| Video duas adhuc esse
sententias, unam D. Silani, qui censet eos, qui haec delere conati
sunt, morte esse multandos, alteram C. Caesaris, qui mortis poenam
removet, ceterorum suppliciorum omnes acerbitates amplectitur. uterque
et pro sua dignitate et pro rerum magnitudine in summa severitate
versatur. alter eos, qui nos omnes, qui populum Romanum vita privare
conati sunt, qui delere imperium, qui populi Romani nomen extinguere,
punctum temporis frui vita et hoc communi spiritu non putat oportere
atque hoc genus poenae saepe in inprobos civis in hac re publica
esse usurpatum recordatur. alter intellegit mortem ab dis inmortalibus
non esse supplicii causa constitutam, sed aut necessitatem naturae
aut laborum ac miseriarum quietem esse. itaque eam sapientes numquam
inviti, fortes saepe etiam libenter oppetiverunt. vincula vero,
et ea sempiterna, certe ad singularem poenam nefarii sceleris inventa
sunt. municipiis dispertiri iubet. adiungit gravem poenam municipiis,
si quis eorum vincula ruperit; horribiles custodias circumdat et
dignas scelere hominum perditorum; sancit, ne quis eorum poenam,
quos condemnat, aut per senatum aut per populum levare possit; eripit
etiam spem, quae sola hoÂmines in miseriis consolari solet. bona
praeterea publicari iubet, vitam solam relinquit nefariis hominibus;
quam si eripuisset, multos una dolores animi atque corporis et omnes
scelerum poenas ademisset. |
Ich sehe, dass
es bis jetzt zwei Anträge gibt, einer des D. Silanus, der meint,
dass die(jenigen), die dies (L: n. Pl.) zu zerstören versucht
haben, mit dem Tod bestraft werden müssten, der andere des
C. Caesar, der die Todesstrafe fernhält, (aber) alle Härten
der übrigen Strafen einbezieht. Jeder von beiden besteht (w.
hält sich auf) sowohl entsprechend seiner Würde als auch
entsprechend der Bedeutung der Vorfälle auf größter
Strenge. Der eine glaubt, dass es sich nicht gehöre (o. glaubt
nicht, dass es sich gehöre), dass diejenigen, die uns alle,
die das römische Volk des Lebens zu berauben, die das Reich
zu zerstören, die den Namen des römischen Volkes auszulöschen
versucht haben, (auch nur) einen Augenblick das Leben und diese
gemeinsame Luft genießen, und er erinnert sich, dass diese
Art der Strafe oft gegenüber ruchlosen Bürgern in diesem
Staat angewendet worden ist. Der andere vertritt die Auffassung,
dass der Tod von den unsterblichen Göttern nicht um der Strafe
willen festgesetzt worden ist, sondern entweder natürliche
Notwendigkeit oder Ruhe von Mühen und Elend ist. Daher sind
diesem (Tod) die Weisen niemals widerwillig, die Tapferen (aber)
oft sogar gerne entgegengegangen. Die Fesseln (o. das Gefängnis)
aber, und zwar auf Dauer (w. immerwährende), sind (ist) gewiss
zur einzigartigen Strafe für das ruchlose Verbrechen erfunden
worden. Er befiehlt, die Verurteilten auf die Landstädte zu
verteilen (w. dass die Verurteilten ... verteilt werden). Er verfügt
(w. verbindet) für die Landstädte schwere Bestrafung,
wenn jemand deren Fesseln (Haft) sprengen sollte (Konj. Perf. =
Potentialis); schreckliche und dem Verbrechen der verdorbenen Menschen
angemessene Wachen stellt er ringsum auf; er setzt fest, dass niemand
die Strafe derer, die er verurteilt, (= der Verurteilten) entweder
durch den Senat oder durch das Volk erleichtern kann; er nimmt auch
die Hoffnung, die allein (als einzige) die Menschen im Unglück
zu trösten pflegt; außerdem befiehlt er, (ihre) Güter
zu konfiszieren, und er lässt den ruchlosen Menschen allein
das Leben (zurück). Wenn er (ihnen) dieses entrissen hätte,
hätte er (ihnen) zugleich viele geistige und körperliche
Schmerzen und alle Strafen für die Verbrechen weggenommen. |