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26. Proben von Übermut, Wollust,
Schwelgerei, Habsucht und Grausamkeit gab er anfangs zwar nur vereinzelt
und verborgen und als Ausdruck jugendlichen Leichtsinns, doch so, dass schon
damals niemand darüber im Zweifel sein konnte, dass diese Laster seinem
Naturell, nicht seiner Jugend entsprachen. So pflegte er gleich nach Eintritt
der Dämmerung rasch einen Filzhut
oder eine Perücke
aufzusetzen und die Schenken zu besuchen oder unter allerlei Mutwillen in
den Gassen umherzuschweifen; dabei ging es nicht ohne bösartige Streiche
ab, da er gewöhnlich diejenigen, die von einer Tischgesellschaft heimkehrten
verprügelte, wenn sie sich wehrten, verwundete und in die Kloaken warf,
auch kleine Kaufläden aufbrach und ausraubte. Dazu hatte er in seinem
Haus einen Umschlagplatz (Quintana)
eingerichtet, wo die Beute an den Meistbietenden verkauft und der Erlös
vertan wurde. |
(26,1) Petulantiam,
libidinem, luxuriam, avaritiam, crudelitatem sensim quidem primo et occulte
et velut iuvenili errore exercuit, sed ut tunc quoque dubium nemini foret
naturae illa vitia,
non aetatis esse. Post crepusculum statim adrepto pilleo vel galero popinas
inibat circumque vicos vagabatur ludibundus nec sine pernicie tamen, siquidem
redeuntis a cena verberare ac repugnantes vunerare cloacisque demergere
assuerat, tabernas etiam effringere et expilare. Quintana domi constituta
ubi partae et ad licitationem dividendae praedae pretium absumeretur. |
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Zuweilen freilich setzte er bei solchen Raufereien
Augen und Leben aufs Spiel, wie er denn einmal von einem Senator, dessen
Ehefrau er unzüchtig berührt hatte, fast zu Tode geprügelt wurde.
Deshalb wagte er sich späterhin um diese Nachtzeit niemals mehr in
die Öffentlichkeit, ohne dass ihm insgeheim von ferne Militärtribunen
folgten. Auch bei Tag ließ er sich wohl heimlich in einer verschlossenen
Sänfte ins Theater tragen, wo er von seinem Platz auf dem oberen Stock
des Proszeniums aus den wilden Streitigkeiten der Pantomimen als Tonangeber
und Zuschauer beiwohnte und, wenn es zum Handgemenge kam und der Streit
mit Steinen und Bankbeinen ausgefochten wurde, selbst vieles dieser Art
unter das Volk schleuderte, wobei er sogar einmal den Prätor schwer
am Kopf verwundete. |
(26,2) Ac saepe in eius modi
rixis oculorum et vitae perculum adiit, a quodam laticlavio, cuius uxorem
adtrectaverat, prope ad necem caesus. Quare numquam postea publico se illud
horae sine tribunis commisit procul et occulte subsequentibus. Interdiu
quoque clam gestoraria sella delatus in theatrum seditionibus pantomimorum
e parte proscaeni superiore signifer simul ac spectator aderat. Et cum ad
manus ventum esset lapidibusque et subselliorum fragminibus decerneretur,
multa et ipse iecit in populum atque etiam praetoris caput consauciavit. |
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27. Als sich aber allmählich seine
lasterhaften Neigungen steigerten, ließ er solche heimliche Bubenstreiche,
und ging, ohne sich um Heimlichkeit zu kümmern, ganz offen zu Größerem
über. |
(27,1) Paulatim vero
invalescentibus vitiis
iocularia et latebras omisit nullaque dissimulandi cura ad maiora palam
erupit. |
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Seine Tafelstunden verlängerte er von Mittag
bis Mitternacht, wobei er sich dazwischen oft durch warme und im Sommer
durch geeiste Bäder zu erfrischen suchte. Er speiste zuweilen auch
im Freien, in einem zu diesem Zweck mit Schranken umgebenen Schiffsbassin
oder auf dem Marsfeld oder im Circus Maximus, wobei ihm die Freudenmädchen
und Tänzerinnen von ganz Rom aufwarteten. |
(27,2) Epulas a medio die ad
mediam noctem protrahehebat, refotus saepius calidis piscinis ac tempore
aestivo nivatis; cenitabatque nonnumquam et in publico, naumachia praeclusa
vel Martio campo vel Circo Maximo, inter scortorum totius urbis et ambubaiarum
ministeria. |
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Sooft er nach Ostia
den Tiberfluss hinabfuhr oder am Golf von Baiae vorbeisegelte, richtete
man jedes Mal an bestimmten Stellen der Küste und des Ufers Absteigen
her, die sich durch Schlemmerei und vornehme Frauen auszeichneten, die in
ihrem Laden Wirtinnen spielten und ihn bald hier, bald dort zu landen aufforderten.
Oft sagte er sich selbst zu einem Essen bei seinen Freunden an, wobei einen
von ihnen das Essen mit Kopfputz (Mitellita)
einmal vierhunderttausend Sesterze kostete, einen anderen eines mit Rosenessenz
noch weit mehr. |
(27,3) Quotiens Ostiam Tiberi
deflueret aut Baianum sinum praeternavigaret, dispositae per litora et ripas
diversoriae tabernae parabantur insignes ganea et matronarum institorio
copas imitantium atque hinc inde hortantium ut appelleret. Indicebat et
familiaribus
cenas, quorum uni mitellita quadragies sestertium constitit, alteri pluris
aliquanto rosaria. |
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28. Außer dem Verkehr mit freien
Knaben und mit verheirateten Frauen verübte er Gewalt gegen die Vestalin
Rubria. Die Freigelassene
Acte hätte er
beinahe in aller Form geheiratet und bereits Männer konsularischen
Ranges angestiftet, ihre erdichtete Abstammung von königlichem Blut
zu beschwören. Den jungen Sporus,
den er entmannen ließ und auf alle Weise zu einem Individuum weiblichen
Geschlechts umzugestalten suchte, ließ er mit rotem Schleier und Mitgift
nach feierlichem Vollzug der Heiratszeremonien unter großem Gepränge
in seinen Palast führen und wie seine Gemahlin behandeln. Es existiert
darüber noch heute ein nicht ungeschickter Einfall eines Witzlings,
es wäre ein Glück für die Menschheit gewesen, wenn sein Vater
Domitius
eine solche Gemahlin gehabt hätte! |
(28,1) Super ingenuorum
paedagogia et nuptarum concubinatus Vestali virgini Rubriae vim intulit.
Acten libertam paulum afuit, quin iusto sibi matrimonio coniungeret, summissis
consularibus viris, qui regio genere ortam peierarent. Puerum Sporum exsectis
testibus etiam in muliebrem naturam transfigurare conatus cum dote et flammeo
per sollemnia nuptiarum celeberrimo officio deductum ad se pro uxore habuit;
exstatque cuiusdam non inscitus iocus bene agi potuisse cum rebus humanis,
si Domitius pater talem habuisset uxorem. |
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Diesen Sporus
kleidete er in die Tracht der Kaiserinnen, ließ ihn in einer Sänfte
tragen und führte ihn auf den Festversammlungen und Messen von Griechenland
und darauf auch zu Rom am Sigillarienfest
unter vielen zärtlichen Küssen als Begleiter mit sich umher. Es
zweifelte auch niemand daran, dass er selbst nach dem geschlechtlichen Umgang
seiner Mutter lüstern war und nur durch ihre Feinde, die fürchteten,
das maßlos heftige und herrschsüchtige Weib könne durch so ein
Verhältnis einen übermächtigen Einfluss gewinnen, davon abgeschreckt
wurde. Jedenfalls nahm er eine Dirne, von der es hieß, sie sei der
Agrippina überaus ähnlich, unter seine Beischläferinnen auf.
Auch behauptet man, in früherer Zeit habe sich, sooft er sich mit seiner
Mutter in ein und derselben Sänfte tragen ließ, sein unzüchtiger
Verkehr mit ihr durch Flecken an seinen Kleidern verraten. |
(28,2) Hunc Sporum, Augustarum
ornamentis excultum lecticaque vectum, et circa conventus mercatusque Graeciae
ac mox Romae circa Sigillaria comitatus est identidem exosculans. Nam matris
concubitum appetisse et ab obtrectatoribus eius, ne ferox atque impotens
mulier et hoc genere gratiae praevaleret, deterritum nemo dubitavit, utique
postquam meretricem, quam fama erat Agrippinae simillimam, inter concubinas
recepit. Olim etiam quotiens lectica cum matre veheretur, libidinatum inceste
ac maculis vestis proditum affirmant. |
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29. Seinen eigenen Leib gab er so
sehr preis, dass fast keines seiner Gliedmaßen unbefleckt geblieben war;
zuletzt dachte er sich eine Art Spiel aus, in dem er sich in das Fell eines
wilden Tieres nähen ließ, aus einem Käfig herausgelassen wurde
und sich auf die Schamteile von Männern und Frauen stürzte, die
an einen Pfahl gebundenen waren; nachdem er seine wüste Lust befriedigt
hatte, ließ er sich endlich von dem Freigelassenen Doryphorus „fertigmachen“.
Diesen nahm er seinerseits zum Mann, wie er den Sporus
zur Frau genommen hatte; dabei ahmte er sogar die Töne und Aufschreie
von vergewaltigten Jungfrauen nach. Von manchen Leuten habe ich erfahren,
er sei vollkommenen davon überzeugt gewesen, kein Mensch sei keusch und
auch nur an einem Teil seines Leibes unbefleckt; die meisten verstellten
sich nur und wüssten ihre Laster schlau zu verheimlichen; deshalb habe
er denen, die ihre Unkeuschheit ihm gegenüber offen zugaben, auch alle übrigen
Vergehen nachgesehen. |
(29,1) Suam quidem
pudicitiam usque adeo prostituit, ut contaminatis paene omnibus membris
novissime quasi genus lusus excogitaret, quo ferae pelle contectus emitteretur
e cavea virorumque ac feminarum ad stipitem deligatorum inguina
invaderet et, cum affatim desaevisset, conficeretur a Doryphoro liberto;
cui etiam, sicut ipsi Sporus, ita ipse denupsit, voces quoque et heiulatus
vim patientium virginum imitatus. Ex nonnullis comperi persuasissimum habuisse
eum neminem hominem pudicum aut ulla corporis parte purum esse, verum plerosque
dissimulare vitium
et callide
optegere; ideoque professis apud se obscaenitatem cetera quoque concessisse
delicta. |
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30. Als einziger Genuss von Reichtum
und Geld galt ihm ihre Verschwendung; Diejenigen, die Ordnung in ihren Ausgaben
hielten, seien Geizhälse und Knauser, nur Verschwender und Durchbringer
seien flotte und wahrhaft prächtige Leute. Er pries und bewunderte
seinen Onkel Gaius
vor allem deshalb, weil er die ungeheuren, von Tiberius
hinterlassenen Schätze in kurzer Zeit durchgebracht habe. |
(30,1) Divitiarum
et pecuniae fructum non alium putabat quam profusionem, sordidos ac deparcos
esse quibus impensarum ratio constaret, praelautos vereque magnificos, qui
abuterentur ac perderent. Laudabat mirabaturque avunculum Gaium nullo magis
nomine, quam quod ingentis a Tiberio relictas opes in brevi spatio prodegisset.
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Deshalb hielt er denn auch weder im Verschenken
noch im Verbrauchen Maß. Für
Tiridates verausgabte er, was kaum glaublich erscheint, täglich
achthunderttausend Sesterze und schenkte diesem bei seiner Abreise über
hundert Millionen Sesterze. Den Zithersänger Menecrates
und den Schaufechter Spiculus
beschenkte er mit dem Vermögen und den Palästen von Männern,
die Triumphabzeichen getragen hatten. Den Paneros,
einen Wucherer, genannt „Meerkatze“, der durch ihn in den Besitz der wertvollsten
städtischen und ländlichen Grundstücke gelangt war, bestattete
er mit fast königlicher Pracht. |
(30,2) Quare nec largiendi nec
absumendi modum tenuit. In Tiridatem, quod vix credibile videatur, octingena
nummum milia diurna erogavit, abeuntique super sestertium milies contulit.
Menecraten citharoedum et Spiculum murmillonem triumphalium virorum patrimoniis
aedibusque donavit. Cercopithecum Panerotem faeneratorem et urbanis
rusticisque praediis locupletatum prope regio extulit funere. |
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Kein Kleid zog er zweimal an. Beim Würfelspiel
spielte er den Punkt immer zu vierhundert Sesterze. Beim Fischen bediente
er sich eines vergoldeten Netzes, dessen Stricke aus Purpur und Scharlach
gedreht waren. Nie soll sein Gefolge auf Reisen unter tausend Wagen gewesen
sein, wobei die Hufbeschläge der Maultiere von Silber, die Maultiertreiber
in canusischen
Scharlach gekleidet waren und ein Schwarm von Mazakern
und Läufern mit kostbaren Spangen und Brustschmuck den Zug begleiteten. |
(30,3) Nullam vestem bis induit.
Quadringenis in punctum sestertiis aleam lusit. Piscatus est rete aurato
et purpura coccoque funibus nexis. Numquam minus mille carrucis fecisse
iter traditur, soleis mularum argenteis, canusinatis mulionibus, armillata
phalerataque Mazacum turba atque cursorum. |
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31. Die größten Summen
jedoch verschlang seine Bauwut. Er verlängerte den Kaiserpalast vom
Palatium bis zu den Esquilien
und nannte ihn zuerst das Durchgangshaus,
später nach dem Wiederaufbau infolge einer Feuersbrunst das Goldene
Haus. Über dessen Ausdehnung und Pracht dürfte Folgendes genügen:
In dem Vestibül konnte der hundertundzwanzig Fuß hohe Koloss,
ein Porträt Neros,
stehen, die Ausdehnung des ganzen Baues war so ungeheuer, dass seine aus
drei Säulenreihen bestehenden Portiken tausend Fuß lang waren,
dass es ferner einen Teich einschloss, der wie ein Meer mit Gebäuden
umgrenzt war, die Städte vorstellten, dazu Ländereien, wo Kornfelder
mit Weinpflanzungen, Viehweiden mit Wäldern abwechselten, belebt von
einer Vielzahl der verschiedenartigsten zahmen und wilden Tiere. |
(31,1) Non in alia
re tamen damnosior quam in aedificando domum a Palatio Esquilias usque fecit,
quam primo transitoriam, mox incendio absumptam restitutamque auream nominavit.
De cuius spatio atque cultu suffecerit haec rettulisse: Vestibulum eius
fuit, in quo colossus CXX pedum staret ipsius effigie; tanta laxitas, ut
porticus triplices miliarias haberet; item stagnum maris instar, circumsaeptum
aedificiis ad urbium speciem; rura insuper arvis atque vinetis et pascuis
silvisque varia, cum multitudine omnis generis pecudum ac ferarum. |
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In dem Gebäude selbst war übrigens
alles mit Gold, Edelsteinen und Perlmutter ausgelegt. Die Speisezimmer hatten
getäfelte Decken von Elfenbeinplatten, die beweglich und mit Röhren
versehen waren, um Blumen und wohlriechende Parfums von oben her über
die Gäste zu streuen und zu sprengen. Der Hauptspeisesaal war eine
Rotunde, welche in einem fort Tag und Nacht sich wie das Weltall herumdrehte.
Die Bäder wurden teils mit Meerwasser, teils mit Wasser aus der Albula
gespeist. Als er dieses Prachtgebäude nach seiner Vollendung einweihte,
sagte er, um seine Zufriedenheit auszudrücken, bloß, jetzt fange
er doch endlich an, wie ein Mensch zu wohnen! |
(31,2) In ceteris partibus cuncta
auro lita, distincta gemmis unionumque conchis erant; cenationes laqueatae
tabulis eburneis versatilibus, ut flores, fistulatis, ut unguenta desuper
spargerentur; praecipua cenationum rotunda, quae perpetuo diebus ac noctibus
vice mundi circumageretur; balineae marinis et albulis fluentes aquis. Eius
modi domum cum absolutam dedicaret, hactenus comprobavit, ut se diceret
quasi hominem tandem habitare coepisse. |
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Außerdem begann er auch mit einem mit Portiken
eingefassten Bassin von Misenum
bis zum Avernersee, wohinein
alles, was in ganz Baiae an warmen
Quellen vorhanden war, geleitet werden sollte; desgleichen die Ausgrabung
eines Kanals vom Avernersee
bis nach Ostia, auf dem
man zu Schiff und doch nicht zur See dorthin gelangen und der bei einer
Länge von hundertundsechzig römischen Meilen eine Breite haben
sollte, dass sich begegnende Fünfruderer einander ausweichen könnten.
Um diese Arbeiten auszuführen, hatte er befohlen, sämtliche Gefangene
des ganzen Reiches nach Italien zu bringen und von jetzt an selbst die überführten
Schwerverbrecher nur zu Strafarbeit zu verurteilen. |
(31,3) Praeterea incohabat piscinam
a Miseno ad Avernum lacum contectam porticibusque conclusam, quo, quidquid
totis Baiis calidarum aquarum esset, converteretur; fossam ab Averno Ostiam
usque, ut navibus nec tamen mari iretur, longitudinis per centum sexaginta
milia, latitudinis, qua contrariae quinqueremes commearent. Quorum operum
perficiendorum gratia, quod ubique esset custodiae, in Italiam deportari,
etiam scelere convictos non nisi ad opus damnari praeceperat. |
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Zu dieser wahnsinnigen Geldverschwendung ermunterte
ihn, außer der Zuversieht auf seine Kaisermacht, auch noch die ihm
unvermutet eingeflößte Hoffnung auf unermessliche verborgene
Reichtümer Dazu hatte ihn ein römischer Ritter ermuntert, der
die feste Versicherung gab, der uralte Gold- und Silberschatz, den die Königin
Dido auf ihrer Flucht von Tyrus
mit sich genommen hatte, liege noch in Afrika in riesigen Höhlen verborgen
und könne mit ganz geringem Aufwand ausgegraben werden. |
(31,4) Ad hunc impendiorum furorem,
super fiduciam imperii, etiam spe quadam repentina immensarum et reconditarum
opum impulsus est ex indicio equitis Romani pro comperto pollicentis thesauros
antiquissimae gazae, quos Dido regina fugiens Tyro secum extulisset, esse
in Africa vastissimis specubus abditos ac posse erui parvula molientium
opera. |
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32. Als er sich nun aber in dieser
Hoffnung getrogen und von ihr im Stich gelassen sah, und seine Geldmitteln
so erschöpft und er so arm war, dass man selbst die Soldzahlungen der
Soldaten und die Pensionen der Veteranen aussetzen und verschieben musste,
verlegte er sich auf falsche Anklagen und Räubereien. |
(32,1) Verum ut spes fefellit,
destitutus atque ita iam exhaustus et egens, ut stipendia quoque militum
et commoda veteranorum protrahi ac differri necesse esset, calumniis
rapinisque intendit animum. |
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Vor allem verordnete er, dass von dem hinterlassenen
Vermögen der verstorbenen Freigelassenen fünf Sechstel für
ihn eingezogen würden, wenn sie ohne zureichenden Grund den Namen irgendeiner
Familie geführt hatten, mit der er selbst verwandt sei; ferner, dass
der Nachlass aller Personen, die sich in ihren Testamenten undankbar gegen
den Kaiser bewiesen hätten, dem Fiskus verfallen, ja, dass es selbst den
Rechtsgelehrten, die solche Testamente aufgesetzt hätten, nicht ungestraft
hingehen solle; endlich, dass alle Handlungen und Reden, sofern sie nur
ein Angeber zur Anzeige gebracht habe, nach dem Gesetz über Majestätsbeleidigung
behandelt werden sollten. |
(32,2) Ante omnia instituit,
ut e libertorum defunctorum bonis pro semisse dextans ei cogeretur, qui
sine probabili causa eo nomine essent, quo fuissent ullae familiae, quas
ipse contingeret; deinde, ut ingratorum in principem testamenta ad fiscum
pertinerent, ac ne impune esset studiosis iuris, qui scripsissent vel dictassent
ea; tunc ut lege maiestatis facta dictaque omnia, quibus modo delator non
deesset, tenerentur. |
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Er forderte auch die Belohnungen zurück,
die er den Staaten für die Siegeskränze erteilt hatte, die sie ihm
irgendwann einmal bei Wettkämpfen zuerkannt hatten. Ferner untersagte er
den Gebrauch der Amethyst- und der Purpurfarbe, stiftete dann einen dazu
an, am Markttag wenige Unzen davon zu verkaufen, und ließ unter diesem
Vorwand die Magazine aller Handelsleute beschlagnahmen. Ja, wie es heißt,
soll er sogar eine vornehme Frau, die er bei einem öffentlichen Gesangsvortrag
mit einem verbotenen Purpurkleid unter den Zuschauern bemerkte, seinen Prokuratoren
angezeigt haben, worauf sie auf der Stelle fortgeschleppt und ihr nicht
nur das Kleid, sondern auch ihr ganzes Vermögen konfisziert wurde.
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(32,3) Revocavit et praemia coronarum,
quae umquam sibi civitates in certaminibus detulissent. Et cum interdixisset
usum amethystini ac Tyrii coloris summisissetque, qui nundinarum die pauculas
unicas venderet, praeclusit cunctos negotiatores. Quin etiam inter canendum
animadversum matronam in spectaculis vetita purpura cultam demonstrasse
procuratoribus suis dicitur detractamque ilico non veste modo sed et bonis
exuit. |
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Keinem übertrug er eine Stelle, ohne hinzufügen:
„Du weißt, was ich brauche!" und: „Unsere Aufgabe ist, dass keiner
etwas behält." Zuletzt nahm er sogar aus vielen Tempeln die Weihegeschenke
weg; ja, er schmolz sogar die goldenen und silbernen Bildnisse ein, darunter
sogar die der römischen Penaten, die jedoch Galba
später wieder ersetzte. |
(32,4) Nulli delegavit officium,
ut non adiceret: "Scis, quid mihi opus sit", et: "Hoc agamus,
ne quis quicquam habeat." Ultimo templis compluribus dona detraxit
simulacraque ex auro vel argento fabricata conflavit, in iis Penatium deorum,
quae mox Galba restituit. |
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Deutsche Übersetzung nach:
Stahr, A.
bearbeitet von E.Gottwein |
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