- Literarische Tätigkeit (2. Phase):
Caesar
musste noch die republikanischen Resttruppen ausschalten:
Im April. 46 v.Chr.
besiegt er bei
Thapsos (Nordafrika) Cato,
der sich das Leben nimmt. Im März
45 besiegt er bei Munda
(Spanien) die
Söhne des Pompeius.
Cicero
war deprimiert.
M. Iunius Brutus, den gemeinsame Studien mit
Cicero verbanden, ermunterte ihn zu erneuter literarischer
Tätigkeit. Im Gegensatz zur ersten Periode, in der
für
Cicero das Schreiben Fortsetzung der Politik (vita activa)
mit anderen Mitteln bedeutete, betreibt er jetzt (nach zwei
rhetorischen Titeln) Ethik und Erkenntnislehre als Selbstzweck
(vita contemplativa).
- Brutus:
46 v. Chr. verfasst: Dialogpartner sind Brutus
und
Atticus.
Cicero spricht in der Hauptsache selbst. Er gibt
eine Geschichte der Beredsamkeit bei den Römern
vom alten
Cato an bis auf seine jüngeren Zeitgenossen.
Die Einleitung handelt über die Beredsamkeit bei
den Griechen und in der Frühzeit Roms. Diese Schrift
ist literaturgeschichtlich sehr interessant.
Cicero konnte wohl kaum auf Vorarbeiten zurückgreifen.
Mit der "res publica" sieht er auch die "Rhetorik" verloren
und in das Reservat der Schule eingeschlossen (Vorgriff
auf Tacitus).
| |
- Proömium: Klage über den Tod des
Hortensius
und die polirische Situation (1-9)
- Tractatio (10-301)
- Einleitung: Brutus
und
Atticus sind bei Cicero
"otiosus" zu Besuch. (10-21)
- Erörterung (25-301)
- Geschichtlicher Abriss der griechischen
Rhetorik (25-52)
- Entwicklung der Beredsamkeit in
Rom (52-301)
- Aufkeimen: mit dem Urrepublikaner
M.Iunius
Brutus (53-56) und seinen
Fortsetzern (57-60).
- Aufblühen: Cato
maior als erster geschichtlich
greifbarer Redner (61-76) und
seine Zeitgenossen (77-90). Die
Zeit der Gracchen
(94-126).
- Erste Reife (dicendi Latine
prima maturitas): Aufsteigen
zum ersten Höhepunkt mit
Antonius
und Crassus
(127-165).
- Blüte: Ihren Kristallisationspunkt
bildet Hortensius
(228-301)
- Epilog: Appell an Brutus,
die geschichtliche Entwicklung der römischen
Beredsamkeit aufzugreifen und bewusst
weiterzuführen.
|
- orator:
46 v. Chr. Von
Cicero selbst auch de optimo genere dicendi
genannt und auf Veranlassung des Brutus
geschrieben (keine Dialogform).
Cicero wollte zeigen, dass er seine Jugendfehler
(asianische Virtuosität)
abgelegt habe, doch die Jüngeren in ihrer attizistischen
Haltung übertrieben; die Streitpunkte werden systematisch
erörtert. Die Schrift ist wieder Brutus gewidmet.
| |
- Prooemium (1-32): Widmung an Brutus,
Bemerkungen zum Thema und das Erfordernis
philosophischer Bildung und der Stilbeherrschung.
- Tractatio (33-236)
- Einleitung (33-43): Mit Fragen zum Werk,
besonders seiner Gliederung nach den drei
ἔργα τοῦ ῥήτορος (officia
oratoris)
- Hauptteil (44-236):
- εὕρεσις (inventio) (44-49)
- τάξις (dispositio) (50)
- λέξις (elocutio) (51-236). In diesen
Abschnitt werden zahlreiche weitere
Anforderungen an den Redner eingebunden.
- Epilog (237-238): Empfehlung an Brutus
|
- Cato: Auf Veranlassung
des Brutus
schrieb
Cicero eine laudatio funebris auf Cato,
den Onkel des Brutus,
der sich nach der Schlacht bei
Thapsos das Leben genommen hatte. Sie erregte Anstoß
bei den Cäsarianern, so dass Caesar
zunächst Hirtius
mit einer Gegenschrift beauftragte und später selbst
einen Anti-Cato verfasste. Brutus
selbst schrieb ebenfalls noch einen Cato,
in dem er seinem Onkel die Schuld an der Hinrichtung
der Catilinarier
zuschrieb (was
Cicero empörte) und seinen Selbstmord als unmännlich
verurteilte. Gegen diesen Cato
des Brutus
schrieb dann später noch einmal Octavianus
einen Anti-Cato.
- Reden vor Caesar
zugunsten früherer Pompeianer
- pro Marcello:
Caesar
hatte Marcellus im Rahmen seiner Versöhnungsstrategie
("clementia") die Rückkehr aus dem
Exil nach Rom gestattet.
Cicero dankt es ihm begeistert, versucht aber
auch (unter Anspielung auf "de rep. VI 12)
Caesar
auf die zeitlich begrenzte Aufgabe des "dictator
rei publicae constituendae" festzulegen.
- pro Ligario:
Einer Amnestierung des Q. Ligarius kam eine Anklage
wegen Konspiration mit dem Numiderkönig Juba
in die Quere, in der Caesar
selbst Richter war.
Cicero legte ihn als zweiter Verteidiger auf
seine "clementia" fest übte auf Caesar
große Wirkung aus und erreichte (entgegen
Caesars
zuvor erklärter Absicht) einen Freispruch.
- pro rege Deiotaro: Deiotarus, der kleinasiatische
König Deiotaros hatte sich für Pompeius
engagiert. Er wird von seinem Schwiegersohn in Rom
beschuldigt, er habe Caesar
nach dem Leben getrachtet. Caesar
ist Kläger und Richter,
Cicero Verteidiger.
Cicero erwartet von Caesar
nicht mehr die Erneuerung der Republik. Caesars
monarchische Tendenzen waren nach seiner Rückkehr
aus Spanien
zu deutlich geworden. (Triumph für seinen
Sieg über die Pompeianer, willkürliche
Verwaltungsakte). Der Prozess fand Ende
45 in Caesars
Haus statt; er wurde nicht entschieden.
- Consolatio:
Den Beginn seiner philosophischen Schriftstellerei führt
Cicero
öfter auf den Tod seiner Tochter Tullia
(Febr. 45 v. Chr.)
zurück. Nach der Scheidung von Terentia
und der Entfremdung von seinem Sohn empfand er ihren
Verlust besonders schmerzlich. Aus diesem Anlass verfasste
er seine "consolatio ad se ipsum": feci,
quod ante me nemo, ut ipse me per litteras consolarer,
Cic.Att.12,14,3). Sie ist nur aus zahlreichen
Zitaten bekannt. In ihr kehrt auch der bekannte
griechische Trostgrund wieder, am besten sei es, nicht
geboren zu sein, am zweitbesten, möglichst bald
zu sterben. Auch richtet er sich am Beispiel von Männern
auf, die großes Leid ertrugen. Bezeugt ist eine
Praefatio. Als Schluss vermutet man mit Frg.11 Tullias
Apotheose.
Cicero
selbst erhält von dem Juristen Servius
Sulpicius Rufus einen berühmten Trostbrief
(Cic. ad fam.4, 5).
Philosophische
Schriften: Seit dieser Zeit betätigt er sich
fast nur noch schriftstellerisch: Er sucht Trost in der
Philosophie und plant seit
46 v.Chr. eine Gesamtdarstellung der Philosophie,
um den Römern eine eigene philosophische Literatur
geben (sum ingressus philosophiam veterem Latinis
litteris mandare, Cic.ac.1,3). Darum hatten sich
bisher nur die Epikureer (bes. Lukrez) bemüht.
- Bedeutung der philosophischen
Schriften Ciceros
- "Einbürgerung" der griechischen
Philosophie in Rom
- Schaffung einer ganz neuen lateinischen Terminologie
- Bindeglied zwischen antiker Philosophie und christlichem
Mittelalter
- Quellenwert für die Rekonstruktion der philosophischen
Systeme des Hellenismus
- Allgemeine Charakteristika
der philosophischen Schriften Ciceros:
- Skeptische Grundhaltung (entgegen dem Autoritätsglauben
der Epikureer). Aus ihr ergibt sich die Notwendigkeit
von Forschung und Toleranz.
- Einzelne philosophische Werke
- Hortensius:
Er bildete nach dem Vorbild des "Protreptikos"
des Aristoteles die Einleitung zu den philosophischen
Schriften Ciceros.
Sein Thema: Cohortatio ad philosophiae studium
(Cic.div.2,1). Wahrscheinlich war er schon
vor der Consolatio weitgehend beendet.
Das Gespräch ist von
Cicero zwischen 62 und 60 v.Chr. auf einem Landgut
des Lucullus
gedacht. Gesprächspartner sind
Cicero, Hortensius,
Catulus
und Lucullus.
Nur Bruchstücke sind erhalten. Hortensius
wollte der Philosophie einen Wert absprechen,
Catulus
übernahm ihre Verteidigung: Im zweiten
Teil der Schrift gab es eine durchgehende Erörterung
Ciceros.
Die Lektüre des Hortensius
gab Augustinus
den Anstoß zu seiner Bekehrung zum Christentum.
Aufbau des
Hortensius |
(Rekonstr. nach
Plasberg) |
- Prooemium (Nachruf auf Hortensius?)
- Exordium: Exposition
- Praeludium: Catulus
lobt die Dichtkunst, Lucullus
die Geschichtsschreibung, Hortensius
die Beredsamkeit. Die Philosophie wird
von Catulus
befürwortet, von Hortensius
abgelehnt.
- I. Tei: altercatio:
- Hortensius:
Die Philosophie stelle nur Lehren
auf, die niemand befolge.
- Catulus:
Der Mensch sei zur σοφία geboren;
also müsse er auch φιλοσοφία
betreiben.
- II. Teil: Cicero widerlegt Hortensius
und stellt die Aufgaben der Philosophie
dar. Seine Argumentation: "beati
omnes esse volunt". Das Glück
des Menschen beruht aber auf seiner Geistnatur,
deren Ausdruck die Tugenden (virtutes)
seien.
|
- Academica: 4 Bücher,
in denen Varro,
Atticus
und
Cicero selbst Gesprächspartner sind. Ursprünglich
waren es zwei Bücher mit den Titeln Catulus
und Lucullus. Erhalten ist von der 1. Ausgabe nur
das 2. Buch, von der 2. Ausgabe etwa 1/3 des 1.
Buches. Das Thema ist die Erkenntnislehre des Philon
von Larisa und des Antiochos von Askalon.
- de finibus
bonorum et malorum: "Über das
höchste Gut und das höchste Übel"
(Telos-Lehre); Begründung der Ethik. Zwischen
15. Mai und 30. Juni 45 v.Chr. niedergeschrieben
und Brutus
gewidmet. Form des Aristotelischen Dialoges (Gesprächsführung
liegt beim Autor; persönliche Proömien
im 1. und 3. Buch). Drei situativ unverbundene
Gespräche in 5 Büchern. : I/II.:
Lehre Epikurs und Widerlegung, III/IV.: Altstoische
Lehre und Widerlegung, V.: Ethik des Antiochos und
kurze Widerlegung. Das Werk will kein System entwerfen,
sondern doxographisch referieren: "quid
a quoque et quid contra quemque philosophum <de
finibus bonorum et malorum> diceretur"
(Cic.div.2,2).
| Gespräch |
Ort
und Personen |
Thema |
| 1. |
- Ciceros
Cumanum (im Jahr 50 v.Chr.)
-
Cicero,
- L.Manlius Torquatus (Epikureer),
- C.Triarius (Stoiker)
|
- Torquatus vertritt die epikureische
Lehre
-
Cicero widerlegt Torquatus
|
| 2. |
- Tusculanum des jungen Lucullus (im Jahr
52 v.Chr.)
|
- Cato stellt die stoische Telos-Lehre
vor
-
Cicero widerlegt Cato
|
| 3. |
- Athener Akademie (im Jahr 79 v.Chr.)
|
- Piso stellt die peripatetische Lehre
des Antiochos von Askalon dar.
Cicero widerlegt die Lehre des Antiochos
kurz.
|
- Tusculanae disputationes:
5 Bücher mit ethischen Einzelfragen, unmittelbar
nach de finibus geschrieben (vom 1. Juli bis in
den Herbst
45 v.Chr.). Die Gespräche spielen zwischen
dem 16. und 20. Juni
45 v.Chr. mit mehreren Freunden auf Ciceros
Tusculum. Widmung an Brutus.
Form eines Schulgespräches: Der Lehrer (M =
magister) lässt einen Schüler (A = auditor)
eine These aufstellen und widerlegt sie in zusammenhängendem
Vortrag. Zu jedem der fünf Tage wird ein Thema
in einem Buch abgehandelt. Es geht um unser Verhalten
zu: I.: Tod, II.: Schmerz, III.: Kummer, IV.: andere
Gemütsbewegungen und V.: Autarkie der
Tugend.
Cicero selbst fasst die Thematik der Tuskulanen
mit "res ad beate vivendum maxime necessariae"
zusammen (Cic.div.2,2): Bekannt ist Tusc.5,5ff
der Hymnus auf die Philosophie. Jedes Buch hat ein
Vorwort.
| |
- Buch: Der Tod ist kein Übel.
- Buch (sehr kurz): Über den Schmerz
(de tolerando dolore)
- Buch: Kummer. These: videtur mihi
cadere in sapientem aegritudo (Cic.Tusc.3,7)
- Buch: Andere Affekte. These: non
mihi videtur omni animi perturbatione
posse sapiens vacare (Cic.Tusc.4,8)
- Buch: Die Autarkie der Tugend für
ein glückseliges Leben
|
An die Tusculanen schließen
sich 3 theologische oder metaphysische Schriften
an, die in Dialogform ohne große Frische
geschrieben sind:
- de natura
deorum: Seine Schrift über das
Wesen der Götter verfasste
Cicero in den letzten Monaten vor Caesars
Tod. Er lässt vier Männer (den
Epikureer C.Velleius,
den Stoiker Q.Lucilius
Balbus und den Akademiker C.Aurelius
Cotta und
Cicero) im Hause Cottas an einem Tag
der feriae Latinae zwischen 77 bis 75 v.Chr. zwei
Gespräche führen Cicero
fungiert überwiegend als Zuhörer.
- Buch: Velleius
trägt die Lehre der Epikureer vor,
der Akademiker
Cotta widerlegt sie.
- Buch:
Balbus trägt die stoische Lehre
vor
- Buch:
Cotta vertritt auch gegen
Balbus die Gegenposition.
|
- de
divinatione: Die zwei Bücher "Über
die
Weissagung" folgen auf natura
deorum und dürften
44 v.Chr. bei Caesars
Tod schon fertig gestellt gewesen sein. Der Form
nach ein Gespräch zwischen den Brüdern
Quintus und
Marcus Tullius Cicero, an einem Tag
auf
Ciceros Tusculanum
(Cic.div.1,8) geführt. Thema: de divinatione...,
quam habeat vim et quale sit (Cic.div.1,9).
- Buch: Quintus versucht , die Wahrsagung
(nach der Vorgabe des Stoiker Poseidonios)
zu verteidigen.
- Buch: Marcus begründet ihre
Nichtigkeit (nach einer akademischen Quelle).
|
- de fato
ist nur teilweise erhalten. Es wird erst post
interitum Caesaris
(2) fertig gestellt, als es um (den Triumvirn) M.Antonius
schon wieder neue Unruhen gibt. Das Gespräch
findet in
Ciceros Puteolanum
statt, sein Gast ist der consul
designatus Hirtius,
den er mit der ehrenden Widmung vielleicht auf die
Seite der Republikaner ziehen wollte. Es geht um
die schwierige Frage, ob wir aus Notwendigkeit oder
aus Freiheit handeln. Die ursprüngliche Absicht,
das Thema in utramque partem abzuhandeln, hatte
Cicero aufgegeben (Cic.fat.1,1).
Gliederung von de fato
(nach K.Bayer,
S. 117) |
- Proömium (1-4)
- Tractatio (5-45)
- Die Lehre von der Sympathie des
Kosmos beweist nicht die Existenz
einer umfassenden vis fatalis.
Im Gegenteil: est aliquid in
nostra potestate (5-10).
- Der Satz vom Widerspruch darf nicht
mit dem fatum gekoppelt
werden (11-38).
- Die dialektische Notwendigkeit
scheidet von vornherein
aus, weil sie eine bloßes
vim verborum interpretari
bedeutet (11-20).
- Die kausale Notwendigkeit er
Stoiker (causarum series
aeterna) lässt sich
ebenfalls nicht mit dem Fatum
koppeln (20-38).
- Die Kontrastierung der konträren
Positionen (fatum vim necessitatis
adfert - sine ullo fato sunt
animorum motus voluntarii)
zeigt, dass auch der Stoiker Chrysipp
der Sache nach die Willensfreiheit
zulässt (adsensio nostra
erit in potestate) (39-45)
- Epilog: Ablehnung der epikureischen
Lösung (46-48).
|
Es folgen zwei philosophisch unterbaute
Dialoge aus älterer Zeit, die aber keine
philosophischen Streitfragen erörtern. Beide
sind Atticus
gewidmet:
- Cato
maior, de senectute: Ein fiktives Gespräch
des 84-jährigen Cato
mit dem P.Cornelius
Scipio minor und Laelius.
Es findet
150 v.Chr., ein Jahr vor Catos Tod in seinem
Haus statt und wurde von Cicero noch vor dem 11.
Mai 44 v.Chr. niedergeschrieben.
- Widmung an T.Pomponiuis
Atticus (1-2)
- Allgemeiner Teil (4-14); Scipio
und Laelius
fragen Cato,
warum er das Alter so leicht ertrage (5-7);
Praeludium (8-14)
- Partitio: Vier Hauptvorwürfe
gegen das Alter). Übergang zur
eigentlichen Tractatio (15)
| quattuor
reperio causas, cur senectus
misera videtur: |
| |
- unam, quod avocet a rebus
gerundis, (15-26)
- alteram, quod corpus faciat
infirmius, (27-38)
- tertiam, quod privet omnibus
fere voluptatibus, (39-66)
- quartam, quodhaud procul
absit a morte. (66-85)
|
- Engere Tractatio: Darstellung und
Widerlegung der vier genannten Gründe.
(15-85: a) (15-26),
b) (27-38).
c) (39-66),
d) (66-85))
- Epilog: Cato schließt mit guten
Wünschen (85)
|
- Laelius, de amicitia.
Adressat ist Atticus.
Cicero: "ad amicum amicissimus scripsi
de amicitia" (er schreibe als Freund
dem Freund über Freundschaft) (Cic.Lael.5),
wie kürzlich als alter Mann einem Alten über
das Alter. Seine Freundschaft zu Atticus
hat als Vorbild die Scipios zu Laelius (dem Idealtyp
eines Freundes). Neben dem Preis auf die Freundschaft
steht aber auch die Warnung vor den ihr eigenen
Gefahren.
- Proömium (1-5): Die Gesprächssituation:
Der augur Scaevola ist Ciceros
Berichterstatter.
- Tractatio (6-100)
- Einführung (6-15): Die Art
, wie Laelius den Tod seines Freundes
Scipio verarbeitet, veranlasst seine
Schwiegersöhnen C.Fannius und
Q.Mucius Scaevola, ihn um einen Vortrag
über die Freundschaft zu bitten
(a) quid sentias, b) qualem existimes,
c) quae praecepta des)
- quid sentias: Definition der Freundschaft
(17-24): Freundschaft ist dem Menschen
naturgemäß. Sie definiert
sich als: "omnium divinarum
humanarumque rerum cum benevolentia
et caritate consensio".
(Cic.Lael.20)
- qualem existimes: Wesen und Wert
der Freundschaft (26-35): Epikurs
These, dass Freundschaft der imbecillitas
den Menschen entspringt und seine
utilitas betreibt, ist unzutreffend.
Ihre Grundlage ist die Natur, der
Nutzen ist nicht Ursache,sondern Folge.
- quae praecepta des: grundsätzliche
Vorschriften zur Freundschaft (36-100)
- Die Freundschaft zwischen Weisen
(sapientium familiaritates) (36-76):
Freundschaft beruht auf Sittlichkeit
und Übereinstimmung; also
muss man den Freund als gleichwertig
behandeln und darf nichts Unsittliches
erwarten (honesta petamus, honesta
faciamus).
- Gewöhnliche Freundschaften
(familiaritates vulgares) (76-100):
Sorgfalt bei der Auswahl der Freunde
und Offenheit im Umgang mit ihnen.
- Epilog: Das Lob der virtus als der unabdingbaren
Voraussetzung echter Freundschaft (100-104).
|
- de officiis
ist in den letzten Monaten des Jahres
44 v. Chr. verfasst. Statt der Dialogform wählt
Cicero die Form eines Briefes an seinen Sohn
Marcus. Er behandelt die praktische Ethik behandelt,
nicht die Idealethik der Stoiker. In Buch I und
II das "honestum" und "utile"
im Anschluss an Panaitios. In III den möglichen
Zielkonflikt zwischen beiden "nullis adminiculis"
(ohne Vorlage) unter Heranziehung vieler Beispielfälle.
.
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