xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> Der Er-Mythos in Platons Staat: Das Schicksal der Seelen im Jenseits (Plat.Polit.617d - 619b)

 

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Der Er-Mythos

Das Schicksal der Seelen im Jenseits

Platon, Politeia 613e - 621d
3.) 617d - 619b

 

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Σφᾶς οὖν, ἐπειδὴ ἀφικέσθαι, εὐθὺς δεῖν ἰέναι πρὸς τὴν Λάχεσιν.  προφήτην οὖν τινα σφᾶς πρῶτον μὲν ἐν τάξει διαστῆσαι, ἔπειτα λαβόντα ἐκ τῶν τῆς Λαχέσεως γονάτων κλήρους τε καὶ βίων παραδείγματα, ἀναβάντα ἐπί τι βῆμα ὑψηλὸν εἰπεῖν·
Als sie nun ankamen, hätten sie sogleich zur Lachesis gehen müssen. Ein Prophet aber habe sie zuerst der Ordnung nach aufgestellt, dann aus der Lachesis Schoß Lose genommen und Lebensmuster; dann sei er auf eine hohe Bühne gestiegen und habe gesagt:
"Ἀνάγκης θυγατρὸς κόρης, Λαχέσεως λόγος. Ψυχαὶ ἐφήμεροι, ἀρχὴ ἄλλης περιόδου θνητοῦ γένους θανατηφόρου. οὐχ ὑμᾶς (e) δαίμων λήξεται, ἀλλ' ὑμεῖς δαίμονα αἱρήσεσθε. πρῶτος δ' ὁ λαχὼν πρῶτος αἱρείσθω βίον, ᾧ συνέσται ἐξ ἀνάγκης. ἀρετὴ δὲ ἀδέσποτον, ἣν τιμῶν καὶ ἀτιμάζων πλέον καὶ ἔλαττον αὐτῆς ἕκαστος ἕξει. αἰτία ἑλομένου· θεὸς ἀναίτιος." 
"Dies ist der Tochter der Notwendigkeit, der jungfräulichen Lachesis, Rede. Eintagsseelen! Ein weiterer todbringender Umlauf beginnt für das sterbliche Geschlecht. Nicht euch wird der Dämon erlosen, sondern ihr werdet den Dämon wählen. Wer aber zuerst  gelost hat, wähle zuerst die Lebensbahn, der er dann notwendig verbunden bleibt. Die Tugend ist herrenlos. Jeder wird, je nachdem er sie mehr oder weniger achtet oder missachtet, auch mehr oder weniger von ihr haben. Die Schuld liegt beim Wählenden; Gott ist schuldlos.
Ταῦτα εἰπόντα ῥῖψαι ἐπὶ πάντας τοὺς κλήρους, τὸν δὲ παρ' αὑτὸν πεσόντα ἕκαστον ἀναιρεῖσθαι πλὴν οὗ, ἓ δὲ οὐκ ἐᾶν· τῷ δὲ ἀνελομένῳ δῆλον εἶναι ὁπόστος εἰλήχει. (618a) μετὰ δὲ τοῦτο αὖθις τὰ τῶν βίων παραδείγματα εἰς τὸ πρόσθεν σφῶν θεῖναι ἐπὶ τὴν γῆν, πολὺ πλείω τῶν παρόντων. εἶναι δὲ παντοδαπά· ζῴων τε γὰρ πάντων βίους καὶ δὴ καὶ τοὺς ἀνθρωπίνους ἅπαντας. τυραννίδας τε γὰρ ἐν αὐτοῖς εἶναι, τὰς μὲν διατελεῖς, τὰς δὲ καὶ μεταξὺ διαφθειρομένας καὶ εἰς πενίας τε καὶ φυγὰς καὶ εἰς πτωχείας τελευτώσας· εἶναι δὲ καὶ δοκίμων ἀνδρῶν βίους, τοὺς μὲν ἐπὶ εἴδεσιν καὶ κατὰ κάλλη καὶ τὴν ἄλλην ἰσχύν τε (b) καὶ ἀγωνίαν, τοὺς δ' ἐπὶ γένεσιν καὶ προγόνων ἀρεταῖς, καὶ ἀδοκίμων κατὰ ταῦτα, ὡσαύτως δὲ καὶ γυναικῶν. 
Nach diesen Worten habe er die Lose unter alle geworfen; jeder habe das ihm zufallende aufgehoben, nur er nicht, ihn habe er nicht gelassen. Wer es nun aufhob, wusste, die wievielte Stelle er erlost hatte. Gleich danach habe er die Lebensmuster vor sie auf die Erde gelegt, viel mehr als anwesend waren. Es seien vielerlei gewesen, die Lebensformen aller Tiere nämlich und alle menschlichen. Darunter seien Gewaltherrschaften gewesen, einige anhaltend, andere scheiterten mitten drin und endeten in Armut, Verbannung und Not. Auch die Lebensform von Männern, die teils wegen ihres Aussehens angesehen waren, ihrer Schönheit wegen oder sonst wegen körperlicher Stärke und Kampfbereitschaft, teils ihrer Abkunft und der Leistungen ihrer Vorfahren  wegen; auch von Männern, die entsprechend unberühmt waren, ebenso auch von Frauen. 
Ψυχῆς δὲ τάξιν οὐκ ἐνεῖναι διὰ τὸ ἀναγκαίως ἔχειν ἄλλον ἑλομένην βίον ἀλλοίαν γίγνεσθαι· τὰ δ' ἄλλα ἀλλήλοις τε καὶ πλούτοις καὶ πενίαις, τὰ δὲ νόσοις, τὰ δ' ὑγιείαις μεμεῖχθαι, τὰ δὲ καὶ μεσοῦν τούτων. ἔνθα δή, ὡς ἔοικεν, ὦ φίλε Γλαύκων, ὁ πᾶς κίνδυνος ἀνθρώπῳ, καὶ διὰ ταῦτα μάλιστα ἐπιμελητέον, ὅπως ἕκαστος ἡμῶν (c) τῶν ἄλλων μαθημάτων ἀμελήσας τούτου τοῦ μαθήματος καὶ ζητητὴς καὶ μαθητὴς ἔσται, ἐάν ποθεν οἷός τ' ᾖ, μαθεῖν καὶ ἐξευρεῖν, τίς αὐτὸν ποιήσει δυνατὸν καὶ ἐπιστήμονα, βίον καὶ χρηστὸν καὶ πονηρὸν διαγιγνώσκοντα, τὸν βελτίω ἐκ τῶν δυνατῶν ἀεὶ πανταχοῦ αἱρεῖσθαι· ἀναλογιζόμενον πάντα τὰ νυνδὴ ῥηθέντα καὶ συντιθέμενα ἀλλήλοις καὶ διαιρούμενα πρὸς ἀρετὴν βίου πῶς ἔχει, εἰδέναι τί κάλλος πενίᾳ ἢ πλούτῳ κραθὲν (d) καὶ μετὰ ποίας τινὸς ψυχῆς ἕξεως κακὸν ἢ ἀγαθὸν ἐργάζεται, καὶ τί εὐγένειαι καὶ δυσγένειαι καὶ ἰδιωτεῖαι καὶ ἀρχαὶ καὶ ἰσχύες καὶ ἀσθένειαι καὶ εὐμαθίαι καὶ δυσμαθίαι καὶ πάντα τὰ τοιαῦτα τῶν φύσει περὶ ψυχὴν ὄντων καὶ τῶν ἐπικτήτων τί συγκεραννύμενα πρὸς ἄλληλα ἐργάζεται, ὥστε ἐξ ἁπάντων αὐτῶν δυνατὸν εἶναι συλλογισάμενον αἱρεῖσθαι, πρὸς τὴν τῆς ψυχῆς φύσιν ἀποβλέποντα, τόν τε χείρω καὶ τὸν ἀμείνω βίον, χείρω (e) μὲν καλοῦντα, ὃς αὐτὴν ἐκεῖσε ἄξει, εἰς τὸ ἀδικωτέραν γίγνεσθαι, ἀμείνω δὲ, ὅστις εἰς τὸ δικαιοτέραν. 
Eine Ordnung der Seele aber habe es nicht gegeben, weil jede, die eine andere Lebensform wählt, auch anders werden muss.  Alles andere sei miteinander und mit Reichtum und Armut, Krankheit oder Gesundheit vermischt; einiges liege auch mitten dazwischen. Darin liegt nun, lieber Glaukon, für den Menschen offenbar alle Gefahr, und deshalb ist mit Nachdruck dafür zu sorgen, dass jeder von uns jedes Wissen sonst zurückstellt und, sofern er kann, sich ernsthaft nur darum bemüht, das Wissen zu suchen und zu gewinnen, wer ihn fähig und kundig macht, gute und schlechte Lebensformen zu unterscheiden und so nach Möglichkeit immer und überall die bessere auszuwählen. Er soll bedenken, wie alles, was eben gesagt, einander zugeordnet und miteinander verglichen wurde, sich auf die Lebensqualität auswirkt. Er soll wissen, was Schönheit gepaart mit Armut oder Reichtum bei einer bestimmten seelischen Verfassung  Schlechtes oder Gutes bewirkt; weiterhin, was edle und unedle Geburt, ein Leben in  Zurückgezogenheit oder in politischen Ämtern, was Stärke und Schwäche, leichte Auffassung und Lernschwäche und alles, was von dieser Art der Seele angeboren oder von ihr erworben in gegenseitiger Mischung bewirkt. So kommt er in die Lage, mit Blick auf die Natur der Seele aus all dem bewusst die schlechtere und bessere Lebensform auszuwählen; wobei er die als schlechter bezeichnet, die die Seele dahin bringt, dass sie ungerechter wird, als besser die, dass gerechter. 
Τὰ δὲ ἄλλα πάντα χαίρειν ἐάσει· ἑωράκαμεν γὰρ ὅτι ζῶντί τε καὶ τελευτήσαντι αὕτη κρατίστη αἵρεσις. ἀδαμαντίνως (619a) δὴ δεῖ ταύτην τὴν δόξαν ἔχοντα εἰς Ἅιδου ἰέναι, ὅπως ἂν ᾖ καὶ ἐκεῖ ἀνέκπληκτος ὑπὸ πλούτων τε καὶ τῶν τοιούτων κακῶν, καὶ μὴ ἐμπεσὼν εἰς τυραννίδας καὶ ἄλλας τοιαύτας πράξεις πολλὰ μὲν ἐργάσηται καὶ ἀνήκεστα κακά, ἔτι δὲ αὐτὸς μείζω πάθῃ, ἀλλὰ γνῷ τὸν μέσον ἀεὶ τῶν τοιούτων βίον αἱρεῖσθαι καὶ φεύγειν τὰ ὑπερβάλλοντα ἑκατέρωσε καὶ ἐν τῷδε τῷ βίῳ κατὰ τὸ δυνατὸν καὶ ἐν παντὶ τῷ ἔπειτα· οὕτω γὰρ εὐδαιμονέστατος (b) γίγνεται ἄνθρωπος.  
 Alles andere aber lässt er sein; denn wir haben gesehen, dass dies für sein Leben und seinen Tod die beste Wahl ist. Stahlhart wird er mit dieser Überzeugung in den Hades gehen, damit er auch dort unbeeindruckt von Reichtum und Gewaltherrschaft und sonst derartigen Lastern bleibt; damit er nicht, weil er zum   Gewaltherrscher wird oder sonst viel derartiges tut, viel unheilbares Leid anrichtet und noch mehr selbst erleidet. Vielmehr soll er aus Einsicht jeweils die mittlere Lebensform dazwischen wählen und das Übermaß nach beiden Seiten meiden, so gut er kann in diesem Leben und in allem, was dem folgt. Denn so wird der Mensch am glücklichsten. 

Es liegt die Übersetzung von Schleiermacher zugrunde

Sententiae excerptae:
w38
Literatur:

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802  Arends, J.E.M
Einheit der Polis. Eine Studie über Platons Staat
Leiden/New York (Brill) 1988; Mnemos.Suppl.106, Leiden (Brill) 1988
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1561  Ballauff, T.
Idee der Paideia.. zu Plat.Höhlengleichnis u.Parmenides Lehrged
Bonn 1949
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1008  Balzert, M.
Das 'Trojanische Pferd der Moral'. Die Gyges-Geschichte bei Platon und Cicero.
in: AU 39, 3/1996, 49-68
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1017  Demandt, A.
Der Idealstaat. Die politischen Theorien der Antike
Köln 1993
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2280  Hoffmann, Ernst
Platon
Zürich, Artemis 1950
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579  Meyerhöfer, H.
Platons Politeia - Ciceros De re publica. Versuch eines Vergleichs
in: Anr 33/4,1987,218
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4480  Neumann, Peter
Die Rezeption von Platons Atlantis in der 'Utopia' des Thomas Morus
GRIN Verlag , 1,2011
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2332  Pöhlmann, R.v.
Geschichte der sozialen Frage und des Sozialismus in der antiken Welt, I/II; 3. Aufl., durchges. u. um einen Anhang verm. v. Fr. Oertel. I-II
München (Beck) 1912; 3/1925
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2333  Pöhlmann, R.v.
Salin, E. Zenons Politeia. Xenophons Kyrupädie. Theopompos' Meropis
in: Platon u.die griechische Utopie, München 1921
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4481  Schölderle, Thomas
Utopia und Utopie: Thomas Morus, die Geschichte der Utopie und die Kontroverse um ihren Begriff
Baden-Baden : Nomos, 1,2011
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2642  Unruh, Peter
Sokrates und die Pflicht zum Rechtsgehorsam, eine Analyse von Platons "Kriton"
Baden-Baden: Nomos (Studien zur Rechtsphilosophie und Rechtstheorie 26) 2000
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