δὲ καὶ ἄλλων τινῶν, ὡς οὐ δέοι τοῦτο ποιεῖν· σαφὲς δὲ περὶ αὐτῶν οὐδενὸς πώποτε οὐδὲν ἀκήκοα.
Weshalb also sagen sie, es sei nicht recht, sich selbst zu töten, o Sokrates? Denn ich habe das, wonach du eben fragtest, auch schon vom Philolaos gehört, als er sich bei uns aufhielt, und auch schon von andern, dass man dies nicht tun dürfe. Genaues aber habe ich von keinem jemals etwas darüber gehört.
[62a] Ἀλλὰ προθυμεῖσθαι χρή, ἔφη· τάχα γὰρ ἂν καὶ ἀκούσαις. ἴσως μέντοι θαυμαστόν σοι φανεῖται εἰ τοῦτο μόνον τῶν ἄλλων ἁπάντων ἁπλοῦν ἐστιν, καὶ οὐδέποτε τυγχάνει τῷ ἀνθρώπῳ, ὥσπερ καὶ τἆλλα, ἔστιν ὅτε καὶ οἷς βέλτιον [ὂν] τεθνάναι ἢ ζῆν, οἷς δὲ βέλτιον τεθνάναι, θαυμαστὸν ἴσως σοι φαίνεται εἰ τούτοις τοῖς ἀνθρώποις μὴ ὅσιον αὐτοὺς ἑαυτοὺς εὖ ποιεῖν, ἀλλὰ ἄλλον δεῖ περιμένειν εὐεργέτην.
So musst du dich noch weiter bemühen, sagte er, du kannst es ja wohl noch hören. Vielleicht aber kommt es dir auch verwunderlich vor, dass dies ganz allein schlechthin so sein soll, und auf keine Weise, wie doch sonst überall, nur bisweilen und nur für einige Menschen: nämlich es sei besser tot zu sein als zu leben. Und es wird dir verwunderlich vorkommen, dass es den Menschen, für die es besser wäre, tot zu sein, nicht erlaubt sein solle, sich selbst wohl zu tun, sondern dass sie einen andern Wohltäter erwarten sollen.
Καὶ ὁ Κέβης ἠρέμα ἐπιγελάσας, Ἴττω Ζεύς, ἔφη, τῇ αὑτοῦ φωνῇ εἰπών. Καὶ γὰρ ἂν δόξειεν, ἔφη ὁ [62b] Σωκράτης, οὕτω γ' εἶναι ἄλογον· οὐ μέντοι ἀλλ' ἴσως γ' ἔχει τινὰ λόγον. ὁ μὲν οὖν ἐν ἀπορρήτοις λεγόμενος περὶ αὐτῶν λόγος, ὡς ἔν τινι φρουρᾷ ἐσμεν οἱ ἄνθρωποι καὶ οὐ δεῖ δὴ ἑαυτὸν ἐκ ταύτης λύειν οὐδ' ἀποδιδράσκειν, μέγας τέ τίς μοι φαίνεται καὶ οὐ ῥᾴδιος διιδεῖν· οὐ μέντοι ἀλλὰ τόδε γέ μοι δοκεῖ, ὦ Κέβης, εὖ λέγεσθαι, τὸ θεοὺς εἶναι ἡμῶν τοὺς ἐπιμελουμένους καὶ ἡμᾶς τοὺς ἀνθρώπους ἓν τῶν κτημάτων τοῖς θεοῖς εἶναι. ἢ σοὶ οὐ δοκεῖ οὕτως;
Da sagte Kebes mit leichtem Lächeln und in seiner Mundart: Das mag Gott wissen. Es kann freilich so scheinen, unvernünftig zu sein, sprach Sokrates, aber es hat doch auch wieder einigen Grund. Denn was darüber in den Geheimlehren gesagt wird, dass wir Menschen gleichsam auf einem Wachposten sind und man sich daraus nicht selbst losmachen und davongehen dürfe, das erscheint mir doch als eine gewichtige Rede und gar nicht leicht zu durchschauen. Wie denn auch dieses, o Kebes, mir ganz richtig gesprochen scheint, dass die Götter unsere Hüter und wir Menschen eine von den Herden der Götter sind. Oder scheint es dir nicht so?
Ἔμοιγε, φησὶν ὁ Κέβης. Οὐκοῦν, ἦ δ' ὅς, καὶ [62c] σὺ ἂν τῶν σαυτοῦ κτημάτων εἴ τι αὐτὸ ἑαυτὸ ἀποκτεινύοι, μὴ σημήναντός σου, ὅτι βούλει αὐτὸ τεθνάναι, χαλεπαίνοις ἂν αὐτῷ καί, εἴ τινα ἔχοις τιμωρίαν, τιμωροῖο ἄν; Πάνυ γ', ἔφη. Ἴσως τοίνυν ταύτῃ οὐκ ἄλογον μὴ πρότερον αὑτὸν ἀποκτεινύναι δεῖν, πρὶν ἀνάγκην τινὰ θεὸς ἐπιπέμψῃ, ὥσπερ καὶ τὴν νῦν ἡμῖν παροῦσαν.
Allerdings, sagte Kebes. Also auch du würdest gewiss, wenn ein Stück aus deiner Herde sich selbst tötete, ohne dass du angedeutet hättest, dass du wolltest, es solle sterben, diesem zürnen und, wenn du noch eine Strafe wüsstest, es bestrafen? Ganz gewiss, sagte er. Auf diese Weise nun wäre es also wohl nicht unvernünftig, dass man sich nicht eher  selbst töten dürfe, als der Gott eine Notwendigkeit dazu verfügt hat, wie die jetzt uns gewordene?

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