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Systematische Grammatik der griechischen Sprache

Syntax - Kasuslehre

Nominativ

Gramm-Inh. Nominativ Akkusativ Dativ Genitiv I Genitiv II
 

Übersicht über die Nominativfunktionen

  1. Subjektskasus
  2. Kasus des Prädikatsnomens
  3. Apposition zum Vokativ
  4. Doppelter Nominativ
Alfonso Mannella: Comics und Äsop II ἔγραψεν
Alfonso Mannella
καἱ ὁ βραδὺς ταχὺς εἰς τὸ τέλος ἱκνεῖται

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1. Nominativ als Subjektskasus
Frage: "wer oder was?" Handlungsträger
ὁ ὄρνις ᾄδει der Vogel singt
οἱ τότε εὐδαίμονες ἦσαν die (Menschen) damals waren glückselig
τὰ δένδρα ὑψηλά ἐστιν die Bäume sind hoch
τὼ ἄνδρε ἐγγὺς ἐλθέτην die beiden Männer näherten sich

 

2. Nominativ als Kasus des Prädikatsnomens
τὰ δένδρα ὑψηλά ἐστιν die Bäume sind hoch
σοφία πᾶσι κόσμος ἐστίν Weisheit gereicht allen zur Zierde [kein Dat. fin.]

 

3. Appositionskasus zum Vokativ
ὑμεῖς, οἱ στρατιῶται, ἕπεσθε folgt, ihr Soldaten!
ὦ οὗτος σύ du da!

 

4. Doppelter Nominativ a) des Subjekts b) des Prädikativums
Frage: "wer als was?"
sein, werden
τοιοῦτός ἐστιν, οἷος φαίνεται er ist so, wie er scheint
Μήδεια γυνὴ πέφυκε Medea ist (von Natur) eine Frau
στρατηγὸς γίγνεταί τις jd. wird Feldherr
ἀπαίδευτοι ἀποβαίνουσιν sie erweisen sich als ungebildet
zu etwa gemacht werden
Κῦρος στρατηγὸ ἀπεδείχθη Kyros wurde zum Feldherrn ernannt
Κικέρων ὕπατος ᾑρέθη Cicero wurde zum Konsul gewählt
Θησεὺς βασιλεὺς κατέστη Theseus wurde (als) König (eingesetzt)
für etwas gehalten werden
φίλοι ἀγαθοὶ νομίζεσθε (κρίνεσθε) ihr geltet als gute Freunde
σοφοὶ κρινόμεθα man hält uns für weise
als etwas bezeichnet werden
Διογένης κύων καλεῖται Diogenes wird "Hund" genannt
Ἡράκλειτος σκοτεινὸς λέγεται Heraklit heißt "dunkel"
κόλακες ὑπὸ πάντων ἀκούουσιν sie werden von allen "Schmeichler" genannt
ἐπωνυμίαν αὐτῷ ἔθεντο δίκαιος (τὸν δίκαιον)
  1. sie gaben ihm den Beinamen "gerecht"

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Sententiae excerptae:
1860 Accusatores antiquitatis vitia tantum docemus et discimus.
  Als Kritiker des Altertums lernen und lehren wir nur Fehlerhaftes.
  Petron.88,6
14 adde, quod ingenuas didicisse fideliter artes | emollit mores nec sinit esse feros.
  Edle Künste getreu zu erlernen macht sanft den Charakter und nimmt ihm die Wildheit.
  Ov.Pont.2,9,47
1276 Alit lectio ingenium et studio fatigatum reficit.
  Die Lektüre nährt den Geist und lässt ihn sich erholen, wenn er von der Mühe erschöpft ist.
  Sen.epist.84,1
1340 Altius praecepta descendunt, quae teneris imprimuntur aetatibus.
  Lehren, die in zartem Alter verinnerlicht werden, dringen tiefer ein.
  Sen.dial.12,18,8
1829 An audirem sententias, cum fame morerer?
  Hätte ich mir etwa schöne Reden anhören sollen, als ich vor Hunger fast gestorben bin?
  Petron.10,1
1354 Antiqua sapientia nihil aliud quam facienda ac vitanda praecepit, et tunc longe meliores erant viri.
  Die alte Philosophie schrieb nur vor, was man tun und meiden muss; und damals waren die Menschen weit besser.
  Sen.epist.95,13 (Ariston)
1357 Apes debemus imitari et, quaecumque ex diversa lectione congessimus, separare, deinde adhibita ingenii nostri cura et facultate in unum saporem varia illa libamenta confundere.
  Wir müssen die Bienen nachahmen und jene vielfältigen Kostproben, die wir aus verschiedenen Büchern gesammelt haben, dann mit Sorgfalt und Geschick zu einem einheitlichen Geschmack vereinigen.
  Sen.epist.84,5
25 artibus ingenuis, quarum tibi maxima cura est, | pectora mollescunt asperitasque fugit
  durch edle Kunst, um die du dich am meisten mühst, | wird sanft das Herz, es flieht das Rauhe.
  Ov.Pont.1,6,7
26 asinus ad lyram
  Er passt wie der Esel zum Lautenschlagen
  Gell.3,16
1149 Facile transitur ad plures.
  Leicht tritt man zur Mehrheit über.
  Sen.epist.7,6
1916 Generosior spiritus vanitatem non amat.
  Ein edler Geist hält nichts vom eitlen Aufputz.
  Petron.118,3
1871 Ira feras quidem mentes obsidet, eruditas praelabitur
  Zorn haftet bei roher Sinnesart fest, bei gesitteter gleitet er ab.
  Petron.99,3
1600 Nihil liquet incertissimo regimine utentibus, fama.
  Denen, die sich der unsichersten Führerin, der (öffentlichen) Meinung, überlassen, ist nichts klar.
  Sen.epist.95,58
1915 Non concipere aut edere partum mens potest nisi ingenti flumine litterarum inundata
  Kein Talent ist zu der Empfängnis und der Geburt fähig, wenn es sich nicht mit dem gewaltigen Strom der Literatur getränkt hat
  Petron.118,3
1156 Non est, quod timeas, ne operam perdideris, si tibi didicisti.
  Du darfst nicht fürchten, deine Mühe verloren zu haben, wenn du etwas für dich gelernt hast.
  Sen.epist.7,9
1825 Nunc pueri in scholis ludunt, iuvenes ridentur in foro.
  Heutzutage spielen Kinder in der Schule und werden als junge Leute in der Öffentlichkeit ausgelacht.
  Petron.4,4
1565 Quemadmodum omnium rerum, sic litterarum quoque intemperantia laboramus: Non vitae sed scholae discimus.
  Mangel an Maß ist unser Fehler, in allem, auch in der Literatur; man lernt nur für die Schule, nicht für das Leben.
  Sen.epist.106,12.
1211 Remove existimationem hominum: dubia semper est et in partem utramque dividitur!
  Berufe Dich nicht auf das Urteil der Menschen: es ist immer unzuverlässig und neigt sich bald nach dieser, bald nach jener Seite! Sen.epist.26,6
 
1367 Vulgus animosa miratur et audaces in honore eunt, placidi pro inertibus habentur.
  Die Volksmasse bewundert Heldentaten, und die Hitzköpfe kommen zu Ehren. Die Friedfertigen gelten als Schlappschwänze.
  Sen.dial.5,41,2
Literatur:

6 Funde
3614  Ahrens, H.L.
De Graecae Linguae Dialectis, I,II,
Göttingen 1839/1843
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775  Anlauf, G.
Standard late Greek oder Attizismus? ..Optativgebrauch im nachklassischen Griechisch
Diss. Köln 1960
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978  Kühner, R. / Gerth, B.
Ausführliche Grammatik der griechischen Sprache (3. Aufl. bearbeitet von F. Blass und B. Gerth)
Hannover 1834-1835; 3/1890-1904
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4170  Nepos / Glücklich
Hannibal : Text mit Erläuterungen ; Arbeitsaufträge, Begleittexte, Stilistik und Übungen zu Grammatik und Texterschliessung. Von Hans-Joachim Glücklich und Stefan Reitzer
Göttingen : Vandenhoeck & Ruprecht, 4/1996
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3615  Thumb-Kieckers
Griechische Dialekte, I,II.
Heidelberg 1932/1959
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2630  Traut, Georg
Lexikon über die Formen der griech. Verba. Mit zwei Beilagen: Verzeichnis der Declinations- und Conjugations-Endungen; Grammatischer Schlüssel.
Meisenheim (Olms, Reprint der 1867 in Gießen erschienenen Ausgabe) 1986
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