Q.Horatii Flacci

carmina

liber primus

Hor.sat.1,1: Maß der Mitte statt Habgier

 
vorherige Seite folgende Seite
 
     
1
2
3
4
5
Qui fit, Maecenas, ut nemo, quam sibi sortem 
seu ratio dederit seu fors obiecerit, illa 
contentus vivat, laudet diversa sequentis? 
'o fortunati mercatores' gravis annis 
miles ait, multo iam fractus membra labore; 
Woher, Mäcenas, mag es kommen, dass | mit seinem selbsterwählten oder vom Geschick | ihm zugeworfnen Lose niemand sich begnügt, | und jeden, der auf einem andern Pfade | das Glück verfolgt, für neidenswürdig hält? | "Wie glücklich ist der Kaufmann!" ruft ein alter | von vieler ausgestandner Not und Arbeit gebrochner Krieger aus; der Handelsmann | 
6
7
8
9
10
contra mercator navim iactantibus Austris
'militia est potior. quid enim? concurritur: horae 
momento cita mors venit aut victoria laeta.' 
agricolam laudat iuris legumque peritus, 
sub galli cantum consultor ubi ostia pulsat; 
hingegen, | dessen Schiff in Stürmen treibt, | preist den Soldatenstand - "Was ist's denn auch? | Man trifft zusammen, und in einem Stündchen ist's | entschieden, Siegeswonne, oder rascher Tod!" | Der Advokat, wenn sein Klient beim Ruf | des frühen Hahns ihn aus dem Schlafe pocht, | lobt sich des Landmanns Leben, während dieser, |
11
12
13
14
15
ille, datis vadibus qui rure extractus in urbem est, 
solos felicis viventis clamat in urbe. 
cetera de genere hoc ‑ adeo sunt multa ‑ loquacem 
delassare valent Fabium. ne te morer, audi, 
quo rem deducam. si quis deus 'en ego' dicat 
wenn ein Termin zu ungelegner Zeit | aus seiner Wirtschaft in die Stadt ihn zieht, | die Städter für die einzgen Glücklichen | auf Erden ausruft. Dies durch alle Klassen | und Stände fortzuführen, würde selbst | den Schwätzer Fabius ermüden. Also, | um dich nicht aufzuhalten, höre gleich, wo ich hinaus will. Wenn ein Gott nun käm | 
16
17
18
19
20
'iam faciam quod voltis: eris tu, qui modo miles, 
mercator; tu, consultus modo, rusticus: hinc vos, 
vos hinc mutatis discedite partibus. eia, 
quid statis?' nolint. atqui licet esse beatis. 
quid causae est, merito quin illis Iuppiter ambas
und spräche: "Gut, ich will euch geben, | was ihr begehrt; du, Krieger, sollst ein Kaufmann, | du, Rechtsgelehrter, sollst ein Bauer sein! | Fort, tauschet eure Rollen! Nun? Was zaudert ihr?" | So würde keiner wollen. Und sie konnten doch | so glücklich werden! - Wäre solches Volk nicht wert, | dass Zeus mit beiden aufgebaußten Backen | 
21
22
23
24
25
iratus buccas inflet neque se fore posthac 
tam facilem dicat, votis ut praebeat aurem? 
praeterea, ne sic ut qui iocularia ridens 
percurram ‑ quamquam ridentem dicere verum 
quid vetat? ut pueris olim dant crustula blandi 
so grimmig ansäh, und sich rund erklärte, | er wolle nicht so zahm mehr sein, die Ohren | zu albernen Gebeten herzuleihen? | Doch, - um nicht nach der Possenspieler Weise | mein ganzes Stück in diesem Ton zu geben, | (wiewohl, wer wehret uns, die Wahrheit lachend | zu sagen? so wie milde Pädagogen | die kleinen Zöglinge durch Honigplätzchen |
26
27
28
29
30
doctores, elementa velint ut discere prima ‑  
sed tamen amoto quaeramus seria ludo: 
ille gravem duro terram qui vertit aratro, 
perfidus hic caupo, miles nautaeque, per omne 
audaces mare qui currunt, hac mente laborem 
zum Abc verführen) - lass uns jetzt | von einer ernsten Sache ernsthaft sprechen. | Der Pflüger, der sich's sauer werden lässt, | sein Feld zu baun, der hinterlistge Krämer, | der Kriegsmann und der Schiffer, den Gewinnsucht | durch alle Meere jagt, versichern alle, | sie unterziehen sich so vieler Plage bloß, | 
31
32
33
34
35
sese ferre, senes ut in otia tuta recedant, 
aiunt, cum sibi sint congesta cibaria: sicut 
parvola ‑ nam exemplo est ‑ magni formica laboris 
ore trahit quodcumque potest atque addit acervo 
quem struit, haud ignara ac non incauta futuri. 
um einst, im Alter, ihres Lebens noch | in Ruhe froh zu werden, wenn sie erst | fürs Brot gesorgt: so wie die Ameis', (ihr | gewöhnlich Beispiel), ein so kleines Tierchen, | und doch an Fleiß so groß! in ihrem Munde | herbeischleppt, was sie kann, und ihrem Haufen zuträgt, | um auf die vorgefühlte Zukunft sich | bei Zeiten zu versorgen. Gut! wenn aber | 
36
37
38
39
40
quae, simul inversum contristat Aquarius annum, 
non usquam prorepit et illis utitur ante 
quaesitis sapiens, cum te neque fervidus aestus 
demoveat lucro neque hiems, ignis mare ferrum, 
nil obstet tibi, dum ne sit te ditior alter. 
aus seinem umgestürzten Kruge nun | der Wassermann die traurge Jahrszeit schüttelt, | kriecht sie nicht mehr heraus, und ist so weise, | mit dem Erworbnen gütlich sich zu tun: | da dich hingegen weder Sonnenglut | noch Winterfrost, noch Sturm noch Schwert und Feuer | vom Wucher abzubringen je vermag, | nichts dich erschreckt, wenn nur kein andrer reicher wird. | 
41
42
43
44
45
quid iuvat inmensum te argenti pondus et auri 
furtim defossa timidum deponere terra? 
quod si conminuas, vilem redigatur ad assem? 
at ni id fit, quid habet pulcri constructus acervus? 
milia frumenti tua triverit area centum: 
Wozu der ungeheure Haufen Gold | und Silber, wenn du furchtsam, wie gestohlnes Gut, | ihn in die Erde scharrst? - Du sprichst: "Er müsste, | wenn täglich was hinweggenommen würde, | zum Pfennig endlich doch herunterschmelzen." | Doch, nimmst du nichts, was wäre denn noch Schönes | an deinem Haufen? Hätten deine Tennen | auch hundert tausend Scheffel ausgedroschen, |
46
47
48
49
50
non tuus hoc capiet venter plus ac meus: ut, si 
reticulum panis venalis inter onusto 
forte vehas umero, nihilo plus accipias quam 
qui nil portarit. vel dic quid referat intra     
naturae finis viventi, iugera centum an 
dein Magen wird darum nicht mehr al meine fassen: | wie, unter einem Trupp von Sklaven, der | der den Brotsack trägt, darum kein größer Stück empfängt. | Und was verschlägt es dem, der innerhalb | der Grenzen  der Natur lebt, ob er hundert, | 
51
52
53
54
55
mille aret? 'at suave est ex magno tollere acervo.' 
dum ex parvo nobis tantundem haurire relinquas, 
cur tua plus laudes cumeris granaria nostris? 
ut tibi si sit opus liquidi non amplius urna 
vel cyatho et dicas 'magno de flumine mallem 
ob tausend Morgen ackert? - "O! es ist | doch angenehm, von einem großen Haufen | zu nehmen", sagst du. - Wenn du uns erlaubst, | von unserem Wenigen so viel zu nehmen, | als du von Viel, so seh ich eben nicht, | was deine Böden dir mehr helfen sollten, | als unsre Kasten uns. Es ist, als wenn | du einen Kübel oder Becher Wasser brauchtest, | und sprächst: ich möchte doch aus einem großen Fluss | 
56
57
58
59
60
quam ex hoc fonticulo tantundem sumere.' eo fit, 
plenior ut siquos delectet copia iusto, 
cum ripa simul avolsos ferat Aufidus acer. 
at qui tantuli eget quanto est opus, is neque limo 
turbatam haurit aquam neque vitam amittit in undis. 
ihn lieber als aus diesem Quellchen füllen. | Da kömmts dann gerne so, dass einen, der an größerm Überfluss, als recht ist, Freude hat, | der schnelle Waldstrom samt dem morschen Ufer | davon führt: da hingegen , wer nicht mehr | begehret, als das Bisschen, was er braucht, dafür auch weder leimicht Wasser trinken, | noch einen nassen Tod befürchten muss. | 
61
62
63
64
65
at bona pars hominum decepta cupidine falso 
'nil satis est', inquit, 'quia tanti quantum habeas sis': 
quid facias illi? iubeas miserum esse, libenter 
quatenus id facit: ut quidam memoratur Athenis 
sordidus ac dives, populi contemnere voces
Allein, ein guter Teil der Menschen, angekörnt | von falscher Gierde, spricht: "Nichts ist genug! | Was einer hat, das gilt er, und nicht mehr!" | Was ist mit solchen Leuten anzufangen? | Lass sie doch elend sein, wofern sie es | so gerne sind: Denn manchem geht's vielleicht | wie jenem reichen Knauser zu Athen, | der, wenn er hörte, wie man in der Stadt | von seinem Geize spreche, naserümpfend | 
66
67
68
69
70
sic solitus: 'populus me sibilat, at mihi plaudo 
ipse domi, simul ac nummos contemplor in arca.' 
Tantalus a labris sitiens fugientia captat 
flumina ‑ quid rides? mutato nomine de te 
fabula narratur: congestis undique saccis 
zu sagen pflegte: "Immer zische mich | der Pöbel aus, ich klatsche desto mehr mir selbst | zu Hause, wenn ich meine Füchse in der Kiste | betrachte." Tantalus schnappt ewig durstend dem Wasser nach, das seinen dürren Lippen |  vorbeifließt - Wie? du lachest? Ist die Fabel | nicht unter anderm Namen deine eigene | Geschichte? Da du über deinen Säcken  mit allenthalben hergeschafftem Golde | 
71
72
73
74
75
indormis inhians et tamquam parcere sacris 
cogeris aut pictis tamquam gaudere tabellis. 
nescis, quo valeat nummus, quem praebeat usum? 
panis ematur, holus, vini sextarius, adde 
quis humana sibi doleat natura negatis. 
gefüllt,  unruhig und halbwachend schlummerst, | genötigt, sie wie Heiligtümer sorgsam | zu schonen, oder nur, wie man Gemälden, | die Augen dran zu weiden? - Weißt du denn | nicht, was das Geld gilt? Nicht, wozu es gut ist? | Dass Brot, Gemüse und ein Quäntchen Wein | dafür zu haben ist, und manches andre, | was sich die menschliche Natur nicht gern | versagen lässt? 
76
77
78
79
80
an vigilare metu exanimem, noctesque diesque 
formidare malos fures, incendia, servos, 
ne te conpilent fugientes, hoc iuvat? horum     
semper ego optarim pauperrimus esse bonorum. 
at si condoluit temptatum frigore corpus 
Wie? sollte dir's so viel | Vergnügen machen, Tag und Nacht, entseelt | vor Angst und ohne Schlaf, vor Dieben | und Feuersbrünsten dich zu fürchten, und | vor deinen eignen Sklaven, dass sie dich | nicht überfallen, und mit deinem Gelde | davon geh'n? O! wenn Reichtum uns nichts Besseres | zu geben hat, so wünsch ich bettelarm zu sein! | Doch - wenn ein Fieber 
81
82
83
84
85
aut alius casus lecto te adflixit, habes qui 
adsideat, fomenta paret, medicum roget, ut te 
suscitet ac reddat gnatis carisque propinquis? 
non uxor salvum te volt, non filius; omnes 
vicini oderunt, noti, pueri atque puellae. 
oder sonst ein Zufall dich | auf's Lager heftet, hast du für dein Geld | doch jemand wenigstens, der bei dir aufsitzt, | dir warme Tücher umschlägt, und den Arzt beschwört, | dich zu erhalten, und den lieben Deinen wieder | zu schenken? - Umgekehrt! Dein Weib, dein Sohn | sind Feinde deines Lebens; Nachbarn und Bekannte, | Bübchen und Mädchen, wünschen dir den Tod. | 
86
87
88
89
90
miraris, cum tu argento post omnia ponas, 
si nemo praestet, quem non merearis, amorem? 
an si cognatos, nullo natura labore 
quos tibi dat, retinere velis servareque amicos, 
infelix operam perdas, ut siquis asellum 
Und darfst du dich's noch wundern lassen, du, | dem seine Kasse über alles ist, | wenn niemand eine Liebe, die du nicht | verdienen magst, dir schenket? Meinest du, | Verwandte, welche die Natur dir ohne | dein Zutun gab, an dich zu ziehen und | zu Freunden dir zu machen, wäre so | verlorne Müh, als wenn du einem Esel | 
91
92
93
94
95
in campo doceat parentem currere frenis? 
denique sit finis quaerendi, cumque habeas plus, 
pauperiem metuas minus et finire laborem 
incipias, parto quod avebas, ne facias quod 
Ummidius quidam; non longa est fabula: dives 
die Schulen lehren wolltest? Kurz, des Scharrens muss | doch einst ein Ende sein. Je mehr du hast, | je minder darf vor Dürftigkeit dir grauen. | Du hast nun, was du giertest: lass es dann | dabei bewenden, dass dir's nicht zuletzt | wie dem Ummidius ergehe, dessen | Geschichte, weil sie kurz ist, ich dir doch | erzählen muss. Der Mann war, wie man sagte, | so reich, 
96
97
98
99
100
ut metiretur nummos, ita sordidus, ut se 
non umquam servo melius vestiret, ad usque 
supremum tempus, ne se penuria victus 
opprimeret, metuebat. at hunc liberta securi 
divisit medium, fortissima Tyndaridarum. 
dass er sein Geld mit Scheffeln maß, | und auch so filzig, dass er nie sich besser | als seine Sklaven kleidete. Bis an sein Ende | war Hungers sterben seine einzge Furcht. | Was meint ihr, dass sein Ende war? Sein liebes | Sein liebes | getreues Kebsweib, ehmals seine Sklavin, hieb ihm, wie eine zweite Klytämnestra, | mit einer Zimmeraxt den Kopf entzwei. | 
101
102
103
104
105
'quid mi igitur suades? ut vivam Naevius aut sic 
ut Nomentanus?' pergis pugnantia secum 
frontibus adversis conponere: non ego avarum     
cum veto te, fieri vappam iubeo ac nebulonem: 
est inter Tanain quiddam socerumque Viselli: 
"Wohlan! Was soll ich tun? ein Mänius, | ein Nomentanus werden?" - Also immer | von einem Äußersten zum andern! Um kein Filz, | muss man ein Taugenichts, ein Schlemmer sein! | Vom glatten Tanais zum Schwiegervater | Visells, liegt, denk ich, etwas in der Mitte. | 
106
107
108
109
110
est modus in rebus, sunt certi denique fines, 
quos ultra citraque nequit consistere rectum. 
illuc, unde abii, redeo, qui nemo, ut avarus, 
se probet ac potius laudet diversa sequentis, 
quodque aliena capella gerat distentius uber, 
Halt Maß in allem, denn in allem gibt's | ein Mittel, dessen Linie das rechte | bezeichnet; dies und jenseits wird gefehlt. | Ich kehre nun dahin zurück, woher | ich ausging: nämlich, dass dem Geizgen gleich, | Niemand mit seinem Los zufrieden ist, | nur jene lobt, die einen andern Weg | im Leben gehn, wenn eines andern Ziege | mehr Milch gibt, 
111
112
113
114
115
tabescat neque se maiori pauperiorum 
turbae conparet, hunc atque hunc superare laboret. 
sic festinanti semper locupletior obstat, 
ut, cum carceribus missos rapit ungula currus, 
instat equis auriga suos vincentibus, illum 
gleich die Schwindsucht kriegen möchte, | nie mit dem großen Haufen Ärmerer sich misst, | und diesem oder jenem stets zuvor | zu kommen eifert, immer also | dem reich zu werden Eilenden | ein Reicherer im Weg ist: Wie, so bald | das rasche Rennpferd aus den offnen Schranken | die Wagen reißt, der Wagenführer nur | die Rosse, die den seinigen zuvor | 
116
117
118
119
120
praeteritum temnens extremos inter euntem. 
inde fit, ut raro, qui se vixisse beatum 
dicat et exacto contentus tempore vita 
cedat uti conviva satur, reperire queamus. 
iam satis est. ne me Crispini scrinia lippi 
geflogen sind, zu überholen strebt, | hingegen der zurückgebliebenen | nicht achtet. Daher also, dass der Mann | so selten ist, der wohl gelebt zu  haben | versichert, und, vergnügt mit seinem Anteil, vom Leben wie ein Gast von einem Mahle | gesättigt weggeht? - So viel sei genug! | Und nun, damit ich nicht die Schränke des triefäugugen Crispin geplündert | 
121 conpilasse putes, verbum non amplius addam. zu haben scheine, nicht ein Wörtchen mehr!
     

Versmaß:  Hexametrum dactylicum

Übersetzung: C.M. Wieland,16 

 
  1. qui = quo modo (alter Abl.) | Maecenas - damit ist nicht nur Hor.sat.1, sondern das gesamte erste Satirenbuch Maecenas gewidmet (wie durch Hor.c.1,1 die ersten drei Odenbücher) | Verbinde: illa sorte, quam...
  2. ratio, onis, f  - eigene Überlegung und  Wahl (Antithese zu fors: ratio dat, fortuna obicit) 
  3. vivat, laudet  - Asyndeton (an der Cäsurstelle); | Logischer Wechsel des Subjekts: nemo laudet - <quisque> vivat  | diversa, orum, n - das Entgegengesetzte; diversa sequi - den entgegengesetzten Weg gehen
  4. fortunatus, a, um   - vom Glück begünstigt | membra  - adverb. Akk. 
  5. gravis annis  - altersschwer (Abl. limit.) | labore <pugnandi> (Abl.instr.)
  6. contra  - (adv.) im Gegensatz dazu | mercator, oris, m  - der Großkaufmann, der Überseehandel betriebt
  7. concurritur <pugna>  - der Kampf beginnt, es kommt zum Kampf | horae momento  - im Nu, im Augenblick
  8. laetus - freuebringend 
  9. laudare  - glücklich preisen | iuris legumque peritus - der Rechts- und Gesetzeskundige
  10. sub galli cantum  - noch vor dem ersten Hahnenschrei |  consultor - der Klient, der Rechtsberatung einholt | ubi - sobald | ostia pulsare - an die Tür klopfen
  11. ille - sc. agricola datis vadibus - Bürgen hat er für sein rechtzeitiges Erscheinen vor Gericht stellen müssen | rure - Abl.sep. | extrahere, o - herausreißen, wegholen
  12. solos - Prädikativum | felicis = felices - sc. <esse> - Prädikat | viventis = viventes - Subjekt 
  13. cetera  - sc. <exempla> | de genere hoc  = huius generis (Gen. qualit.) | loquax, acis - geschwätzig
  14. delassare  - ermüden, entkräften
  15. rem deducere  - hinauswollen (auf etwas) (metaphorisch vom Abspinnen eines Fadens) | en  = ecce |  dicat  - Potentialer Konjunktiv im konditionalen Nebensatz (das entsprechende Hauptsatzprädikat folgt mit nolint  Vs.19
  16. qui modo miles - sc. <es, fuisti>
  17. <iuris legumque> consultus = peritus | hinc vos - vos hinc - Chiasmus als formaler Ausdruck der mutatae partes (des Rollentauschs)
  18. Die Ausdrücke der Bühnensprache kennzeichnen das Leben als Rollenspiel: discedere, o   - auseinandertreten, abtreten | pars, partis, f  - h. Rolle (partes mutare - die Rollen tauschen)
  19. atqui - und doch, und dabei | licet <eis> - es wäre ihnen möglich (abweichender Modusgebrauch: Stellung nehmender Realis)
  20. quid  causae est  - rhetorische Frage (mit negativem Sinn; deswegen quin = nihil est causae, quin  | causae - Gen.partit. nach Pronomen | merito - zu iratus zu ziehen
  21. bucca, ae, f  - Mund, Backe | buccas inflare  - drückt Jupiters ira aus
  22. facilis, e  - umgänglich, zugänglich
  23. praeterea  - zu aiunt (Vs. 32) zu ziehen | iocularia <percurrere>  - Possen reißen | percurrere, o   - schnell abtun
  24. quamquam  - im HS (einschränkend, richtigstellen): indessen, gleichwohl
  25. olim  - manchmal, bisweilen | crustulum, i, n  - Konfekt, Gebäck
  26. doctores  - Schulmeister
  27. serius, a, um  - ernst | amoto ludo  - ohne Scherz | seria - ludo  - Antithese |
  28. ille - hic  - übersetze als Adverbien: dort - hier | Spondeen zum Ausdruck der schweren Arbeit. Folge zweisilbige Wörter mit gleichem Rhythmus (Scholle für Scholle). Lautmalerei (Onomatopoiie) mit Vokalen und Konsonanten |
  29. perfidus, a, um  - betrügerisch | caupo, onis, m  - Schankwirt
  30. hac mente, ut = eo consilio, ut
  31. senes  - Prädikativ (im Alter) | in otia tuta recedere - wie in einen sicheren Hafen (tuta schließt  alle vorher genannten Gefahren aus: Seesturm, Krieg, Armut,...)
  32. cibaria, orum, n  - Lebensmittel, Vorräte
  33. formica, ae, f  - Ameise | magni laboris - Gen.qualit. (Antithese zu parvola formica)
  34. acervus, i, m  - haufen
  35. haud ignara... non incauta  - Litotes
  36. simul  = simulatque | inversus, a, um  - gewendet, h.: endend, auslaufend | contristare  - trübe machen, verdüstern  | Aquarius  - Sternbild des Wassermanns
  37. prorepere, o  - hervorkriechen
  38. cum adversativum
  39. lucrum, i, n  - Erwerb, Gewinn
  40. dum(modo) ne  - sofern nur nicht (Konditionaler Wunschsatz) | te  - Abl.comp. | ditior  = divitior
  41. quid te iuvat  - was bringt es dir? (transit. Impers.) | argenti... auri  - Gen.partit.
  42. furtim  - verstohlen, heimlich | timidum  - prädiaktiv zu te... deponere
  43. quod si  - wenn aber, wenn nun, wenn also (konditional) | als Obj. zu conminuas und als Sbj. zu redigatur ist pondus zu denken | vilis, e  - billig, wertlos | redigere ad  - zurückführen auf, zusammenschrumpfen lassen bis auf (redigatur - potent. Konjunktiv) | as, assis, m  - As (Münze im Wert von 5 Pf.)
  44. ni  = nisi  | pulc(h)ri  - Gen. partit. zu quid
  45. centum milia <modiorum> frumenti  - hundert tausend Scheffel Getreide | terere, o, trivi, tritum - reiben, zerreiben, h.: dreschen (triverit - concessivus d. Vgh.) | area, ae, f - Tenne (runder Dreschplatz auf dem freien Feld)
  46. hoc  - deswegen | plus ac (atque)  = plus quam | ut si  - <so> wie wenn (Einleitung eines Parallelbeispiels)
  47. reticulum, i, n  - kleines Netz (rete, is, n) | venalis inter  = inter venales (Anastrophe) | venalis, is, e - verkäuflich; Subst.: venalis, is, m - (junger) Sklave, der zum Verkauf angeboten wird 
Aufgabenvorschläge:
 
Sententiae excerptae:
101 inflatis buccis mit aufgeblasenen Backen Hieron.ep.36,14 (Hor.sat.1,1,20)
1239 Mutato nomine de te fabula narratur. Die Geschichte handelt von dir, nur der Name ist geändert. Hor.sat.1,1,69
172 Ridentem dicere verum. Lachend die Wahrheit sagen. Hor.sat.1,1,24
Literatur:
3396 Fraenkel, E. Horaz
abe  |  look
Darmstadt (WBG) 1963
3384 Horaz / Obbarius, Th. Q.Horatii Flacci Opera omnia, lat. - Horaz' Sämtliche Werke, in metrischen Übersetzungen, ausgewählt von Th. Obbarius
abe  |  look
Paderborn (Schöningh) 3/1872
3390 Horaz / Voß, J.H. Horaz. Sämtliche Werke; übersetzt von J.H. Voss
abe  |  look
Leipzig (Reclam) o.J.
3380 Kiessling / Heinze I: Horaz, Oden und Epoden, erklärt von A.Kiessling, neunte Aufl. besorgt v. R.Heinze, mit einem Nachwort und bibliograph. Nachträgen von E.Burck II: Satiren, III: Briefe.
abe  |  look
Berlin (Weidmann) 9/1958; 7/1959; 6/1959
3386 Plankl, W. Quintus Horatius Flaccus, Gedichte und Lieder. Eine Auswahl (deutsch) hg. und mit einem Nachwort versehen v. Wilhelm Plankl
abe  |  look
Stuttgart (Reclam) 1967
3387 Röver-Oppermann Lehrerkommentar zu Horaz
abe  |  look
Stuttgart (Klett) o.J.
2983 Salomon, Franz (Hg.) Auswahl aus römischer Dichtung. Mit Einleitung, Metrik und Namensverzeichnis hg. (Catullus, Tibullus, Propertius, Horatius, Lucretius)
abe  |  look
München, G.Freytag 8/o.J.
3402 Wili, W. Horaz und die augusteische Kultur
abe  |  look
Basel (Schwabe) 1965 [Ndr.: Darmstadt (WBG)]
  Inhalt
c.1. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24
  25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38                    
c.2. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20        
c.3. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24
  25 26 27 28 29 30                                    
c.4. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15   c.s.              
epod. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17              
sat. 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 1,8 1,9 1,10   2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 2,7 2,8     Ein Metr. Bio
epist. 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 1,8 1,9 1,10 1,11 1,12 1,13 1,14 1,15 1,16 1,17 1,18 1,19 1,20   2,1 2,2 a.p.

[ Homepage | Inhalt | Klassen | Hellas 2000 | Stilistik | Latein | Lat.Textstellen | Griechisch | Griech.Textstellen | Varia | Mythologie | Ethik | Links | Literaturabfrage | Forum zur Homepage | Spende | Passwort | Feedback ]

Suche unterstützt von FreeFind

Site-Suche:
Benutzerdefinierte Suche
 
bottom © 2000 - 2012 - Letzte Aktualisierung: 22.07.2011 - 09:48