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Homer, Ilias 6, 237-311

Welt des Krieges - Welt des Friedens: Hektor kehrt nach Troja zurück

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Hom.Il.6,237-311
 
1.) Hom.Il.6,237-240: Begegnung mit den anonymen Frauen    

Ἕκτωρ δ' ὡς Σκαιάς τε πύλας καὶ φηγὸν ἵκανεν,
ἀμφ' ἄρα μιν Τρώων ἄλοχοι θέον ἠδὲ θύγατρες
εἰρόμεναι παῖδάς τε κασιγνήτους τε ἔτας τε
καὶ πόσιας· ὃ δ' ἔπειτα θεοῖς εὔχεσθαι ἀνώγει.

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Als nun Hektor an das Skaische Tor und an die Buche gekommen, umringten ihn eilig der Troer Gemahlinnen und Töchter, sich erkundigend um die Söhne, Brüder, Freunde und Gemahle; und er hieß sie darauf zu den Göttern flehn. [Übersetzung nach J.St.Zauper]
Aufgaben:
  1. Beachten Sie, dass in diesem kurzen Textabschnitt zwei gegenläufige Bewegungen aufeinandertreffen, bzw. sich kreuzen!
    1. Beschreiben Sie die beiden Bereiche, die mit diesen gegenläufigen Bewegungen verbunden sind!
    2. Welche symbolhafte Bedeutung gewinnen vor diesem Hintergrund das "Skäische Tor" und die "Eiche" [237]?
    3. Wie antwortet Hektor den Fragen und Bedürfnissen der anonymen Frauen?
    4. Aus wessen Sicht und mit welcher Perspektive ist das schicksalsschwere Wort πολλῇσι δὲ κήδε' ἐφῆπτο [240] gesprochen?
    5. Zeigen Sie, dass in den Fragen der Τρώων ἄλοχοι nach den παῖδάς τε κασιγνήτους τε ἔτας τε [240] καὶ πόσιας auch das Schicksal Hektors angesprochen ist, dass diese kurze Szene den folgenden motivisch präludiert!
2.) Hom.Il.6,241-262: Begegnung mit der Mutter Hekabe    

ἀλλ' ὅτε δὴ Πριάμοιο δόμον περικαλλέ' ἵκανε [...]
ἔνθά οἱ ἠπιόδωρος ἐναντίη ἤλυθε μήτηρ
Λαοδίκην ἐσάγουσα θυγατρῶν εἶδος ἀρίστην·
ἔν τ' ἄρα οἱ φῦ χειρὶ ἔπος τ' ἔφατ' ἔκ τ' ὀνόμαζε·
τέκνον τίπτε λιπὼν πόλεμον θρασὺν εἰλήλουθας;

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Und schon war er Priamos' herrlichem Palast genaht; [...] dort kam ihm die herrliche Mutter entgegen, die zur Laodike ging, der schönsten der Töchter; und sie fasst' ihm die Hand, und sprach, und redete also: Sohn, was bist du, den tobenden Krieg verlassend, gekommen?
ἦ μάλα δὴ τείρουσι δυσώνυμοι υἷες Ἀχαιῶν
μαρνάμενοι περὶ ἄστυ· σὲ δ' ἐνθάδε θυμὸς ἀνῆκεν
ἐλθόντ' ἐξ ἄκρης πόλιος Διὶ χεῖρας ἀνασχεῖν.
ἀλλὰ μέν' ὄφρά κέ τοι μελιηδέα οἶνον ἐνείκω,
ὡς σπείσῃς Διὶ πατρὶ καὶ ἄλλοις ἀθανάτοισι
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Gewiss drängen uns die verrufenen Achaier schon sehr, um unsere Stadt kämpfend; und doch trieb dein Herz dich, hierher zu kommen, und von der Höhe der Burg zu Zeus die Hände zu erheben. Aber bleibe, bis ich dir honiglieblichen Wein bringe, dass du zuvor dem Vater Zeus sprengest,
πρῶτον, ἔπειτα δὲ καὐτὸς ὀνήσεαι αἴ κε πίῃσθα.
ἀνδρὶ δὲ κεκμηῶτι μένος μέγα οἶνος ἀέξει,
ὡς τύνη κέκμηκας ἀμύνων σοῖσιν ἔτῃσι.
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und den andern Unsterblichen, hernach, dich selbst zu erquicken, ihn verkostest; denn dem ermüdeten Mann stählt der Wein die Kraft gar sehr, so wie du, deinen Angehörigen beistehend, dich ermüdest." [Übersetzung nach J.St.Zauper]
Aufgaben:
  1. Warum kommt Hekabe ihrem Sohn Hektor nicht ebenso weit entgegen, wie ihm die anderen Frauen entgegenkommen?
    • Es würde der Würde der Königin widersprechen, dem Sohn ebenso weit entgegen zu kommen wie die Repräsentantinnen der Durchschnittsfrau. Allerdings bleibt sie auch nicht wie Priamos in den Palast entrückt.
    • Der Dichter arbeitet die Wegstationen Hektors dramaturgisch geschickt heraus: von außen nach innen, von der Peripherie ins Zentrum,  vom Fremden zum Eigenen: Mitbürgerinnen, Mutter, Bruder, Gattin und Sohn.
  2. Wie beurteilen Sie die Art der Begrüßung: herzlich oder distanziert? Schließen Sie daraus auf die Charakterisierung Hekabes als Königin und Mutter und Hektors als Stadtbeschützer und Sohn!
    • Die Begrüßung verbindet Herzlichkeit mit Würde. Sie anerkennt die Verpflichtung Hektors in seiner offiziellen Verantwortung im Dienst an der Stadt, geht aber bald über in mütterliche Sorge um das persönliche Wohlbefinden des Sohnes; und darauf scheint sie (nach ihrer Eile und der Reihenfolge zu urteilen) das Hauptgewicht zulegen.
  3. Hekabe scheint ihre Frage nach dem Grund seines Kommens mehr rhetorisch zu stellen, denn die Antwort gibt sie selbst. In welcher Rolle sieht sie den Sohn? Trifft ihre Erwartung zu?
    • Im wesentlichen trifft ihre Erwartung zu: Ihr Sohn vergisst über seiner militärischen Aufgabe nicht seine religiöse Pflicht. Sie täuscht sich nur in der Konkretisierung: nicht Zeus, sondern Athene; nicht der Sohn, sondern die Frauen. Er ist der verantwortungsvolle Verteidiger der Stadt, der bereits in die Nachfolge seines Vaters hineingewachsen ist.
      • Warum eigentlich nicht der Sohn? - Auch hiergegen sprechen dramaturgische Gründe: Das Opfer ist Deckszene für das eigentliche Anliegen Hektors, seine Begegnung mit Andromache und Astyanax.
      • Warum eigentlich nicht Zeus? - mehrere Gründe:
        a) Das wäre wohl doch des Priamos Aufgabe gewesen, die Hektor auch jetzt nicht einfach an sich reißen darf;
        b) Diomedes steht unter dem besonderen Schutz Athenes. Also muss man versuchen, sie gegen ihn einzunehmen.
        c) Dramaturgischer Aspekt: Das Opfer für Athene war Aufgabe der Frauen. Sie werden dadurch gebunden und die Bühne frei für die vertrauliche Begegnung mit Andromache.  
3.) Hom.Il.6,263-285: Hektors Antwort an Hekabe    

τὴν δ' ἠμείβετ' ἔπειτα μέγας κορυθαίολος Ἕκτωρ·
μή μοι οἶνον ἄειρε μελίφρονα πότνια μῆτερ,

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Darauf entgegnete ihr der große helmbebuschte Hektor: "Bringe mir keinen herzerfreuenden Wein, verehrte Mutter,
μή μ' ἀπογυιώσῃς μένεος, ἀλκῆς τε λάθωμαι·
χερσὶ δ' ἀνίπτοισιν Διὶ λείβειν αἴθοπα οἶνον
ἅζομαι· οὐδέ πῃ ἔστι κελαινεφέϊ Κρονίωνι
αἵματι καὶ λύθρῳ πεπαλαγμένον εὐχετάασθαι.
ἀλλὰ σὺ μὲν πρὸς νηὸν Ἀθηναίης ἀγελείης
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dass du mich nicht entnervest, und ich der Kraft und Stärke vergesse; mit ungewaschenen Händen dem Zeus blinkenden Wein zu gießen, scheue ich mich, und Frevel wär' es, dem schwarzumwölkten Kronion, befleckt mit Blut und Schlachtstaub, Gelübde zu bringen. Du aber wandle zum Tempel der Beutesammlerin Athene
ἔρχεο σὺν θυέεσσιν ἀολλίσσασα γεραιάς·
πέπλον δ', ὅς τίς τοι χαριέστατος ἠδὲ μέγιστος
ἔστιν ἐνὶ μεγάρῳ καί τοι πολὺ φίλτατος αὐτῇ,
τὸν θὲς Ἀθηναίης ἐπὶ γούνασιν ἠϋκόμοιο,
καί οἱ ὑποσχέσθαι δυοκαίδεκα βοῦς ἐνὶ νηῷ
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mit Opfergerüchen, nachdem du die Frauen gesammelt; und das Gewand, welches das köstlichste und größte ist im Gemach, und dir selbst das allerliebste, das lege auf den Schoß der schöngelockten Athene, und gelobe, ihr im Tempel zwölf Farren, einjährige,
ἤνις ἠκέστας ἱερευσέμεν, αἴ κ' ἐλεήσῃ
ἄστύ τε καὶ Τρώων ἀλόχους καὶ νήπια τέκνα,
αἴ κεν Τυδέος υἱὸν ἀπόσχῃ Ἰλίου ἱρῆς
ἄγριον αἰχμητὴν κρατερὸν μήστωρα φόβοιο.
ἀλλὰ σὺ μὲν πρὸς νηὸν Ἀθηναίης ἀγελείης
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unbejochte, zu weihen, wenn sie sich erbarme der Stadt, und der Troer Weiber und unmündigen Kinder, und des Tydeus Sohn vom heiligen Ilion abwehre, den wilden Lanzenschwinger und gewaltigen Schreckensgebieter.
ἔρχευ, ἐγὼ δὲ Πάριν μετελεύσομαι ὄφρα καλέσσω
αἴ κ' ἐθέλῃσ' εἰπόντος ἀκουέμεν· ὥς κέ οἱ αὖθι
γαῖα χάνοι· μέγα γάρ μιν Ὀλύμπιος ἔτρεφε πῆμα
Τρωσί τε καὶ Πριάμῳ μεγαλήτορι τοῖό τε παισίν.
εἰ κεῖνόν γε ἴδοιμι κατελθόντ' Ἄϊδος εἴσω
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Aber du wandle nun zum Tempel der Beutesammlerin Athene, ich gehe jedoch zum Paris, ihn aufzufordern, wenn er ja noch den Redenden hören will! o möchte sich ihm dort die Erde auftun! denn zum großem Verderben hat der Olympier ihn den Troern erzogen, und dem hochherzigen Priamos, und dessen Söhnen. Säh' ich ihn nur zum Ais hinuntersteigen,
φαίην κε φρέν' ἀτέρπου ὀϊζύος ἐκλελαθέσθαι. 285 dann, mein' ich, würde mein Herz vielleicht des unerfreulichen Mühsals vergessen." [Übersetzung nach J.St.Zauper]
Aufgaben:
  1. Hektors Antwort an seine Mutter klingt (mit zweimaligem μή) als eine recht schroffe Abweisung. Anschließend erteilt er ihr, statt auf ihre Wünsche und Vorschläge einzugehen, Aufträge. Lässt er es an der notwendigen Achtung gegenüber der Königin Mutter (πότνια μῆτερ, 264) fehlen?
    • Er erweist sich nicht als respektloser, sondern als erwachsener Sohn. Er redet ähnlich wie Telemach mit Penelope, als er von seiner Reise nach Pylos und Sparta gereift und erwachsen zurückkommt.
  2. Hektor urteilt überraschend offen und negativ über Paris
    1. Warum beendet Hektor, wenn er die Sachlage derart zu Paris' Ungunsten beurteilt, den Krieg nicht durch ein Machtwort gegenüber Paris und mit einem Verhandlungsangebot an die Griechen?
      • Der Versuch einer friedlichen Lösung erscheint durch das frühere Scheitern eines solchen Versuches (Pfeilschuss des Pandaros) illusionär;
      • Entscheidung liegt bei Priamos (nicht bei Hektor);
      • er kämpft nicht für Paris, sondern für Troja, seinen Vater, seine Mutter, Frau und Sohn.
4.) Hom.Il.6,286-296: Hekabe zu Hause    

ὣς ἔφαθ', ἣ δὲ μολοῦσα ποτὶ μέγαρ' ἀμφιπόλοισι
κέκλετο· ταὶ δ' ἄρ' ἀόλλισσαν κατὰ ἄστυ γεραιάς.
αὐτὴ δ' ἐς θάλαμον κατεβήσετο κηώεντα,
ἔνθ' ἔσάν οἱ πέπλοι παμποίκιλα ἔργα γυναικῶν

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So sprach er; sie aber, ins Gemach sich begebend, rief den Dienerinnen, welche rings in der Stadt die Frauen beschieden. Sie selbst stieg in die wohlduftende Kammer hinab, wo die mannigfachbunten Gewänder waren, Gewebe sidonischer Weiber,
Σιδονίων, τὰς αὐτὸς Ἀλέξανδρος θεοειδὴς
ἤγαγε Σιδονίηθεν ἐπιπλὼς εὐρέα πόντον,
τὴν ὁδὸν ἣν Ἑλένην περ ἀνήγαγεν εὐπατέρειαν·
τῶν ἕν' ἀειραμένη Ἑκάβη φέρε δῶρον Ἀθήνῃ,
ὃς κάλλιστος ἔην ποικίλμασιν ἠδὲ μέγιστος,
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die der göttergleiche Alexandros selbst von Sidon hergeführt, das weite Meer beschiffend, auf jenem Wege, auf welchem er Helena, die edelentsprossene, entführt; eines davon nahm Hekabe, und bracht' es zum Geschenke der Athene, welches das schönste war an bunter Stickerei, und das größte,
ἀστὴρ δ' ὣς ἀπέλαμπεν· ἔκειτο δὲ νείατος ἄλλων.
βῆ δ' ἰέναι, πολλαὶ δὲ μετεσσεύοντο γεραιαί.
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und wie ein Stern flimmerte, und von allen zu unterst lag; und sie eilte heftig dahin, ihr folgten viele Frauen. [Übersetzung nach J.St.Zauper]
Aufgaben:
  1. Welche zusätzliche Qualität (zu seiner besonderen Schönheit) gewinnt der von Hekabe ausgesuchte Peplos dadurch, dass er zu den von Paris mitgebrachten Beutegütern gehört?
    • Er rückt in unmittelbare Nähe zu Helena. Zwischen dem Sachgut und der Person ist nur ein qualitativer Unterschied. So kann der Peplos symbolhaft Helena geradezu vertreten:
      • wie Hekabe den schönen Peplos zuunterst in ihre Schatztruhe eingeordnet hat und als Gut hütet, so hat man auch Helena in die Familie aufgenommen und will sie nicht mehr herausgeben;
      • wie Hekabe jetzt den Schleier wort- und klaglos der Göttin opfert, wird man später Helena herausgeben müssen.
      • wie Hekabe nichts gegen Paris als denjenigen einwenden kann, der ihr diesen Peplos aus der Ferne geholt hat, kann sie (im Gegensatz zu Hektor) auch nichts gegen Paris als den haben, der Helena aus der Ferne heimgeholt hat: In auffälliger Weise lässt sie Hektors Kritik an Paris unbestätigt, aber auch unwidersprochen. Der Peplos bedeutet für sie dasselbe wie Helena.
  2. Welche Funktionen gewinnt dadurch der Opfergang der Würdenträgerinnen um Hekuba zum Athenatempel (zusätzlich)?
    • Das Opfer ist nach seiner vordergründigen Motivation der Versuch, Diomedes seine Helferin abspenstig zu machen, um sie für die Interessen Trojas zu gewinnen.
    • Dramaturgisch macht der Opfergang der Alten a) die Bühne frei für Hektors Begegnung mit seiner Gattin; bereitet b) den unmittelbaren Vergleich Hektors mit Priamos (Folientechnik) vor;
    • Sinnbildlich spiegelt der Peplos Helenas Schicksal wieder: Einvernahme, Behauptung, Herausgabe (Opfer) eines Beutegutes (Spiegeltechnik).
      • Eine Szene, die realiter ausführt, was hier nur angedeutet wird, ist die Rede, mit der Antenor (Ilias VII 347ff) die "aufgeregte" Versammlung der Troer eröffnet und die Rückgabe Helenas und aller Güter an die Atriden fordert. 
        Τρώων αὖτ' ἀγορὴ γένετ' Ἰλίου ἐν πόλει ἄκρῃ
        δεινὴ τετρηχυῖα, παρὰ Πριάμοιο θύρῃσι·
        τοῖσιν δ' Ἀντήνωρ πεπνυμένος ἦρχ' ἀγορεύειν·
        κέκλυτέ μευ Τρῶες καὶ Δάρδανοι ἠδ' ἐπίκουροι,
        ὄφρ' εἴπω τά με θυμὸς ἐνὶ στήθεσσι κελεύει.
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        Auch die Troer versammelten sich in der hohen Burg Ilions, schreckbar verwirrt an Priamos' Pforten. Unter ihnen begann Antenor, der verständige, zu reden: "Höret mich, Troer und Dardaner und Bundesgenossen, damit ich sage, was mir die Seele im Busen gebietet.
        δεῦτ' ἄγετ' Ἀργείην Ἑλένην καὶ κτήμαθ' ἅμ' αὐτῇ
        δώομεν Ἀτρεΐδῃσιν ἄγειν· νῦν δ' ὅρκια πιστὰ
        ψευσάμενοι μαχόμεσθα· τὼ οὔ νύ τι κέρδιον ἡμῖν
        ἔλπομαι ἐκτελέεσθαι, ἵνα μὴ ῥέξομεν ὧδε.
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        Wohlan! lassen wir die argeische Helena und mit ihr die Schätze den Atreiden zurückführen; jetzt kämpfen wir doch treulos am beschworenen Bund; daher hoffe ich keinen ersprießlichen Ausgang, wenn wir nicht also handeln." [Übersetzung nach J.St.Zauper]
      • Helena ist immer schon mit den Gütern verbunden. Um beide geht der Kampf. Wer das eine gibt, gibt auch das andere. So schon Il. III 69ff, wo Paris den Preis im Zweikampf mit Menelaos bestimmt:
        αὐτὰρ ἔμ' ἐν μέσσῳ καὶ ἀρηΐφιλον Μενέλαον
        συμβάλετ' ἀμφ' Ἑλένῃ καὶ κτήμασι πᾶσι μάχεσθαι·
        ὁππότερος δέ κε νικήσῃ κρείσσων τε γένηται,
        κτήμαθ' ἑλὼν εὖ πάντα γυναῖκά τε οἴκαδ' ἀγέσθω·
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        aber mich und den kampflustigen Menelaos lasset in der Mitte zusammenkommen, damit wir um Helena und die sämtlichen Schätze kämpfen; und wer immer sieget, und den andern überwältiget, nehme mit Fug die Schätze sämtlich, und führe das Weib nach Hause. [Übersetzung nach J.St.Zauper]
      • Paris' Kompromissangebot in seiner Antwort auf Antenor, die Güter zu geben, aber Helena zu behalten (VII 361ff), ist deswegen von vornherein illusorisch:
        αὐτὰρ ἐγὼ Τρώεσσι μεθ' ἱπποδάμοις ἀγορεύσω·
        ἀντικρὺ δ' ἀπόφημι γυναῖκα μὲν οὐκ ἀποδώσω·
        κτήματα δ' ὅσσ' ἀγόμην ἐξ Ἄργεος ἡμέτερον δῶ
        πάντ' ἐθέλω δόμεναι καὶ οἴκοθεν ἄλλ' ἐπιθεῖναι.
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        ich aber will zu den rossebändigenden Troern reden, und ich bekenne unverhohlen: das Weib gebe ich nicht heraus, die Schätze jedoch, soviel ich ihrer aus Argos in meine Wohnung weggeführt, alle will ich erstatten, und noch von meinen daheim zulegen. [Übersetzung nach J.St.Zauper]

       

5.) Hom.Il.6,297-331: Opfergang, Gebet und Verweigerung der Göttin    
αἳ δ' ὅτε νηὸν ἵκανον Ἀθήνης ἐν πόλει ἄκρῃ,
τῇσι θύρας ὤϊξε Θεανὼ καλλιπάρῃος
Κισσηῒς ἄλοχος Ἀντήνορος ἱπποδάμοιο·
τὴν γὰρ Τρῶες ἔθηκαν Ἀθηναίης ἱέρειαν.
αἳ δ' ὀλολυγῇ πᾶσαι Ἀθήνῃ χεῖρας ἀνέσχον·
ἣ δ' ἄρα πέπλον ἑλοῦσα Θεανὼ καλλιπάρῃος
θῆκεν Ἀθηναίης ἐπὶ γούνασιν ἠυκόμοιο,
εὐχομένη δ' ἠρᾶτο Διὸς κούρῃ μεγάλοιο·
πότνι' Ἀθηναίη ἐρυσίπτολι δῖα θεάων
ἆξον δὴ ἔγχος Διομήδεος, ἠδὲ καὶ αὐτὸν
πρηνέα δὸς πεσέειν Σκαιῶν προπάροιθε πυλάων,
ὄφρά τοι αὐτίκα νῦν δυοκαίδεκα βοῦς ἐνὶ νηῷ
ἤνις ἠκέστας ἱερεύσομεν, αἴ κ' ἐλεήσῃς
ἄστύ τε καὶ Τρώων ἀλόχους καὶ νήπια τέκνα.
ὣς ἔφατ' εὐχομένη, ἀνένευε δὲ Παλλὰς Ἀθήνη.
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Und als sie genahet dem Tempel der Athene, in der Burg der Stadt, öffnete ihnen die Tore die schönwangige Theano, des Kisseus Tochter, Gemahlin des rossebändigenden Antenor: denn die Troer hatten sie zur Priesterin der Athene gewählt. Da erhoben alle wehklagend die Hände zur Athene, und die schönwangige Theano nahm das Gewand , und legt es auf den Schoß der schönlockigen Athene, und betete mit Inbrunst zur Tochter des großen Zeus:
"Erhabene Athene, Stadtbeschützerin, herrlichste der Göttinnen, zerbreche des Diomedes Lanze, und lass ihn selbst häuptlings hinstürzen vor dem Skaischen Tore, dass wir dir jetzt sogleich im Tempel zwölf Farren weihen, einjährige, unbejochte, wenn du dich erbarmst der Stadt, und der Troer Weiber und unmündigen Kinder." So sprach sie gelobend, doch Pallas Athene neigte sich ab. [Übersetzung nach J.St.Zauper]
Aufgaben:
  1. Beschreiben Sie:
    1. die wesentlichen Elemente des Opferrituals!
    2. die konstitutiven Elemente der Gebetsform
  2. Vergleiche der Form nach das Gebet des Chryses an Apollo!
  3. Inwiefern liegt die Ablehnung der Opferbitte durch Athene in der Konsequenz des näheren und weiteren Handlungszusammenhangs?
  4. Lassen sich Elemente der Opferhandlung mit dem denen des Panathenäenfestes in Athen vergleichen?
Sententiae excerptae:
w38
184 Stultorum eventus magister est.
  "Durch Schaden wird der Narr klug."
  Liv.22,39,10 (vgl. Hom.Il.17,32; Plat.Symp.222b)
Literatur:

7 Funde
446  Bretzigheimer, F.
Hektor in Troia. Zu Hom.Il.6,237-529 und Il.24,697-804
in: Anr 15/1969,167-176
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180  Händel, P.
Hektors Lösung
in: Vretska: Festschr., Heidelberg 1970
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310  Metz, W.
Hektor als der homerischste aller homerischen Helden
in: Gymn 97/1990
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128  Schadewaldt, W.
Von Homers Welt und Werk. Aufsätze und Auslegungen zur Homerischen Frage
Stuttgart (Koehler) 4/1965
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376  Schadewaldt, W.
Hektor in der Ilias
in: Hellas und Hesperien I, Zürich 1970
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377  Schadewaldt, W.
Hektor und Andromache
in: Homers Welt und Werk, Stuttgart 1965
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378  Schadewaldt, W.
Hektors Tod
in: Homers Welt und Werk, Stuttgart 1965
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